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Veröffentlicht am 04.08.2024

Außerirdische in Ostfriesland

Ostfriesenhass
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Ann Kathrin Klaasen, Frank Weller sowie Ruppert mit ihrem Team werden Teil eines sonderbaren Falls. Eine Gruppe Pseudowissenschaftler macht mit Vorträgen über Außerirdische und vertuschte UFO-Sichtungen ...

Ann Kathrin Klaasen, Frank Weller sowie Ruppert mit ihrem Team werden Teil eines sonderbaren Falls. Eine Gruppe Pseudowissenschaftler macht mit Vorträgen über Außerirdische und vertuschte UFO-Sichtungen auf sich aufmerksam. Auch die Tochter von Frank Weller, Sabrina ist mit einem „Alienforscher“ liiert. Gleichzeitig werden in Norden mehrere Tötungsdelikte gemeldet, welche sich in ihrer Art und Handlung vermeintlich ähneln. Ann Kathrin Klassen und ihr Team verfolgen eine Spur, welche jedoch sehr fragwürdig erscheint oder haben sie nur etwas übersehen? Eine interessante Schnitzeljagd zwischen Pseudowissenschaftlern und Wahnsinnigen beginnt.

Ann Kathrin Klaasen beweist einmal mehr, dass sie trotz des ganzheitlichen Stresses so schnell fast nichts aus der Ruhe bringen kann. Sie versucht ihrem Instinkt als erfahrene Ermittlerin zu folgen und hat ihre eigenen Methoden, um sich schwierige Fälle und Sachverhalten zu nähern. Ihre Kollegen Weller und Ruppert wirken da oft etwas ungeduldiger und schnell schussig. Gerade Ruppert erwischt in diesem sonderbaren Fall erneut einige Fettnäpfchen, was für die humorige Seite des Krimis spricht. Auch wenn die Hinweise zu den Taten den vermeintlichen Täter schnell erkennbar machen, ist die Handlung vom Autor spannend und interessant geschrieben. Der Autor weiß zu erzählen und als Leserin oder Leser taucht man tief in den Fall der Pseudowissenschaften rund um Außerirdische ein, was mir manchmal ein Schmunzeln in das Gesicht gezaubert hat.

Die Darstellung der Täter war wieder sehr detailliert und als Leserin oder Leser ist man oft schockiert über die Denkweise und das Handeln dieser Personen. Dies ist eine der Stärken des Romans und was mir sehr gut gefallen hat. Auch die Erzählung der Geschichte ist sehr facettenreich und man bekommt einen guten Eindruck von den Handlungsorten. Ich hätte mir noch mehr Mystik über die Täterin oder den Täter gewünscht, sodass ich erst später auf diese gestoßen wäre, aber dies ist der einzig kleine Kritikpunkt an dem sonst sehr runden und gut unterhaltsamen Kriminalroman. Erneut eine Leseempfehlung für den mittlerweile 18. Fall von Ann-Kathrin Klaasen aus Norden.

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Veröffentlicht am 04.08.2024

Die erste Kinderrechtserklärung

Papierkinder
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Julia Kröhn hat einen monumentalen Roman über die erste Kinderrechtserklärung geschrieben, mit dem ich mich leider stellenweise etwas schwergetan habe.

Es geht in dem Roman um drei beeindruckende Frauen, ...

Julia Kröhn hat einen monumentalen Roman über die erste Kinderrechtserklärung geschrieben, mit dem ich mich leider stellenweise etwas schwergetan habe.

Es geht in dem Roman um drei beeindruckende Frauen, die sich für die Rechte der Kinder stark gemacht haben. Die Sozialistin Emma Dölz, die Montessori-Lehrerin Clara Grunwald und die Wohltäterin Eglantyne Jebb stehen im Mittelpunkt dieses Romans, denn ihnen ist es zu verdanken, dass 1924 die Genfer Erklärung unterschrieben wurde.

Besonders Clara Grunwald hat mich beeindruckt und ich mochte sie im Laufe des Romans sehr.

Leider habe ich mich etwas schwergetan, zum einem hat mich die Rahmenhandlung (spielt im Jahr 2023) verwirrt, der Prolog und auch der Epilog waren für mich irgendwie überflüssig. Zum anderen ist mir die Zeitspane zu groß, in der der Roman erzählt wird. Der Roman beginnt 1874 und endet 1925, die Gliederung gibt dem Roman zwar eine Struktur und einen Rahmen, dennoch waren mir die Zeitsprünge manchmal ein bisschen viel.

Es geht um die Not der Kleinsten und Schwächsten in unsere Gesellschaft, die Kinder. Sie wachsen in Armut auf und haben ein scheinbar vorbestimmtes Leben vor sich. Es geht aber auch um das Arbeitnehmerrecht, um die Frauenrecht, um den Sozialismus, die SPD, Maria Montessori und die Reformpädagogik, den ersten Weltkrieg und vieles mehr.

Die drei großen Frauen werden durch die fiktionale Geschichte um die Familie Albrecht in einen Kontext gesetzt. Für mich wirkte genau dies, manchmal etwas zu sehr gewollt.

Der Schreibstil der Autorin ist wie gewohnt sehr flüssig und gut zu lesen. Ich hatte streckenweise auch sehr viel Spaß mit dem Buch, leider gab es aber auch einige Stellen, die sich etwas gezogen haben.

Ich empfehle jedem dieses Buch, der sich etwas näher mit den Kinderrechten auseinandersetzen möchte.

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Veröffentlicht am 04.08.2024

Humorvolle Koch-Show Persiflage

Schnitzel Surprise
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Mit viel Humor und witzigen originellen Ideen hat mich diese Koch-Persiflage sehr gut unterhalten. Mit Mannis Schnitzeleck, einem Restaurant hat Thomas „Thom“ Mann sich einen Lebenstraum erfüllt. Bei ihm ...

Mit viel Humor und witzigen originellen Ideen hat mich diese Koch-Persiflage sehr gut unterhalten. Mit Mannis Schnitzeleck, einem Restaurant hat Thomas „Thom“ Mann sich einen Lebenstraum erfüllt. Bei ihm im Restaurant dreht sich alles um das Schnitzel und er beweist bei seinen Speisen durchaus originelle Ideen. Allerdings hat er den Anschluss an den Zeitgeist verloren. Da bietet ihm ein junger TV-Produzent finanzielle Unterstützung an und Thom schlägt sofort zu. Was er dann erlebt, ist eine Reise durch die deutsche TV-Kochlandschaft mit interessanten Erkenntnissen. Thom ist ein Mann, der an das ursprüngliche bodenständige Essen glaubt. Er hat kein Interesse an der z.B. an der modernen Molekularküche oder dem Chi Chi Zusätzen beim Essen. Dabei nimmt er auch finanzielle Einbußen in Kauf. Ich konnte mich mit seinem Charakter sehr gut identifizieren. Auch Martin und Stefan die Stammgäste im Schnitzeleck sind eigenwilligen nicht so ganz ernst gemeinte Figuren.

Die Geschichte ist eine Aneinanderreihung von Ereignissen, die sich aber sehr gut ergänzen und erzählen die Reise durch die TV-Landschaft mit den Erlebnissen von Thom. Der zweite Teil des Romans ist die Fassung eines Musicals und hat mir als Kulturfan fast noch besser gefallen. Sehr originell hat der Autor die Reise von Manni in ein Musical-Drehbuch gefasst und sorgt mit seinen Reimen und humorvollen Erzählpassagen für mehr als nur ein Schmunzeln.

Der Erzählstil ist direkt und mit sehr viel Humor behaftet. Auch die Reimpassagen in der Musicalfassung sind sehr originell gestaltet. Einige nicht so ganz, aber auch ausprobierbare Rezepte sind am Ende des Buches zusammengefasst. Ich will nicht zu viel verraten aber ein Rezept muss ich ausprobieren es klingt irgendwie lecker. Welches das ist möchte ich aber nicht verraten. Ich hatte sehr viel Spaß bei dieser nicht so ernst gemeinten Humorlektüre. Um es mit den Worten zu sagen dieses Buchformat hat mir sehr gut geschmeckt.

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Veröffentlicht am 04.08.2024

Gute Geschichte mit kleinen Schwächen

Bücherliebe im kleinen Café am See
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Ein wahrer Wohlfühlroman der einen sofort in Urlaubsstimmung versetzt. Eine warmherzige Geschichte, die berührt, zum Nachdenken anregt und gleichzeitig Hoffnung spendet. Für mich ein gelungener Mix, um ...

Ein wahrer Wohlfühlroman der einen sofort in Urlaubsstimmung versetzt. Eine warmherzige Geschichte, die berührt, zum Nachdenken anregt und gleichzeitig Hoffnung spendet. Für mich ein gelungener Mix, um dem Alltag zu entfliehen. Einzig und allein die Spannung hätte ein wenig ausgefeilter sein können.

Themen des Romans sind neben Büchern bzw. ein Buch schreiben, familiärer Zusammenhalt, Verlust, Verzeihen und Neuanfang. Es geht darum aus der eigenen Komfortzone herauszutreten und das Alte hinter sich zu lassen. Ein Neunanfang ist nur möglich, wenn wir etwas wagen.

Maj ist von ihrer besten Freundin betrogen worden, sie hat das Gefühl alles verloren zu haben, da sie sich so sehr mit den identifiziert hat, was ihr genommen wurde.

Henrik merkt, dass Maj immer unter ihren Möglichkeiten bleibt und will ihr helfen, doch er begibt sich auf ein gefährliches Terrain. Verspielt er das Vertrauen von Maj?

Der Roman wird unterschiedlich aus den Perspektiven vom Maj und Henrik erzählt.

Der Spannungsbogen ist ebenfalls solide, eigentlich ist seit der Hälfte des Buches klar gewesen, wie es ausgeht. Da hätte ich mir doch ein wenig mehr Einfallsreichtum gewünscht, so ist es ganz nett, aber auch ein bisschen viele „heile Welt“ am Ende des Buches. Ob dies so der Realität entspricht, stelle ich einfach mal in den Raum.

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Veröffentlicht am 04.08.2024

Ein Roman über die Liebe zu Büchern

Die Bücherjägerin
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Ein wunderbar warmherziger Roman über die Liebe zu Büchern und das Abschiednehmen eines geliebten Menschen.

Sarah ist eine Bücherjägerin, sie hat gemeinsam mit ihrer Tante Amalia von Richthofen, alte ...

Ein wunderbar warmherziger Roman über die Liebe zu Büchern und das Abschiednehmen eines geliebten Menschen.

Sarah ist eine Bücherjägerin, sie hat gemeinsam mit ihrer Tante Amalia von Richthofen, alte Bücher aufgestöbert, sie restauriert und weiterverkauft. Doch Amalia ist verstorben und Sarahs Leben ist aus der Bahn geraten. Sie hat sich völlig zurückgezogen und hat kaum noch Kontakt zur Außenwelt. Sarah hat autistische Züge, was ihr die Kommunikation mit ihren Mitmenschen nicht einfach macht.

Als eines Tages Ben, ein sehr charmanter Bibliothekar vor ihr steht und um ihre Hilfe bittet, sie den letzten Auftrag ihrer Tante zu übernehmen, kommt Leben in Sarah. Kurzerhand begibt sie sich auf eine abenteuerliche Reise nach Frankreich und England, um mit Ben das verschollene Kartenstück zu finden. Um die Tabula Peutingeriana ranken sich viele Mythen und die beiden machen sich auf eine spannende Schnitzeljagd, die nicht nur Buchliebhaber überzeugen wird.

In jeder Zeile dieses Buch kommt die Liebe zu Büchern zum Tragen, aber auch ernste Themen wie der Tod eines nahestehenden Menschen und die damit verbundene Trauerbewältigung bekommen Raum in diesem Roman.

Der Schreibstil der Autorin ist sehr angenehm zu lesen, ich hatte zuerst Bedenken, da der Ich-Erzähler so gar nicht mein Favorit unter den Erzählperspektiven ist, aber hier zu Sarah hat es gepasst. Erst recht, weil sie es mir so einfach gemacht hat, ihre autistischen Züge zumindest nachvollziehen zu können. Insgesamt ist der Roman von einem feinen Humor durchzogen, ohne dass es übertrieben oder aufgesetzt wirkt. Ich habe den Roman sehr genossen und ihn sehr gerne gelesen. Einziger Kritikpunkt für mich ist, dass ich gerne mehr über Milena, die Schwester von Sarah erfahren hätte, für mich war ihre Geschichte nicht ganz so stimmig.

Ein wunderbarer Roman über eine abenteuerliche Schnitzeljagd, die mir viel Freude bereitet hat. Ich würde sehr gerne noch einmal einen Roman von Elisabeth Beer lesen, denn diese Autorin hat meiner Meinung nach Potential.

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