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Veröffentlicht am 04.08.2024

Die Liebe einer jungen Frau zu ihrem Pferd

Die Hofreiterin – Der Traum von Freiheit
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Die Liebe einer jungen Frau zu ihrem Pferd lässt sie die Hürden des Lebens überspringen. Ein gelungener Auftakt der Saga „Die Hofreiterin“.

Ich liebe Pferde seit meiner Kindheit und so war es klar, dass ...

Die Liebe einer jungen Frau zu ihrem Pferd lässt sie die Hürden des Lebens überspringen. Ein gelungener Auftakt der Saga „Die Hofreiterin“.

Ich liebe Pferde seit meiner Kindheit und so war es klar, dass ich diesen Roman unbedingt lesen muss, da er dazu noch in Wien spielt. Aber die Erwartungen waren hoch, doch die Autorin konnte mich mit ihrem Auftakt einnehmen.

Irma war mir vom ersten Augenblick an sympathisch, dies hat nicht nur mit ihrer Einstellung zu tun, sich als Mann auszugeben und sich somit ihrem besten Freund, ihrem Hengst Novio unterzuordnen, sondern sie ist eine Kämpferin, die sich die Sachen erarbeitet und keine andere Behandlung will.

Des Weiteren mochte ich aber auch sehr gerne Mizzi, als historische Persönlichkeit, die eine wichtige Rolle für Irma spielt. Aber auch Stephan, den Bereiter, der Irma trainiert mag ich sehr.

Es geht nicht nur um die Ausbildung der Lipizzaner an der Spanischen Hofreitschule in Wien, sondern es geht auch um die Selbstbestimmung der Frau, um das Leben in der Gesellschaft am Ende des 19. Jahrhunderts und die Vergnügungsstätte schlecht hin, den Prater.

Der Roman wird größtenteils chronologisch erzählt, einzelne Rückblenden in die Vergangenheit erklären die Geschehnisse oder setzen sie in einen anderen Zusammenhang. Diese werden aber durch Zeit- und Ortsangaben markiert. Sodas eine Orientierung leicht fällt.

Gut hat mir auch der Aufbau des Romans gefallen, im Laufe der Geschichte kommen immer mehr Details ans Tageslicht, die die Story komplexer werden lassen. Somit bekommt die Geschichte gleichzeitig mehr Tiefe, da noch weitere Dimensionen im Leben der Protagonisten einbezogen werden.

Der Schreibstil ist sehr angenehm zu lesen und ich habe die Sprache auch als angemessen für Zeit und Schauplatz empfunden. Sehr gut fand ich die Verwebung von historischen Fakten und Fiktion, dies ist der Autorin überzeugend gelungen.

Ein Personenverzeichnis und ein Nachwort runden den positiven Eindruck von dem Roman ab. Ich bin sehr gespannt, wie es mit Irma im zweiten Teil weitergehen wird. Die Geschichte ist für mich längst noch nicht auserzählt und ich bin gespannt, welche Abendteuer Irma und Novio noch bestreiten werden. Der zweite Teil erscheint voraussichtlich im Oktober 2024.

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Veröffentlicht am 26.07.2024

Spannender Krimi in Bankierskreisen

Wölfe in Bern
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Ein Krimi mit einem sehr interessanten Ende hat mich sehr in den Bann gezogen. Der junge Ermittler Georg Muff wird zu einem Mordfall gerufen. Er findet eine junge Frau tot in Ihrem Bett vor. Die Ermittlungen ...

Ein Krimi mit einem sehr interessanten Ende hat mich sehr in den Bann gezogen. Der junge Ermittler Georg Muff wird zu einem Mordfall gerufen. Er findet eine junge Frau tot in Ihrem Bett vor. Die Ermittlungen von Muff und seinen Kollegen fokussieren sich sehr schnell auf die Familie des Opfers. Hat der Bruder etwas mit dem Tod zu tun? Allerdings hat die junge Frau eine Beziehung mit einem berühmten Bankier unterhalten. Schnell wird Georg Muff klar, dass dieser Fall seine eigenen Vorstellungen zu übersteigen vermag. Dazu kommen noch private Probleme. Wird er es schaffen den Fall zu lösen?

Georg Muff hat mich sehr als Figur überzeugt. Wirkt er am Anfang noch etwas schüchtern und sehr behutsam, aber er entwickelt sich im Laufe der Erzählung. Genau diese nicht vorhersehbare Entwicklung hat mir gut gefallen. Gerade am Anfang hat der Krimi mit einigem Humor überzeugen können. Sein Verhältnis zu seinem Chef Ochsen hat zur Erheiterung beigetragen, auch wenn er mir dabei sehr leidgetan hat.

Der Roman spielt in Bern in der heutigen Zeit und ist somit gut einordbar. Sehr detailliert beschreibend ist der Schreibstil des Autors, der sehr gut lesbar ist. Die vielen Spuren, die im Laufe des Falles gestreut worden sind, sorgen bis zum Schluss für Spekulationen, wer die Täter oder die Täterinnen sind. Das Ende hat mich dafür umso mehr überrascht und ich empfand es als ungewöhnlich, aber sehr gut. Damit hätte ich nicht gerechnet. Auch wenn ich Georg Muff in mein Herz geschlossen habe, hätte mich mir einen noch etwas stärkeren Nebencharakter gewünscht, wobei gerade Melanie durchaus noch Potential hat. Dies ist aber der einzige minimale Kritikpunkt an diesem wirklich sehr gut geschriebenen und spannenden Krimi aus der Schweiz. Viele lieben Dank an den Autor für die interessanten Lesestunden.

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Veröffentlicht am 21.07.2024

Eine geteilte Stadt

Don't kiss Tommy. Eine Liebe in der Stunde Null
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Teresia Graw hat ein eindringliches Buch über die Stunde Null in Deutschland geschrieben. Sie schreibt über eine Stadt, die von heute auf morgen geräumt werden muss, um den Besatzern Platz zu machen.

In ...

Teresia Graw hat ein eindringliches Buch über die Stunde Null in Deutschland geschrieben. Sie schreibt über eine Stadt, die von heute auf morgen geräumt werden muss, um den Besatzern Platz zu machen.

In dem Roman begleiten wir Anne und Rosalie, zwei junge Frauen, die unterschiedlicher nicht sein könnten, einst waren sie Freundinnen, doch heute stehen sie dem Leben unterschiedlich gegenüber. Anne will unter keinen Umständen mit den Briten zusammenarbeiten, sie setzt alles daran, das Hotel ihrer Familie wiederzubekommen. Doch die Innenstadt von Bad Oeynhausen muss geräumt werden, das Hotel ihrer Familie wird zum Casino für die Befreier. Rosalie versucht aus der Situation das Beste zu machen und arbeitet letztlich für die Besatzer. Zwei Frauen, die viel trennt und eint. Was hält das neue Deutschland für sie bereit?

Anne und Rosalie sind zwei starke junge Frauen, die mir jede auf ihre Art und Weise imponiert. Meine Lieblingsfigur war Iris, die Schwester von Anne. Gerade am Anfang konnte ich sie nicht leiden, doch im Laufe der Geschichte trifft sie eine Entscheidung, für die ich sie bewundere und beglückwünsche.

Teresia Graw schildert eindringlich und emotional die Stunde Null in Deutschland, dazu die besondere Situation in der Stadt. Ein Stacheldrahtzaun, der durch die Stadt verläuft und die Bevölkerung von den Briten trennt. Die Menschen müssen in Baracken hausen und kämpfen um das nackte Überleben.

Themen des Romans sind die Fraternisierung, der Schwarzmarkt, die Umerziehung der Deutschen, aber auch das Verhalten der Soldaten in der Stadt, die Überschwemmung in Bad Oeynhausen und die Armut der Bevölkerung nach dem Krieg.

Der Roman wird chronologisch abwechselnd auch der Sicht von Anne und Rosalie erzählt. Es gibt ein paar kleinere Zeitsprünge, die meiner Meinung nach aber nicht sonderlich ins Gewicht fallen.

Die Geschichte ist flüssig und gut lesbar geschrieben, mir hat es Spaß gemacht auf diese Zeitreise zu gehen. Zudem ist der Sprachstil der Zeit angepasst und auch die Dialoge mit den Besatzern sind gut geschildert, wobei auch Personen, die kein Englisch können, diesen folgen können.

Ein Stück Zeitgeschichte das mir richtig gut gefallen hat, die Zerrissenheit der Menschen in dieser Zeit gut darstellt und gleichzeitig an die Menschlichkeit appelliert.

Klare Leseempfehlung für alle die gerne zeitgeschichtliche Romane lesen.

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Veröffentlicht am 14.07.2024

Ein Ausflug in die Welt der Düfte

Tödlicher Duft
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Ein sehr interessanter und informativer Ausflug in die Welt der Düfte mit einem spannenden Kriminalfall der mir sehr viel Freude beim Lesen bereitet hat. In Grasse, in der französischen Provence, wird ...

Ein sehr interessanter und informativer Ausflug in die Welt der Düfte mit einem spannenden Kriminalfall der mir sehr viel Freude beim Lesen bereitet hat. In Grasse, in der französischen Provence, wird ein renommierter Parfümeur tot in einem Bottich aufgefunden. Der herbeigerufene Kommissar Louis Campanard, sowie sein Kollege Olivier sind sich schnell sicher, dass es sich um Mord handelt. Campanard glaubt das der Täter aus der Welt der Düfte stammt. Er holt sich die junge talentierte Polizeipsychologin Linda Delacours an seine Seite. Doch die Spuren laufen in verschiedene Richtungen. Die Drei Ermittler wissen noch nicht genau, was ihnen alles noch bevorsteht. Eine interessante Suche nach den Tätern beginnt.

Louis Campanard ist ein ruhiger Vertreter seiner Art, der gerne in seinem Garten entspannt. Aber irgendetwas an seiner Vergangenheit war sehr dramatisch, was die Figur sehr interessant macht. Sein Kollege Olivier war mir direkt sympathisch. Er ist sehr loyal gegenüber seinem Chef und sorgt stets für gute Laune. Linda Delacours wirkt am Anfang sehr zerbrechlich, entwickelt aber im Laufe der Zeit ungeahnte Fähigkeiten mit Problemen und Ängsten besser umzugehen.

Sehr atmosphärisch erzählend ist der Schreibstil des Autors. Ich konnte mich zwischen Lavendelfeldern und den unzähligen Düften der vielen Duftunternehmen förmlich leserlich wiederfinden. Auch die französische Lebensart mit der Kulinarik kommt gut in dem Roman zur Geltung. Als Leserin oder Leser erfährt man außerdem während der Ermittlungen sehr viel über die Duftherstellung und dem Fachmännischen kreieren dieser.

Die Spannung der Story ist sehr gut und findet in einem dramatischen Finale ihren Höhepunkt. Ich hatte auf einen anderen Täter während des Lesens gesetzt und bin von der Auflösung überrascht worden. Ein interessanter Auftakt in einem großartigen Ambiente, welcher Lust auf einen zweiten Teil macht.

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Veröffentlicht am 14.07.2024

Sehr spannend und detailliert erzählt

Falsche Freunde
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Sehr detailliert und spannend erzählt hat dieser Venedig-Krimi alles, was ein guter Krimi enthalten sollte. Commissario Morello, ein Sizilianer in Venedig, wird zusammen mit seinem Team zu einem Mord gerufen. ...

Sehr detailliert und spannend erzählt hat dieser Venedig-Krimi alles, was ein guter Krimi enthalten sollte. Commissario Morello, ein Sizilianer in Venedig, wird zusammen mit seinem Team zu einem Mord gerufen. Eine Frau von dem städtischen Reinigungsbetrieb entdeckt den ehemaligen Steuerberater und Finanzspezialisten Paolo Salini tot auf einer Bank sitzend. Nach einer kurzen Untersuchung ist klar, dass der Mann ermordet wurde. Das Team um Morello ermittelt in alle Richtungen und eine Liste an verdächtigen Personen entsteht. Als Morello tief in die High-Society der Stadt ermittelt erfährt er von unglaublichen Plänen. Ein Nachfahre des Dogen von Venedig entwickelt Pläne, die die ganze Stadt verändern werden. Doch hat er etwas mit dem Mord zu tun? Eine spannende Suche nach Tätern beginnt.

Commissario Morello liebt die Kulinarik und leidet unter sehr starkem Heimweh in seine alten Heimat Sizilien. Dort hat er furchtbares durchlitten und wurde nach Venedig zwangsversetzt. Er versucht seinem Team ein guter Commissario und Chef zu sein, was ihm aber nicht immer zu gelingen vermag. Als interessante Charaktere können seine Kollegin Anna Klotze, sowie Claudio ein ehemaliger Taschendieb genannt werden. Anna ist eine sehr toughe Frau, welche ein großes berufliches Frustpotential vor sich herschiebt. Sie fühlt sich ungerecht behandelt und wäre gerne an Morellos Stelle in der Hierarchie. Ihr Charakter ist überschattet von sonderbaren Vorgängen aus ihrer Vergangenheit. was sie zu einer sehr interessanten Figur in der Story macht. Claudio war früher auf der falschen Seite des Gesetzes hat aber auch durch den persönlichen Draht und Einsatz von Morello den Weg aus der kriminellen Vergangenheit herausgeschafft. Er ist Morello gerade eine moralische Unterstützung, weiß er ihn doch manchmal etwas aus seiner Komfortzone herauszulocken.

Die Geschichte ist in der heutigen Zeit angesiedelt und demnach gut zeitlich einordbar. Sehr gut hat mir der Einbau der technischen Möglichkeiten, einer KI namens Athena gefallen, auch wenn dies vielleicht in dieser Form noch Zukunftsmusik ist. Aber die Idee an sich passte fand ich sehr gut in die Nebengeschichte dieses Falls.

Sehr gut beschreibend mit vereinzelt verschnörkelter Sprache ist der Schreibstil des Autorenduos. Ich konnte mich sehr gut in die Umgebung und unterschiedlichen Handlungsorte innerhalb Venedigs einfinden. Eine Karte, ein Personenverzeichnis sowie zwei Rezepte aus der italienischen Küche sind zusätzliche Besonderheiten in diesem Roman. Auch die Idee aus Venedig ein modernes Disneyland für Superreiche zu machen, fand ich äußerst interessant, aber auch dramatisch.

Ich bin von diesem Fall in seiner ganzen Konzeption und Fülle überwältigt gewesen so, dass ich an diesem Krimi trotz der leichten Science-Fiktion Note keinerlei negative Kritik üben kann. Spannend, unterhaltend und äußerst schön und gut erzählt kann ich diesem Krimi nur allen Leserinnen und Leser sehr empfehlen.

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