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Veröffentlicht am 22.01.2023

Dystopisches fantastisches Berlin

Berlin Monster - Ein Dieb kommt selten allein
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Dystopisch, fantastisch und erneut sehr spannend geschrieben hat mir auch der zweite Fall von Privatermittlerin Lucy gut gefallen. In der Story geht es um mysteriöse Raubüberfälle in Berlin. Lucy wird ...

Dystopisch, fantastisch und erneut sehr spannend geschrieben hat mir auch der zweite Fall von Privatermittlerin Lucy gut gefallen. In der Story geht es um mysteriöse Raubüberfälle in Berlin. Lucy wird dabei Zeugin eines Diebstahls und schon bald verdächtigt an diesem Raub beteiligt zu sein. Sie muss sich rechtfertigen und ist alsbald auf der Flucht vom BKA. Kurze Zeit später geschieht erneut ein weiteres Verbrechen. Wird es Lucy schaffen ihre Unschuld zu beweisen und die Täter zur Rechenschaft ziehen? Die Geschichte spielt in einem dystopisch angehauchten Berlin der Zukunft. Eine Neutronenbombe, welche aufgrund eines misslungenen wissenschaftlichen Experiments leider explodiert ist, hat nicht nur zahlreiche Menschen getötet, sondern auch alle „menschlichen Gedanken“ lebendig gemacht. Demnach leben in Berlin (in der sogenannten Zone) alle möglichen Fabelwesen wie Feen, Zwergen, Vampire, Dämonen, Stifs (Poltergeister) etc. mit den Menschen zusammen. Diese bringt jedoch einige Probleme mit sich. Die Hauptprotagonistin hat mir dabei gut gefallen. Stets am Rande der Selbstzerstörung durch Alkohol und Medikamenten schafft sie es sich immer wieder zusammenzureißen. Lucy ist eine starke, intelligente und sehr tolerante Persönlichkeit. Sie kommt wie ein klischeehaftes typisches Berliner Gör rüber. Dieser Charakter verhilft ihr in entscheidenden Situationen die Ruhe zu bewahren. Ebenfalls erwähnenswert ist Akaman, genannt Aki, ein Erzdämon, ihr WG-Mitbewohner und Freund, welcher trotz seiner düsteren Aura ein wahrer Freund ist und „gute menschliche Eigenschaften“ erkennen lässt. Auch erwähnenswert sind erneut die Charaktere aus Lucys Polizeivergangenheit Tom sowie der Zwerg Bláin. Lucy versucht Bláin immer wieder zu beeindrucken doch die Schatten der Vergangenheit belasten diese Beziehung weiterhin. Zahlreiche weitere Nebendarsteller, welche sehr facettenreich und unterschiedlich sind, runden die vielfältigen Geschichten in diesem wilden Berlin ab. Der Aufbau der Geschichte ist sehr stringent und wird nur durch wenige Zeitsprünge unterbrochen. Die Spannung der Erzählung ist gut und nimmt ab der Mitte des Romans weiter an Tempo zu. Der Schreibstil der Autorin ist flüssig, dialogorientiert, leicht düster, und sehr detailliert beschreibend. Als Zielgruppe des Romans kommen sowohl Fantasy Fans, Anhänger der Stadt Berlin, als auch durchaus für Krimifans in Frage.

Das Fazit ist positiv. Mit einer Mischung aus Fantasy, Thriller und Krimi hat die Autorin erneut eine sehr gute Verknüpfung von Fiktion und Realität geschaffen. Ich bin sehr froh erneut diesen Band gelesen zu haben und würde mich über die Fortsetzung der Reihe freuen.

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Veröffentlicht am 22.01.2023

Boston Noir Krimi

All die kleinen Sünden. Ein Fall für Felix Cain
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Ein klassischer Noir-Krimi im Stil der 50iger Jahre sorgt für kurzweilige Unterhaltung beim Lesen. Ich bin gut unterhalten worden. In der Story es um den Privatdetektiv Felix Cain, welcher von seinem Kunden ...

Ein klassischer Noir-Krimi im Stil der 50iger Jahre sorgt für kurzweilige Unterhaltung beim Lesen. Ich bin gut unterhalten worden. In der Story es um den Privatdetektiv Felix Cain, welcher von seinem Kunden Norman Campbell beauftragt wird dessen Ehefrau nach einigen Jahren ausfindig zu machen. Nach kurzer Zeit findet er diese mysteriöse Ehefrau namens Mary und erhält alsbald einen neuen Auftrag von dieser ihre verschwundene Schwester Nora ausfindig zu machen. Cain gerät in einen äußerst verwirrenden Fall, welcher sich nicht so klar darstellt, wie er zuerst gedacht hat. Irgendetwas stimmt nicht mit seinen Auftraggebern oder hat er sich gar ganz verrannt?

Eine intensive Such nach der Wahrheit beginnt. Cain ist ein typischer Detektiv wie sich Leser einen Privatermittler aus den 50iger Jahren vorstellt. Mit Ecken und Kanten in seinem Charakter versehen agiert er manchmal am Rand der Grauzone bei seinen Ermittlungen was mir gut gefallen hat. Allerdings hätte ich mir noch ein wenig mehr charakterliche Tiefe bei ihm gewünscht. Vielleicht ist dieser Umstand auch Teil einer Strategie der Autorin um dieser Figur eine gewisse „mysteriöse Aura zu verleihen“. Als wesentliche Nebendarsteller sind neben Norman Campbell, seine Ehefrau Mary sowie Gerda zu nennen. Gerade Mary hat mir dabei am besten gefallen weiß sie doch Felix auf ihre Art zu beeinflussen und dem Roman so einen gewissen Spannungsbogen zu verleiten. Der Roman spielt im Boston der 50iger Jahre und ist für den Leser sehr gut einordbar. Der Schreibstil der Autorin ist flüssig, dialogorientiert und gut lesbar. Als Zielgruppe des Romans kommen Krimifreunde sowie Anhänger der 50iger Jahre in Betracht. Kurzweilig und spannend ist dieser Krimi durchaus empfehlenswert und sorgt für nahezu verfliegende Lesestunden.

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Veröffentlicht am 22.01.2023

Säuglingsheilkunde

Das Leben in unseren Händen
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Leider brauchte ich mehrere Anläufe um einigermaßen mit diesem Buch warm zu werden und auch dann war die Unterhaltung eher so mittelprächtig. Es tut mir leid, da ich weiß, dass viele dieses Buch geliebt ...

Leider brauchte ich mehrere Anläufe um einigermaßen mit diesem Buch warm zu werden und auch dann war die Unterhaltung eher so mittelprächtig. Es tut mir leid, da ich weiß, dass viele dieses Buch geliebt haben, aber bei mir wollte der Funke einfach nicht überspringen.

Im Mittelpunkt der Geschichte stehen Ada und Hannah, zwei Schwestern, wie sie unterschiedlicher nicht sein können. Die Spannung zwischen den beiden Frauen ist oft zum Greifen nah und trotzdem spürt man einen innigen Zusammenhalt. Hannah war mir dabei die sympathischere Figur der beiden, doch auch sie konnte mich nicht vollends überzeugen. Ada war mir viel zu egoistisch und empathielos.

Die Männer in dem Roman bleiben eher blass und ich konnte keine wirkliche Beziehung zu ihnen aufbauen.

Die Handlung ist einerseits sehr detailreich und ausführlich beschrieben, auf der anderen Seite kommen recht schnell Zeitsprünge auf. Hier kam für mich nicht das Gefühl einer Entwicklung auf. Insgesamt ist der Aufbau stringent, das Buch ist in zwei größere Teile unterteilt.

Der Schreibstil der Autorin ist gut, aber für meinen Geschmack etwas zu ausschweifend. Ich mag zwar sehr gerne intensive Schilderungen, dennoch muss man auch auf den Punkt kommen.

Die historischen Themen sind einmal die Auswanderung und dann die Einführung Neonatologie. Hier hätte ich mir noch mehr Tiefe gewünscht, gerade was das erste Thema angeht und den damit verbundenen Nationalsozialismus und zweiten Weltkrieg.

Insgesamt kein schlechtes Buch, aber auch kein Highlight. Ich habe vielleicht auch schon zu viele Bücher zu diesem Thema gelesen, dass ich zu kritisch und wählerisch bin. Was mir gut gefallen hat, ist die Zielstrebigkeit Hannahs, wie sie ihre Träume verfolgt und mit welcher Liebe sie den Kindern, besonders Sarah, begegnet.

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Veröffentlicht am 22.01.2023

Eine Geschichte welche mich nicht ganz überzeugen konnte

Das Apfelblütenfest
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Ich habe den „Buchspazierer“ und den „Geschichtenbäcker“ geliebt, aber diese Geschichte hat es mir sehr schwer gemacht, erst im letzten Drittel konnte ich mich mit ihr anfreunden.

Am Anfang war mir die ...

Ich habe den „Buchspazierer“ und den „Geschichtenbäcker“ geliebt, aber diese Geschichte hat es mir sehr schwer gemacht, erst im letzten Drittel konnte ich mich mit ihr anfreunden.

Am Anfang war mir die Geschichte nicht intensiv genug und ich hatte irgendwie das Gefühl immer an der Oberfläche zu schwimmen, aber nicht abtauchen zu können, wie ich es bei den beiden anderen Büchern tun konnte. Auch die vielen französischen Namen haben es mir, der nicht so gut französisch spricht, schwer gemacht. Ich konnte mir keinen Reim darauf machen, wie dies alles zusammenhängt. Im Laufe der Geschichte wurde es immer besser, aber so ganz wollte der Funke nicht überspringen. Als ich dann Rezensionen von Bloggerkollegen las und sie ähnlich Probleme schilderten, war ich froh, dass es anscheinend nicht an mir lag. Aber sie schrieben auch, dass es im Laufe des Romans immer besser wird. Also hörte ich tapfer weiter und gab der Geschichte Chance um Chance.

Im letzten Drittel wird es dann immer emotionaler und die Story hat mich dann doch gepackt. Ein schaler Geschmack bleibt allerdings, zwar hat der Autor die Story noch einmal überarbeitet, sie war nämlich ursprünglich vor dem Buchspazierer und Geschichtenbäcker erschienen, trotzdem fragt man sich, warum der Verlag ein deutlich schlechteres Buch diesen beiden absoluten und überzeugenden Bestseller nachschiebt. Der Sprecher macht seine Sache gut, er transportiert das französische Lebensgefühl und schafft es gerade den Cidre dem Zuhörer schmackhaft zu machen.

Für mich leider ein nur mittelmäßiges Hörbuch, was in keinster Weise an die beiden bereits mehrfach genannten Bücher heranreicht. Von daher gibt es leider nur eine eingeschränkte Hör-Empfehlung.

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Veröffentlicht am 22.01.2023

Die Lasten der historischen Vergangenheit

Rommels Gold
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Sehr spannend und mit einem interessanten historischen Hintergrund begibt sich Kommissar Fett mit seiner neuen Kollegin Daniela Conti auf die Suche nach einem Schatz aus der Zeit der Nationalsozialisten. ...

Sehr spannend und mit einem interessanten historischen Hintergrund begibt sich Kommissar Fett mit seiner neuen Kollegin Daniela Conti auf die Suche nach einem Schatz aus der Zeit der Nationalsozialisten. Ich bin sehr gut unterhalten worden. In der Story geht es um einen Toten, welcher in Düren in einem Regenwasserrückhaltebecken aufgefunden wird. Dieser ist brutal hingerichtet worden. Doch Kommissar Fett und seine Kollegin tappen am Anfang im Dunkeln. Alsbald tauchen verschiedene Protagonisten auf und die Geschichte wird sehr schnell spannend. Die Spuren des Schatzes des berüchtigten Nationalsozialisten Rommel bzw. des Mordes führen nach Polen, Italien, Belgien, Aachen, Düren, die Niederlande und sogar der israelische Geheimdienst Mossad ist irgendwie in die Sache verwickelt. Schon bald merken Fett und Conti, dass es sich um einen komplexen internationalen Fall handeln muss. Werden Sie es schaffen die Täter zu fassen?

Waren es in den letzten Geschichten die Kommissare, welche einen großen Anteil an der Geschichte hatten, sind es nun andere Charaktere, welche der Geschichte ihren ganz besonderen Reiz verschaffen. Da ist zum einen Adam Sobetzko, ein Pole welcher in der Heimat aufgrund seiner Macht und Vermögensverhältnisse „König der Vorkarpaten“ genannt wird. Sobetzko überzeugt mit einer großen Portion Selbstbewusstsein, einer dubiosen und mysteriösen Aura aber auch mit dem Gespür für Gerechtigkeit. Er ist mein persönlicher Favorit in diesem Krimi. Dieser Roman lebt von seinen vielfältigen Charakteren und ich gehe im Folgenden nur auf einzelne wesentliche Handlungsfiguren ein. Neben Kommissar Fett und seiner Kollegin Daniela Conti sind Oskar Krapohl, Samuel Goldstein, Jurek Nowak sowie der dubiose Pizzeria-Inhaber Pippo zu nennen. Daniela Conti habe ich bereits jetzt in mein Herz geschlossen. Sie gibt Kommissar Fett im richtigen Moment Kontra und versucht gleichzeitig ein gutes kollegiales Verhältnis zu ihm aufzubauen. Fett ist in seiner etwas typisch gewohnten Melancholie gefangen. Dies erlaubt es aber dem Leser einige lustige „Dialoge“ zwischen den beiden Kommissaren zu lauschen.

Der Aufbau der Geschichte ist in verschiedene Erzählstränge aufgegliedert. Ein Erzählstrang ist durch Zeitsprünge in die Kriegsjahre der 40er gekennzeichnet, welche aber für das Gesamtverständnis der Geschichte wichtig ist. Der Schreibstil des Autors ist sehr humorvoll und geradlinig und mit vielen historischen sowie politischen Details behaftet. Gerade die teilweise sehr lustigen Erzählpassagen sorgen für eine Auflockerung der grundschweren Thematik. Als Leser fühlt man sich mitten in die Geschichte hineinversetzt und ich habe die Sachverhalte und Figuren in meinem persönlichen Kopfkino gesehen. Die Verwebung von historischem Hintergrund mit einem gut konstruierten Lokalkrimi ist die Intention und gleichzeitig die Stärke des Autors.

Das Fazit ist sehr positiv. Spannend und mit einer interessanten historischen „Romanumgebung“ spreche ich eine ganz klare Leseempfehlung aus. Durch die in sich abgeschlossene Geschichte können Neu-Leser auch ohne Probleme mit diesem Roman beginnen, wobei die Vorgängerromane auch nicht zu verachten sind.

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