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Veröffentlicht am 21.12.2025

Die Familie Strauss und die Mordfälle

Johann Strauss - Walzertod
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Eine Künstlerfamilie im Angesicht mysteriöser Mordfälle. Ein Kriminalroman, der Historie und Fiktion in meinen Augen sehr gut vereint. Der Fiakerfahrer Heinrich Kaunitz sowie Wachtmeister Theo Haas sind ...

Eine Künstlerfamilie im Angesicht mysteriöser Mordfälle. Ein Kriminalroman, der Historie und Fiktion in meinen Augen sehr gut vereint. Der Fiakerfahrer Heinrich Kaunitz sowie Wachtmeister Theo Haas sind die beiden Hauptprotagonisten neben der Familie Strauß. Heinrich Kaunitz ist geprägt von seiner Vergangenheit, die einen schweren Schicksalsschlag umfasst. Dieser prägt ihn nachhaltig, und eine gewisse Melancholie begleitet ihn immer wieder. Theo Haas ist ein prinzipientreuer Kriminalist, der am liebsten allein arbeitet – sehr zum Missfallen seines Vorgesetzten.

Beide Figuren bewegen sich rund um einen Fall, der immer wieder die Handlungssphäre von Johann Strauß Vater und Johann Strauß Sohn berührt. Dieser zweite Erzählstrang rund um die berühmte Musikerfamilie hat mir sehr gut gefallen, da man so einiges über die Familienverhältnisse und die Künstlerwelt der damaligen Zeit erfährt.

Der Fall ist gut konstruiert und sorgt für stetige Spannung. Ich hatte zwar eine recht starke Vermutung hinsichtlich des Täterprofils, doch die Spannung blieb beim Lesen durchgehend erhalten. Insgesamt ein Kriminalroman, der das Zeitgeschehen sehr gut widerspiegelt. Ein einprägsamer Schreibstil und eine atmosphärisch dichte Erzählweise sorgen für ein gutes und unterhaltsames Leseerlebnis.

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Veröffentlicht am 21.12.2025

Der zweite Fall für Quintus und Lucretia

Blut und Spiele in Colonia
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Ein Roman, der mit Spannung und wahnsinnig viel Detailtiefe keine Wünsche offenlässt. In Colonia hat die Kunst von Weltformat Einzug gehalten, als der berühmte römische Tänzer Aulus in Köln auftritt. Dieser ...

Ein Roman, der mit Spannung und wahnsinnig viel Detailtiefe keine Wünsche offenlässt. In Colonia hat die Kunst von Weltformat Einzug gehalten, als der berühmte römische Tänzer Aulus in Köln auftritt. Dieser Auftritt sorgt für viel Aufsehen, aber auch für ein Todesopfer. Erneut muss das bereits eingespielte Team aus Quintus und Lucretia beweisen, was für gute Ermittler in ihnen steckt.

Beide Protagonisten sind sehr starke Persönlichkeiten. Quintus ist ein junger Anwalt, der in Colonia Karriere machen möchte. Dabei beweist er viel Scharfsinn und ist manchmal etwas zu verbissen, obwohl er in seinem Innersten ein sehr liebenswürdiger Charakter ist. Lucretia ist die junge Tochter eines einflussreichen Händlers und verkörpert eine sehr moderne Frau, wie es sie offenbar auch in der Antike bereits gab. Sie möchte mehr sein als Ehefrau und Mutter und liebt die Ermittlungen bei Mord und Totschlag. Außerdem setzt sie sich gerne für Schwächere ein. Sie ist manchmal etwas forsch, und Quintus kann mit ihrem Engagement kaum mithalten, doch im Grunde hegen die beiden eine nicht offen ausgesprochene Sympathie füreinander.

Der Schreibstil des Autorenduos ist sehr lebendig und gut beschreibend. Sie lassen die Story authentisch und plastisch werden. Die vielen Details rund um das Künstler- und Theaterleben in Colonia des Jahres 87 n. Chr. haben mir sehr gut gefallen. Auch ohne Instagram gab es bereits einen „Starkult“, wie wir ihn heute von Berühmtheiten kennen. Das Leben in der Antike war moderner, als man landläufig denkt und dies haben die Autorin und der Autor sehr gelungen in Schriftform gegossen.

Die Spannung entwickelt sich hervorragend, und der Ermittlungsanteil in diesem Fall ist wieder sehr hoch, was ich immer besonders wichtig finde. Neben dem Kriminalfall taucht man tief ein in eine andere Welt, aus der es mir schwerfiel, wieder herauszutreten.

Ein Glossar sowie ein geografisches und ethnisches Verzeichnis bieten am Ende des Romans ein hilfreiches Nachschlagewerk. Ein rundum gelungener Krimi aus der Antike, der mir sehr viel Freude bereitet hat.

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Veröffentlicht am 02.12.2025

Ein Kammerspiel-Krimi

Die Einladung – Mord nur für geladene Gäste
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Ein Krimi, konzipiert als Kammerspiel, mit einer guten Möglichkeit, selbst das Rätsel zu lösen. Rosemary „Mimi“ und ihre Enkelin Addie ermitteln in einem sehr interessanten Mordfall. Mimi wirkt auf den ...

Ein Krimi, konzipiert als Kammerspiel, mit einer guten Möglichkeit, selbst das Rätsel zu lösen. Rosemary „Mimi“ und ihre Enkelin Addie ermitteln in einem sehr interessanten Mordfall. Mimi wirkt auf den ersten Blick etwas schrullig und schroff, und sie war mir am Anfang gar nicht so sympathisch. Im Laufe der Erzählung hat sich dieses Bild jedoch zum Positiven gewendet.

Addie ist ein kleiner Nerd und liebt das Krimirätseln wie ihre Oma. Sie geht etwas überlegter vor als ihre sehr spontane und manchmal etwas zu flink agierende Großmutter. Die Nebencharaktere sind teilweise interessant gezeichnet, wobei mir hier Unterschiede aufgefallen sind: Bei manchen Figuren ist die Charaktertiefe wesentlich ausgeprägter als bei anderen. Hier hätte die Autorin die einzelnen Charaktere vielleicht gleichmäßiger entwickeln können. Gerade der Charakter Gus, der Koch des Hauses, ist der Autorin hingegen sehr gut gelungen.

Der Schreibstil der Autorin ist humorvoll und gut lesbar. Ich konnte der Erzählung leicht und locker folgen. Sehr gelungen ist auch die atmosphärische Tiefe des Settings. Ich konnte mich ausgesprochen gut in dieses große Anwesen mit seinen zahlreichen Zimmern in einer verschneiten Landschaft auf der Insel hineinversetzen. Die vielen Mysterien des Gebäudes werden geschickt an verschiedenen Stellen der Erzählung eingebaut, sodass die Spannung immer wieder aufs Neue geweckt wird.

Ein paar Wendungen in den Ermittlungen sorgen für zusätzliche Spannung beim Lesen. Insgesamt ein gut geschriebener Krimi mit einem Ermittlerduo, das Lust auf mehr macht.

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Veröffentlicht am 02.12.2025

Chaotische Weihnachten

Merry Crisis - ein fast besinnliches Weihnachtsfest
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Meine Meinung:

Ein herrlich skurriler und lustiger Weihnachtsroman. Ich habe Tränen gelacht und fühlte mich sehr gut unterhalten.

Olivia, die Protagonistin und Ich-Erzählerin des Romans, fährt wie ...

Meine Meinung:

Ein herrlich skurriler und lustiger Weihnachtsroman. Ich habe Tränen gelacht und fühlte mich sehr gut unterhalten.

Olivia, die Protagonistin und Ich-Erzählerin des Romans, fährt wie viele von uns über Weihnachten nach Hause. Doch bei ihren Eltern übernachten nicht nur ihr Bruder, sondern auch Ömi, Tanten und Onkel. Das Haus ist voll mit sonderbaren Menschen, die sich größtenteils nur einmal im Jahr sehen. Ob ein ihr völlig unbekannter Onkel in Ballettschläppchen oder eine versnobte Tante. Olivia bleibt nichts erspart. Und als dann auch noch ihr Erzfeind aus Schulzeiten auftaucht, ist das Chaos perfekt.

Ein humorvoller und herzerwärmender Roman, der sich dank der 24 Kapitel auch wunderbar als Adventskalender eignet. Die Kapitelüberschriften sind Titel unzähliger bekannter Advents- und Weihnachtslieder. Der Schreibstil der Autorin ist locker und leicht zu lesen. Es geht um Familienkonflikte, die Kommunikation innerhalb der Familie, aber auch um Traditionen und Erwartungen. Ein Roman, der hinter die Kulissen einer Familie blickt und somit ein Sinnbild für viele Familien während der Feiertage darstellt. Witzig und tiefgründig zugleich, ein guter Spagat, der mich über einige Längen des Romans hinwegsehen lässt.

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Veröffentlicht am 16.11.2025

Krimi mit viel Bella-Italia-Flair

Stumme Zypressen
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Ein Krimi mit viel Bella-Italia-Flair und kulinarischen Noten, der mit einer Portion Liebe und Humor zur Kurzweil einlädt. Commissario Luca ist ein verständnisvoller und sympathischer Ermittler, der seine ...

Ein Krimi mit viel Bella-Italia-Flair und kulinarischen Noten, der mit einer Portion Liebe und Humor zur Kurzweil einlädt. Commissario Luca ist ein verständnisvoller und sympathischer Ermittler, der seine frühere Karriere gerne gegen das Leben als „lokaler Polizist von Montegiardino“ eingetauscht hat. Er liebt seine Tochter, seine drei Esel und seine Freundin Chiara über alles und genießt die Abgeschiedenheit auf seinem Hof oberhalb des Ortes. Dabei versucht er stets, die Bewohner von Montegiardino und ihre kleinen und großen Probleme zu verstehen.

Die einzelnen Charaktere überzeugen durch ihre teilweise drollige Art, und man bekommt als Lesende oder Lesender ein Gefühl von einer warmherzigen, wohlwollenden Atmosphäre. Die Spannung ist gut dosiert, steht jedoch nicht im Mittelpunkt der Geschichte. Vielmehr tragen die besondere Stimmung des Dorfes, die Bedrohung durch den „Fremden“ sowie die kulinarischen Randaspekte wesentlich zur Erzählung bei.

An der einen oder anderen Stelle hätte ich mir einen stärkeren Wendepunkt in der Handlung gewünscht, das hat mir hier ein wenig gefehlt. Insgesamt ist die Geschichte jedoch in sich stimmig und als leichte Urlaubslektüre mit charmantem Italien-Flair sehr zu empfehlen.

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