Die Suffragettenbewegung und das Frauenwahlrecht
Morgen sind wir wild und freiEin Roman, der uns in das Bayern zu Beginn des 20. Jahrhunderts katapultiert. Wir finden uns in Oberammergau und in München wieder. Begleitet werden wir von drei jungen Frauen: Viktoria, Agnes und Elisabeth, ...
Ein Roman, der uns in das Bayern zu Beginn des 20. Jahrhunderts katapultiert. Wir finden uns in Oberammergau und in München wieder. Begleitet werden wir von drei jungen Frauen: Viktoria, Agnes und Elisabeth, aus deren Blickwinkeln der Roman auch erzählt wird.
Viktoria ist eine ledige Mutter, die ihren Lehrerinnenberuf aufgeben musste und sich nun als Schreibkraft durchschlägt. Agnes ist verheiratet, ihr Mann Nic hält sich in Ägypten auf, während sie in München Architektur studiert. Elisabeth gehört einer Großfamilie an und lebt in Oberammergau. Sie hat über zehn Geschwister und ist gelernte Schneiderin. In Oberammergau treffen die drei Frauen zusammen und bestärken sich gegenseitig darin, ihr Leben eigenbestimmt zu gestalten. Dabei soll ihnen ein heruntergekommener Bauernhof helfen.
Leider hatte der Roman für mich einige Längen; manche Passagen hätten straffer gestaltet werden können. Besonders interessant fand ich hingegen die Fakten rund um die Tradition der Oberammergauer Passionsspiele. Weniger angesprochen haben mich die Schmuggelaktivitäten, die zu dieser Zeit zwar das Überleben mancher Familien sicherten, für mich persönlich aber weniger spannend waren – dies ist jedoch sicher Geschmackssache.
Der Schreibstil der Autorin ist gewohnt flüssig und spiegelt die Lebensverhältnisse der damaligen Zeit wider, was vor allem durch die verschiedenen Dialekte gut gelingt. Das Glossar ist hierbei sehr hilfreich, auch wenn ich es beim E-Book leider erst recht spät entdeckt habe.
Weitere Themen des Romans sind neben dem zentralen Motiv der Selbstbestimmung der Frau auch die Suffragettenbewegung und das Frauenwahlrecht. Ebenso thematisiert wird die fehlende Fürsorgepflicht gegenüber Kindern, wenn die Mutter nicht verheiratet oder nicht erziehungsberechtigt ist.
Wer gerne mehr über das Leben in Bayern zu Beginn des 20. Jahrhunderts erfahren möchte, ist mit diesem Roman genau richtig.