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Veröffentlicht am 16.08.2026

Wer ist hier der Jäger?

Eifelgrau - Die Jagd der Wölfe
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Der zehnte Fall für Kommissar Fett und seine Kollegin Conti zieht wesentlich größere Kreise als zunächst gedacht.

Der Wolf ist das zentrale Motiv des Romans: die Angst vor dem Wolf, die den Menschen ...

Der zehnte Fall für Kommissar Fett und seine Kollegin Conti zieht wesentlich größere Kreise als zunächst gedacht.

Der Wolf ist das zentrale Motiv des Romans: die Angst vor dem Wolf, die den Menschen schon in Märchen wie „Rotkäppchen“ eingeimpft wird. Aber auch der wissenschaftliche und naturkundliche Aspekt rund um den Wolf kommt hier nicht zu kurz. Man lernt sehr viel über den Wolf, sein Verhalten und das politische Spannungsfeld drumherum. Ebenso werden die Folgen für Tourismus und Landwirtschaft thematisiert. Auch die große Weltpolitik findet wieder ihren Platz im Roman – ob der Krieg in der Ukraine oder Korruptionsaffären in der EU. Gleichzeitig verschmelzen auch lokalpolitische Themen wie der Skandal um den Landrat des Kreises Düren mit der Handlung zu einer stimmigen Symbiose innerhalb des Kriminalromans.

Fett und Conti haben diesmal einen etwas geringeren Anteil an der Geschichte als in den letzten Bänden. Die Ermittlungsarbeit teilen sie sich mit Catherine Kaufmann, die für den französischen Geheimdienst arbeitet.

Auch Chantal Kalumba aus Belgien kommt wieder zum Einsatz und unterstützt die Kollegen im Dreiländereck, denn der Wolf hält sich natürlich nicht an Staatsgrenzen.

Olaf Müllers Schreibstil trägt durch den gesamten Roman. Sein Humor und die pointierten Dialoge lassen einen nur so durch die Seiten fliegen. Beste Unterhaltung mit dem einen oder anderen Schmunzler ist garantiert. Seine Ortskenntnis ist unschlagbar: Wie von Zauberhand baut er etliche regionale Schauplätze ein, nennt Restaurants oder Persönlichkeiten, die den Leserinnen und Lesern ein Gefühl von Heimat vermitteln. Zudem kennt er die Menschen in Aachen, Düren und der Eifel genau und zeichnet dadurch herausragende Charaktere, die diesen Menschenschlag überzeugend widerspiegeln. Der Dialekt beziehungsweise die Eifeler Mundart tun dabei ihr Übriges.

Der Roman umfasst diesmal eine größere Zeitspanne. Insgesamt erstrecken sich die Ermittlungen über ein Jahr, wodurch es einige Zeitsprünge gibt und die Erzählweise nicht ganz so dicht wirkt wie in manchen seiner anderen Bücher. Conti und Petridis widmen sich zwischendurch unter anderem auch Altfällen, die jedoch nicht weiter ausgeführt werden. Die verschiedenen POVs sorgen für Abwechslung und ermöglichen es den Leserinnen und Lesern, den zahlreichen Protagonisten näherzukommen.

Wieder ein gelungener Kriminalfall, der uns die Region Aachen–Düren–Eifel näherbringt und bestens unterhält. Für mich war das Ende leider etwas plötzlich und wirkte nicht vollständig rund, aber das ist nur mein subjektiver Eindruck und schmälert den Lesespaß kaum.

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Veröffentlicht am 25.05.2026

Roman mit vielen Fakten, Abenteuer und einem unvorstellbarem Betrug

Poyais. Ein Land, das es nie gab
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Eine Geschichte über eine große Betrügerei, die viele Träume, aber auch zahlreiche Schicksale besiegelt hat. Die Handlung ist in zwei Erzählstränge aufgeteilt und erzählt vom Schicksal der Menschen, die ...

Eine Geschichte über eine große Betrügerei, die viele Träume, aber auch zahlreiche Schicksale besiegelt hat. Die Handlung ist in zwei Erzählstränge aufgeteilt und erzählt vom Schicksal der Menschen, die auf unterschiedliche Weise mit dem Hochstapler Gregor MacGregor konfrontiert werden.

Im einen Erzählstrang geht es um die junge Frankfurter Kaufmannstochter Julie, die sich gegen die gesellschaftlichen Erwartungen ihrer Eltern auflehnt und lieber ihren eigenen Weg gehen möchte. Sie verliebt sich in den Stallburschen Carl und träumt davon, mit ihm in der neuen Welt ein neues Leben zu beginnen. Doch aus diesem Traum wird ein Abenteuer, das sie persönlich stark verändern wird.

Im anderen Erzählstrang steht der irische Söldner Liam im Mittelpunkt, der in Mittelamerika vieles erlebt, das oft alles andere als schön ist. Beide Handlungsstränge finden später zusammen und ergeben eine in sich geschlossene Geschichte.

Julie ist eine selbstbewusste Frau, die für ihre Zeit sehr modern wirkt. Besonders gefallen hat mir ihre im zweiten Blick erkennbare Feinfühligkeit. Hinter ihr steckt deutlich mehr als nur das „trotzige, verwöhnte Mädchen“. Liam hat mir ebenfalls gut gefallen, auch wenn er für meinen Geschmack etwas eindimensional dargestellt wurde.

Sehr gelungen fand ich die detailreichen Schilderungen der damaligen Lebensumstände und der damit verbundenen Strapazen. Die Autorin hat viel Detailtiefe in ihre Erzählung eingebaut. Leider wirkten einige Passagen stellenweise etwas abgehackt und ich hätte mir an manchen Stellen fließender Übergänge gewünscht. Was mir persönlich ebenfalls gefehlt hat, war eine stärkere Rolle von Gregor MacGregor selbst. Zwar taucht er immer wieder in der Handlung auf, bleibt jedoch eher eine Randfigur.

Vor allem der zweite Teil des Romans entwickelt sich zu einem historischen Abenteuerroman, der besonders von seinem Setting und den eindrucksvollen Schilderungen lebt. Ich konnte mich sehr gut in das Schicksal der vielen Menschen hineinversetzen, die statt eines versprochenen Paradieses eher ein dschungelartiges Naturerlebnis vorfinden und plötzlich nur noch ums Überleben kämpfen müssen.

Der Schreibstil der Autorin ist gut lesbar und man kann der Geschichte problemlos folgen. Das Ende des Romans orientiert sich an den historischen Fakten und fällt deshalb letztlich so aus, wie es ausfallen musste.

Eine Erzählung mit kleinen Schwächen, die ich dennoch gerne weiterempfehlen kann.

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Veröffentlicht am 25.05.2026

Kraftvolle Sprache und bildhafte Beschreibungen

Moosland
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Katrin Zipse hat einen sehr beeindruckenden Roman über eine Frau geschrieben, die erst wieder zu sich selbst finden muss, um dann in einem fernen Land in die Zukunft blicken zu können. Mir war bis dato ...

Katrin Zipse hat einen sehr beeindruckenden Roman über eine Frau geschrieben, die erst wieder zu sich selbst finden muss, um dann in einem fernen Land in die Zukunft blicken zu können. Mir war bis dato unbekannt, dass es Ende der 1940er-Jahre ein Programm für junge deutsche Frauen gab, auf isländischen Bauernhöfen zu arbeiten. Island, ein karges, einsames und klimatisch völlig anderes Land als Deutschland. Die landschaftlichen Beschreibungen sind präzise und kraftvoll und lassen vor dem inneren Auge ein sehr detailliertes Bild entstehen.

Mit Elsa wurde ich allerdings erst im Laufe der Geschichte warm. Anfangs blieb sie mir fremd und ich konnte mit dieser Frau, die nicht sprechen wollte oder konnte, zunächst wenig anfangen. Dennoch entwickelte der Roman bereits ab der ersten Seite eine ungeheure Sogwirkung, sodass ich das Buch kaum aus der Hand legen konnte.

Im gesamten Roman findet sich nur wenig wörtliche Rede, was das Lesen stellenweise etwas zäh macht. Auch die eher unpersönlichen Bezeichnungen wie „Bauer“ und „Frau“ waren für mich zunächst gewöhnungsbedürftig. Dadurch hatte ich teilweise das Gefühl, die Figuren nicht richtig greifen zu können. Natürlich sind die isländischen Namen und Ausdrücke nicht immer leicht zugänglich, doch genau das verleiht dem Roman auch seine besondere Authentizität.

Man lernt viel über Island, die Menschen dort und insbesondere über die Arbeit auf einem Hof in der Einöde dieses karg besiedelten Landes. Ein Roman, der vor allem durch seine kraftvolle Sprache und die bildhaften Beschreibungen lebt.

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Veröffentlicht am 25.05.2026

Thriller wie ein Feuer durch Emotionen und Wendungen

Firewatch
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Ein Thriller wie ein Höllenfeuer: dramatisch, kraftvoll, aber auch mit leiseren romantischen Tönen. Der Autor hat einen Thriller geschrieben, der mich vollkommen in den Bann gezogen hat.

Robin vermisst ...

Ein Thriller wie ein Höllenfeuer: dramatisch, kraftvoll, aber auch mit leiseren romantischen Tönen. Der Autor hat einen Thriller geschrieben, der mich vollkommen in den Bann gezogen hat.

Robin vermisst Aaron, seinen besten Freund. Seit einem Ferienjob im Goldenfalls-Nationalpark in Kalifornien gilt dieser als verschollen. Robin beginnt daraufhin, eigene Nachforschungen anzustellen, und begegnet dabei dem geheimnisvollen Kian. Dieser verbirgt ein Geheimnis, das Robin nicht mehr loslässt.

Robin ist eher ein schüchterner Charakter, der von leichten Selbstzweifeln geplagt wird. Er wirkt verletzlich, weshalb auch seine Faszination für starke Persönlichkeiten nachvollziehbar erscheint. Kian hingegen ist ein sehr spezieller Charakter, dessen innere Zerrissenheit sich erst im Laufe der Geschichte vollständig entfaltet. Auch die weiteren Figuren sorgen mit ihren eigenwilligen Persönlichkeiten für ein besonderes Setting. Überhaupt sind die einzelnen Charaktere sehr stark ausgearbeitet und individuell gezeichnet. Gerade diese unterschiedlichen Persönlichkeiten verleihen der Geschichte zusätzliche Tiefe.

Der Schreibstil des Autors ist fesselnd und dramatisch, an manchen Stellen aber auch gefühlvoll und leise. Die Spannung steigert sich kontinuierlich und gewinnt im Verlauf der Handlung enorm an Dramatik. Mehrere Wendungen setzen dem Ganzen schließlich die Krone auf. Ich wäre niemals auf die Auflösung dieses Falls gekommen und war entsetzt über das Motiv der verantwortlichen Person.

Was der Geschichte neben der Dramatik zusätzliche Würze verleiht, ist die innere Zerrissenheit der Charaktere. Wer ist Freund und wer Feind? Wer die große Liebe? Wer Familie? All diese Fragen werden von den einzelnen Protagonisten immer wieder infrage gestellt. Dadurch gelingt es dem Autor, mehreren Figuren sowohl ein nachvollziehbares Motiv als auch eine gewisse Sympathie mitzugeben.

Ein Thriller wie ein Feuertanz – ganz großes Lesekino

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Veröffentlicht am 14.05.2026

Ein Roman, der mehr ist als nur Krimi oder Unternehmensgeschichte

Die dunkle Seite der Schokolade
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Ein Roman, der mehr ist als nur Krimi oder Unternehmensgeschichte. Eindrucksvoll hat die Autorin eine Geschichte geschaffen, die auch hinter die Kulissen der Kakao- und Schokoladenindustrie blickt, die ...

Ein Roman, der mehr ist als nur Krimi oder Unternehmensgeschichte. Eindrucksvoll hat die Autorin eine Geschichte geschaffen, die auch hinter die Kulissen der Kakao- und Schokoladenindustrie blickt, die oftmals düstere Geheimnisse birgt.

Serafine, die Hauptprotagonistin der Story, ist eine charakterstarke und zielstrebige Persönlichkeit. Sie scheut keine Konflikte, trägt in ihrem Innersten jedoch auch Selbstzweifel mit sich. Überhaupt sind die Charaktere sehr gut ausgearbeitet. Zudem sind die Fronten zu Beginn nicht eindeutig, und die Handlung entwickelt sich stetig auf einen großen Spannungsmoment hin.

Die Autorin hat großartige Recherchearbeit geleistet. Es gelingt ihr, die vielen Fakten in eine spannende und stimmige Geschichte einzubetten. Dabei sorgen die zahlreichen Informationen rund um die Schokolade nicht nur für Spannung, sondern auch für mehr als nur ein wenig Heißhunger auf die köstliche Leckerei.

Auch der kriminalistische Teil der Handlung hat mir sehr gut gefallen. Es handelt sich eher um einen Cold-Case-Krimi, der sich jedoch zu einer wirklich packenden Geschichte entwickelt. Die Mischung aus Unternehmens- und Kriminalgeschichte sorgt für viel Abwechslung beim Lesen.

Ein schön beschreibender Schreibstil rundet das Ganze ab und sorgt zusätzlich für ein großartiges Leseerlebnis. Ich wurde sehr gut unterhalten und habe dabei auch einiges über die Schokoladenindustrie gelernt.

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