Touristenproblematik von Lissabon
Portugiesisches SchweigenEin Kriminalroman, der sich mit einem aktuellen Thema auseinandersetzt. Eine Mordserie hält Lissabon in Atem. Helena Gomes steht dabei zusammen mit ihrem Lebenspartner, dem Ex-Kriminaler und Inhaber eines ...
Ein Kriminalroman, der sich mit einem aktuellen Thema auseinandersetzt. Eine Mordserie hält Lissabon in Atem. Helena Gomes steht dabei zusammen mit ihrem Lebenspartner, dem Ex-Kriminaler und Inhaber eines Antiquariats, Henrik Falkner, wieder im Mittelpunkt des Geschehens. Die beiden Charaktere sind sehr unterschiedlich, was die These „Gegensätze ziehen sich an“ deutlich unterstreicht.
Helena Gomes ist temperamentvoll und wird manchmal von ihren Gefühlen überwältigt. In ihr schlummert eine unterschwellige Aggressivität, was für eine Frau eher ungewöhnlich ist. Im Gegensatz dazu ist Henrik Falkner ein ruhiger Geselle. Er leidet unter Angststörungen und ist oft in sich gekehrt. Doch mit seiner besonderen Art sorgt er dafür, dass Helena, die sich manchmal etwas verloren fühlt, ein Gefühl von Sicherheit und Geborgenheit bekommt. Beide Charaktere ergänzen sich sehr gut, auch wenn sie immer wieder an die Grenzen ihrer Belastung stoßen.
Die Handlung ist mit einem guten Erzähltempo versehen, und man kann ihr gut folgen. Das Thema ist sehr aktuell und zeigt Probleme auf, die Lissabon sicher mit anderen beliebten Weltmetropolen teilt.
Der Schreibstil des Autors ist angenehm zu lesen, gut erzählend und sprachlich ansprechend. Die Spannung bleibt konstant hoch, und man ist versucht, selbst mitzurätseln, wer die oder der Verdächtige sein könnte. Besonders gut gefallen haben mir die vielen Beschreibungen der Orte in Lissabon.
Ich hoffe, dass ich bald einmal diese besondere Stadt bereisen darf, um mir selbst ein Bild von ihr zu machen. Ein guter Krimi aus Lissabon, der Lust aufs Reisen macht, auch wenn das Reisen hier für einige im Roman nicht so schön war, wie man es sich wünschen würde.