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Veröffentlicht am 09.06.2018

Für immer vereint...

Die Blütentöchter
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Die Blütentöchter haben mich von den ersten Seiten an verzaubert, die Autorin schaffte es innerhalb kürzester Zeit, dass ich mich als einen Teil der Geschichte verstand und somit Anteil nahm am Schicksal ...

Die Blütentöchter haben mich von den ersten Seiten an verzaubert, die Autorin schaffte es innerhalb kürzester Zeit, dass ich mich als einen Teil der Geschichte verstand und somit Anteil nahm am Schicksal der Drillinge.
Das Cover ist wunderschön und ich kann den Verlag nur bitten das Cover beizubehalten und nicht wie angedacht (siehe Vorschauen) zu ersetzen, dieses Cover hier springt ins Auge und wird dem Roman gerecht, wohingegen das andere im „Einheitsbrei“ untergehen wird. Der Klappentext des Buches ist gut und kurz zusammengefasst, er umreißt den Roman gut und stellt das Schicksal der Drillinge in den Vordergrund.
Es geht aber nicht nur um das Schicksal der drei Schwestern, sondern auch um Familienbande, Freundschaft und Liebe. Alle drei Mädchen sind von der Autorin liebevoll gezeichnet worden: Clementia, Elilika und Imagina bestechen durch unverwechselbare Eigenschaften, die es dem Leser leicht machen die Drillinge auseinander zu halten. Äußerlich mögen sie sich gleichen und so Agnes Zoller in den Wahnsinn treiben, für uns Leser ist aber zu jedem Zeitpunkt klar, wer Agnes gegenüber steht. Der Roman ist getrieben von dem Schicksal der Schwestern und ob sie jemals wieder zueinander finden werden. Aber es geht auch um die Erfüllung von Wünschen und um die Liebe. Der allwissende Erzähler hat hier mit dem Leser zusammen natürlich einen Vorteil gegenüber den handelnden Figuren, die immer nur an einem Schauplatz verweilen und nicht zur gleichen Zeit an mehreren Orten zugegen sein können.
Der Schreibstil der Autorin ist leicht und flüssig zu lesen, ohne zu viel in die Alltagssprache abzurutschen, zudem sind die Dialoge teilweise den historischen Gegebenheiten angepasst, was ich sehr begrüße. Teilweise hätte ich mir eine ausführlichere Beschreibung der Umgebung bzw. des Geschehens gewünscht. Eine Karte, ein Personenregister und ein Glossar runden den gelungenen Gesamteindruck des Romans ab.
Ein historischer Roman, den ich sehr gerne weiterempfehle, er mag zwar drei weibliche Hauptfiguren haben, dennoch bekommen im Verlauf des Romans auch die Männer eine immer wichtigere Bedeutung, ohne jetzt zu viel verraten zu wollen.
Ich bedanke mich herzlichst bei Joël Tan für die freundliche Bereitstellung des Lese- und Rezensionsexemplars und wünsche noch ganz viel Erfolg mit den Drillingen!

Veröffentlicht am 01.05.2018

Krönender Abschluss

Die fremde Prinzessin
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Sabrina Qunaj hat wieder einen historischen Roman geschrieben, wie ich und viele andere Leser ihn lieben. Was macht diesen Roman zu etwas so Besonderem? Ganz einfach, die Autorin erzählt nicht nur eine ...

Sabrina Qunaj hat wieder einen historischen Roman geschrieben, wie ich und viele andere Leser ihn lieben. Was macht diesen Roman zu etwas so Besonderem? Ganz einfach, die Autorin erzählt nicht nur eine Geschichte. Nein, sie lässt ihre Leser teilhaben an der Geschichte und zieht sie vom ersten Augenblick mit in die Story hinein. Aber nun der Reihe nach.
Das Cover passt perfekt zu den drei vorherigen Bänden der Geraldines-Reihe und hat somit einen sehr hohen Wiedererkennungswert. Zu dem punktet die gesamte Gestaltung des Romans. In der Klappbroschur findet sich eine wunderschöne Darstellung der walisischen bzw. irischen Landschaft, es gibt einen relativ ausführlichen Stammbaum, sowie eine Karte von Wales und England zur damaligen Zeit, ein Verzeichnis der Dramatis Personae und ein Nachwort. Somit hat man hier als Leser schon mal überhaupt nichts zu bemäkeln. Der Klappentext verrät uns schon einiges von der Story, dennoch nimmt die Beschreibung nicht zu viel Spannung vorweg, da sie einiges im Unklaren belässt. Ein ganz großes Lob bekommt die Autorin von mir in der Gestaltung ihrer Figuren. Figuren, die glaubhaft und lebhaft zu entwickeln ist eine Sache, sie aber so überzeugend und authentisch in einem Roman darzustellen und dann auch noch eine Entwicklung der Personen durch die politischen und familiären Umstände zu schildern, ist ganz großes Kino in diesem Roman. Besonders haben es mir Lia, Raymond, aber auch Gildas und Geoffrey angetan. Ja, die Männer in diesem Roman haben mich sehr beeindruckt, obwohl man manchmal über ihre Sturheit und Stolz nur den Kopf schütteln kann…
Die Spannung in dem Roman ergibt sich aus der Lebensgeschichte der historisch verbürgten Figuren und der politischen Lage. Dennoch sind es vor allen Dingen die persönlichen Schicksale die den Leser bewegen und die eine Nähe zu den Protagonisten erzeugen. Doch man muss sich vor Augen halten, dass viele Menschen, gerade die Frauen, Figuren auf einem Schachbrett der Macht waren. Somit sind oft die persönlichen Schicksale mit dem politischen Schicksal eng verbunden.
Der Schreibstil der Autorin ist wieder sehr einnehmend. Wir haben als Leser Anteil an der Gedankenwelt der Figuren. Durch den auktorialen Erzähler haben wir einen guten Überblick über die Geschehnisse, Lia steht allerdings uneingeschränkt im Mittelpunkt des Romans. Sehr gut beschrieben fand ich einige Szenen zum Schluss des Romans, jedoch möchte ich nicht näher verraten um welche Szenen es sich handelt. Nur so viel sei gesagt, sie haben mir Gänsehaut beschert bzw. mich zum Weinen gebracht.
Diesen historischen Roman kann ich nur allen empfehlen, die gerne historische Romane lesen. Man kann diesen Roman eigenständig lesen, ein Vorwissen aus den anderen Romanen ist nicht zwingend notwendig, dennoch möchte ich an dieser Stelle auch noch einmal die anderen drei Geraldines-Romane empfehlen. Meine Lieblinge in dieser Reihe sind definitiv Nesta (Band 1) und Lia (Band 4), wobei ich sagen muss, dass dies nicht eine Degradierung der Bände 2 und 3 darstellen soll, es gibt sicherlich andere Leser, die diese Romane anders werten würden. Aber jeder Leser hat so seine Lieblinge und für mich sind es Nesta und Lia.
Ein wirklich wundervoller und überzeugender historischer Roman, der mir wieder sehr viel Freude bereitet hat. Ich bedanke mich bei meinen Mitleserinnen bei Büchereule.de und Sabrina Qunaj für die schöne Leserunde. Ein weiterer Dank geht an die Verlagsgruppe Random Hose und den Goldmann Verlag für die Bereitstellung des Rezensionsexemplars.

Veröffentlicht am 25.04.2018

Würdiges Staffelfinale

Man trifft sich stets zweimal (Teil 2)
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Eines muss man Petra Schier lassen, sie hat es wieder spannend gemacht, so dass ich auch diesmal an nur einem Tag diesen 2. Teil vom 12 Fall von Janna und Markus nur so verschlungen habe.
Das Cover kommt ...

Eines muss man Petra Schier lassen, sie hat es wieder spannend gemacht, so dass ich auch diesmal an nur einem Tag diesen 2. Teil vom 12 Fall von Janna und Markus nur so verschlungen habe.
Das Cover kommt in alter Manier daher und hat somit einen großen Wiedererkennungseffekt für die Fans der Reihe. Ich bin sehr gespannt inwieweit sich die zweite Staffel, die mit dem nächsten Band eröffnet wird, sich im Layout und Cover-Design ändern wird.
Ich möchte gar nichts zum Inhalt sagen, um nichts zu spoilern, denn in diesem Roman geschieht so einiges, was richtungsweisend für die nächsten Fälle sein wird.
Schade fand ich ein wenig, dass die beiden Pflegekinder von Janna nur einen kurzen Auftritt am Anfang des Romans hatten. Ich habe die Szenen mit den Kindern immer sehr gerne gelesen, sie haben dem Roman eine wunderbare Leichtigkeit gegeben. Für die Kids war es aber sicherlich besser nicht zu Hause zu sein, als ihre Pflegemama wieder ihrem „Job“ nachging.
Direkt zu Beginn überschlagen sich die Ereignisse und man fliegt nur so durch die Seiten. Es ist wieder einmal spannend, welche Fährte die Autorin legt und wie schnell nicht nur Janna wieder in das Geschehen hineingezogen wird, sondern auch die Leser.
Der Schreibstil der Autorin ist auch diesmal packend und man hat wieder einmal das Gefühl, dass dieser Roman wieder viel zu schnell zu Ende geht.
Der „Fall“ war im Rückblick wieder sehr logisch aufgebaut, ich finde es immer wieder erstaunlich zu welchen Einfällen und Ideen die Autorin kommt und uns Leser somit immer wieder überrascht.
Ich bin sehr gespannt wie es nun in der zweiten Staffel weitergeht. Nur eines möchte ich noch sagen, die Ohrfeige hätte ich auch ausgeteilt ?
Vielen Dank an Dich Petra für diesen abschließenden zweiten Teil des 12 Falls und die Bereitstellung des Rezensions- und Leseexemplars, ich freue mich schon sehr auf die nächste Staffel und bin gespannt was du dir dafür wieder einfallen lässt.

Veröffentlicht am 22.04.2018

Das Erbe einer Generation

Winterrosenzeit
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Mir hat der neue Roman von Ricarda Martin gut gefallen, ein sehr einfühlsamer und tränenreicher Roman, der einen tief berührt.
Das Cover gefällt mir sehr gut. Ich mag diese Nahaufnahmen die ein Detail ...

Mir hat der neue Roman von Ricarda Martin gut gefallen, ein sehr einfühlsamer und tränenreicher Roman, der einen tief berührt.
Das Cover gefällt mir sehr gut. Ich mag diese Nahaufnahmen die ein Detail in den Blick nehmen. Leider muss ich gestehen, dass ich den Titel recht unpassend finde. Sicherlich ist dies Geschmacksache, aber so denkt man meiner Meinung nach eher an einen leichten Frauenroman, aber dieser Roman verlangt sehr viel mehr von seinen Lesern. Denn dieser Roman ist sicherlich nicht nur für Frauen lesbar, auch wenn Titel und Cover das vermuten mögen.
Der Klappentext hingegen deutet schon an, in welche Richtung dieser Roman geht. Es ist ein Roman über die Nachkriegsgeneration. Wie gehen die jungen Leute damit um, verantwortlich gemacht zu werden, was in ihrem Land geschehen ist, ohne dass sie eine Chance hatten Position zu beziehen und aktiv einzugreifen. Wie lebt es sich mit dem Vermächtnis der Väter und Mütter?
Besonders berührt haben mich an diesem Roman die Protagonisten, sowohl Ginny als auch Hans-Peter sind meiner Meinung nach gut charakteristisch dargestellt. Ginny, die junge Frau die in gehobenen Verhältnissen auf dem englischen Land aufwächst, hat eine gewisse Naivität in sich und strahlt Lebensfreude aus, Hans-Peter, der junge Deutsche, der hart arbeiten muss, um etwas zu erreichen oder sich etwas leisten zu können, der von seinem Stiefvater immerzu kritisiert wird, ist ein wunderbarer Gegenpol zu Ginny und zeigt die völlig verschiedenen Welten der Jugendlichen in den 50er Jahren.
Aber auch die Nebenfiguren, ob nun Ginnys Clique oder Hans-Peters Studienkollegen oder Freunde aus Kindertagen. Besonders Sanne und Norman sind zwei Figuren die überaus glaubhaft agieren und dem Roman weitere Authentizität verleihen. Besonders Susanne, meist nur Sanne genannt, verhält sich wie eine typische Tochter ihrer Zeit und zeigt die Zerrissenheit zwischen Träumen und Wirklichkeit sehr gut.
Der Roman erzählt chronologisch auf einer Zeitebene die Geschichte der beiden Liebenden, die einen langen und holprigen Weg beschreiten müssen, um am Ende zueinanderzufinden. Doch dann verändert eine Information noch einmal alles und die Welt der Beiden gerät aus den Fugen. Es geht nicht nur um die Bewältigung der Vergangenheit, sondern auch um den Umgang mit der Wahrheit, um das Erbe einer ganzen Generation, um den Hass einer ganzen Nation und die Hoffnung auf eine neue Zukunft.
Der Schreibstil der Autorin ist sehr gut zu lesen, sie lässt die Leser nicht im Unklaren, sondern nimmt sie mit auf diese besondere Reise. Durch Hans-Peter werden auch Leser angesprochen zu diesem Roman zu greifen, denn ich denke sie haben mit ihm eine sehr starke Identifikationsfigur.
Leserinnen haben mit Ginny und Sanne ebenfalls zwei starke Identifikationsfiguren, wobei auch Beatles-Liebhaber und Rosenfreunde bei diesem Roman auf ihre Kosten kommen.
Ein gelungener Roman über eine Generation die scheinbar nur verlieren kann und trotzdem für ihr persönliches Glück kämpft. Ein bewegender Roman der mit der einen oder anderen Träne bei seinen Lesern Tribut fordert.
Eine klare Lese- und Kaufempfehlung für diesen berührenden und einfühlsamen Roman von Ricarda Martin,

Veröffentlicht am 18.04.2018

Die Pest in Varennes

Die Gabe des Himmels
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Daniel Wolf alias Christoph Lode hat wieder mal einen historischen Roman geschrieben, der mich für ein paar Stunden in eine mittelalterliche Stadt entführt und wo man das hier und jetzt komplett vergisst. ...

Daniel Wolf alias Christoph Lode hat wieder mal einen historischen Roman geschrieben, der mich für ein paar Stunden in eine mittelalterliche Stadt entführt und wo man das hier und jetzt komplett vergisst.
Das Cover passt sehr gut zu den vorherigen drei Büchern und macht somit auch optisch etwas her. Sehr schön gestaltet ist der Klappumschlag, vorne findet sich die Karte der Stadt Varennes, hinten ist Europa zur damaligen Zeit mit seinen wichtigen Städten abgebildet. Zu Beginn bekommen wir Leser durch ein Personenverzeichnis einen guten Überblick über die handelnden Personen. Insgesamt gliedert sich der Roman in drei Bücher, wobei man ganz klar sagen muss, dass das dritte Buch das Kürzeste ist.
Sehr gut gefallen hat mir, dass wir wieder die Familie Fleury begleiten dürfen und mit ihr einen Einblick in das Leben der Kaufleute, Handwerker und Bürger in einer mittelalterlichen Stadt bekommen. Es sind nicht so sehr die Mächtigen und Reichen, die im Mittelpunkt stehen, sondern die einfachen Menschen. Es geht somit weniger um historische Persönlichkeiten, sondern mehr um den einfachen Mann und die einfache Frau.
Herausragend finde ich in diesem Buch die Zeichnung der Figuren und ihre Entwicklung. Gerade Adrianus und Cesar Fleury, die ungleichen Brüder, sind für mich absolute Protagonisten, die ich ins Herz geschlossen habe. Besonders herausheben möchte ich Cesar, der in diesem Roman eine sehr glaubwürdige Wandlung durchlebt und damit zu einem ungemeinen Sympathieträger des Romans wird.
Ein großes Thema des Romans sind die Arbeiten des Medicus, des Wundarztes und der Kräuterkundigen. Der Leser erfährt sehr viel Informatives und Interessantes, auch was die Rangordnung in der Gesellschaft, die Ausbildung, das Herstellen von Arzneien angeht. Die Behandlung der Pest stellt allerdings alle Berufsgruppen vor ein Problem und bringt selbst den besten Arzt an seine Grenzen.
Ein weiteres Thema des Romans sind die fanatischen Glaubensbruderschaften, in diesem Roman die Flagellanten. Die Gruppen verschafften sich aufgrund von Missständen Gehör und gewannen so immer mehr an Einfluss. Ein Thema welches sich leider öfters durch die Geschichte und damit auch durch Romane zieht ist der Hass auf die Juden. Sie wurden nicht nur wie allgemein bekannt für die Pest verantwortlich gemacht, sondern auch für Armut, Misswirtschaft und viele andere Dinge. Ein Volk was wahrlich genug Hass, Angst und Zorn ertragen muss. Tragen wir heute Verantwortung dafür, dass dies nie mehr geschieht!
Der Schreibstil des Autors ist wie immer sehr angenehm und gut zu lesen. Die knapp 1000 Seiten vergehen wie im Fluge und sind ruck-zuck gelesen. Erstaunlich ist auch, dass der Autor es zum Ende seines Romans schafft, alle losen Fäden zusammen zu führen, ohne dass es zu sehr konstruiert wirkt. Der Leser hat zu keiner Zeit das Gefühl dem Autor nicht folgen zu können oder zu sehr im Unklaren gelassen zu werden. Ein durch und durch spannender Roman, der vor allen Dingen von der Empathie des Lesers mit den Protagonisten lebt und der herausragenden Zeichnung der Figuren.
Ein wirklich sehr, sehr guter historischer Roman der mich wieder restlos begeistert hat. Ich kann diesen Roman nur empfehlen und wünsche mir, dass die Fleurys noch viele, viele Fans bekommen. Mein Dank geht auch an meine Mitleserinnen der Leserunde bei Büchereule.de und Daniel Wolf, der bereitwillig sich unseren Fragen gestellt hat.
Auch bedanke ich mich herzlich bei der Verlagsgruppe Random House, dem Goldmann Verlag und dem Bloggerportal für die Bereitstellung des Rezensionsexemplars.