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Veröffentlicht am 05.09.2025

Unterhaltsamer Krimi mit charmantem Lokalkolorit

Lügen sind Rudeltiere
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Der Roman ist ein unterhaltsamer Krimi mit charmantem Lokalkolorit und der ungewöhnlichen Protagonistin Romy Sternek. Sie ist eine manchmal übermütige, leicht schusselige, aber sehr liebenswerte Figur, ...

Der Roman ist ein unterhaltsamer Krimi mit charmantem Lokalkolorit und der ungewöhnlichen Protagonistin Romy Sternek. Sie ist eine manchmal übermütige, leicht schusselige, aber sehr liebenswerte Figur, die den Lesenden mit ihrer unkonventionellen Art schnell ans Herz wächst. Ihre etwas skurrile Angewohnheit, fremde Beerdigungen zu besuchen, ist ein Versuch, einen persönlichen Schicksalsschlag zu verarbeiten – ein berührendes Motiv, das gleichzeitig für originelle Szenen sorgt.

Die Charaktere sind insgesamt gelungen gezeichnet, auch wenn einige Nebenfiguren etwas stereotyp wirken. Romy hingegen ist ein echter Lichtblick: eine Figur mit Ecken, Kanten und viel Herz. Einzig die romantischen Einschübe hätten für meinen Geschmack etwas sparsamer ausfallen dürfen. Dies ist möglicherweise ein subjektiver Eindruck, der meiner männlichen Perspektive geschuldet ist.

Besonders positiv fällt der feine Humor auf, mit dem die Autorin ihre Geschichte würzt. Auch die Einbettung in das hessische Umfeld – hier Frankfurt am Main – verleiht dem Roman eine schöne regionale Note, ohne aufdringlich zu wirken.

Die Spannung der Erzählung ist über weite Strecken gut aufgebaut, auch wenn hier und da etwas mehr Raffinesse denkbar wäre. Die Auflösung war für mich früh absehbar, was den Lesegenuss jedoch nicht wesentlich gemindert hat.

Der Schreibstil von Carla Eisfeld ist angenehm lesbar, stellenweise pointiert und mit einem leichten, gut dosierten Humor versehen. Das macht die Lektüre kurzweilig und zugänglich.

Ein insgesamt gut geschriebener Krimi mit einer sympathischen Hauptfigur, einem Schuss Lokalkolorit und viel Charme. Kleinere Schwächen in Spannung und Figurenzeichnung mindern den positiven Gesamteindruck nur geringfügig. Ein empfehlenswerter Roman mit Potenzial für mehr.

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Veröffentlicht am 05.09.2025

Ein Leben in Angst, Hoffnung und Liebe

Was die Liebe ersehnt
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Was ist das für ein Gefühlt, wenn du weißt, dass du in ständiger Angst leben musst, entdeckt zu werden? Ein Gefühl unerwünscht und verhasst zu sein?

Dieses Gefühl ein Wildtier im Dickicht vor dem Jäger ...

Was ist das für ein Gefühlt, wenn du weißt, dass du in ständiger Angst leben musst, entdeckt zu werden? Ein Gefühl unerwünscht und verhasst zu sein?

Dieses Gefühl ein Wildtier im Dickicht vor dem Jäger zu harren, um nicht “gejagt” zu werden, wird in diesem Roman zu Sprache gebracht. Daniel und seine Frau Hannah leben mittlerweile in Zürich, da in ihrer alten Heimat Deutschland das Nazi-Regime um Adolf Hitler das Leben für Juden unerträglich werden lässt. Hannah hat sich den Traum vom eigenen Krankenhaus erfüllt und Daniel hat einen neuen nicht ganz ungefährlichen Beruf ergriffen. Von allen Protagonisten hat mir Ariel, der Sohn von Hannah und Daniel diesmal am besten gefallen. Er kommt endlich aus sich raus und versucht um seine neue Liebe zu kämpfen. Überhaupt haben mir die einzelnen Charaktere wieder gut gefallen und es kommt zu einigen Hürden, die diese zu überwinden haben.

Eine große Stärke des Romans ist die seelische Beklommenheit, die die Protagonisten erleiden aufgrund der Repressalien der Nazis. Auch wenn diese in der Schweiz leben, macht dieses Gedankengut auch hinter der Grenze nicht halt. Dieses beklemmende Gefühl hat die Autorin mit starken Worten Rechnung getragen.

Der Schreibstil der Autorin ist gefühlvoll und gut lesbar. Ihre Worte geben der Geschichte die Authentizität, die es braucht, um die Gefühle aber auch die Probleme dieser Familie widerzuspiegeln. Einziger Kritikpunkt an der Konzeption der Story von mir ist, dass mir manches einfach zu glatt geht. Auch wenn es eine fiktive Geschichte ist, hätte ich mir doch vielleicht noch mehr Dramatik gewünscht, denn die Bedrohungslage der einzelnen Protagonisten ist teilweise sehr hoch und gefährlich. Aber in sich ist die Story sehr stringent und man lernt wieder viel über dieses dunkle Kapitel in Deutschland. Eine erneut gute Geschichte der Sternberg-Saga, die ich hier gut empfehlen kann.

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Veröffentlicht am 17.08.2025

Starke Figur im fesselnden Roman

Die Akte Schneeweiß
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Felicitas Fuchs hat mich wieder einmal mehr überzeugt fesselnde Romane zu schreiben, über Themen, die nicht vergessen werden dürfen.

Gerade Mathilde war für mich eine unglaublich starke Figur, die ich ...

Felicitas Fuchs hat mich wieder einmal mehr überzeugt fesselnde Romane zu schreiben, über Themen, die nicht vergessen werden dürfen.

Gerade Mathilde war für mich eine unglaublich starke Figur, die ich geliebt habe. Ich konnte mich nicht nur wunderbar mit ihr identifizieren, sondern sie hatte für mich Ecken und Kanten, war greifbar und trotzdem etwas Leichtes sowie Verletzliches.

Auch Katja ist eine ebenso großartige Protagonistin, die ich sehr mochte und mit der ich gerne mal einen Kaffee trinken gehen würde. Lange Strecken im Roman ist nicht klar in welcher Beziehung die beiden Frauen zueinanderstehen bzw. was sie verbindet.

Es geht um so wichtige Themen wie Abtreibung, Selbstbestimmung der Frau, aber auch um die Verbrechen der Nationalsozialisten und damit wie mit den Überlebenden des Nationalsozialismus umgegangen wurde und wie viele ihre Taten vertuschen bzw. ihre Spuren verwischen konnten, um in der neuen Bundesrepublik Karriere zu machen.

Der Schreibstil der Autorin ist wunderbar leicht zu lesen und ich bin in drei Tagen nur so durch den Roman geflogen. Dialoge und beschreibende Passagen stehen in einem ausgewogenen Verhältnis und der Dialekt ist der Zeit angepasst und sorgt für Authentizität.

Ich habe einen einzige Kritikpunkt. Mich hat es etwas gestört, dass die beiden Zeitebenen nicht gleich lang sind. Die eine Zeitebene endet viel früher und dies hat für mich das Gleichgewicht in dem Roman auseinandergebracht. Irgendwie war es für mich nicht stimmig und ich war nicht bereit die Figur so früh aus dem Roman zu entlassen. Aber dies ist wirklich mein einziger Kritikpunkt. Zusammenfassend ist es eine sehr lesenswerte Geschichte, die ich jeden ans Herz legen der zeitgeschichtliche Romane mag.

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Veröffentlicht am 17.08.2025

Wohlfühlkriminalroman mit Gänsehaut

Still ist die Nacht (Ein Fall für Maya Topelius 2)
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Für mich war es der ersten Schwedenkrimi von Sandra Aslund. Die Stimmung von Schweden wird sehr gut eingefangen und bereits innerhalb kürzester Zeit, hat man das Gefühl auf der kleinen Insel im Norden ...

Für mich war es der ersten Schwedenkrimi von Sandra Aslund. Die Stimmung von Schweden wird sehr gut eingefangen und bereits innerhalb kürzester Zeit, hat man das Gefühl auf der kleinen Insel im Norden zu sein.

Maya war mir direkt sympathisch und ich konnte ihr Handeln und Denken nachvollziehen. Auch ihren Partner Pär habe ich sehr gemocht. Der Kriminalfall kommt ein wenige langsam ins Rollen, doch dann nimmt er immer mehr Fahrt auf, bis zum großen Showdown. Man kann wunderbar miträtseln und überlegt selbst, wer die Täter sein können. Dies fand ich sehr gut.

Durch Mayas Perspektive haben wir als Leser auch alle notwendigen Informationen an der Hand, um selbst als Detektive tätig zu werden. Aber innerhalb weniger Tage ist der Fall gelöst. Auch wenn ein Unwetter die ganze Sache erschwert.

Der Erzählstil ist wunderbar leicht und man bekommt sofort Fernweh nach Schweden, diese Entschleunigung bei dem Yoga Retreat würde sicherlich vielen von uns guttun.

Weitere Themen des Romans sind Mittsommer, das bereits angesprochene Inselleben, Yoga & Meditation, sowie Freundschaft, Liebe und Familie.

Für mich ein wunderbarer Wohlfühlkriminalroman der ein klein wenig Gänsehaut beschert. Jetzt müssen wir uns nur noch einig werden, wer den dritten und letzten Fall lesen darf, oder wir lesen einfach beide.

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Veröffentlicht am 17.08.2025

Wirtschaftlicher Aufschwung in Köln

Die Telefonistinnen - Tage des Zweifels
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Wiedersehen in Köln mit den vier Damen aus der Telefonzentrale der Versicherung Pering. Auch der zweite Teil der Reihe um die Telefonistinnen Gisela, Hanni, Charlie und Julia besticht vor allen Dingen ...

Wiedersehen in Köln mit den vier Damen aus der Telefonzentrale der Versicherung Pering. Auch der zweite Teil der Reihe um die Telefonistinnen Gisela, Hanni, Charlie und Julia besticht vor allen Dingen wieder durch viel Lokalkolorit und 50er Jahre Flair.

Gisela ist in der Zwickmühle, soll sie ihren Mann drei Jahre nach dem Krieg für Tod erklären lassen? Dann wäre ihr Weg mit Anton frei und sie könnte mit ihrem Sohn nach vorne schauen. Hanni träumt immer noch von ihrem eigenen Handschuh Atelier, doch da ist auch der britische Soldat Dean. Charlie hat es nicht leicht, sie findet ihre Rolle nicht so recht, die verarmte Adelige verzweifelt an den Bedingungen der Telefonistinnen. Bis zu dem Zeitpunkt, als sie die Frauenrechte für sich entdeckt und da ist ja auch noch der charmante Arzt, den es zu erobern gilt. Julia hat einen heimlichen Verehrer, der ihr Geschenke macht, kann sie ihn enttarnen?

Der Roman ist unglaublich leicht zu lesen, ich bin nur so durch die Seiten geflogen und habe mich ganz im Köln der 50er Jahre verloren. Ob Musik, Mode oder Essen, die Autorin schafft es uns in die Zeit zurückzuversetzen. Das Flair ist einfach da und man hat richtig Spaß dabei.

Themen des Romans sind der wirtschaftliche Aufschwung, die Gleichberechtigung der Frau, Gewalt in der Familie, das Hochwasser in Köln und natürlich der Karneval. Es macht einfach Spaß mit den Freundinnen durch Köln zu laufen.

Der Dialekt und die Mentalität der Kölner kommt sehr gut rüber und ja ich kann das beurteilen, denn ich bin in der Stadt zur Berufsschule gegangen und habe dort studiert.

Nun freue ich mich auf den dritten abschließenden Teil der Saga und bin sehr gespannt, was für Abenteuer, die Freundinnen nun noch erwarten. Wie gut, dass das Buch schon bereit liegt.

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