Profilbild von Ellaliest

Ellaliest

Lesejury Star
offline

Ellaliest ist Mitglied der Lesejury

Melde dich in der Lesejury an, um dich mit Ellaliest über deine Lieblingsbücher auszutauschen.

Anmelden

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 13.09.2023

Spannende Dark Academia mit queeren Charakteren

Brynmor University – Geheimnisse
0

Ich liebe Dark Academia, ich liebe die alten, traditionellen Universitäten in England, ich liebe eine akademische Liebesgeschichte mit einigen düsteren Geheimnissen – die perfekten Voraussetzungen also ...

Ich liebe Dark Academia, ich liebe die alten, traditionellen Universitäten in England, ich liebe eine akademische Liebesgeschichte mit einigen düsteren Geheimnissen – die perfekten Voraussetzungen also um „Brynmor University“, das Debpt von Dominim Gaida zu lesen. Aber konnte der Roman wirklich sein Potential ausschöpfen?

Sam kommt mit nur einem Ziel nach Brynmor: Er mochte herausfinden, was in jener einen Nacht passierte, die seinen Bruder Phillipp in einem Wachkoma enden lies. Er ist bereit alles zu tun um ein bisschen Klarheit und vielleicht auch Gerechtigkeit zu finden. Doch dort angekommen, stellt er schnell fest, dass seine Suche sich schwieriger zu gestalten scheint, als gedacht. Stattdessen lernt er den Läufer Connor kennen, der seinen Kopf schnell verdreht. Wird Samuel das Geheimnis am Ende doch noch lüften können?

Nachdem ich „Brynmor University“ zugeschlagen habe, hatte ich eine wilde Mischung von Gefühlen in mir. Jetzt ein paar Tage später kann ich sagen: Ja, es war nicht alles perfekt, aber insgesamt hat das Buch mir wirklich große Freude bereitet. Zunächst einmal war ich begeistert, wie schnell und leicht ich durch die Seiten geflogen bin. Der Schreibstil ist schlicht, die Kapitel eher kurz und aus den Perspektiven von Samuel und Connor erzählt – was insgesamt zu einem kurzweiligen Leseerlebnis führt. Auch die Handlung an sich ist abwechslungsreich und interessant: Eine perfekte Mischung zwischen den süßen Momenten der Annäherung von Sam und Connor, Freundschaft mit anderen Studenten dort (Ich liebe Youma, sie ist so ein Engel), den spannenden der Ermittlung und dem Schmerz um den Unfall.

Insgesamt habe ich das Buch wirklich sehr genossen. Das tolle Setting mit der alten Universität direkt an den Klippen hat sicherlich atmosphärisch sehr dazu beigetragen. Die Momente an den Klippen, auf der Laufbahn, in der Grotte, mit den gefährlichen Geheimnissen der Geheimgesellschaft und dann die Leichtigkeit von der Party. Einfach perfekt. Samuel war nicht immer sympathisch, aber sehr menschlich und ich konnte die meisten seiner Handlungen gut nachvollziehen. Er hat ein großes Herz und einen starken Sinn für die Wahrheit und die Gerechtigkeit, für seine Liebsten Menschen ist er auch bereit sich selbst in Gefahr zu bringen. Während dem Buch entwickelt er sich deutlich weiter, er steht für sich selbst ein und muss schmerzhaft lernen, dass manche Dinge eben nicht so sind, wie man immer geglaubt hat.
Connor ist für mich bis zum Ende eher weniger greifbar geblieben. Ich denke das liegt an der großen Last an Geheimnissen und Druck der auf ihm liegt, aber es war manchmal schwierig ihn so tatsächlich kennenzulernen. Zusammen waren die beiden trotzdem sehr süß und auch wenn der Funken wirklich sofort übergesprungen ist, hat sich ihre Geschichte trotzdem auf eine Art echt angefühlt und ich habe sie gerne gelesen. Auch die Nebencharaktere waren fast alle in meinen Augen sehr spannend, ich hätte mir fast schon gewünscht, dass wir beispielsweise über Riley, Jeremiah oder auch Nate noch mehr erfahren hätten. Zumindest bei letzterem passiert das ja dann im nächsten Band (auf den ich mich schon sehr freue!).

Das Ende war dann wirklich düster und kam für mich auch etwas unerwartet. Was sehr gut ist, denn sonst schaffe ich es bei den klassischen Dark Academia Geschichten relativ leicht, das Ende zu erraten 😊 Ich möchte auch noch kurz sagen, wie sehr ich mich freue, dass wir endlich eine „klassische New-Adult-Reihe“ mit queeren Personen als Hauptpersonen (!) bekommen, sonst sind sie ja meist nur kurz in der Freundesgruppe repräsentiert.


FAZIT:
Der erste Teil der „Brynmor University“ ist ein sehr kurzweiliger, spannender und vielversprechender Auftakt der Reihe mit authentischen, queeren Charakteren und einem für manche sicherlich unerwarteten Ende. Ich freue mich sehr auf die nächsten Bände!

4 von 5 Sternen

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 08.09.2023

Leider nicht überzeugend

Infinity Falling - Mess Me Up
0

Sarah Sprinz ist für mich eine „autobuy“-Autorin, nach der „What if“ Reihe kaufe ich also praktisch jedes Buch von ihr – manchmal auch ohne den Klappentext zu lesen. Dieses Mal habe ich das jedoch tatsächlich ...

Sarah Sprinz ist für mich eine „autobuy“-Autorin, nach der „What if“ Reihe kaufe ich also praktisch jedes Buch von ihr – manchmal auch ohne den Klappentext zu lesen. Dieses Mal habe ich das jedoch tatsächlich getan und ich mich wahnsinnig auf die Location in Hollywood und das Schauspielern gefreut. Doch war ich am Ende wirklich überzeugt?

Aven möchte am liebsten ihre Rolle bei der Produktion von „Infinity Falling“ abgeben, als sie erfährt, dass ihr Ko-Star neu besetzt wurde – es ist ausgerechnet Hayes Chamberlain. Der gutaussehende ehemalige Boy-Band Star möchte in die Schauspielerei einstiegen und schon bald kommen sie sich gefährlich nahe. Doch nicht nur ihre gemeinsame Vergangenheit, sondern auch aufdringliche Fans drohen sie bald einzuholen.

Irgendwie bin ich sehr zwiegespalten, was „Infinity Falling“ angeht. Ich habe mich wirklich riesig auf die neue Reihe der Autorin gefreut – gerade in Hollywood finde ich den Blick hinter die Kulissen auch immer sehr spannend. Jedoch habe ich relativ schnell gemerkt, dass das Gefühl in dem Buch, die Atmosphäre sich ganz anders anfühlt, als erwartet.

Was mir gut gefallen hat:
- Die wirklich fantastische Recherche: Man hat deutlich gemerkt, wie sehr sich Sarah Sprinz mit dem Leben als Schauspieler und dem Ablauf am Set auseinandergesetzt hat. Es war für mich sehr spannend die Abläufe zu beobachten und ich hätte mir noch mehr solcher Einblicke gewünscht. Insgesamt hat sich das ganze durch bekannte Namen von Produktionsfirmen und Magazinen sehr echt angefühlt. Ähnlich gut recherchiert war das Thema der Anorexie. Ich glaube ich habe noch nie ein Buch gelesen, in welchem dieses so gut umgesetzt war. Als selbst (ehemals) Betroffene weiß ich genau, wie es sich anfühlt. Die Gedanken, die Handlungen ziehen sich durch jeden Teil des Lebens, schränken einen immer auf eine Art ein, sind beinahe immer präsent. Da die Autorin dies wirklich sehr authentisch umgesetzt hat, können diese Teil extrem triggernd sein. Also bitte, bitte passt auf euch auf.
- Außerdem habe ich mich wirklich riesig gefreut ehemalige Charaktere wiederzusehen. Scott & Hope sind sowieso mein Lieblingspaar der Autorin (neben Ansel & Emil) und es war so schön zu sehen, wie sie jetzt leben. Vor allem Scott entwickelt sich als große Stütze für Hayes, sodass er tatsächlich eine wichtige Rolle gespielt hat und nicht nur einmal kurz aufgetaucht ist.
- Gerne habe ich auch die Einblicke in Hayes & Avens gemeinsame Vergangenheit gelesen. In diesen Szenen war soviel Schmerz & Unterdrückung, aber ihre Liebe war so, so greifbar und berührend, sodass ich sie viel eher gespürt habe, als in den späteren Szenen.

Was mir leider nicht gefallen hat:
- Um ehrlich zu sein, mochte ich weder Hayes noch Aven. Hayes ist sehr stark eingenommen von seiner Essstörung, was seine Krankheit oft sensible Momente zerstören lässt (realistisch), aber als ehemals Betroffene war es irgendwann einfach nur noch anstrengend und frustrierend, ich wollte ihn am liebsten schütteln. Abgesehen davon war er die meiste Zeit sehr arrogant und irgendwie unerreichbar, sodass ich ihm seine Liebe für Aven in der Gegenwart nicht mehr abgenommen habe, sondern nur in der Vergangenheit. In meinen Augen hat er dann zusätzlich noch einige wirklich unsinnige Entscheidungen getroffen, die ihn einfach unsympathisch gemacht haben. Und er hat sich nie, nie, nie für etwa wirklich Schlimmes entschuldigt, was er Aven angetan hat.
- Aven hat ebenfalls ihre Probleme und Ängste, weshalb ich sehr gut nachvollziehen konnte, warum sie sich oft versteckt und viel Zeit in Panik verbringt. Gestört hat mich aber ihre Art extrem voreingenommen und verurteilend gegenüber anderen Menschen zu sein. Es gab gefühlt keine Szene in der sie mal ernsthaft positiv oder glücklich war, was auf Dauer einfach anstrengend war
- Der „Thrid-Act-Breakup“: Warum? Warum? Ich habe inzwischen einige New Adult Bücher ohne dieses beliebte Trope gelesen und muss ehrlich sagen, wenn es keinen guten Grund gibt, dann will ich keine Trennung und emotionale Versöhnung mehr. Es fühlt sich einfach überflüssig & erzwungen an. Ich hasse es, wenn sich Paare trennen, weil sie „einander nicht guttun“.
- Die Manager: Holly und Ruben managen Aven und Hayes – sie waren einfach nur anstrengend und unprofessionell. Es ist normal, dass es in der Branche Wortgefechte gibt und sich versucht wird in Diskussionen gegenseitig verbal auszuspielen um den eigenen Klienten zu vertreten, aber es war – wieder – anstrengend und sehr seltsam, dass sie wirklich in jeder Szene gestritten haben und zwar lautstark durch die Wände. Ja, ich weiß, dass das den dritten Band anteasern will, aber sie verhalten sich einfach nur unprofessionell und ich weiß auf nicht, ob ich das dann lesen möchte.

Insgesamt bin ich froh, dass ich das Buch gelesen habe, weil ich mich riesig gefreut habe Scott & Hope wiederzusehen und ich die Umsetzung der Anorexie wirklich interessant und erstmals sehr gut gelungen fand. Außerdem freue ich mich tatsächlich sehr auf den zweiten Band, weil ich Cole schon jetzt mochte. Leider überwiegen dieses Mal für mich aber die Kontrapunkte und die konstant irgendwie negative, angespannte Stimmung. Es bricht mir ein bisschen das Herz, aber ich kann „Infinity Falling“ „nur“
3 von 5 Sternen geben.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 04.09.2023

Hyggelig - viel Potential zu einer neuen Lieblingsreihe

Skogen Dynasty (Crumbling Hearts, Band 1)
0

Samstagabend, Anfang September: Ich hatte irgendwie eine anstrengende Woche, habe mich aber trotzdem noch aufgerafft zum Sonnenuntergang nach draußen zu gehen – eigentlich um nur etwas in „Skogen Dynasty“ ...

Samstagabend, Anfang September: Ich hatte irgendwie eine anstrengende Woche, habe mich aber trotzdem noch aufgerafft zum Sonnenuntergang nach draußen zu gehen – eigentlich um nur etwas in „Skogen Dynasty“ reinzulesen. Was soll ich sagen? Ca. 4,5 Stunden später hatte ich das Buch beendet, mein Herz war voll und ich wusste, dass ich sehr wahrscheinlich eine neue Lieblingsreihe habe.

Aleksander Skogen aka Sander wird von seinen Eltern auf eine Trekkingtour geschickt – einerseits, weil ein skandalöses Video seinen Ruf in Gefahr bringt, andererseits weil er nach vielen Rebellion in der Vergangenheit seinen Platz in der bekannten Firma seiner Familie endlich akzeptieren soll. Ganz entgegen seiner Erwartungen findet er in der Natur nicht nur zur Ruhe, sondern trifft auch die direkte und interessante Tour Leiterin Norah. Zwischen den Beiden herrscht schon bald eine überwältigende Anziehung – aber sind ihre Welten nicht das komplette Gegenteil voneinander?

Wie bereits erwähnt, habe ich den Auftakt der neuen Reihe von Carolin Wahl an einem Stück gelesen, was mir wirklich schon lange nicht mehr passiert ist. Das spricht nicht nur für ihren Schreibstil, sondern lag sicher auch an der wunderschönen Atmosphäre, die das Buch hatte und den beiden Protagonisten, die einfach Wohlfühlmenschen sind.

Das Setting in Norwegen hat mich von Anfang an gereizt und ich habe es geliebt, wie ich durch Sanders, aber auch Norahs Augen die Landschaft erkunden konnte und mich insgesamt einfach wie in eine warme Decke gewickelt gefühlt habe – hyggelig eben. Als jemand, den irgendwie gleichzeitig der ausschweifende Lebensstil vieler Reichen traurig macht und fasziniert, aber sich selbst am liebsten in der Natur aufhält, war „Skogen Dynasty“ eine spannende Mischung.

Sander ist praktisch mein Traummann. Ich liebe seine einfühlsame, respektvolle, empathische Art; seinen Humor; sein Selbstbewusstsein; seine Leidenschaft für den Sport und das Schwimmen und vor allem auch sein großes Herz für seine Lieblingsmenschen. Zu sehen, wie er mit anderen Menschen interagiert, ihnen hilft sich selbst besser zu verstehen und wie er mit einer sanften Geduld auf Norah gewartet hat, hat mein Herz zum schmelzen gebracht. Das klingt jetzt vielleicht alles etwas kitschig, aber das war es gar nicht. Ich möchte einfach nur ausdrücken, was für ein absoluter Wohlfühlprotagonist Sander für mich war.

Bei Norah ging es mir ähnlich. Sie hat einen ganzschönen Panzer aufgebaut, was viele ihre Sorgen und Wünsche angeht, sodass es als LeserIn etwas schwieriger ist in ihren Kopf zu schauen. Besonders ihre Zweifel zum Thema Zukunft, Wer bin ich den eigentlich, was will ich und sollte ich nicht etwas anderes tun; konnte ich sehr gut nachvollziehen und habe mich in ihr reflektiert und verstanden gefühlt. Die Beiden verspüren sofort eine starke Anziehung (Was ich sonst gar nicht mag), aber in diesem Buch hat es sich trotzdem so wahnsinnig echt und zerbrechlich angefühlt, sodass ich es einfach nur lieben konnte. Das Setting ermöglicht zudem einige interessante Szenen, die ich so auch noch nicht oft gelesen habe: Gemeinsam Tage lang wandern, Sauna, eine Wasser-Rafting-Tour etc… Das bringt sehr viel Abwechslung und Schwung in die Geschichte, sodass tatsächlich ein ziemliches Suchtpotential entsteht.

Das Ende war dann ein kleines Hin-und-Her, was ich einerseits sehr realistisch empfunden habe (da es gut zu den Erfahrungen der Protagonistin gepasst hat), andererseits hätte ich mir gewünscht, dass man als Leser noch mehr mitbekommt, wie sich die Gefühle in ihr ändern und sie mehr Sicherheit bekommt (also noch etwas mehr Zeit mit den Protagonisten vor dem Epilog, denn so hat es sich fast schon wie eine plötzliche unerwartete Verhaltensänderung angefühlt, die vielleicht auch nicht lange anhält). Viel angeteasert wurden außerdem schon die nächsten Bände – die ich am liebsten sofort lesen würde – und auch der letzte Band der „vielleicht“-Reihe der Autorin – den ich jetzt auch auf jeden Fall haben möchte.

FAZIT:
„Skogen Dynasty“ ist ein sehr vielversprechender, kurzweiliger Reihenauftakt, mit absoluten Wohlfühlprotagonisten und insgesamt ganz viel Hygge. Ich kann die nächsten Bände kaum erwarten!
5 von 5 Sternen

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 01.09.2023

Süß, aber vorhersehbar und gedrängt

Even the Stars Dream
0

Obwohl ich eigentlich kaum K-Pop Musik höre, beschäftige ich mich gerne mit der Welt der Idols und bin regelmäßig schockiert, aber auch fasziniert, von deren furchtbar strengen Trainingsplänen und Regeln, ...

Obwohl ich eigentlich kaum K-Pop Musik höre, beschäftige ich mich gerne mit der Welt der Idols und bin regelmäßig schockiert, aber auch fasziniert, von deren furchtbar strengen Trainingsplänen und Regeln, ihrer Disziplin, den Menschen, die sich fast nicht mehr echt anfühlen und den großen Bühnenshows. Dementsprechend neugierig hat mich „Even the stars dream“ gemacht…

Jaemie hat seit Monaten sein Haus nicht mehr so wirklich verlassen, so schwer fällt es ihm mit dem Ende seiner Band umzugehen. Während er versucht herauszufinden was er sich für seine Zukunft wünscht, trifft er auf einer Awardshow die K-Pop-Band „Get Over“ und dabei auch Tae-joon, ein Mitglied. Die beiden verbringen erst gezwungen, dann sehr freiwillig & heimlich viel Zeit miteinander und verlieben sich – doch kann ihre Liebe bestehen, wenn sie nie, absolut nie öffentlich werden darf?

Ich muss ehrlich zugeben, dass ich immer noch versuche meine Gefühle zu diesem Buch zu ordnen. Eigentlich habe ich es wirklich wahnsinnig schnell gelesen und besonders einige Interaktionen zwischen den Protagonisten waren wirklich sehr süß, andererseits merke ich im Nachhinein, dass es wirklich kaum bleibenden Eindruck bei mir hinterlassen hat.
Was mir gut gefallen hat:
- Die Leichtigkeit, die der Roman trotz der oft eher bedrückenden Situation vermittelt: Man fliegt nur so durch die Seiten, bekommt immer wieder spannende Einblicke in das Showbusiness (wobei man vor allem die Schattenseiten kennenlernt), doch kleine Momente, die sich wie eine Umarmung anfühlen bringen das Lächeln wieder zurück
- Die Freundschaft und der Zusammenhalt zwischen „Get Over“ und Jamie, aber auch innerhalb der Band selbst;
- einige besondere und liebevolle Momente zwischen Jamie und Tae: Die Beiden sind einfach wirklich Zucker, ganz ohne Frage und ich war begeistert, wie respektvoll und geduldig sie miteinander umgehen #Taemie

Was mir leider nicht gefallen hat:
- Die Schnelligkeit mit welcher sich die Beziehung entfaltet hat: Schon auf den ersten Blick waren Funken da (was in Ordnung ist), jedoch war es für mich etwas seltsam bei der zweiten Begegnung dann zu hören, dass Tae Jaemies Sonne in seiner Dunkelheit sei. Um eine Beziehung wirklich nachvollziehen zu können und vor allem mitzufühlen, brauche ich etwas mehr Zeit. Und auch wenn ich die Beiden wie schon gesagt, zusammen wirklich mochte, war ihre Kennenlernphase praktisch nicht vorhanden und der Beziehung hat die Grundlage gefehlt.
- Das abrupte Ende: Gegen Ende passieren natürlich nochmal einige nervenaufwühlende Dinge - gestört hat mich vor allem die Auflösung dieser eigentlich sehr komplexen Thematik etwas. Gefühlt stand die gewählte Lösung schon die ganze Zeit im Raum und ich habe mich gefragt, warum diese plötzlich genutzt wird, obwohl sie zuvor bewusst übergangen wurde.

Alles in einem war „Even the stars dream“ ein wirklich süßes Buch, welches man in einem Nachmittag verschlingen kann und welches ohne Zweifel die Seele etwas wärmt. Allerdings entstand die Beziehung der Protagonisten in meinen Augen etwas überstürzt und am Ende wurde dann sehr plötzlich eine Lösung gefunden.
3 von 5 Sternen

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 01.09.2023

Sanft & ehrlich - ein absolutes Wohlfühlbuch

We Are Like the Wind
0

Ich muss ehrlich zugeben, dass mich der erste Band der Reihe nicht überzeugen konnte und ich deshalb meine Zweifel hatte, ob ich es noch einmal probieren soll. Allerdings habe ich die Atmosphäre der Insel, ...

Ich muss ehrlich zugeben, dass mich der erste Band der Reihe nicht überzeugen konnte und ich deshalb meine Zweifel hatte, ob ich es noch einmal probieren soll. Allerdings habe ich die Atmosphäre der Insel, die Natur, die Freundesgruppe schon damals geliebt und auch die Thematik des Kite-Surfens in Kombi mit einer Bibliothekarin klang super spannend. Ich kann jetzt schon sagen: Ich bin so dankbar, dass ich der Autorin noch eine Chance gegeben habe, denn „We are like the wind“ war ein echtes Herzensbuch.

Ethan kommt müde, angespannt und ein bisschen hilflos & überfordert auf der kleinen Insel Sointula an. Er ist professioneller Kite Surfer, doch in letzter Zeit fühlt sich sein Beruf mehr wie eine Last, als wie sein Traum an. Schon am ersten Tag lernt er Laina kennen – die Tochter der Bürgermeisterin, die ihn gezwungener Maßen über die Insel führt und ihre Abneigung nicht verbirgt. Wenn Ethan bei ihr ist, sind seine Gedanken weniger laut und sein Körper weniger angespannt und auch Laina fühlt sich in seiner Nähe immer wohler. Doch schon bald wird die Realität sie einholen – oder?

Nachdem ich die letzten Jahre wirklich sehr, sehr viele New Adult Bücher gelesen habe, braucht es inzwischen einiges um mich wirklich zu überzeugen und für die Geschichte einzunehmen. „We are like the wind“ hebt sich vor allem durch seine ruhige und sanfte Atmosphäre für mich von anderen Büchern hervor. Es vermittelt Werte und hält inne, wo andere Bücher bestimmte Gefühle und Situationen übergehen.

Laina ist keine aufgeschlossene und extrovertierte Protagonistin: Sie versinkt am liebsten in ihren Büchern, tankt ihre Batterien in der Stille auf, trinkt nicht und fühlt sich damit manchmal, als wäre sie langweilig oder etwas ausgeschlossen. Ich weiß, was ihr denkt: Das klischeehafte Mauerblümchen ohne Erfahrungen, in welches sich der gutaussehende Sportler verliebt. Ganz falsch 😊 Laina ist introvertiert, aber nicht langweilig, sondern schlagfertig, einfühlsam, selbstlos, engagiert, schlau und neugierig; sie behält es in den ersten Momenten nur manchmal für sich.

Mir hat sehr gut gefallen, wie respektvoll Ethan auf sie zugeht. Er gibt ihr Zeit, will sie nicht verändern und weiß sie genau dafür zu schätzen, was sie ist: Sein kleiner Ruhepol. Er drängt sie zu nichts und in ihrer ganzen Beziehung bzw. in allen Gesprächen liegt eine Sanftheit, ein Respekt und eine Neugier sich auf den anderen einzulassen, die normal sein sollte, mir aber in echt und auch in Büchern selten so begegnet. Die ganze Geschichte hat sich für mich wie eine Umarmung angefühlt (und hat übrigens durch Ethan auch noch BIPoC-Repräsentation) und ich bin nur so durch die Seiten geflogen.

Gegen Ende befinden sich die Beiden dann in einer neuen Situation, die in meinen Augen realistisch und nachvollziehbar umgesetzt wurde. Trotzdem habe ich auf den letzten Seiten ein bisschen die ganz besondere Bindung zwischen den Beiden vermisst, die sonst auch in unangenehmen Momenten immer so präsent war. Die Geschichte hat mich ein kleines bisschen verloren und ich hätte mir fast noch mehr Zeit für das Ende gewünscht.

FAZIT:
„We are like the wind“ war ein ganz besonderes Buch für mich, weil ich die Bindung der Charaktere und die Sanftheit und Sicherheit in ihrer Beziehung einfach geliebt habe. Zudem schließt der Roman die Geschichte der Insel in meinen Augen sehr schön ab.
4,5 von 5 Sternen

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere