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Veröffentlicht am 09.04.2025

Freiheit und Gleichheit

Im Wind der Freiheit
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Nach dem Tod der Eltern stehen Louise und ihre Schwestern alleine da. Noch lange ist es nicht selbstverständlich, dass Frauen sich alleine um ihr Erbe kümmern dürfen; alleine ohne die Herrschaft eines ...

Nach dem Tod der Eltern stehen Louise und ihre Schwestern alleine da. Noch lange ist es nicht selbstverständlich, dass Frauen sich alleine um ihr Erbe kümmern dürfen; alleine ohne die Herrschaft eines männlichen Vorwundes. Doch in Sachsen ist dies möglich und so besteht Louise auf ihre Unabhängigkeit. Ein Verhalten, dass nicht von allen für gut befunden wird. Doch Louises Weg steht fest: Sie will für die Rechte von Frauen kämpfen!
Auch Susanne steht alleine da. Nachdem sie und ihre Mutter die Anstellung in einer Tuchfabrik verloren haben, müssen sich die beiden durchs Leben schlagen. Susannes Mutter ist schwer krank und kann nicht mehr arbeiten. Susanne bleibt nur ein Weg: Sie verkauft ihren Körper. Ihr ist die Ungerechtigkeit durchaus bewusst und als sich ihr der Weg zum Kampf für die Rechte von Frauen bietet, greift sie zu!

Das Cover zeigt Louise, wie sie auf die Wirren des Bürgerkriegs blickt. Soldaten gegen Bürger mitten in den Straßen Berlins und sie als Frau kann nur flüchten und mit Worten kämpfen. Die deutsche Flagge flattert über der Szene, schon halb zerrissen.
Ich finde das Coverbild sehr stark und passend zum Inhalt des Buches gewählt. Mir sprang es sofort ins Auge und zusammen mit dem Klapptext ließ es mich zu dem Buch greifen.

Tanja Kinkel hat mit ihrem Roman Im Wind der Freiheit bei mir einen Nerv getroffen. Die Autorin schildert die Anfänge der Bundesrepublik Deutschland. Den Anfang des Grundgesetzes und den Kampf um das Recht von Gleichberechtigung. Viele der geschilderten Geschehnisse, sind natürlich allgemein bekannt und trotzdem verleiht Tanja Kinkel der Geschichte Lebendigkeit. Plötzlich ist alles so nah, so greifbar und der Kampf für die Freiheit und die Gleichheit ein ehernes Ziel. Dass, was ich jetzt genießen kann, ist wirklich noch nicht lange ein allgemeines Gut. Und deshalb tut es mir gleich doppelt weh, wenn ich die Nachrichten einschalte und sehe, dass der damalige Kampf auch heute noch aktuell ist. Und noch viel schlimmer, dass die erkämpften Rechte nicht nur als selbstverständlich angesehen werden, sondern vor allem als Selbstläufer. Doch um Freiheit und Gleichheit muss leider immer noch gekämpft werden. Wählen gehen darf keine Pflicht sein, sondern ist ein teuer erkämpftes Recht, das jeder von Herzen gerne nutzen sollte!

Mich hat Tanja Kinkels Buch deswegen so bewegt, weil sie mit so viel Herzblut und Energie schreibt, dass ich mich in die Geschehnisse förmlich hineingezogen fühlte. Ja, an einigen Stellen war das Buch sehr politisch und auch langatmig. Und doch war jedes Wort es wert, gelesen und verinnerlicht zu werden. Der Kampf um die Freiheit ist mir natürlich bekannt, was es mit den einzelnen Menschen, egal ob arm oder reich wirklich gemacht hat, das zeigte mir Tanja Kinkel. Anschaulich, bewegend und mitreißend.

Die beiden Protagonistinnen, oder sollte ich besser sagen Heldinnen des Buches, Susanne und Louise könnten nicht unterschiedlicher sein. Während die eine in bitterer Armut aufwuchs und schon früh das Gesetz der Straße lernen musste um zu überleben, kämpft die andere in ganz anderen gesellschaftlichen Gefilden. So unterschiedlich die beiden Frauen und ihre Herkunft auch ist, sie kämpfen beide für die gleiche Sache: Die Gleichberechtigung von Frauen. Und doch könnte der Unterschied nicht größer sein.
Während Louise für die Freiheit und für das Wahlrecht einsteht, möchte Susanne gleichen Lohn und die Anerkennung von der weiblichen Arbeitskraft. Der Schlachtruf "Gleicher Lohn für gleiche Arbeit" ist leider auch heute, knapp zweihundert Jahre später, immer noch aktuell.

Aktuell, schonungslos und aufrüttelnd. So bleibt mir dieses wunderbare Buch von Tanja Kinkel in Erinnerung!

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Veröffentlicht am 02.04.2025

neues Zuhause der Menschheit

Roter Mars
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100 Menschen wurden durch ein langjähriges Verfahren auserwählt, den Mars bewohnbar zu machen. 100 Menschen besteigen mit ihren Träumen, Wünschen und einer konkreten Aufgabe ein Raumschiff und reisen zum ...

100 Menschen wurden durch ein langjähriges Verfahren auserwählt, den Mars bewohnbar zu machen. 100 Menschen besteigen mit ihren Träumen, Wünschen und einer konkreten Aufgabe ein Raumschiff und reisen zum Mars. Die Reise dauert lange, sehr lange und doch ist die Stimmung unter der Besatzung beseelt von dem Wunsch, diesen Planeten bewohnbar zu machen. Für sich selber, für nachfolgende Generationen, für die Menschheit.

Das Cover ist sehr schlicht gehalten und hat mich genau dadurch verzaubert und neugierig gemacht. Es zeigt den Mars. Rötlich beschienen von einer Sonne, die um eine Ecke des Planeten hervorlugt. Bereit, mit ihrem Licht die Welt zu erobern. Für mich symbolisiert das Bild zum einen Aufbruch, zum anderen allerdings auch einen dunklen Schatten mit tiefen, sehr tiefen Geheimnissen. Keiner weiß, was in der Dunkelheit lauert.

Kim Stanley Robinson hat einen schier epischen Roman über die Besiedlung des Mars geschaffen! Seine detaillierten Beschreibung versetzten mich in Erstaunen! Denn erst verlor er sich und dann leider auch mich in immer wieder kehrenden und ausführlichsten Schilderungen der Marsoberfläche. Und des Marsinneren und der vorherrschenden Wetterbedingungen. Nicht am Stück, sondern immer mal wieder, ließ er sich förmlich gehen. Diese Selbstvergessenheit und das aus jeder Zeile sprechende Herzblut von Kim Stanley Robinson und seiner Liebe zu diesem Planeten rührten mich, auch wenn ich es nicht immer nachvollziehen kann und konnte. An dieser Stelle ist Ausdauer gefordert, die ich leider nicht immer aufbrachte, um ehrlich zu sein.

Besonders interessant fand ich, mit welchen Wünschen und Hoffnungen die ersten 100 Marsbewohner gestartet sind. Und dann zu sehen, was davon übrig geblieben ist. Traurig, realistisch, zu erwartend oder eine Mischung aus beidem. Ich persönlich fand es erschreckend zu lesen, wie schnell wir auf einem neuen Planeten mit neuen Chancen, wieder in alte Muster verfallen. Wie schnell Träume platzen können, die uns zuvor angetrieben und dem Leben einen Sinn gegeben haben.
Ebenfalls sehr realistisch und für mich absolut nachvollziehbar hat Kim Stanley Robinson die Gefühle der Siedler geschildert. Ihre Beweggründe, die Erde zu verlassen und später den Schmerz der Erkenntnis, dass die Erde Heimat ist. Und der Mars eben nicht. Getrieben von einem Willen zur Neuerschaffung eines Traums, fehlt einigen plötzlich der Halt. Zuhause ist eben nicht zu unterschätzen.

Mir hat die Mischung des Buches gefallen! Mal schildert Kim Stanley Robinson die Besiedlung im Großen, mal im Kleinen. Heißt, an einigen Stellen finde ich das Buch ziemlich technisch, wenn der Aufbau der Habitate beschrieben wird und der Abbau der Bodenschätze, um diesen Aufbau zu ermöglichen. Was alles logistisch zu bewerkstelligen ist, um einen Wohnort zu errichten, versetzt mich immer noch in pures Staunen!
Neben dieser logistischen Meisterleistung kommen die Erbauer dieser neuen Welt zum Glück nicht zu kurz! Ich fand es mehr als spannend zu beobachten, wie erst die Reise, dann der Aufbau und schließlich das Leben auf dem Mars jeden einzlnen verändert und wie alles auf ihn wirkt. Größenwahn, Ergebenheit, Liebe, Resignation und purer Lebenswille, um nur ein paar Dinge aufzuzählen, die dieses Buch so lesenswert machen.
Einzig mit den Protagonisten wurde ich nicht recht warm. Die meisten waren mir fremd und sind es auch geblieben. Rückblickend muss ich sagen, dass keiner mir recht in Erinnerung geblieben ist, sondern eher das große Ganze. Mich stört es nicht und ich bin mehr als gespannt, ob ich diese fehlende Beziehung im zweiten Band aufbauen kann.

Ein vielschichtiger, ein großer Roman über einen Menschheitstraum: Die Besiedlung eines fremden Planeten. Mal aus der Perspektive des Einzelnen, mal aus der der Gesellschaft. Abenteuer pur!

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Veröffentlicht am 30.03.2025

intensiv

Pearly Everlasting
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Mitten in den ungezähmten Wäldern von New Brunswick erblickt in einer rauen Nacht die kleine Pearly Everlasting das Licht der Welt. Irgendwo anders - fast zur gleichen Zeit - wird Bruno der Bär geboren. ...

Mitten in den ungezähmten Wäldern von New Brunswick erblickt in einer rauen Nacht die kleine Pearly Everlasting das Licht der Welt. Irgendwo anders - fast zur gleichen Zeit - wird Bruno der Bär geboren. Doch Bruno ist allein. Zufall, Glück oder Vorsehung führen die beiden zusammen. Fortan wachsen Pearly und Bruno wie Geschwister gemeinsam auf. Mitten im Holzfällercamp 33 erleben sie eine hart, aber auch ungetrübte Kindheit und Jugend. Bis Bruno eines Tages verdächtigt wird, einen Mord begangen zu haben. Der Bär wird weggebracht; doch seine Schwester Pearly kann nicht ohne ihn leben. Für beide beginnt das größte und gefährlichste Abenteuer ihres Lebens.

Das Cover zeigt den Bären Bruno. Er wandelt am Ufer eines Gewässers, im Hintergrund kann man Wälder erahnen. Das Bild wirkt wild, ungezähmt und voller Leben. Ich kann mir lebhaft vorstellen, wie Bruno durch die Wildnis streift, Pearly stets im Hintergrund.
Ich liebe dieses Coverbild. Es ist zwar recht schlicht und doch spiegelt es das ganze Buch gekonnt wieder.

Tammy Armstrong hat einen sehr intensiven und tiefbewegenden Schreibstil. Sie lässt die urtümlichen Wälder, die es 1934 noch gab, vor meinem inneren Auge entstehen. Doch es ist nicht nur die Wildnis, die mich berührt, sondern vor allem die Menschen, die in ihr leben. Dieses Urtümliche. Das Raue und Unbeugsame. Die Wildheit und zugleich ungezügelte Schönheit. Die Kraft der Menschen, die bereit sind, mitten in der Wildnis nicht nur zu arbeiten, sondern auch zu leben, spricht aus jeder Zeile. Für mich unvorstellbar, so ein Leben zu führen. Und doch gelang es der Autorin, mich mitten unter die Baumfällergemeinschaft zu bugsieren und ihre Lebensweise kennenzulernen. Besonders beeindruckt hat mich die stille Geschlossenheit der Gemeinschaft. Aus der Not geboren, machen diese Menschen das beste aus ihrer Situation.
Dass dort nicht nur ein Kind aufwächst, sondern ganze Familien leben, unvorstellbar! Und doch schickte mich Tammy Armstrong mitten unter sie. Und ich fühlte mich wohl. Vermutlich, weil Zusammenhalt und Ehrlichkeit hier noch groß geschrieben wird.

Es ist nicht nur die Schilderung der Lebensumstände und der Menschen, die mich bewegt haben. Sondern, oder vermutlich noch am meisten, die Beschreibung der Natur. Wunderschön, ungezähmt und stark. Hier ist die Natur, wie sie sein soll. Damals, heute und immer. Wer nicht aufpasst, geht verloren. Nur jemand, der im Einklang mit ihr lebt und sie versteht, hat eine Chance. Und wie tief dieses Verständnis gehen kann, wird an Pearly und Bruno deutlich. Die Reise, die beide antreten, bewegte mich zu tiefst. Fremd ist ihnen nicht die kanadische Nacht. Nicht die Stille, die Kälte, der Schnee. Fremd ist ihn die Menschheit, die Gier und der Egoismus. Hier prallen zwei Welten aufeinander und ich bin mir nicht sicher, dass der Fortschritt wirklich die bessere Alternative ist.

Ich bin dankbar, Pearly Everlasting und Bruno auf ihrem Lebensweg begegnet sein zu dürfen. Eine so tiefe Verbundenheit kennenlernen und ihre Verständnis zur Natur begreifen lernen zu können. Ein Buch mit Tiefgang, das die Seele berührt!

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Veröffentlicht am 23.03.2025

berührend

Der Bright-Side-Running-Club
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Keira erhält die Diagnose Brustkrebs. Sie und ihre Familie sind geschockt und sagen dem Krebs natürlich den Kampf an. Doch schnell verfliegt das Hochgefühl und der Kampfeswille. Denn wenn Schmerzen und ...

Keira erhält die Diagnose Brustkrebs. Sie und ihre Familie sind geschockt und sagen dem Krebs natürlich den Kampf an. Doch schnell verfliegt das Hochgefühl und der Kampfeswille. Denn wenn Schmerzen und Alltagsstress die Überhand gewinnen, ist es schwer, die Zuversicht zu behalten. Wie gut, dass Keira Kraft aus ihrer Laufgruppe ziehen kann.

Das Cover zeigt die vier Gründungsmitglieder des Bright-Side-Running-Club, wie sie auf ihrer Runde durch den Park Kraft schöpfen. Vorbei an Häusern, Büschen und dem Alltag unterhalten sie sich munter. Es wirkt auf mich lebendig, zielstrebig und fröhlich.

Gerade zu Beginn des Buches habe ich mit Josie Lloyd gehadert. So kann sie das doch nicht schreiben! So kann sie dies nicht beschreiben und etwas anderes sollte ganz anders geschildert werden! Ist Keira denn naiv, zu glauben, dass man nur so zu einem Arzt einbestellt wird? Und dann schob ich meine ganzen Überlegungen, Vermutungen und Kritikpunkte zur Seite! Wer bin ich, andere in dieser Form zu kritisieren?
Josie Lloyd schildert hier Keiras Leben und ihren Weg gegen den Krebs und kein anderes Leben! Sie beschreibt, wie Keira mit der Diagnose umgeht, was ihre Gedanken und Gefühle sind und wie ihre Freunde und Bekannte darauf reagieren. Es wird hunderte, ja tausende Möglichkeiten geben, wie jeder einzelnen mit diesem schwierigen Thema umgeht. Hier geht es ausschließlich um Keira. Und nachdem ich dies zu gelassen hat, konnte ich mich ganz in das Buch fallen lassen!
Natürlich schäumte ich vor Wut, als Keira nicht die Unterstützung erhielt, auf diese gebaut und gehofft hatte. Doch als ich den Blickwinkel wechselte, gelang mir Einsicht und Verständnis auch für die andere Seite.

Und ich muss sagen, dass ist das Geschenk von Josie Lloyd, dass ich aus diesem Buch mitnehme. Keiras Weg ist ihr Weg. Und es ist ihr perfekter Weg, wenn man das bei dieser furchtbaren Krankheit überhaupt sagen kann. Ich habe mit Keira gelacht, geweint und gelitten; ihre Familie verflucht und geliebt; Verständnis aufgebracht und gekämpft. Zurück bleibt pure Bewunderung.

Ein Buch vom Drauf-zu-Laufen und nicht vom Weg-Laufen!

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Veröffentlicht am 15.03.2025

der Mensch hinterlässt Spuren

Lyneham
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Nachdem die Zerstörung der Erde durch die Menschen nicht mehr aufzuhalten ist, gelingt einigen wenigen, privilegierten die Flucht. Wissenschaftler, Bauern, Arbeiter, Reiche, einem Querschnitt durch die ...

Nachdem die Zerstörung der Erde durch die Menschen nicht mehr aufzuhalten ist, gelingt einigen wenigen, privilegierten die Flucht. Wissenschaftler, Bauern, Arbeiter, Reiche, einem Querschnitt durch die Bevölkerung ist es möglich, Mutter Erde zu verlassen und einen Neuanfang auf Perm zu wagen.
Darunter auch Henry mit seiner Familie. Er und seine Geschwister werden von ihrem Vater begleitet, denn ihre Mutter gehört zu dem Vortrupp, die Perm für die Ankunft vorbereiten sollen. Doch die Familie findet ihre Mutter nicht wieder. Dafür ein Leben, dass sie nicht führen wollen.

Das Cover ist sehr düster gehalten. Es zeigt die Reste einer riesigen Hand, die Handfläche nach oben. Die Finger sind teilweise abgebrochen, der Rest erodiert. Auf dem Daumen stehen drei Menschen, vermutlich die Geschwister Chester, Henry und Loy, die versonnen in eine fremde Welt blicken. Es gibt außer ihnen kein Leben; nur Stein, Staub und die Unendlichkeit des Weltalls. Auf mich wirkt das Bild kalt und bedrohlich. Und faszinierend zu gleich.

Nils Westerboer hat einen Roman geschaffen, der mir gleich mehrfach unter die Haut ging. Anfangs konnte ich mich entspannt treiben lassen, in einem spannenden Scifi-Abenteuer! Atemlos ließ ich mich von der Möglichkeit einwickeln, ein Leben auf einem fernen Planeten in Angriff zunehmen. Die Beschreibung der Technologie war nicht nur faszinierend, sondern auch so einfach, dass ich folgen konnte und den technischen Fortschritt für absolut möglich hielt. Ich denke, dass der Autor hervorragend recherchiert hat für seinen Roman und die bisher funktionierende Technik weiter verfeinerte. Richtig spannend!

Und dann durfte ich Einblick in die menschliche Psyche nehmen; auf diesen Blick hätte ich jedoch dankend verzichten können. Die pure Verzweiflung, wenn Mutter Erde nicht nur stirbt, sondern bereits gestorben ist. Der Gedanke, heimatlos zu sein und was das mit einem macht, ist schier furchtbar! Aber noch viel schlimmer ist das, was wir Menschen daraus machen. Großartig auf der einen Seite - was den technischen Fortschritt anbelangt - und gruselig auf der anderen Seite. Denn wir wachsen nicht mit dem technischen Fortschritt. Die niedersten Instinkte scheinen in unserer DNA festgeschrieben zu sein. Das Recht des Stärkeren, egal zu welchem Preis.
Gleichzeitig ist es Nils Westerboer gelungen, mir diese Wahrheit um die Ohren zu schleudern. Anfangs sehr subtil, doch dann hielt er mir gnadenlos den Spiegel vors Gesicht und ich stellte mir unweigerlich die Frage: Was hätte ich gemacht? Leider ist die Frage sehr einfach zu beantworten: ...

Mein Fazit
Ein sehr packender Scifi-Thriller, der aktueller nicht sein könnte!

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