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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 22.03.2026

Eine einfühlsame Erzählung über eine neurodivergente Familie

Sie wollen uns erzählen
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Das Cover "Sie wollen uns erzählen" ist ansprechend, hat aber relativ wenig mit dem Inhalt zu tun.
Inhaltlich geht es in dem Buch um Oz, der etwas blödes in der Schule angestellt hat und sich wünscht, ...

Das Cover "Sie wollen uns erzählen" ist ansprechend, hat aber relativ wenig mit dem Inhalt zu tun.
Inhaltlich geht es in dem Buch um Oz, der etwas blödes in der Schule angestellt hat und sich wünscht, dass etwas schreckliches passiert, das seine Mama so ablenkt, dass er ihr den Brief, über das was vorgefallen ist, nicht geben muss.
Als Oz heim kommt, stellt er fest, dass es geklappt hat: seine Mama Ann hat keinen Kopf für ihn und hat sogar vergessen, dass Zeugnistag ist.
Der Schreibstil ist anfangs etwas gewöhnungsbedürftig, weil die Gedanken sehr sprunghaft dargestellt sind und die Handlungsstränge von Oz und Ann zum Teil sehr stark miteinander verwoben sind, aber insgesamt fand ich es sehr gelungen und die Figuren Ann und Oz sind sehr authentisch geworden, da ihre Neurodivergenz so passend dargestellt wurde.
Anfangs hat mich das Buch noch nicht sofort gepackt, aber man konnte sich wirklich sehr gut in Oz hineinversetzen und im zweiten Teil des Buchs wollte ich einfach nicht mehr aufhören zu lesen.
Am Ende hab ich mich allerdings schon gefragt, was denn nun eigentlich mit Nell ist. Dass sie sich nirgendwo meldet ist schon sehr eigenartig und verantwortungslos!
Ansonsten kann ich das Buch sehr empfehlen - es ist kurzweilig und gleichzeitig sehr einfühlsam geschrieben.

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Veröffentlicht am 22.03.2026

Anekdoten vom Älterwerden

Alt genug
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Ildikó von Kürthy war mir gänzlich unbekannt und ich verwende weder Social Media, noch schaue ich GNTM, um sie irgendwo wahrzunehmen. Ich hatte vor ein paar Wochen eine Leseprobe ihres Buches in der Hand ...

Ildikó von Kürthy war mir gänzlich unbekannt und ich verwende weder Social Media, noch schaue ich GNTM, um sie irgendwo wahrzunehmen. Ich hatte vor ein paar Wochen eine Leseprobe ihres Buches in der Hand und es gefiel mir recht gut, aber hat mich letztendlich nicht so überzeugt, dass ich es selbst lesen wollte. Doch dann habe ich gesehen, dass dieses Buch innerhalb kürzester Zeit ein Spiegel Bestseller geworden war und dann packte mich also doch die Neugier: weshalb ist dieses Buch so beliebt?

Was mich am Ende überzeugte, war Ildikós offene und ehrliche Art ihre Wahrheit übers Alt werden zu schildern. Sie beschönigte nicht das, was ihr früheres Ich bereit war zu tun und sie erklärte gut, weshalb sie nun so fühlt und handelt, wie sie es heute tut. Die Anekdoten aus ihrem Leben laden ein, sich über sein eigenes Leben und über sein eigenes Alter Gedanken zu machen. Ich bin noch ein gutes Stück jünger als Ildikó, aber trotzdem habe ich mich in vielen Situationen wiedererkennen können. Dieses Buch macht mir Mut - Mut für mich auch selbst festzustellen, dass ich auch alt genug bin, um mal Nein zu sagen oder um zu gehen, wenn ich keine Lust mehr habe. Mut, das zu tun, was ich möchte, ohne fremden Menschen gefallen zu wollen.

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Veröffentlicht am 21.03.2026

Unterhaltsamer Krimi - am Ende etwas unrealistisch

39 Grad Mord
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In 39 Grad Mord von Jenny Lund Madsen geht es um die Krimiautorin Hannah, die dringend Inspiration für ihr nächstes Buch braucht. Ihr Lektor schickt sie deshalb nach Sizilien, damit sie dort neue Ideen ...

In 39 Grad Mord von Jenny Lund Madsen geht es um die Krimiautorin Hannah, die dringend Inspiration für ihr nächstes Buch braucht. Ihr Lektor schickt sie deshalb nach Sizilien, damit sie dort neue Ideen sammeln kann. Doch statt in Ruhe schreiben zu können, gerät Hannah schon nach kurzer Zeit mitten in einen echten Mordfall: Während sie als Gast in einem Haus wohnt, wird die Gastgeberin ermordet. Plötzlich stehen sowohl Hannah als auch der Ehemann der Toten, Hans, unter Verdacht.

Um ihre eigene Unschuld zu beweisen, beginnt Hannah selbst zu ermitteln. Gleichzeitig hofft sie, aus den Ereignissen auch Inspiration für ihren nächsten Krimi zu gewinnen.

Mir hat das Buch insgesamt gut gefallen. Der Schreibstil ist angenehm und flüssig, sodass sich die Geschichte leicht lesen lässt. Besonders gut fand ich, dass der Roman nicht nur spannend, sondern stellenweise auch sehr lustig ist. Diese Mischung aus Krimi und Humor macht das Buch unterhaltsam und sorgt dafür, dass man weiterlesen möchte.

Allerdings fand ich die Handlung gegen Ende etwas unrealistisch. Vor allem eine Szene, in der Hannah mit einem angeschossenen Bein dem Täter hinterherjagt, wirkte auf mich wenig glaubwürdig. Dadurch hat das Ende für mich etwas an Spannung verloren.

Trotzdem ist 39 Grad Mord ein unterhaltsamer Krimi, der sich gut und schnell lesen lässt. Wer Krimis mit einer sommerlichen Kulisse mag, könnte an diesem Buch Spaß haben.

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Veröffentlicht am 21.03.2026

Das Leben steht Kopf - der Übergang in eine neue Lebensphase

Salto
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„Salto“ von Kurt Prödel hat mir insgesamt wirklich gut gefallen. Die Geschichte begleitet Marko und Claire kurz vor ihrem Abitur. Beide träumen davon, nach der Schule zusammen in einer Stadt zu studieren ...

„Salto“ von Kurt Prödel hat mir insgesamt wirklich gut gefallen. Die Geschichte begleitet Marko und Claire kurz vor ihrem Abitur. Beide träumen davon, nach der Schule zusammen in einer Stadt zu studieren und ihr Leben gemeinsam weiterzuführen. Doch wie so oft im echten Leben kommt alles anders: Marko muss für sein Studium nach Ungarn, während Claire nach München gehen möchte. In dieser Übergangszeit merken beide schnell, wie überfordernd dieser neue Lebensabschnitt sein kann, und müssen sich mit ganz unterschiedlichen Problemen auseinandersetzen.

Marko und Claire waren mir beim Hören sehr sympathisch. Gleichzeitig hatte ich manchmal das Gefühl, dass ihre Beziehung ein wenig unrealistisch wirkt – vor allem, weil Claire aus einem sehr guten Elternhaus kommt und ihre Verbindung mit Marko dadurch für mich nicht immer ganz glaubwürdig war. Trotzdem mochte ich die beiden als Figuren sehr.

Besonders gefallen hat mir, wie das Buch Themen wie Erwachsenwerden, Fernbeziehungen und den Umgang mit traumatischen Erlebnissen behandelt. Der Stil wirkt sehr authentisch und passt gut zu Markos Perspektive.

Das Ende passt eigentlich zur Geschichte und zu dieser Lebensphase, in der vieles offen und unsicher ist. Trotzdem hätte ich mir persönlich gewünscht, noch ein bisschen mehr darüber zu erfahren, wie es mit Marko und Claire weitergeht.

Ich würde das Hörbuch vor allem jungen Menschen empfehlen – oder auch Eltern mit Kindern in diesem Alter.

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Veröffentlicht am 21.03.2026

Eine sehr dystopische Erzählung

Ich, die ich Männer nicht kannte
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Dieses Buch ist eine dystopische Reise in eine Zukunft, in der es keine Antworten gibt.

Jacqueline Harpmans Geschichte überzeugt dadurch, dass sie alles offen lässt und man selbst in der Rolle der überforderten ...

Dieses Buch ist eine dystopische Reise in eine Zukunft, in der es keine Antworten gibt.

Jacqueline Harpmans Geschichte überzeugt dadurch, dass sie alles offen lässt und man selbst in der Rolle der überforderten Frauen steckt, die nicht wissen, wo sie sind, weshalb sie dort sind, wie sie dort hingekommen sind und ob sonst noch jemand lebt.
Die Protagonistin, die nicht einmal ihren eigenen Namen kennt und immer nur als "die Kleine" angesprochen wird, irrt ihr Leben lang durch eine dystopische Welt, in der sie nie Antworten findet und wie der Name schon sagt - nie Männer kennenlernt.

Ich habe lange darüber nachgedacht, wie ich dieses Buch eigentlich finde und schlussendlich muss ich sagen, dass es mir sehr gut gefallen hat, dass alles so offen geblieben ist. Gleichzeitig kann ich aber auch nachvollziehen, dass dies wahrscheinlich auch der größte Kritikpunkt an diesem Buch sein kann.

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