Exzentrisch
Die PerserinnenDie persische Familie Valiat ist seit der Revolution von 1979 getrennt. Während ein Großteil in den USA im Exil lebt, sind Großmutter und eine Enkelin im Iran geblieben. Auf ungemein exzentrische und eigentümliche ...
Die persische Familie Valiat ist seit der Revolution von 1979 getrennt. Während ein Großteil in den USA im Exil lebt, sind Großmutter und eine Enkelin im Iran geblieben. Auf ungemein exzentrische und eigentümliche Weise gehen die Frauen der Familie durchs Leben. Zu Beginn des Romans werden wir geradezu in die Handlung geworfen und müssen zunächst die vielen Protagonistinnen sortieren. (Ein Stammbaum wäre wahnsinnig hilfreich gewesen.) Mitten im Trubel des noblen Skiortes Aspen setzen die Valiats durch ihr Verhalten noch einen drauf, da werden nicht nur wie selbstverständlich Drogen konsumiert, da wird mit Luxusarmbanduhren im Schnee rumgeworfen und Tante Shirin, die gerade auf Kaution aus der Arrestzelle geholt wurde, droht wegen versuchter Prostitution ein Prozeß.
Durch die Ich-Perspektive von Frauen aus drei Generationen blättert sich die Familiengeschichte einer einstmals einflussreichen Sippe auf, der nichts geblieben ist, als ihr Geld. Während ein Teil der Vergangenheit und dem Verlorenen nachtrauert, versuchen andere, den Blick endlich nach vorne zu richten.
Ich bin schwer in die Handlung mit ihren übersprudelnden Figuren hineingekommen, auch weil die Perspektive so häufig wechselt, es war teilweise wie im Schleudergang. Dann erfährt man aber doch einiges über das Land Iran, die Revolution und die Auswirkungen; allerdings wird auch vieles nur angerissen, was man gerne hätte vertiefen können. Der Fokus liegt jedoch auf der Familie und der Aussicht auf eine Versöhnung aller.