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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 13.07.2025

Gefährliches Campen

Der Trailer
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Die Studentin Lisa verschwindet unter mysteriösen Umständen auf einem Campingplatz in den Ardennen. Als 15 Jahre später sich ein True-Crime-Podcast mit dem Fall beschäftigt, wird nicht nur die Kommissarin ...

Die Studentin Lisa verschwindet unter mysteriösen Umständen auf einem Campingplatz in den Ardennen. Als 15 Jahre später sich ein True-Crime-Podcast mit dem Fall beschäftigt, wird nicht nur die Kommissarin Frieda Stahnke darauf aufmerksam. Es geschehen plötzlich weitere Morde und auch Wout Meertens, der ebenfalls im Camp Donkerbloem war, muss um sein Leben fürchten. Frieda nimmt den Fall wieder auf und verlässt sich auf Wout.

Bereits das düster gestaltete Cover versetzt den Leser in die Lage, sich auf den Thriller einzustimmen. Vorliegend handelt es sich um den ersten Thriller, den ich von Linus Geschke gelesen habe. Es wird mit Sicherheit nicht mein letzter sein. Der Schreibstil des Autors ist von der ersten Seite an fesselnd. Er beschreibt den Campingplatz sowie die Landschaft der Ardennen sehr authentisch. Der Campingplatz wirkt idyllisch, einem Paradies gleich. Doch die feinen, hintergründigen Töne, die Linus Geschke anschlägt, lassen bereits Schlimmes vermuten. Ich konnte das Grauen, das Lisa dort empfunden hat, nachvollziehen. Die Handlung gewinnt immer schneller an Tempo, was nicht zuletzt an den glaubwürdigen Charakteren liegt. Besonders die sympathische Kommissarin Frieda, die sich beharrlich dem Fall widmet, habe ich besonders gemocht. Aber auch der etwas zwielichtige Barbesitzer Wout war mir nicht unsympathisch. Das Ende des Thrillers kam dann völlig überraschend. Der klug konstruierte Pageturner überzeugt durch atemlose Spannung und zahlreiche unerwartete Wendungen. Ich habe mich bestens unterhalten gefühlt, vergebe fünf Sterne und spreche eine absolute Leseempfehlung aus.

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Veröffentlicht am 20.06.2025

Vermisst

Ihr werdet sie nicht finden
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Ein Mädchen verschwindet nach einer Partynacht spurlos. Ihr Vater Jonas, ein ehemaliger Polizist, sucht sie verzweifelt. Alles ist umsonst und der Vater zieht einen Verdächtigen zur Verantwortung. Die ...

Ein Mädchen verschwindet nach einer Partynacht spurlos. Ihr Vater Jonas, ein ehemaliger Polizist, sucht sie verzweifelt. Alles ist umsonst und der Vater zieht einen Verdächtigen zur Verantwortung. Die Privatdetektivin Franca erhält Jahre später den Auftrag, eine vermisste junge Frau zu suchen. Schnell entdeckt sie Verbindungen zu dem Fall von Jonas Tochter, die nie gefunden wurde. Es dauert nicht lange und beide ermitteln gemeinsam, weil der Vermissten anscheinend etwas über die Geschehnisse der Vergangenheit bekannt ist.

Das raffiniert gestaltete, in grüner Farbe gehaltene Cover mit dem Frauengesicht im Hintergrund hat sofort meine Aufmerksamkeit auf sich gezogen. Ich bin ein Fan des Autors, dem es stets gelingt, von der ersten Seite an atemlose Spannung zu erzeugen. So auch in diesem Thriller, der verschwundene Frauen zum Inhalt hat.

Die Kapitel haben abwechselnd die Abläufe der Vergangenheit sowie der Gegenwart zum Inhalt. Zwischendurch kommt in Kursivschrift verfasst eine unbekannte Person zu Wort. Es wird schnell ersichtlich, dass diese Person ein düsteres Geheimnis umgibt. Der Thriller gewinnt mit seinen abwechslungsreichen Handlungen und Schauplätzen schnell an Tempo.
Franca meint, dass alles mit allem zu tun hat, was mein Eindruck auch war. Ich habe oft gemeinsam mit Franca bei ihren nicht ungefährlichen Ermittlungen gebangt und geschaudert.

Der Thriller lebt nicht zuletzt von seinen interessanten Protagonisten. Jonas ist aufgrund seiner Vergangenheit eine komplizierte Persönlichkeit, ich hatte für ihn aber Verständnis. Franca beweist viel Mitgefühl und ist mir sehr sympathisch. Franca und Jonas sind gänzlich unterschiedlich und müssen sich zusammenraufen, was ihnen nach anfänglichen Schwierigkeiten immer besser gelingt. In diesem Thriller ist nichts wie es scheint und das Ende ist völlig überraschend. Ich habe mich bestens unterhalten gefühlt, vergebe fünf Sterne und spreche eine Leseempfehlung aus.

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Veröffentlicht am 05.06.2025

Rückkehr nach Wien

Die Trümmerschule – Zeit der Hoffnung
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Das ansprechend gestaltete Cover bildet einen perfekten Einstieg in die Erzählung. Ich habe schon einige Bücher von Beate Maly mit Begeisterung gelesen. Die Handlung ihres neuen Romans hat die Autorin ...

Das ansprechend gestaltete Cover bildet einen perfekten Einstieg in die Erzählung. Ich habe schon einige Bücher von Beate Maly mit Begeisterung gelesen. Die Handlung ihres neuen Romans hat die Autorin in Wien unmittelbar nach dem 2.Weltkrieg angesiedelt. Der jüdische Lehrerin Stella kehrt aus dem englischen Exil nach Wien zurück. Zum Glück erwartet sie dort ihre treue Freundin Feli. Stella findet eine Anstellung am Lindengymnasium, ist aber dort aufgrund ihrer fortschrittlichen Erziehungsmethoden sowie ihrer jüdischen Herkunft Anfeindungen anderer Lehrkräfte ausgesetzt.

Der Einstieg in den Roman ist spannend, Beate Maly beschreibt eindrucksvoll und sehr bildhaft die komplizierten Verhältnisse in der vom Krieg gezeichneten österreichischen Hauptstadt. Die Not der Menschen, vor allem der Kinder, nimmt einen großen Teil der Erzählung ein. Hinzu kommen Vorurteile und Anfeindungen einst regimetreuer Lehrer. Für die immer noch engagierte Sozialdemokratin Stella ist das alles sehr schwer zu ertragen. Sie würde am liebsten das gesamte Schulwesen verändern. Ich habe ihren Mut bewundert und ihre Entschlossenheit, sich gegen ihre Widersacher durchzusetzen und neue Wege zu betreten. Die Autorin hat mit Stella und Feli sowie den Schülern Norbert und Peter sympathische und authentische Charaktere beschrieben. Das Thema Reformpädagogik ist ihr auch in diesem Roman ein Anliegen. Ich vergebe fünf Sterne und spreche eine Leseempfehlung aus.

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Veröffentlicht am 21.05.2025

Vergangenheit und Gegenwart

Zypressensommer
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Julia Matthiesen, Goldschmiedin aus Hamburg, reist zum ersten Mal in ihrem Leben in das Dorf Lucignano in der Toskana. Ihr Großvater Gianni hat ihr ein Vermächtnis hinterlassen, das aus wenigen Sätzen ...

Julia Matthiesen, Goldschmiedin aus Hamburg, reist zum ersten Mal in ihrem Leben in das Dorf Lucignano in der Toskana. Ihr Großvater Gianni hat ihr ein Vermächtnis hinterlassen, das aus wenigen Sätzen auf einem Blatt Papier besteht. Er musste in den 1940er-Jahren seine Familie, die seit Generationen Oliven anbaut, in dem kleinen Ort zurücklassen. Ebenso eine junge Frau, die er sehr geliebt hat. Julia begibt sich mit Unterstützung des jungen Italieners Matteo auf eine Reise in die Vergangenheit und zu den Wurzeln ihrer Familie.

Bereits das schön gestaltete Cover stimmt auf den Roman ein. Ich habe schon einige Bücher von Teresa Simon gelesen und bin auch von diesem Roman begeistert. Der Autorin ist es gelungen, eine fesselnde Geschichte von Krieg, Verrat und Liebe zu schreiben. Sie hat ihr neues, sorgfältig recherchiertes Buch in zwei Zeitebenen angelegt. Beginnend mit der Geschichte von Großvater Gianni, der 1943 als italienischer Militärinternierter nach Deutschland gelangte. Ein Umstand, der mir bislang unbekannt war. Später wurde Gianni in einer Fischräucherei in Hamburg eingesetzt. Ein anderes wichtiges Thema in dieser Zeit ist der Widerstand italienischer Partisanen gegen die brutalen deutschen Besatzer.
Im Jahr 1998 folgt Julia den Spuren ihres Großvaters und reist in die Toskana. Besonders beeindruckt hat mich die Entschlossenheit Julias, anhand eines Zettels voller Rätsel die Geschichte Giannis und somit ihrer Familie zu erforschen. Auch die Natur der Toskana mit ihren Wäldern und wunderbaren Stränden bildet einen Teil der Erzählung. Nicht zuletzt tragen Tagebücher dazu bei, das Rätsel um ihre Familie zu lösen und ein Kreis schließt sich. Teresa Simon hat interessante Protagonisten geschaffen, ihr authentischer Schreibstil hat mich bis zur letzten Seite gefesselt. Die Autorin hat stimmig eine romantische Liebesgeschichte mit historischen Tatsachen geschickt verknüpft. Traditionelle toskanische Rezepte am Ende des Buches runden die Erzählung perfekt ab. Ich habe mich mit dem Roman sehr gut unterhalten gefühlt, vergebe fünf Sterne und spreche eine Leseempfehlung aus.

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Veröffentlicht am 09.05.2025

Vermisste Kinder

Der Kindersuchdienst (Kindersuchdienst 1)
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Im Jahr 1955 arbeiten Annegret und Charlotte beim Kindersuchdienst des Deutschen Roten Kreuzes in Hamburg. Die Frauen können unterschiedlicher nicht sein. Während Charlotte aus wohlhabenden Verhältnissen ...

Im Jahr 1955 arbeiten Annegret und Charlotte beim Kindersuchdienst des Deutschen Roten Kreuzes in Hamburg. Die Frauen können unterschiedlicher nicht sein. Während Charlotte aus wohlhabenden Verhältnissen kommt, führt Annegret ein sehr einfaches Leben. Beide hüten zudem ein Geheimnis, das niemand erfahren darf. Die beiden Frauen arbeiten bald mit aller Kraft gemeinsam daran, die Eltern von Waisenkindern zu finden. Dabei stehen ihnen verschiedene Personen im Wege.

Die Romane von Antonia Blum, welche die „Kinderklinik Weißensee“ zum Inhalt haben, habe ich sehr gerne gelesen. Mit dem Kindersuchdienst stellt die Autorin wiederum die Schwächsten der Gesellschaft, die Kinder, in den Mittelpunkt ihrer Erzählung. Bereits das schön gestaltete Cover, das perfekt zum Titel des Buches passt, lädt zum Lesen ein. Antonia Blum schildert spannend und sehr emotional die Arbeit des Kindersuchdienstes. Kinder und ihre Eltern wieder zusammenzuführen, ist für Charlotte und Annegret eine Herzensangelegenheit. Im Zeitalter von Internet ist es nicht mehr vorstellbar und dennoch interessant zu lesen, wie mühselig und zeitaufwendig es für die beiden Frauen war, anhand von Karteikarten zu arbeiten.
Die Autorin hat zudem ein stimmiges Bild der gesellschaftlichen Verhältnisse dieser Zeit gezeichnet. Veraltete Denkstrukturen über Frauen und ihren Platz in der Gesellschaft und im Arbeitsleben, für die der Abteilungsleiter Jochen Krüger steht, waren selbst 1955 noch nicht überwunden. Charlotte und Annegret sind authentische und sympathische Protagonistinnen, die sich beständig durch ihre Arbeit beim Kindersuchdienst weiter entwickeln. Auch wenn Antonia Blum für meinen Geschmack etwas viele Zufälle in ihre Erzählung eingefügt hat, ist ihr doch dank des flüssigen Erzählstils ein lesenswerter Roman gelungen. Ich vergebe für das Buch vier Sterne und spreche eine Leseempfehlung aus.

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