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Veröffentlicht am 16.04.2020

Ein Leseerlebnis für junge Pferde- und Bücherfreunde

Die Schule der kleinen Ponys - Ein Heuhaufen voller Geheimnisse
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Zum Inhalt
Monka Winter, genannt Mo, lebt mit ihrer Familie und ihrem Lieblingspony Dr. Paul auf einem Ponyhof – ein Traum für viele pferdeverrückte Mädchen. Und Mos Familie ist auch wirklich cool und ...

Zum Inhalt
Monka Winter, genannt Mo, lebt mit ihrer Familie und ihrem Lieblingspony Dr. Paul auf einem Ponyhof – ein Traum für viele pferdeverrückte Mädchen. Und Mos Familie ist auch wirklich cool und ihre Mutter, eine erfolgreiche Turnierreiterin, hat sogar eine Ponyschule gegründet, in der junge Ponys eingeritten werden und alles lernen, was ein Pony wissen muss. Aufgrund einer Verkettung von Turbulenzen verletzt sich Mos Mutter am Arm und fällt somit eine ganze Weile als Ponylehrerin aus. Daher soll Mo während der Sommerferien für sie als Lehrerin einspringen. Mo ist ganz aus dem Häuschen und gleichzeitig sehr stolz, dass ihre Mutter ihr das zutraut. Der Sommer fängt also schon fantastisch an. Und als dann noch eine geheimnisvolle Reiterin auftaucht, die Mos Neugierde weckt, versprechen die Ferien alles andere als langweilig zu werden.

Meine Gedanken zum Buch
Ja, es ist wieder ein Pferde- sprich Ponybuch.  In letzter Zeit gibt es zu diesem Thema aber auch immer wieder so schöne Neuerscheinungen, dass man als Fan von dem Genre nicht einfach so daran vorbei gehen kann. Und auch „Die Schule der kleinen Ponys: Ein Heuhaufen voller Geheimnisse“ ist in der Tat ein schönes, goldiges Buch – vor allem auch wegen des Aktivteils.

Für mich ist es eher ein Buch für die jüngeren Leser, da die Geschichte nicht sehr komplex ist. Man kann gemeinsam den Ponyhof mit dem Lageplan kennenlernen, über die Geschichte diskutieren und gemeinsam über den Schabernack der Ponys lachen. Man kann Mos Lieblingskekse nachbacken und ein Dr. Paul-Lesezeichen basteln. Ein rundum gelungenes Leseerlebnis, um die Freude an Büchern zu wecken oder zu vertiefen.

Der zweite Teil soll voraussichtlich im Oktober 2020 erscheinen und ich kann mir gut vorstellen, dass sich die jungen Leser auf eine Wiederlesen mit Mo, Dr. Paul und Co. freuen. Es gibt auf jeden Fall noch einiges zu entdecken und erleben auf dem Ponyhof und ich kann gerade den jüngsten Lesern einen Besuch bei der Familie Winter sehr empfehlen.

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  • Fantasie
Veröffentlicht am 19.03.2020

Philosophisch und entschleunigend

Herr Origami
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Zum Inhalt
Herr Origami heißt eigentlich Kurogiku-sensei (also Meister Kurogiku). Dieser Name bedeutet schwarze Chrysantheme. Die Chrysantheme wiederum ist in Japan eine heilige Blume und symbolisiert ...

Zum Inhalt
Herr Origami heißt eigentlich Kurogiku-sensei (also Meister Kurogiku). Dieser Name bedeutet schwarze Chrysantheme. Die Chrysantheme wiederum ist in Japan eine heilige Blume und symbolisiert Freude, Lachen und Ewigkeit. Trotz seines Namens ist Meister Kurogiku ein sehr stiller und in sich gekehrter Mann, der als junger Mann auf der Suche nach einer geheimnisvollen Frau von Japan nach Italien reiste. Obwohl er seine große Liebe nicht gefunden hat, bleibt in der Toskana. Seine Tage verbringt er mit Meditationen und der Herstellung von Washi, dem traditionellen Papier, das für die japanische Faltkunst Origami verwendet wird. Seine Ruhe wird durch einen jungen Uhrmacher gestört, der ein Domizil sucht, um eine hochkomplizierte Uhr entwickeln zu können. Ob die beiden ungleichen Männer, die in scheinbar unterschiedlichen Welten leben, zueinander finden können?

So fand ich‘s
Die japanische Kultur fasziniert mich schon seit längerem und da wundert es auch nicht, dass ich über dieses Büchlein gestolpert bin. Bereits auf den ersten Seiten wird klar, dass man kein „normales Buch“, keinen Roman im herkömmlichen Sinn in den Händen hält.

Jean-Marc Ceci erzählt die leise und unaufgeregte Geschichte in kurzen und einfachen Sätzen. Auf jeder Seite gibt es nur wenige Sätze und manchmal besteht ein Abschnitt aus einem kurzen Satz. Zu Beginn dachte ich noch, dass das eine schnelle Lektüre werden würde. Ich konnte dann bei mir selber beobachten, dass ich ganz automatisch langsamer und viel bewusster gelesen habe. Es wäre auf jeden Fall schade über die Seiten zu fliegen, wie ich es manchmal bei spannenden Thrillern mache, da ich unbedingt wissen möchte, wie es weiter geht. Hier konnte ich nicht anders und habe jeden einzelnen Satz genossen und auf mich wirken lassen.

Man könnte also sagen, dass es ein entschleuningendes Büchlein ist, das mir auf besondere Art gut getan hat. Für mich ist es ein kleines Schatzkästchen mit kleinen, aber sehr feinen und exquisiten Perlen darin. Meister Kurogikus Vergleiche und seine Philosophie haben mich tief innen berührt. Ich hatte mir ein paar Zitate rausgeschrieben, die ich für meinen Leseeindruck verwenden wollte. Aber ich habe festgestellt, dass sie einfach so hingeschrieben einiges an ihrer Wirkung einbüßen und das wäre sehr schade.

Ich habe „Herr Origami“ als E-Book gelesen. Aber ich werde es mir selber noch als gedrucktes Buch schenken, damit ich immer wieder drin blättern und die schönen Perlen anschauen, sprich lesen kann.

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Veröffentlicht am 11.03.2020

Packend, gefühlvoll - ein Buch fürs Herz

Das außergewöhnliche Leben des Sam Hell
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Auf den ersten Blick könnte man sagen: „Nicht schon wieder eine Geschichte über ein Kind, dass etwas anders ist als die anderen und seinen Weg finden muss.“ Und der erste Eindruck täuscht natürlich nicht: ...

Auf den ersten Blick könnte man sagen: „Nicht schon wieder eine Geschichte über ein Kind, dass etwas anders ist als die anderen und seinen Weg finden muss.“ Und der erste Eindruck täuscht natürlich nicht: Sam leidet an einem sehr seltenen Gendefekt und verunsichert die Menschen im kalifornischen Burlingame der 60 Jahre sehr. Er wird gehänselt und muss die Pausen immer alleine verbringen. Bis eben Ernie als erster afroamerikanischer Junge an die Schule kommt. Auch Sams Eltern stehen hinter ihm und kämpfen darum, dass ihr Junge ein ganz normales Leben führen kann. Soweit also das Grundgerüst der Geschichte. Was aber Robert Dugoni daraus gemacht hat, ist für mich so viel mehr als eben nur eine Erzählung.

Wir erleben die Geschehnisse aus der Sicht des erwachsenen Sam. Und trotzdem lässt er uns genau seine damaligen kindlichen Gedanken und Gefühle spüren. Als Leser spürte ich förmlich seine Einsamkeit, seine Traurigkeit und genauso sehr habe ich mich mit ihm gefreut, wenn ihm etwas Tolles wiederfahren ist. Und wie begeisterungsfähig Sam ist. Mir ging immer wieder das Herz auf, wie er nie aufgegeben und gekämpft hat. Ich hoffe, das kommt jetzt nicht zu kitschig rüber – denn das Buch ist alles andere als das, auch wenn der eine oder andere Punkt einigen Lesern zu übertrieben erscheinen könnte. Es thematisiert so vieles, das auch heute noch aktuell ist. Ich denke da vor allem an Ausgrenzung und Mobbing. Auch Religion und Glaube ist ein großes Thema. Gerade Sams Mutter ist tiefgläubig. Ach, ja, Sams Mom… Sie ist eine meiner Lieblingsfiguren, erinnerte sie mich doch oftmals an eine Löwin, die für ihr Junges kämpft.

Für mich sind Sams Eltern, obwohl Sam natürlich im Mittelpunkt steht, der Dreh- und Angelpunkt des Buches. Es sind zwei Menschen mit dem Herzen am rechten Fleck – Menschen, so wie man sie gerne im eigenen Leben um sich hat. Sie sind umsichtig, behütend und dennoch lassen sie Sam die Freiräume, damit er sich entfalten kann. Sie haben die Herzen am richtigen Fleck. Ich empfinde es so, dass Robert Dugoni eine Hommage für seine eigenen Eltern schreiben wollte. In der Danksagung glaube ich Bestätigung für dieses Gefühl zu finden. Und wenn dem so ist, dann ist es ihm definitiv gelungen. Ich, als jemand der ebenfalls mit wunderbaren Eltern gesegnet bin, sage dafür einfach: Danke!

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Veröffentlicht am 27.02.2020

Leise, subtil, schaurig

Sieben Lügen
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Darum geht's
Jane ist glücklich mit Jonathan verheiratet. Als das Schicksal gnadenlos zuschlägt, zählt Jane auf ihre beste Freundin Marnie. Diese hat jedoch in der Zwischenzeit Charles kennengelernt und ...

Darum geht's
Jane ist glücklich mit Jonathan verheiratet. Als das Schicksal gnadenlos zuschlägt, zählt Jane auf ihre beste Freundin Marnie. Diese hat jedoch in der Zwischenzeit Charles kennengelernt und nicht mehr so viel Zeit für anderes. Jane mag Charles von Anfang an nicht und findet, dass ihre Freundin einen besseren Mann verdient hätte. Aber was antwortet man auf die Frage „Wir passen doch gut zusammen, oder“, ohne die Freundin zu verletzen? Und so verlässt die erste Lüge Janes Lippen. Es folgen weitere Unwahrheiten, die mit der Zeit regelrecht ausufern und sogar zu einem Todesfall führen.

So fand ich's
In diesem Falle ist es für mich nicht einfach, das Buch zu beschreiben, ohne zu viel zu verraten. Ich will es dennoch versuchen….

Jane erzählt die Geschichte in der Ich-Form. Zu Beginn hatte ich das Gefühl, dass die Protagonistin mich als Leser direkt anspricht. Mit der Zeit änderte sich dieser Eindruck. Aber wem erzählt Jane dann ihre Geschichte? Das ist eine der Kernfragen in diesem Buch, deren Antwort man sich als Leser mit der Zeit immer mehr nähert. Janes Gedanken sind etwas sprunghaft und sie wechselt oft die Zeitebene. Dennoch hat die Autorin es gut hin bekommen, dass die verschiedenen Begebenheiten ineinander übergreifen und man als Leser den Faden nie verliert und allem gut folgen kann. Man taucht immer mehr in Janes Psyche ein und lernt sie immer besser kennen.

Das Cover der Originalversion zeigt eine steile Wendeltreppe. Ich finde, dass das meine Gefühle, die ich beim Lesen hatte, sehr gut widerspiegelt. Die Handlung empfand ich als Sog in einer Abwärtsspirale und obwohl es keine Action oder Knalleffekte gab, erhöhte sich der Spannungsbogen immer weiter – leise und subtil, dafür umso intensiver.

Das Ende des Buches hielt dann noch eine Überraschung bereit, die für mich das Tüpfelchen auf dem –i ist und eine sehr spannende Lektüre in sich stimmig abschließt. Lediglich ein, zwei lose Fäden, die offen blieben, haben mich etwas konsterniert.

Elisabeth Kays Erzählstil ist leicht und flüssig zu lesen. Gleichzeitig schafft sie es, eine schaurige Atmosphäre zwischen der Protagonistin und dem Leser zu schaffen, die ich so noch nicht oft erlebt habe. Es ist ein leiser Psychothriller ohne Blutfließen und Gewaltdarstellungen – für mich ein etwas anderes, aber besonderes Leseerlebnis.

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Veröffentlicht am 10.02.2020

Eine kleine, feine Stütze

100 Tage voller Ausgeglichenheit
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Work-Life-Balance – dieser moderne Begriff hatte ich zum ersten Mal auf meiner Reha gehört. Anfangs dachte ich noch, dass es wieder so ein neumodischer Firlefanz sei. Aber ich muss gestehen, dass ich unrecht ...

Work-Life-Balance – dieser moderne Begriff hatte ich zum ersten Mal auf meiner Reha gehört. Anfangs dachte ich noch, dass es wieder so ein neumodischer Firlefanz sei. Aber ich muss gestehen, dass ich unrecht hatte. Ich habe schnell gelernt, dass viel Wahres dran ist und musste mich öfters an die Nase fassen, gab es doch in meinem Alltag viele Punkte mit Verbesserungspotential. Auch wenn man das Mal begriffen und sich verinnerlicht hat, hört das entsprechende Lernen meiner Meinung nach nicht einfach auf. Es ist ein fortlaufender Prozess und man kann immer wieder etwas verändern und verbessern.

Daher habe ich mich über dieses Mitmachbüchlein sehr gefreut. Die 80 liebevoll gestalteten Seiten laden zum Nachdenken, Ideen sammeln und Strategien austüfteln ein. Man findet viele Impulse und Ansätze, die im Grunde genommen gut umzusetzen sind. Trotzdem braucht es natürlich einiges an Selbstdisziplin und Konsequenz, um erfolgreich zu sein. Der Erfolg hängt schlussendlich von einem selber ab. Doch „100 Tage voller Ausgeglichenheit“ ist eine echte Stütze und ich freute mich jeden Tag auf die nächste Idee, die das Büchlein mir schenken würde.

Dieses Eintragebuch ist mit vielen kleinen aber feinen Details ausgeschmückt. Die Farben sind zwar eher etwas für Frauen, aber die Impulse gelten für jedermann. Ich habe meine Gedanken bewusst nur mit Bleistift eingetragen und oftmals weitere Ideen etc. auf separaten Blättern vermerkt, so dass ich das Büchlein immer wieder benutzen kann. Es könnte jedoch auch als Art Tagebuch dienen, in das man seine Fortschritte dokumentieren kann. Die Einsatzmöglichkeiten sind so vielfältig wie die Anwender und ihre eigenen Vorstellungen. Die Anregungen lassen sehr viel Raum für die eigene Fantasie und eigene Ideen. Wer bereit ist, sich auf eine kleine Challenge einzulassen, wird mit diesem Büchlein viel Freude haben.

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