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Veröffentlicht am 16.12.2022

Ein Buch, das Spaß macht (trotz wenig Weihnachtsglitzer)

Küsse, Kekse & Weihnachtszauber
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Darum geht‘s:
Kortney ist Bäckerin mit Leib und Seele und arbeitet im Restaurant des Green Lane Zoos. Ihre Cookies in Tierform sind ein richtiger Verkaufsschlager. Ihr Traum von einer eigenen Backstube ...

Darum geht‘s:
Kortney ist Bäckerin mit Leib und Seele und arbeitet im Restaurant des Green Lane Zoos. Ihre Cookies in Tierform sind ein richtiger Verkaufsschlager. Ihr Traum von einer eigenen Backstube ist jedoch leider sehr weit entfernt. Umso weniger mag sie reiche Schnösel, wie zum Beispiel den Baulöwen Jackson M. Vandas. Er hat zwar dem Zoo ein neues Elefantenhaus ermöglich, aber Kortney sieht in ihm nur einen aufgeblasenen Snob, der sogar ihre Leckereien verschmäht. Und doch liegt ein Knistern in der Luft, wenn sie aufeinandertreffen…

So fand ich‘s:
Überall weihnachtet es sehr und ich liebe es in dieser Zeit, auf dem Sofa eingekuschelt Wohlfühlbücher, die in der Weihnachtszeit spielen, zu lesen. Und dann noch das Setting in einem Zoo? Ja, da konnte ich nicht einfach so an diesem Buch vorbeigehen…

Kortney hat mich dann zu Beginn auch richtig begeistert mit ihrer enthusiastischen und frechen Art. Ihr Herz liegt auf der Zunge, was ihr auch manchmal richtig Probleme einbringt. Aber sie lässt sich nicht unterkriegen. Mit der Zeit empfand ich sie dann aber leider auch etwas zu aufgekratzt, was ich ab und an als anstrengend empfand.

Jackson finde ich dagegen als Figur gut gelungen und der richtige Gegenpol zur quirligen Kortney. Positiv überrascht hat mich die Konstellation von einem Paar mit einem Altersunterschied von 25 Jahren und auch, dass Jackson nicht auf Anhieb als typischer Traummann dargestellt wird. Das findet man in solchen Büchern nicht oft, empfinde ich daher als Mal was Neues und durchaus realistisch.

Die Geschichte wird in einem flotten und daher angenehmen Tempo erzählt. Die Sprache der Autorin kommt manchmal etwas flapsig rüber, was aber zur Figur von Kortney gut passt. Dennoch ging mir dadurch ein bisschen die Romantik unter.

Was mir leider auch fehlte war eine gute Portion von Weihnachtsglitzer und der entsprechenden Stimmung. Weihnachten wird hier zum Komparsen degradiert und spielt für meinen Geschmack eine viel zu untergeordnete Rolle. Die Geschichte hätte sozusagen zu jeder Jahreszeit spielen können und hätte immer noch gleich funktioniert und gewirkt.

Trotzdem hat das Buch auch Spaß gemacht. Für mich ist es ein schwungvoller Liebesroman – ein ideales Zwischendurch-Buch für gute Laune.

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  • Charaktere
Veröffentlicht am 12.12.2022

Eine Geschichte, die unter die Haut geht

Die Schatten über uns
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Darum geht‘s:
Mia und Finn sind dabei eine Familie zu gründen und haben sich dafür ein Haus gekauft, das sie renovieren möchten. Während der Sanierungsarbeiten entdeckt Mia eine Nachricht, die in eine ...

Darum geht‘s:
Mia und Finn sind dabei eine Familie zu gründen und haben sich dafür ein Haus gekauft, das sie renovieren möchten. Während der Sanierungsarbeiten entdeckt Mia eine Nachricht, die in eine Fußleiste eingeritzt worden war: „Ich werde sie vom Dachboden retten“. Trotz böser Vorahnungen untersuchen sie daraufhin den Dachboden gründlich und machen eine furchtbare Entdeckung, die es ihnen unmöglich macht, im Haus zu bleiben.

Das junge Paar kommt bei Finns Eltern unter. Doch Mia lässt den grausigen Fund einfach nicht los und sie beginnt nachzuforschen, was in dem Haus damals passiert ist. Was sie herausfindet, bringt ihre ganze Welt ins Wanken. Doch das wahre Ausmaß des Grauens kann sie vorerst nur erahnen…

So fand ich‘s:
Das Buch fängt recht gelassen an: ein junges Paar, das bald ein Kind bekommt, sucht sich ein Zuhause und da es nicht zu viel kosten darf, entscheiden sie sich für ein renovierungsbedürftiges Haus. Schon bald entdeckt man die starken Charaktere, mit denen der Autor seine Figuren ausgestattet hat und man spürt in der Familie eine gewisse Anspannung – vor allem zwischen Schwiegermutter und Schwiegertochter. Diese Anspannung steigert sich nach der grausigen Entdeckung, die sie auf dem Dachboden des neu erstandenen Hauses machen.

Als ich anfange zu erahnen, in welche Richtung die grausamen Taten, die in dieser Geschichte den Grundstein bilden, gehen, haderte ich mit mir, ob ich das Buch weiterlesen sollte. Ich befürchtete, dass mir das alles persönlich zu nahe gehen könnte. Aber inzwischen hatte mich der Autor so sehr am Haken, dass ich dann doch nicht aufhören konnte mit lesen. Ich finde es faszinierend, wie er es schafft, mich mit der Entwicklung der Geschichte abzuschrecken, mich aber gleichzeitig so zu fesseln, dass ich es nicht schaffe, das Buch wegzulegen. Zwischenzeitlich fühlte ich mich förmlich wie das berühmte Kaninchen, das von der Schlange hypnotisiert wird.

Und immer wenn ich meinte zu wissen, was „damals“ wirklich passiert war, wurde ich durch eine überraschende Wendung eines besseren gelehrt. Mir blieb mehr als einmal die Spucke weg.
Dieses Buch ist alles andere als ein klassischer Psychothriller. Und der Autor versteht es ausgezeichnet, nicht nur mit der Psyche seiner Figuren sondern auch mit der seiner Leser zu spielen. Und das macht für mich gerade den Reiz dieses Buches aus.

Als ich die letzte Seite umgeblättert hatte, musste ich erstmal tief durchatmen und eine Weile innehalten. Die Geschichte hat es wirklich in sich. Und wenn es ein Buch gibt zu dem der Ausdruck „unter die Haut gehen“ passt, dann ist es dieses hier.

Es war mein erstes Buch von John Marrs und hat meiner zarten Seele einiges abverlangt. Aber die Faszination ist dann doch größer und ich werde mir seine anderen Bücher noch genauer anschauen. Aber jetzt brauche ich erstmal ein Wohlfühlbuch…

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Veröffentlicht am 04.12.2022

Spannende Familiensaga

Das Geheimnis des Orangengartens
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Darum geht’s:
Leandra, eine junge Frau im heutigen Berlin, arbeitet als Übersetzerin. Ihr neuer Auftrag gibt ihr schon von Beginn an Rätsel auf. Warum möchte ihr Auftraggeber, der Schmuckhersteller Rufin, ...

Darum geht’s:
Leandra, eine junge Frau im heutigen Berlin, arbeitet als Übersetzerin. Ihr neuer Auftrag gibt ihr schon von Beginn an Rätsel auf. Warum möchte ihr Auftraggeber, der Schmuckhersteller Rufin, unbedingt, dass sie auf seinem Familienanwesen wohnt? Und was sind das für mysteriöse Geräusche, die sie nachts wahrnimmt? Selbst als man versucht sie zu vergiften, ahnt sie noch nicht, wie das Schicksal der Familie Rufin mit ihrer eigenen Familie und insbesondere mit ihrer Vorfahrin Emilia zusammenhängt.

Ende des 19. Jahrhunderts wird Emilia mit dem Schmuckhersteller Witt zwangsverheiratet und wohnt fortan in einem goldenen Käfig. Sie leidet sehr unter dem Jähzorn ihres Ehemannes. Als seine Spielsucht die Existenz der ganzen Familie bedroht, wird Emilias Situation noch schlimmer und sie droht daran zu zerbrechen. Das ungewöhnliche Angebot von Emanuel Rufin, einem Gläubiger ihres Mannes, scheint der einzige Ausweg für sie zu sein.

So fand ich’s:
Ich habe die Autorin Reena Browne erst kürzlich durch ihre “Aubreys End”-Reihe für mich selbst entdeckt. Mir gefällt ihr Erzählstil außerordentlich gut, mit dem sie es schafft, mein Kopfkino auf vollen Touren laufen zu lassen. Es wundert also nicht, dass mich dieses Cover und die Kurzbeschreibung schon fast magisch angezogen haben. Und ich wurde nicht enttäuscht.

Bereits auf den ersten Seiten zeigt sich auch hier wieder das Erzähltalent der Autorin. Sie überzeugt mich, mit der Darstellung der beiden verschiedenen Zeitebenen: die Abschnitte, die im 19. Jahrhundert spielen, lassen sofort ein “Downton”-Abbey-Feeling aufkommen, ohne zu klischeebehaftet zu sein. Und die Teile aus unserer Zeit kommen sprachlich passend lockerer und moderner rüber.

Den Plot-Aufbau finde ich sehr gelungen – fast ein bisschen wie ein Puzzle. Als Leser entdecke ich immer wieder interessante Details, die zum Gesamtbild beitragen und so auch zum Spekulieren einladen. Teilweise liest sich dieses Buch wie ein Krimi, dann wieder wie ein historischer Roman, teils wie eine Liebesgeschichte – es ist einfach alles drin, was mein Leserherz begehrt.

Der einzige Wermutstropfen ist für mich die relativ kleine Seitenzahl. Ein paar zusätzliche Kapitel hätten der Geschichte auf jeden Fall gut getan. So kam einiges ein wenig zu kurz – z.B. ging mir die Liebesgeschichte etwas zu holterdiepolter und die Romantik konnte nur ein bisschen aufblitzen.

Alles in allem hat mich „Das Geheimnis des Orangengartens“ bestens unterhalten. Besonders gut gefallen haben mir auch die wohldosierten mystischen Elemente. Sie sind sehr glaubhaft eingebaut und wirken nie übertrieben. Gleichzeitig versprühen sie einen kleinen Hauch von Mystik über der ganzen Geschichte – Verbindungen, die von Herzen kommen. Einfach schön… Und sehr gerne mehr davon.

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Veröffentlicht am 04.12.2022

Eine Geschicthe wie ein wärmendes Adventslicht

In stressigen Zeiten
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Darum geht’s:
Eine leere Wohnung… ach, nein, nicht ganz leer: ein kleines Adventslicht wartet einsam auf neue Mieter. Wie schön, dass sich Melli die Wohnung als ihr neues Heim aussucht und auch das kleine ...

Darum geht’s:
Eine leere Wohnung… ach, nein, nicht ganz leer: ein kleines Adventslicht wartet einsam auf neue Mieter. Wie schön, dass sich Melli die Wohnung als ihr neues Heim aussucht und auch das kleine Licht sofort in ihr Herz schließt. Melli freut sich sehr auf die Adventszeit. Doch leider kommt es ganz anders als gedacht. Melli muss gesundheitlich kämpfen und bekommt Ärger mit ihrem Exfreund. Ihre neue Freundschaft zu Paul, der im gleichen Chor singt, ist ein kleiner Lichtblick. Doch so richtig kommt sie an Paul nicht ran. Irgendetwas scheint ihn zu beschäftigen. Kann Melli ihn überzeugen, dass es sich lohnt, nach Adventslichtern Ausschau zu halten und deren Wärme zuzulassen?

So fand ich’s:
Eigentlich wollte ich dieses Büchlein als Adventskalender lesen, als welches es auch aufgebaut ist. Und ich versichere, dass ich heute am ersten Advent zur Einstimmung beim Licht der ersten Kerze ausschließlich den Prolog lesen wollte. Aber das kleine Adventslicht, das auf den ersten Seiten in einer leeren Wohnung auf neue Mieter hofft, die es mit seiner Wärme erfreuen möchte, hat gleich mitten in mein Herz getroffen und ich konnte nicht aufhören zu lesen.

Da es nur eine eher kurze Geschichte ist, möchte ich nicht zu sehr auf den Inhalt eingehen, um Spoiler zu vermeiden. Es sind jedenfalls Begebenheiten, die dir und mir oder den Nachbarn widerfahren könnten. Vorkommnisse, die den Alltag erschweren und einem die Hoffnung rauben.

Aber genau dem möchte die Autorin entgegen treten und widmet das Buch „all denen, die an Wunder und Hoffnung glauben“. Und genau das brauchen wir in der heutigen Zeit ganz besonders. Und man kauft es der Autorin ab, dass sie selbst an die Kraft der Lichter glaubt.

Für mich ist dieses Büchlein wie ein kleines Adventslicht, dass wenn man ihm die Chance gibt zu leuchten, es Wärme verteilt und ein wohliges Gefühl und Freude bereitet.

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Veröffentlicht am 26.11.2022

Spannende Geschichte mit wichtiger Botschaft

Alva und das Rätsel der flüsternden Pflanzen
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Darum geht’s:
Alva hat eine besondere Gabe: Sie kann mit Pflanzen kommunizieren. Und von ihrer Mutter lernt sie aus der Natur Medizin herzustellen. Als sich eine mysteriöse Krankheit immer mehr ausbreitet, ...

Darum geht’s:
Alva hat eine besondere Gabe: Sie kann mit Pflanzen kommunizieren. Und von ihrer Mutter lernt sie aus der Natur Medizin herzustellen. Als sich eine mysteriöse Krankheit immer mehr ausbreitet, stirbt auch Alvas Mutter. Alles was ihr bleibt, ist ihr artenreicher Garten und das Heilpflanzenbuch ihrer Mutter. Als der Verdacht aufkommt, dass die Pflanzen der Auslöser der tödlichen Krankheit sei, befiehlt der Stadtvorsteher die Vernichtung aller Gewächse. Doch Alva ist sich sicher, dass etwas anderes hinter der Krankheit stecken muss und macht sich wild entschlossen auf, die Wahrheit rauszufinden. Unterwegs bekommt sie unerwartete Hilfe von Idris und Ariana. Doch die drei sind alles andere als Freunde und sie müssen sich erst noch zusammenraufen, um eine Chance zu haben, die Wahrheit und vor allem ein Heilmittel zu finden.

So fand ich’s:
Manchmal würde ich zu gerne wissen, was meine Pflanzen in der Wohnung und auf dem Balkon so denken. Da beneide ich Alva sehr um ihre Gabe. Umso gespannter war ich, wie die Autorin Yarrow Townsend ihre Protagonistin mit den Pflanzen kommunizieren lassen würde. Und ich finde, sie hat da einen sanften und einfühlsamen Weg gefunden, das darzustellen. Für mich kam das so rüber, dass wenn jemand ohne Gabe die Blätter im Wind rascheln hört, das Alva eben als geflüsterte Worte wahrnimmt. So werden die Pflanzen auch zu einer Art von Verbündeten und können mit Informationen helfen. Auch wenn das recht fantastisch klingt, wirkt es nie übertrieben, so dass ich mir alles perfekt bildlich vorstellen konnte.

Neben der Botschaft, dass wir die Natur unbedingt schützen müssen, steht in dieser Geschichte auch der Freundschaftsgedanke „zusammen schaffen wir das“ im Mittelpunkt. Mir hat jedenfalls die Entwicklung der Beziehung zwischen der drei Kinder Alva, Idris und Ariana sehr gut gefallen. Gerade Alva ist zu Beginn sehr skeptisch und abweisend, muss aber schnell lernen, dass sie es alleine kaum schaffen kann.

Den Erzählstil empfinde ich als sehr einfallsreich, aber durchaus dem Alter der Zielgruppe angemessen. Es wird immer wieder deutlich, wie sehr die Autorin selbst die Natur schätzt und Pflanzen liebt.

Vor jedem Kapitel wird eine Heilpflanze vorgestellt, die mit viel Liebe zum Detail vom Illustrator Torben Kuhlmann gezeichnet wurden. So lernt man ganz nebenbei noch etwas zu diesem spannenden Thema.

Im Nachwort erzählt die Autorin, dass sie bereits vor der Corona-Pandemie an dem Buch gearbeitet hat, was ich in diesem Zusammenhang sehr spannend finde. Jedenfalls passt die Geschichte perfekt in unsere Zeit und enthält wie schon erwähnt wichtige Botschaften, die in eine unterhaltsame und sehr spannende Geschichte verpackt sind und somit für mich eine ganz klare Leseempfehlung.

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