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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 05.11.2024

Leseempfehlung

Donnerstags im Café unter den Kirschbäumen
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"Frau Komachi empfiehlt ein Buch" hat mir ein Freund zum Geburtstag geschenkt. Es war eine Bereicherung, denn der Schreibstil von Michiko Aoyama ist wunderbar. Und dieses ist genauso verfasst. Allerdings ...

"Frau Komachi empfiehlt ein Buch" hat mir ein Freund zum Geburtstag geschenkt. Es war eine Bereicherung, denn der Schreibstil von Michiko Aoyama ist wunderbar. Und dieses ist genauso verfasst. Allerdings sind es diesmal lauter Kurzgeschichten, die alle in Café unter den Kirschbäumen anfangen und auch dort enden. Donnerstags. Sie spielen in Tokio und Sydney und man lernt unterschiedliche Figuren kennen und auch schätzen. Jede Geschichte birgt für sich kleine oder größere Aha-Effekte, Augenöffner, wenn man so will. Die Stammgäste des versteckt liegenden Cafés sind sehr unterschiedlich: Karrierefrau, Kakaotrinkerin und Briefeschreiberin, Beobachter, Erzieherin... und bei allen lernt man Situationen kennen vor denen sie zurückschrecken oder auf die sie sich freuen. Es kommt auf die innere Haltung, wie man in Situationen reagiert und mit anderen Leuten, ob Mensch, Tier oder Pflanze umgeht. Oder auch wie man isst und trinkt, grüßt und mit sich selbst umspringt. Man kann sich nicht in jeden hineinversetzen oder dessen Gedanken lesen. Aber man kann einiges tun, um Missverständnissen vorzubeugen oder ihnen freundlich zu begegnen. Wie das gehen kann, erfährt man unter anderem in diesen Kurzgeschichten.
Ich mag dieses Buch auch sehr gerne und empfehle es weiter!

Veröffentlicht am 22.10.2024

Herrlich kitschiger Weihnachtsroman

Single All the Way. A Christmas Roadtrip
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Sam liebt Weihnachten und jede Form noch so kitschiger Deko, leider streikt ihr Auto und sie hat kein Geld mit anderen Verkehrsmitteln nach Hause zu fahren. Da bietet sich eine Mitfahrgelegenheit an, leider ...

Sam liebt Weihnachten und jede Form noch so kitschiger Deko, leider streikt ihr Auto und sie hat kein Geld mit anderen Verkehrsmitteln nach Hause zu fahren. Da bietet sich eine Mitfahrgelegenheit an, leider fährt auch jemand mit, in den sie früher abgöttisch verliebt war. Tristan wiederum ist ein Grinch. Wenn schon Weihnachten, dann so reduziert an Deko und Gerüchen wie möglich. Leider hat der Fahrer, sein Bruder, kein Einsehen, und belädt den Kofferraum auch mit allerlei Glitzer, Deko und Plätzchen... Als Sam und noch ein Mädchen einsteigen, bekommt Tristan erst Recht zu viel...

Es ist ein hinreißender Roman, der natürlich auch mit Liebe aufwartet. Aber vor alle nimmt der Dekosucht mancher Leute herrlich aufs Korn. Für Nick und Sam ist das zu viel gerade gut genug und man könnte ruhig noch etwas drauf legen. Für jeden, der es minimalistisch mag, ein Albtraum. Mich gruselte es beim Lesen und vor dem inneren Auge zogen einige Vorstellungen ab, die noch mehr Horror brachten Dazu besuchen die Herrschaften ein weihnachtliches Elfendorf mit Ktsch hoch drei. Die Geschichte ist allerdings sehr anregend verfasst und genauso für jeden Minimalisten geeignet. Denn alle anderen werden auf die Schippe genommen und das Überzogene hat seinen Reiz. An vielen Stellen musste ich lachen oder grinsen. Herrlich!

Veröffentlicht am 22.10.2024

Super! Ideal für ein verregnetes Wochenende auf dem Sofa

Spiegelberg
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Cora Johannis ist Journalistin, die ein Händchen dafür hat, in spezielle Kriminalfälle mit hineingezogen zu werden. Sie fängt dann an sehr hintergründig zu ermitteln. Dieses Mal wird sie Zeugin, wie eine ...

Cora Johannis ist Journalistin, die ein Händchen dafür hat, in spezielle Kriminalfälle mit hineingezogen zu werden. Sie fängt dann an sehr hintergründig zu ermitteln. Dieses Mal wird sie Zeugin, wie eine frühere, französische Botschafterin angegriffen wird und kurz darauf einen schweren Unfall hat. Sie bittet Cora, die Erste Hilfe leistet, Camille zu beschützen ohne dass diese ahnt, wer oder was das ist. Ihre Recherchen bringen zahlreiche Intrigen und menschliche Abgründe zutage, die teilweise in mit Geschehnissen in den 1980-er Jahre im Kanton Bern zu tun haben.
Man ist sofort mittendrin und sollte den Regionalkrimi nicht erst abends anfangen zu lesen. Man will wissen, wie es weitergeht und Gasser liefert Fakten, die er mit Fiktion verrührt und einen anregenden Krimi daraus strikt. Es wird immer abgründiger, interessanter und enorm spannend. Ideal für ein Wochenende oder ein paar Regentage auf dem Sofa!

Veröffentlicht am 22.10.2024

Schade

Can’t Spell Treason Without Tea
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Reyna ist Leibwächterin einer blutrünstigen Königin, die entsprechend viele Feinde hat. Sie ist von Barbaren umzingelt, die vor allem sie und ihr Volk für Unzivilisierte halten. Reyna hat genug von ihrem ...

Reyna ist Leibwächterin einer blutrünstigen Königin, die entsprechend viele Feinde hat. Sie ist von Barbaren umzingelt, die vor allem sie und ihr Volk für Unzivilisierte halten. Reyna hat genug von ihrem Job und eröffnet zusammen mit einer Magierin ein Bücher-Tee-Café. Aber Ruhe finden sie dort keine, weil Drachen ihr Geschäft angreifen. Die Liebe spielt mit hinein und eigentlich ist es mehr eine Schnulze mit Drachen, Magie und Kampf als ein ordentlicher Fantasyroman. Dazu sehr einfache, lockerleichte Schreibweise. Allenfalls noch eine Bettlektüre, die weder interessiert noch auf- oder anregt. Schade!

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Veröffentlicht am 22.10.2024

Über- statt miteinander reden?

Der Brieffreund aus Svealand
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Ana lebt mit ihrem vor kurzem eingeschulten Sohn Daniel und ihrem Mann Oliver in Berlin. Ihr Mann verhält sich seit einiger Zeit komisch und ist auf einmal weg. Ganz weg, so weg, dass er mit ihr nur noch ...

Ana lebt mit ihrem vor kurzem eingeschulten Sohn Daniel und ihrem Mann Oliver in Berlin. Ihr Mann verhält sich seit einiger Zeit komisch und ist auf einmal weg. Ganz weg, so weg, dass er mit ihr nur noch über einen Anwalt kommunizieren will und seine Eltern denken, Ana hätte ihn rausgeschmissen. Ihre eigenen Eltern nehmen das Schlimmste an und nehmen auch vor Daniel kein Blatt vor den Mund, wodurch der sich von seinem Vater distanziert. Der Anwalt legt Ana Papiere zur Scheidung vor, die sie irgendwann auch unterschreibt, weil die ganze Situation noch ärger wurde. Sie erinnert sich an Tjorben, einen Freund aus Kinder- und WG-Tagen und reist nach Schweden, um ihn zu besuchen. Was sie dort erlebt, ist sehr seltsam.

Ich finde, die Autorin zeigt mit beiden Herangehensweisen klar ein dickes Problem unserer heutigen Gesellschaft auf. Statt miteinander redet man mit Freunden und, in diesem Fall, entfernteren Familienmitgliedern oder sogar mit Arbeitgebern über Probleme, die so nicht zu lösen sind. Oliver ist zu feige, Ana etwas zu gestehen. Und auch in Schweden ist jemand, der nicht klar mitteilt, was mit Tjorben passiert ist. Und auch Ana, die fast alles tut, um rauszufinden, warum sie Tjorben nicht finden kann und keiner nix genaues weiß, läuft erst Mal alle äußeren Kreise ab, bevor sie sich an die innere Familie Tjorbens wagt. Es ist ein gut verfasster Roman bei dem man sich öfter fragt, warum so kompliziert statt "einfach" miteinander offen zu kommunizieren?

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