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Veröffentlicht am 08.04.2024

Na ja

Strom - Das dunkle Erwachen
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Eine düstere Fantasy-Welt, in der eine künstliche Intelligenz das Sagen hat und engstirniger Rassismus an der Tagesordnung ist.

Fiora ist dunkelhäutig und lebt in einem Dorf in den Bergen unter Hellhäutigen. ...

Eine düstere Fantasy-Welt, in der eine künstliche Intelligenz das Sagen hat und engstirniger Rassismus an der Tagesordnung ist.

Fiora ist dunkelhäutig und lebt in einem Dorf in den Bergen unter Hellhäutigen. Ihre Mutter war dunkel wie sie, aber ihre übrige Familie ist hellhäutig. Fiora hat es nicht leicht, sie wird ausgegrenzt und nur wenige akzeptieren sie so, wie sie ist. Als ein Händler das Dorf aufsucht und ihr einige Anregungen gibt, ändert sich ihr Leben. Sie fängt an zu reisen und erkennt ihre Lebensaufgabe in einer extrem düsteren Welt.

Sehr schade ist, dass die Geschichte an sich flach bleibt. Keinerlei Übergang zu unserer heutigen Welt, in der KI gerade quasi laufen lernt, keinerlei Sozialkritik oder andere Bezüge aufnehmend und in den Fantasyroman hineinflechtend. So ist dieser Roman sehr oberflächlich und banal. Er ist gut zu lesen, beginnt super atmosphärisch und wird zum Ende hin leider immer oberflächlicher.

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Veröffentlicht am 08.04.2024

Krimi mit Abenteuerflair

Das Meer der Lügen
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Es ist der erste Krimi einer neuen Reihe rund um den britischen Offizier Lord John, der in der Highland-Saga Outlanders eher schlecht weg kommt.

1757 kehrt Lord John Grey aus seinem schottischen Exil ...

Es ist der erste Krimi einer neuen Reihe rund um den britischen Offizier Lord John, der in der Highland-Saga Outlanders eher schlecht weg kommt.

1757 kehrt Lord John Grey aus seinem schottischen Exil zurück und fasst wieder Fuß in der High Society Englands. Im Club erhält er einen ziemlich heiklen Auftrag. Es wird vermutet, das britische Soldaten mit dem französischen Feind kollaborieren. Dazu kommen ein Mord und auch seiner eigenen Familie laufen die Dinge ziemlich unrund. Er hat also jede Menge um die Ohren.

Der Krimi ist handfest und gut beschrieben. Einzig Lord John wirkt eher wie eine Neben- als wie eine Hauptfigur. Er kommt ziemlich blass rüber. Die eigentlichen Nebenfiguren sind teilweise wesentlich interessanter als John, der ja ermittelt und um den sich ziemlich viel dreht. Dennoch ist das Buch abenteuerlich und spannend. Im Gegensatz zu den üblichen Romanen Gabaldons ist es eher sachlich verfasst und lässt sich sehr angenehm lesen.

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Veröffentlicht am 03.04.2024

Gute Idee fatal umgesetzt

Der kleine Pferdehof am Deich
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Der Anfang liest sich recht nett. Lara ist eigentlich Journalistin und wurde von einer Kollegin übelst verleumdet und keine Redaktion will mehr mit ihr arbeiten. Anstatt sich daran zu machen zu beweisen, ...

Der Anfang liest sich recht nett. Lara ist eigentlich Journalistin und wurde von einer Kollegin übelst verleumdet und keine Redaktion will mehr mit ihr arbeiten. Anstatt sich daran zu machen zu beweisen, dass sie unschuldig ist, kümmert sie sich um ihr unverhofftes Erbe. Sie übernimmt zusammen mit dem geschäftlichen Partner ihrer Oma deren Reiterhof.
Was sehr schade ist: man hätte vieles aus diesem Plot machen können. Von seicht bis anspruchsvoller wäre vieles möglich gewesen. Stattdessen ist André ein sehr oberflächlicher Charakter, der zuerst in Lara nur diejenige sieht, die sowieso nicht bei der Stange bleibt. Warum, erschließt sich zwar, aber ein Geschmäckle bleibt. Am Ende tut er fast alles, um es seiner Verlobten recht zu machen und lässt Lara im Stich ohne das die beiden miteinander reden könnten. Warum denn bloß?

Dann kennt sich die Autorin nur sehr rudimentär mit Pferden, reiten und Reiterhof aus. Das merkt jede, die gerne reitet oder früher mal intensiv ritt, sich mit Zaumzeugen, Hilfengebung etc. auskennt. Mal ist es ein Pferdehof, mal eine Ranch (wo sind die Rinder??), von klar definierten Begrifflichkeiten hält die Autorin nichts. Und leider auch nichts von einem Roten Faden. Fing es noch relativ gut an, gleitet die Geschichte in eine Art Groschenroman ab. Laras altes Pony und die neue Liebe zu André ist wichtiger als alles andere. Als dann der erste Lover (Verlegersohn der ehemaligen Zeitung) aufkreuzt und sie wieder zurückhaben will, wird sie doch echt fast schwach. Und ich denke: Himmel! Dat gibbet es ja wohl nicht... Fohlen kommen in einem Schwall aus Blut zur Welt - nö, in einer Eihaut. So einen Tick mehr an Recherche und Fachkenntnissen wäre wohltuend gewesen.

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Veröffentlicht am 25.03.2024

Süffiger Krimi

Bellinilügen
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Dieser Roman ist der fünfte einer Reihe um die Köchin Doro Ritter, der während ihrer auswärtigen Aufträge immer etwas Kriminalistisches in die Quere gerät. Und dann nimmt ihre Spürnase die Spur auf. Der ...

Dieser Roman ist der fünfte einer Reihe um die Köchin Doro Ritter, der während ihrer auswärtigen Aufträge immer etwas Kriminalistisches in die Quere gerät. Und dann nimmt ihre Spürnase die Spur auf. Der Krimi ist in sich abgeschlossen.

Es ist ein kleiner Balance-Akt und eigentlich mehr Wohlfühlroman mit kriminalistischen Elementen inklusive einem Mord als Krimi. Und das ändert sich erst zum Ende hin, da übernimmt der Krimi eindeutig die Führung. Ein Krimi, den man „auf ex“ inhalieren kann – mit viel Bellini, sehr viel Flair am Gardasee samt einiger Besonderheiten, die man sich angucken könnte, falls man da mal vorbei kommen sollte und kulinarischen Spezialitäten. Der Krimi ist ebenso gut wie der Wohlfühlroman, beides wird gut miteinander verrührt und gewürzt. Die Figuren sind allesamt gut ausgearbeitet ebenso wie man sich keinen Mörder unter ihnen vorstellen mag und doch befindet er sich unter ihnen.
Lesenswert und zum Miträtseln geeignet!

Veröffentlicht am 25.03.2024

Ein Stück Zeitgeschichte - die 1980-iger leben auf

Lass uns noch mal los
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Susanne Matthiessen nimmt die Boomer-Generation aufs Korn und sich selbst dabei ein wenig mit hinein. Es ist ein Roman und gleichzeitig ein Stück Zeitgeschichte.

Wer waren die Boomer und was macht sie ...

Susanne Matthiessen nimmt die Boomer-Generation aufs Korn und sich selbst dabei ein wenig mit hinein. Es ist ein Roman und gleichzeitig ein Stück Zeitgeschichte.

Wer waren die Boomer und was macht sie bemerkenswert? Matthiessen nimmt sich die Frauen dieser Generation vor. Sie wollten haben, was ihnen zustand: Mehr Geld, mehr Macht und Einfluss, ein deutlich unabhängigeres Leben als es die Frauen der Generationen vor ihnen hatten. Und vor allem ein Leben, wie sie es sich vorstellten. Angesiedelt ist das Ganze in Berlin-Kreuzberg, ein Quartier, das schon immer ein bisschen anders tickte und das kein typisches Wohlstandsviertel war. Nicht so, wie etwa Charlottenburg. Das Ganze zur Zeit als es die BRD und die DDR noch gab, als Deutschland noch ziemlich spießige Wohnzimmer hatte und spießige Ansichten obendrein. Raus aus Eiche rustikal hinein in ein anderes Leben(sgefühl). Die 1980-iger Jahre leben in diesem Roman wieder auf. Sehr unkonventionell und doch so beschrieben, dass man sich alles sehr gut bildlich vorstellen kann.

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