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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 06.03.2023

Süffig und kurzweilig

Fischbrötchen und Roibuschtee
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Ein Fördeliebe-Roman, der rein gar nichts mit den Figuren aus den anderen vier Roman zu tun hat. Und der größtenteils in Namibia spielt. Er beginnt und endet in Eckernförde, Fischbrötchen kommen auch vor, ...

Ein Fördeliebe-Roman, der rein gar nichts mit den Figuren aus den anderen vier Roman zu tun hat. Und der größtenteils in Namibia spielt. Er beginnt und endet in Eckernförde, Fischbrötchen kommen auch vor, sogar Schnee und kühler Wind an der Ostsee und in Hamburg. Alles andere spielt sich in warmen Gefilden ab.

Hannas Freund hat sich in eine andere verliebt. Und bevor er guckt, ob sich mit dieser Dame etwas Neues beginnen lässt, macht er erst Mal mit Hanna Schluss. Die flüchtet zu ihren Eltern und reist dann alleine nach Windhoek. Dort in der Nähe wird ihre beste Freundin heiraten und statt mit Hans kommt sie nu eben alleine. Auf dem Flughafen begegnet sie Louis und oh, Wunder, man begegnet sich immer mehrmals im Leben!
Man ahnt zum Glück nicht, dass sich die beiden am nächsten Tag wiedersehen und mehrere Tage miteinander verbringen werden. Höchstens ein bisschen 😉
Die Geschichte entwickelt sich extrem kurzweilig und wird von etlichen Herausforderungen garniert. Ebenso lernt man ziemlich viel über die Stadt Swakopmund, die zwischen der Namib und dem Atlantik liegt, sowie über das Leben in der Stadt heutzutage.
Ganz anders als die bisherigen, deutlich seichteren „Fördelieben“, überrascht dieser Roman deutlich. Immer noch ein reiner Liebes- und Wohlfühlroman, aber auf einer anderen Ebene. Dazu gibt es den ein oder anderen erfrischenden Sommer-Cocktail zu entdecken.

Veröffentlicht am 06.03.2023

Sehr einfache Sprache

Die Töchter der Kornmühle
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Rena und Viktoria sind Schwestern, um die 70 Jahre alt, und zanken sich immer noch wie früher als Jugendliche. Rena ist die ältere der beiden und liebt die Kornmühle, in der sie Zeit ihres Lebens wohnt ...

Rena und Viktoria sind Schwestern, um die 70 Jahre alt, und zanken sich immer noch wie früher als Jugendliche. Rena ist die ältere der beiden und liebt die Kornmühle, in der sie Zeit ihres Lebens wohnt und die sie von ihrer Mutter übernommen hat. Auch ihre Tochter Hilka liebt das Leben in diesem, nur als Museumsmühle fungierenden, Gebäude, und alles ,was damit zusammenhängt. Leider die Mühle in keinem guten Zustand mehr. Viktoria zog es rasch raus in die Welt. Sie spricht mehrere Sprachen und wohnt in London. Als ihre Mutter ins Krankenhaus muss, kehrt sie nach Hause zurück. Bei Besuchen erzählt die Mutter den betagten Schwestern von früher, von ihren Vätern und vom Leben während des Zweiten Weltkriegs.

Die Geschichte an sich ist empathisch erzählt. Was mich beim Lesen ermüdete, sind die ständigen inhaltlichen und wörtlichen Redundanzen. Die sehr einfach gehaltene Sprache. Bis zur Mitte kommt die Geschichte gefühlt kaum vom Fleck. Es wird in zwei Zeitebenen viel erzählt, nicht uninteressant eigentlich, aber viel zu einfach. Bilder werden herauf beschworen, ja, das schon. Aber inhaltlich tut sich nicht wirklich viel. Vater und Mutter liebten sich, der Vater leidete im Krieg und danach. Viktoria geht es auch nicht schnell genug, denn die Mutter kann die Geschichte nur ganz von A bis Z erzählen, sonst verliert sie den Faden. Das merkt man leider auch beim Lesen. Die Autorin baut viele Längen ein. Dazu kommt noch, das Hilkas Freund sie offenbar liebt, aber dennoch eine Gemeinheit plant, die die Mühle und das Leben der vier Frauen betrifft. Klar ist lange nur: Er liebt, plant trotzdem Mieses und was, das erfährt man erst zum Schluss. Samt Warum. Statt Spannung aufzubauen, erlahmte mein Interesse zunehmend.

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Veröffentlicht am 03.03.2023

Neuauflage

Die russische Herzogin (Die Zarentöchter-Saga 3)
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Es ist der letzte Band einer Trilogie, die mit „Der Zuckerbäckerin“ ihren Anfang nahm und um 1863 herum im Württembergischen spielt.

Die ersten Bände drehten sich um den Werdegang von Olga Nikolajewna ...

Es ist der letzte Band einer Trilogie, die mit „Der Zuckerbäckerin“ ihren Anfang nahm und um 1863 herum im Württembergischen spielt.

Die ersten Bände drehten sich um den Werdegang von Olga Nikolajewna Romanowa, die in diesem Buch mittlerweile die Ehefrau von Karl I. und somit Königin von Württemberg geworden ist. Sie nimmt sich ihrer Nichte Wera an. Einer äußerst eigenwilligen Großfürstin, die sich noch ziemlich kindisch verhält und so manchen Plan durcheinander bringt. Sie bringt Trubel ins Haus und lässt ihre Tante den Kummer vergessen, keine eigenen Kinder zu haben. Nebenbei erfährt man, wie Württemberg unter Olga und Karl regiert wurde. Unter anderen förderte Olga Spitäler und ähnliche gesundheitsfördernde Einrichtungen.
Der Roman ist zweigeteilt. Zunächst erfährt man viel über das Leben Olgas und ihre Wohltätigkeiten und das höfische Leben in Stuttgart. Die zweite Hälfte wird aus Weras Perspektive erzählt, die lange für geistig verwirrt gilt – zumindest unter den Höflingen. Denn sie ist wild, unachtsam und entspricht so gar nicht dem Bild einer jugendlichen Dame. Später knabbert das Schicksal heftig an ihr und sie tut einem oft leid. Gut verfasst, locker zu lesen und interessant gehalten durch viele gut recherchierte Fakten, liest es sich in einem Schwung durch.
Mir fiel allerdings auf, dass ich es schon mal gelesen hatte und machte mich schlau. Es ist eine Neuauflage, was dem Titel leider nicht zu entnehmen ist.

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Veröffentlicht am 24.02.2023

Spritzig

Die kleine Bucht in Kroatien
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Ich habe aufgrund des Titelbildes mit einem superseichten Roman gerechnet. Es ist ein echter Wohlfühlroman mit mehr Tiefgang als gedacht 🙂 Und ein sehr amüsanter.

Maddie hat eigentlich Kunstgeschichte ...

Ich habe aufgrund des Titelbildes mit einem superseichten Roman gerechnet. Es ist ein echter Wohlfühlroman mit mehr Tiefgang als gedacht 🙂 Und ein sehr amüsanter.

Maddie hat eigentlich Kunstgeschichte studiert und zeichnet sehr gerne. Bisher war sie bei Galerien recht erfolglos unterwegs und schlägt sich als Köchin bei Nina in Paris wacker durch. Diese empfiehlt ihr einen Sommerjob auf einer Yacht, bei einem Freund, der noch jemanden als Koch und Mädchen für alles benötigt. Sie bewirbt sich und lernt dabei auch Ninas Bruder kennen. Allerdings ist der in ein zickiges, dürres Model verliebt. Und der Rest der sechs Gäste an Bord ist auch nicht ohne. Ein weiteres arrogantes Model, ein dicker, reicher Mann, Simon, der Maddie bei jeder unpassenden Gelegenheit anbaggert sowie eine undurchsichtige, aber kluge Dame. Die Models sind das Salz in der Suppe, man möchte ihnen leibhaftig nicht begegnen. Was sich an Bord entwickelt und wie Maddies sich mit ihrer losen Zunge das Leben teils erschwert, teils aber auch erleichtert, liest sich wunderbar lockerflockig.
Grundlegend gibt es einige Herausforderungen zu bewältigen. Dabei steht Maddie mit beiden Beinen fest auf der Yacht, meistens jedenfalls. Dazu kommen noch ein paar spezielle Begegnungen und die Landschaft der kroatischen Adriaküste.
Viele Szenen kann man sich bildlich vorstellen und man taucht beim Lesen einfach ein und erfrischt wieder auf. Ein idealer Roman zum einfach „weglesen“. Aber eindeutig keine Lektüre fürs Bett und nur mal ein paar Seiten lesen, dafür möchte man oft zu gerne wissen, wie es weitergeht.

Veröffentlicht am 24.02.2023

Traum mit Standfuß

Gut Erlensee - Margaretas Traum
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Margareta wächst als Gutstochter auf. Die Familie ist eigentlich breit aufgestellt, hat aber in den letzten Jahren die Landwirtschaft vernachlässigt. Ihr Vater führte vor dem 1. WK die Druckerei ihres ...

Margareta wächst als Gutstochter auf. Die Familie ist eigentlich breit aufgestellt, hat aber in den letzten Jahren die Landwirtschaft vernachlässigt. Ihr Vater führte vor dem 1. WK die Druckerei ihres Opas weiter und während des Krieges übernahmen seine Töchter sie. Jetzt, 1919, ist der Vater zurück und wirtschaftet sie herunter. Denn er ist der Ansicht, seine Töchter gehören unter die Haube, ins Haus und nicht in den Männerberuf. Argumenten und Möglichkeiten andere Publikationen zu drucken als bisher ist er nicht zugänglich. So geht die Druckerei den Bach hinunter.
Das mitzuerleben durchs lesen, ist schon arg. Denn Margareta bemüht sich sehr ihren Vater umzustimmen. Verliebt sich derweil und bekommt geeignete, finanziell gut gestellte Männer vorgestellt, um den Familienbetrieb doch noch zu retten. Sie wehrt sich dagegen und gibt scheinbar nach. Ihr Bruder kam mit einem Trauma aus dem Krieg zurück und möchte zusammen mit der kleinen Schwester die Landwirtschaft wieder erwecken und mit einer Pferdezucht breiter aufstellen. Beide scheitern lange am Widerstand der etwas bräsig dargestellten Eltern. Die Oma hingegen ist pfiffig und unterstützt die tatkräftigen Geschwister.
Geschrieben ist das Ganze ungeheuer anregend und mitreißend. Man möchte immer weiter lesen, sehr ungünstig, wenn man abends im Bett nur noch ein paar Seiten lesen möchte... ;-I Schmöker!

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