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Erdhaftig

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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 17.10.2019

Das Licht vergangener Tage

Das Licht vergangener Tage
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Die Schreibe ist anspruchsvoll, gespickt mit Hinweisen auf berühmte Persönlichkeiten und Architektur Budapests. Das ist einerseits sehr anschaulich und interessant. Andererseits wirkt die Geschichte dadurch ...

Die Schreibe ist anspruchsvoll, gespickt mit Hinweisen auf berühmte Persönlichkeiten und Architektur Budapests. Das ist einerseits sehr anschaulich und interessant. Andererseits wirkt die Geschichte dadurch manchmal etwas überfrachtet. Nichts desto trotz: ein lesenswerter Roman.

Veröffentlicht am 04.10.2019

Zimtgebäck und Winterküsse

Zimtgebäck und Winterküsse
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Der Originaltitel lautet "The white christmas Inn" und passt richtig gut. Denn es dreht sich alles um eine eingeschneite, heimelige Pension mitten in den Bergen. Ein Schneesturm sorgt für gesperrte Straßen, ...

Der Originaltitel lautet "The white christmas Inn" und passt richtig gut. Denn es dreht sich alles um eine eingeschneite, heimelige Pension mitten in den Bergen. Ein Schneesturm sorgt für gesperrte Straßen, unerwartete Gäste und allerlei Aufregung. Statt Zimtgebäck stehen Brownies hoch im Kurs und geküsst wird nicht viel. Auch das Titelbild verschafft eine völlig falsche inhaltliche Vorstellung.

Eigentlich ist die Pension viel zu klein für die vielen unterschiedlichen Gäste. Weil eine Schriftstellerin ihre Suite mit einem fremden Mann und seinen kleinen Töchtern teilt, kommt es aber hin. Es ist weniger eine zusammenhängende Geschichte, die hier vorliegt. Es sind unterschiedliche Episoden beschrieben. Jede für sich hat durchaus etwas für sich. Einige laden zum Schmunzeln ein oder zum Kichern. Trotzdem wurde ich mit diesem Buch nicht warm. Und ich dachte darüber nach, was mir fehlte. 

Nett genügt nicht

Die Figuren sind nett beschrieben, einigermaßen gut ausgearbeitet. Aber ich wurde mit keiner so richtig warm. Keine von ihnen wird so beschrieben, dass ich sie mir oder/und ihr Handeln vorstellen konnte. Sie blieben allesamt blass. Die Kinderbuchautorin ist das erste Mal in der Pension und nimmt sofort einen Fremden in ihre Suite auf, liest seinen Kindern das neue, noch nicht erschienene Buch vor und schenkt es ihnen. Finde ich weder total süß noch glaubwürdig. Ähnlich ergeht es mir mit anderen Figuren - glücklicherweise nicht mit allen! Die Episode rund um die versetzte Braut ist knuffig, aber auch da fehlt es: an Wärme, an vertieftem Hintergrund. Keine einzige Episode ist so gut ausgearbeitet, dass es Freude bereitet sie zu lesen. Es reicht gerade so für eine annehmbare Bettlektüre vor dem Einschlafen. 

Veröffentlicht am 25.09.2019

Überzeugt nicht, irritiert ziemlich

Die Ameisenfrau
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Es gibt viele Morde, viele Verletzte und eine Angst einjagende Organisation. Die Ameisen haben damit nichts zu tun. Sie hängen nur mit einer Hauptfigur zusammen, die über sie und ihre Schwarmintelligenz ...

Es gibt viele Morde, viele Verletzte und eine Angst einjagende Organisation. Die Ameisen haben damit nichts zu tun. Sie hängen nur mit einer Hauptfigur zusammen, die über sie und ihre Schwarmintelligenz forscht. Ansonsten? Teils sachlich, teils trivial verfasst - weder Fisch noch Fleisch, der Schreibstil wandelt sich ab und zu. Der Autor schreibt unglaubwürdig, vermag mich nicht zu fesseln und die Story ist hanebüchen. Die Geschichte habe ich teilweise überhaupt nicht verstanden.

Veröffentlicht am 24.09.2019

Finger weg

Ein zauberhafter Winter
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Als ich das Buch anfragte, kannte ich nur die Inhaltsangabe. Und die las sich zwar schon trivial, aber auch sehr anregend und so, als ob dieser Titel mir ein paar Stunde süße Lektüre verschaffen würde.

Zielgruppe: ...

Als ich das Buch anfragte, kannte ich nur die Inhaltsangabe. Und die las sich zwar schon trivial, aber auch sehr anregend und so, als ob dieser Titel mir ein paar Stunde süße Lektüre verschaffen würde.

Zielgruppe: Leser, die sehr seichten Herzschmerz mögen

Die erste Hälfte dreht sich nur darum, dass die Hauptfigur sich selbst bemitleidet und zu viel über ihren Freund grübelt. Ist er nun ein echter Freund oder ist er es nicht? Für Leser ist schnell klar, welche Sorte sie erwischt hat. Auch die Nebenfiguren neben reichlich Raum ein. Der angepriesene Inhalt kommt erst im letzten Drittel in Fahrt. Bis dahin überschlug ich einige Seiten.

Der Sprachstil ist flapsig und nicht der, den ich mir für Romane zum lockerleichten schmökern wünsche. Aber nicht der Grund dafür mehrere Seiten ab und zu zu überblättern. Denn die Autorin lässt einen an den gedanklichen Monologen ihrer Hauptfigur intensiv teilhaben und die drehen sich rund um ihr scheinbar verkorkstes Leben und dem Jammern über ihre Situation - Job und "Freund" weg, alleine ohne Freundin in Skagen urlaubend -. Du liebes Bisschen. Nein, leider. Nicht mein Ding.

Veröffentlicht am 21.09.2019

Einfühlsam und gut recherchiert

Die Frau des Kaffeehändlers
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Zwei Erzählstränge, zwei Zeiten, eine Familie. Beide Stränge laufen später quasi zusammen, zu Beginn erfährt man in zwei Geschichten, was 1896 und was in der Gegenwart geschah. Der Kaffeehandel, die Liebe ...

Zwei Erzählstränge, zwei Zeiten, eine Familie. Beide Stränge laufen später quasi zusammen, zu Beginn erfährt man in zwei Geschichten, was 1896 und was in der Gegenwart geschah. Der Kaffeehandel, die Liebe zum aromatischen Getränk und später auch die Liebe zwischen zwei Menschen vereinte so Einiges. 

Die Enkelin & die Pfeffersäcke

Melina entdeckt, dass ihre verstorbene Großmutter viele Artikel über eine alteingesessene Kaffeehändlerfamilie sammelte und fragt sich, was es damit auf sich hat. Natürlich findet sie das Geheimnis heraus, das ahnt man von Beginn an. Aufschlussreich ist die Art wie die Autorin die Fäden zusammenbringt. Das tut sie mit viel Sachverstand und hat dafür augenscheinlich gut recherchiert. Sie nimmt ihre Leserin mit in die Geschichte Hamburgs um die Jahrhundertwende, bringt ihr bestimmte Quartiere und Architektur näher. So etwas mag ich sehr!

Das Ende ist ein wenig zu sehr auf ein Happy End fokussiert. Das tut dem Roman allerdings keinen Abbruch, er unterhält ganz wunderbar!