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Veröffentlicht am 06.08.2025

Zart, chaotisch, herzzerreißend

Preston Brothers, Band 1 - Loving Lucas
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Inhalt:


Nach der Scheidung ist es Laneys Vater wichtig, einen Neuanfang zu wagen. Seine neue Stelle bedeutet einen Umzug in ein neues Umfeld. Er soll künftig für die Familie Preston arbeiten, eine Großfamilie ...

Inhalt:


Nach der Scheidung ist es Laneys Vater wichtig, einen Neuanfang zu wagen. Seine neue Stelle bedeutet einen Umzug in ein neues Umfeld. Er soll künftig für die Familie Preston arbeiten, eine Großfamilie mit sechs Kindern.

Laney ist überwältigt vom luxuriösen Haus und dem lebhaften Familienleben der Prestons. Jedes Familienmitglied ist auf seine Weise besonders. Aber ihr Blick bleibt an einem Jungen hängen: Lucas. Mit seiner großen Brille, der Zahnlücke und seinem geheimen Snickers-Versteck zieht er sie vom ersten Moment an in den Bann. Lucas wird schnell zu Laneys besten Freund, beinahe wie ein Bruder. Doch je älter Laney wird, desto tiefer werden ihre Gefühle für ihn.

Lucas und Laney teilen ihre Gedanken, Macken und Alltagsmomente. Nur ihre wahren Gefühle verschweigen sie einander. Während Lucas scheinbar unbeschwert mit anderen Mädchen flirtet, zerbricht Laney innerlich Stück für Stück. Als sie Cooper kennenlernt, einen Jungen, der sie sieht und versteht, öffnet sie sich ihm. Doch kann man das Herz wirklich neu vergeben, wenn ein Teil davon jemand anderen gehört?



Meinung:


Was für ein Einstieg! Der Prolog von „Loving Lucas“ wirft uns direkt in eine Szene voller Blut, erzählt aus einem Krankenhaus und einer Polizeizelle. Ich hatte mit einer leichten, gefühlvollen Liebesgeschichte gerechnet. Stattdessen war sofort klar: Neben einem unterhaltenden Moment, das auf den dramatischen, spannungsintensiven Ablauf des Geschehens Wert legt, entfaltet sich auch ein beachtlicher Tiefgang.

Der Leser wird sofort mitten in das Geschehen hineingeworfen. Der erste Grillabend bei den Prestons, das Kennenlernen mit Lucas, all das ist so charmant, so herzlich und gleichzeitig voller kleiner, bedeutsamer Details. Die Clark-Kent- und Lois-Lane-T-Shirts von Laney und Lucas, der Moment, als beide sich beim ersten Treffen, beiläufig ihre Brillen auf der Nase hochschieben, scheinen fast schon ein Zeichen des Schicksals zu sein.

Die innige Verbindung zwischen Laney und Lucas ist auf jeder Seite spürbar. Ihre Gespräche, die gemeinsame Zeit, die vertrauten Berührungen, alles fühlt sich authentisch und tief an. Jay McLean lässt uns dabei nicht nur Laneys Gedanken- und Gefühlswelt erleben, sondern gibt auch Lucas eine Stimme. In seinen Kapiteln wird deutlich, dass auch er mehr empfindet. Doch ebenso wenig wie Laney findet er den Mut, diese Gefühle offen auszusprechen. Beide bewegen sich jahrelang umeinander herum, getragen von einer tiefen Verbundenheit, aber auch von Angst, den anderen zu verlieren, wenn man zu viel wagt.

Das macht die Dynamik zwischen ihnen so faszinierend: Vielfältige, wechselseitige Abhängigkeiten, die überdies noch von einer gemeinsamen Grundspannung gespeist werden, wie das nur bei einem guten Liebesroman der Fall ist.

Was mich besonders berührt hat, war die liebevoll gezeichnete Familie Preston. Allen voran Kathy, die Mutter, die wie ein gütiger Engel über allem schwebt. Ihre Wärme, ihre Stärke und ihr feines Gespür für ihre Mitmenschen machen sie zur emotionalen Säule der Geschichte. Auch die übrigen Familienmitglieder, jeder mit eigenen Macken, wachsen einem sofort ans Herz. Ob liebevolle Gesten, schräge Dialoge oder ein chaotischer Alltag voller kleiner Wunder, die Familie ist das leuchtende Herz dieses Romans.

Und dann kommt der Wendepunkt. Bis dahin ist "Loving Lucas" eine gefühlvolle Geschichte über Freundschaft, erste Liebe und das Hineinwachsen in eine neue Familie. Doch plötzlich verändert sich der Ton und es wird klar, dass diese Geschichte eine ganz andere Tiefe hat, als man zunächst vermutet.

Was dann passiert, trifft einen unvorbereitet. Die Leichtigkeit, die bis dahin immer wieder durchscheint, wird von einer intensiven Emotionalität abgelöst. Die Atmosphäre wird dunkler, die Konflikte drängender, die Figuren verletzlicher. Plötzlich geht es nicht mehr nur um Herzklopfen und Sehnsucht, sondern um existenzielle Fragen: um Vertrauen, um Ohnmacht, um Verlust. Ich war als Leserin völlig eingenommen von der Spannung, der aufgewühlten Stimmung und dem nagenden Gefühl, dass etwas Unumkehrbares geschieht.

Jay McLean schafft es dabei meisterhaft, ihre Geschichte in ein neues Licht zu tauchen, ohne je den roten Faden zu verlieren. Es bleibt ein Buch über tiefe Verbundenheit, über familiären Rückhalt und über die Menschen, die einen auffangen, wenn alles zerbricht. Ich habe Seite um Seite mit angehaltenem Atem gelesen, gehofft, gebangt und mitgefühlt.

Und selbst in den schwersten Momenten hält McLean an ihrer emotionalen Handschrift fest. Sie schreibt mit Wärme, mit Respekt und mit einer Zärtlichkeit, die unter die Haut geht. "Loving Lucas" ist keine Geschichte, die man einfach wieder aus der Hand legt. Sie bleibt. In Herz und Kopf.



Fazit:


Eine zutiefst emotionale, vielschichtige Geschichte über Freundschaft, Familie, Verlust, Liebe und über das, was bleibt, wenn alles andere zerbricht. Jay McLean schenkt uns Figuren, die lebendig und greifbar sind, und eine Geschichte, die sich langsam entfaltet, um einen dann mit voller Wucht zu treffen.

Ein Jugendbuch, das lange nachhallt und mehr erzählt als nur eine Liebesgeschichte. Es erzählt vom Leben, in all seinen Farben.

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Veröffentlicht am 22.07.2025

Dunkel, intensiv und voller Geheimnisse

Kingdom of the Black Crescent 1: Touch of Perish
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Inhalt:

Kaythara wächst im Tempel des schwarzen Mondes auf. Einem abgelegenen, hoch im Gebirge liegenden Ort, zu dem nur wenige Zugang finden. Wie einige andere Frauen dort besitzt auch sie eine besondere ...


Inhalt:

Kaythara wächst im Tempel des schwarzen Mondes auf. Einem abgelegenen, hoch im Gebirge liegenden Ort, zu dem nur wenige Zugang finden. Wie einige andere Frauen dort besitzt auch sie eine besondere Fähigkeit. Doch ausgerechnet ihre gilt als die gefährlichste: Eine einzige Berührung kann einem Menschen Lebensjahre rauben und ihn in der Folge in wenigen Sekunden töten.

Die Angst der anderen ist allgegenwärtig. Niemand möchte mit Kaythara in Beziehung treten. Nur Lord Naython nimmt sich ihrer an. Als Lehrer, Mentor und angeblicher Heiler. Doch seine Methoden sind hart und grausam. Nach jeder Einheit ist Kaythara ausgelaugt, körperlich wie seelisch.

Einziger Lichtblick ist ihr Wächter Mordan. Im Gegensatz zu allen anderen zeigt er keine Angst, sucht ihre Nähe, bringt ihr heimlich Essen und meldet sich sogar freiwillig für Trainings mit ihr. Wissentlich, dass er dafür harte Strafen riskiert. Sein Verhalten wirft Fragen auf: Warum kümmert er sich? Was weiß er, das andere nicht wissen? Und welche Geheimnisse trägt er selbst mit sich?

Als Ereignisse außerhalb des Tempels die fragile Ordnung erschüttern, beginnt Kaythara zu ahnen, dass weit mehr hinter ihrer Fähigkeit, ihrer Herkunft und den Menschen um sie herum steckt, als man ihr bisher offenbart hat.



Meinung:

„Kingdom of the Black Crescent: Touch of Perish“ ist mein erstes Dark-Fantasy-Buch von Lexy v. Golden und sicher nicht mein letztes. Die Autorin, die unter dem Namen D.C. Odesza bereits mit Spicy und Dark Romance bekannt wurde, schafft es auch hier, mit einem atmosphärischen und eindringlichen Schreibstil zu fesseln.

Schon auf den ersten Seiten wird klar: Diese Geschichte lebt von düsteren Bildern, bedrückenden Regeln und einem durchdringenden Gefühl von Macht, Kontrolle und Ausweglosigkeit. Doch genau in diesem Setting beginnt Kaytharas leise, aber tief berührende Entwicklung. Sie ist keine klassische Heldin. Sie ist gezeichnet, vorsichtig, unsicher. Und genau das macht sie so greifbar.

Besonders hervorzuheben ist das Wechselspiel zwischen ihr und Mordan. Er ist rebellisch, direkt und scheut sich nicht davor, Grenzen zu überschreiten. Nicht aus Übermut, sondern weil er Dinge sieht, die andere übersehen (oder ignorieren). Die Chemie zwischen beiden entwickelt sich vielschichtig und glaubhaft. Ihre Dialoge gehören für mich zu den Highlights des Buches.

Gleichzeitig sorgt Lord Naython für einen beklemmenden Kontrast. Seine Präsenz ist unangenehm und doch spürt man, dass er mehr weiß, als er offenbart. Sein Verhalten gibt immer wieder Anlass zum Misstrauen. Hier zeigt sich besonders, wie vielschichtig die Figuren gezeichnet sind: Niemand ist nur gut oder nur böse alle tragen Masken, und vieles liegt im Verborgenen.

Ein großer Pluspunkt der Geschichte sind die unerwarteten Wendungen. Gerade wenn man glaubt, die Richtung der Handlung zu erkennen, reißt Lexy v. Golden das Ruder herum. Immer wieder entstehen neue Fragen, neue Dynamiken. Und während sich der Fokus zu erweitern scheint, ahnt man: Hinter alldem steckt ein weitaus größeres Spiel eines, das weit über den Tempel hinausreicht.

Spannend ist auch, wie im Verlauf des Buches die Themen Macht, Zugehörigkeit und Identität immer mehr in den Vordergrund rücken. Dabei wird auch die Liebesgeschichte komplexer: Kaytharas Gefühle entwickeln sich in verschiedene Richtungen, was zu inneren sowie äußeren Konflikten führt und die Handlung zusätzlich vielschichtig macht.

Nicht unerwähnt bleiben darf, dass das Buch explizite Szenen enthält. Sowohl in Bezug auf Gewalt als auch auf psychische Belastung. LeserInnen sollten sich mit der Triggerwarnung am Ende des Buches vertraut machen.



Fazit:

„Touch of Perish“ ist ein eindrucksvoller Auftakt in die „Kingdom of the Black Crescent“-Reihe. Lexy v. Golden entwirft eine düstere, faszinierende Welt voller Machtspiele, Intrigen und Geheimnisse, die sich Seite um Seite tiefer entfalten. Was anfangs wie eine persönliche Geschichte über Isolation und Kontrolle beginnt, weitet sich nach und nach zu einem viel größeren Konflikt aus, der am Ende das Gleichgewicht der Macht zwischen den Königreichen bedroht.

Mit ihrem atmosphärischen Schreibstil, greifbaren Figuren und emotional intensiven Momenten gelingt es der Autorin, LeserInnen vollständig in den Bann dieser Welt zu ziehen. Besonders gelungen ist die stetige Entwicklung der Protagonistin, die sich trotz aller Widerstände ihren Weg bahnt und deren Weg alles andere als vorhersehbar ist.

Obwohl im Verlauf des Buches bereits viele Fragen beantwortet und Zusammenhänge erkennbar werden, lässt Lexy v. Golden bis zuletzt genug Raum für Spekulationen. Der fiese Cliffhanger am Ende sorgt dafür, dass man das Buch mit angehaltenem Atem zuschlägt und sofort wissen möchte, wie es weitergeht.

Ein durchweg fesselndes, vielschichtiges und emotional aufgeladenes Leseerlebnis, das nachwirkt und ungeduldig auf Band 2 warten lässt.

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Veröffentlicht am 21.06.2025

Zwischen Klostermauern und Magie

Splitterkristall - Die Schattenchroniken Band 1
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Inhalt:


Mira ist immer noch wütend über die Entscheidung ihrer Mutter, sie in ein abgelegenes Internat zu schicken – irgendwo im Nirgendwo. Selbst das Navi scheint den Ort, an dem ein ehemalige Kloster ...

Inhalt:


Mira ist immer noch wütend über die Entscheidung ihrer Mutter, sie in ein abgelegenes Internat zu schicken – irgendwo im Nirgendwo. Selbst das Navi scheint den Ort, an dem ein ehemalige Kloster steht, nicht zu kennen. Immer wieder lotst es den Chauffeur im Kreis, bis plötzlich ein altes, mit Brettern vernageltes Haus auftaucht – eines, das dort eigentlich gar nicht stehen sollte.

Als der Chauffeur Mira schließlich mitten in der Nacht auf das Internatsgelände bringt, erhält sie eine knappe Einführung: Jungen und Mädchen sind strikt voneinander getrennt untergebracht, und sie muss sich ihr Zimmer mit einer anderen Schülerin teilen – sehr zu ihrem Missfallen.

Auf dem Weg zu ihrem Zimmer gibt ihr die Direktorin eine kurze Einweisung. Mira erfährt, dass ein Teil des Geländes noch immer von Mönchen bewohnt wird – dieser Bereich ist für die SchülerInnen jedoch tabu. Außerdem soll sie ihr Handy zeitnah abgeben. Die strengen Regeln besagen, dass Mobiltelefone nur zu bestimmten Zeiten und unter festgelegten Regeln genutzt werden dürfen.

Als wäre das alles nicht schon schlimm genug, wird sie von ihrer neuen Zimmergenossin Eleonora auch noch gleich schroff angeblafft; sie möge sich bitte zügig bettfertig machen.
Auch der nächste Tag beginnt holprig: Eleonora erweist sich als arrogant, rechthaberisch und wenig rücksichtsvoll.
Als Mira Zeugin eines Streits wird und sich mutig auf die Seite eines Außenseiters stellt, macht sie sich prompt bei mehreren MitschülerInnen unbeliebt. Na, das kann ja heiter werden!

Und tatsächlich – heiter wird es nicht gerade, aber spannend allemal. Tagsüber muss Mira sich mit den Herausforderungen des Internatslebens herumschlagen, nachts wird sie von merkwürdigen Träumen geplagt. Als sie eines Nachts aufsteht, um sich die Beine zu vertreten, entdeckt sie in der Ferne ein seltsames Leuchten. Eine Lichtsäule scheint bis zu ihr eine spürbare Wärme auszustrahlen. Das kann doch nicht real sein – oder etwa doch?

Trotz eines Hausarrests, den sie sich wegen ihrer Einmischung in den Schülerkonflikt eingehandelt hat, beschließt Mira, den rätselhaften Träumen und Erscheinungen nachzugehen. Sie will das verlassene Haus wiederfinden, das sie auf dem Hinweg gesehen hat – und das seitdem immer wieder in ihren Träumen auftaucht.

Natürlich kann das nur in einem Desaster enden … oder in einem großen Abenteuer.



Meinung:


Sowohl Cover als auch Klappentext von „Splitterkristall – Die Schattenchroniken“ haben mich sofort neugierig gemacht. Ein abgelegenes Internat, ein geheimnisvolles, verlassenes Haus mit magischem Leuchten - das klang nach einem fesselnden Abenteuer und jeder Menge Lesespaß.

Das Buch beginnt mit einem düsteren Prolog, der zunächst für Verwirrung sorgt. Ein finsterer Mann, beschworene Kreaturen und eine rätselhafte Auseinandersetzung mit einer Frau – schnell wird klar: Hier wird Spannung aufgebaut und ein Bogen in die Vergangenheit gespannt.

Dann beginnt die eigentliche Geschichte rund um Mira. Sie ist rebellisch, mutig und lässt sich nicht unterkriegen – besonders sympathisch wirkt sie ab dem Moment, in dem sie ohne Zögern einem Außenseiter zur Seite springt.

Michael S.V. Preis erschafft interessante, wenn auch teilweise klischeebehaftete Figuren: Den Außenseiter, der zu Miras bestem Freund wird, den reichen Schulliebling, der sich dank seines Vaters alles erlauben kann, die beliebte Schulzicke und die unsichere Mitläuferin. Auch wenn man diese Konstellationen schon aus anderen Geschichten kennt, funktionieren sie hier erneut gut. Die Dynamik zwischen den Charakteren sorgt für Spannung und Konflikte, die die Handlung lebendig halten.

Besonders gelungen ist das atmosphärische Setting: Das alte Kloster mit seinen verwinkelten Höfen, steinernen Bänken, Wasserspielen und schweren Holztüren ist eine Kulisse, die man sich wunderbar vorstellen kann. Der Autor schafft es, mit wenigen Worten eine geheimnisvolle, fast magische Stimmung zu erzeugen.

Auch das Geheimnis um den abgesperrten Bereich, der von Männern in dunklen Kutten bewohnt wird, trägt zur düsteren Atmosphäre bei. Als Mira einem dieser Mönche begegnet, fühlt sie sich beobachtet – Realität oder Einbildung? Ich hatte große Lust, gemeinsam mit Mira auf Entdeckungstour zu gehen.

Das eigentliche Abenteuer beginnt jedoch erst, als Mira das verlassene Haus wiederfindet. Dort öffnet sich ihr eine fremde Welt – mit verschneiten Landschaften, frühlingshaften Wiesen und fantastischen Wesen: Mischwesen aus Mensch und Tier, gewaltige Riesen, auf deren Rücken Pflanzen wachsen, und Tannenzapfen, die bei Aufprall in Nebel explodieren. Kopfkino pur!

Nicht unerwähnt bleiben sollen die wenigen, aber stimmungsvollen Schwarz-Weiß-Illustrationen von Anastassia Schitz. Sie fangen die Atmosphäre perfekt ein und laden zum Träumen ein.



Fazit:


„Splitterkristall – Die Schattenchroniken“ ist ein fesselndes Fantasy-Abenteuer, das durch ein überdurchschnittlich interessantes Setting, seine mutige Heldin und den flüssigen Schreibstil überzeugt. Die Geschichte bietet klassische, aber wirkungsvoll eingesetzte Figurenkonstellationen und schafft es, Spannung und Magie gekonnt miteinander zu verbinden. Wer sich auf ein Abenteuer zwischen Internatsdrama und fantastischer Parallelwelt einlassen möchte, wird hier bestens unterhalten – von der ersten bis zur letzten Seite.

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Veröffentlicht am 07.06.2025

Interaktiver Sommerroman voller Herz, sizilianischem Flair und wunderschöner Gestaltung

My Italian Lovestory
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Inhalt:

Emilia kehrt nach Jahren in ihre alte Heimat Sizilien zurück – nicht, um dort Urlaub zu machen, sondern um ihrem Vater auf seinem Weingut zur Seite zu stehen. Dieser kann sich nach einem Beinbruch ...

Inhalt:

Emilia kehrt nach Jahren in ihre alte Heimat Sizilien zurück – nicht, um dort Urlaub zu machen, sondern um ihrem Vater auf seinem Weingut zur Seite zu stehen. Dieser kann sich nach einem Beinbruch nicht wie gewohnt um den Betrieb kümmern. Zwar stehen ihm Mitarbeiter zur Verfügung, doch in diesem Jahr folgt eine Katastrophe der nächsten: Ein Schädlingsbefall bedroht die gesamte Weinernte. Es heißt, schnell zu handeln, bevor ein erheblicher finanzieller Schaden entsteht.

In der malerischen Kulisse Siziliens begegnet Emilia nicht nur alten Erinnerungen, sondern auch zwei Männern aus ihrer Jugend: Paolo, mit dem sie sich früher oft in die Haare bekommen hatte und der heute als Vorarbeiter tätig ist, sowie Angelo, ihr ruhiger Kindheitsfreund, der gerade als Vollzeitkraft im Betrieb ihres Vaters eingestiegen ist.

Gemeinsam mit den beiden versucht Emilia, das Schädlingsproblem zu lösen – und gerät dabei emotional zwischen die Fronten. Wird sie die Weinernte retten können? Und für wen wird sich ihr Herz entscheiden – für den temperamentvollen Paolo oder den bodenständigen Angelo? 


Meinung:

„My Italian Lovestory“ ist weit mehr als eine einfache Urlaubsromanze – es ist ein kleines Gesamtkunstwerk. Schon beim ersten Anblick überzeugt das Buch mit seinem detailverliebten Farbschnitt, der Zitronen und sizilianische Ornamente zeigt, und direkt für Sommerstimmung sorgt.

Doch auch das Innenleben hält Überraschungen bereit: Statt linear von vorne bis hinten zu lesen, begibt man sich mit Emilia auf ein interaktives Abenteuer. Am Ende jedes Kapitels – das stets über vier Doppelseiten geht – wird man vor Entscheidungen gestellt: Soll Emilia erst einkaufen oder lieber die Rebstöcke inspizieren? Diese interaktive Erzählweise, auch wenn sie nur punktuell eingesetzt wird, verleiht dem Lesen eine besondere Dynamik und macht die Geschichte erlebbar.

Ein weiteres Highlight sind die wunderschönen Watercolor-Illustrationen, die das Buch durchziehen. Die liebevoll gestalteten Szenerien – etwa Landschaften, das Weingut oder emotionale Momente – laden zum Träumen ein und ergänzen die Geschichte perfekt. Ergänzt wird das Ganze durch fünf sizilianische Rezepte, die nicht nur thematisch passen, sondern auch Lust machen, selbst den Kochlöffel zu schwingen.

Besonders praktisch empfand ich das Lesebändchen – obwohl ich normalerweise kein Fan davon bin. Bei einem Buch, das nicht chronologisch gelesen wird, ist es jedoch überaus hilfreich.

Inhaltlich sollte man keine komplexe, tiefschichtige Handlung erwarten – das Buch lebt eher von der Atmosphäre, dem Urlaubsfeeling und der charmanten Liebesgeschichte. Der Fokus liegt klar auf Emilias persönlicher Entwicklung, eingebettet in eine glaubhaft geschilderte Rahmenhandlung. Das Ganze wird mit viel Lokalkolorit - rund um das Weingut – abgerundet. Offenbar hat sich die Autorin intensiv mit dem Thema auseinandergesetzt.

Die beiden männlichen Hauptfiguren, Paolo und Angelo, entwickeln sich im Laufe der Geschichte auf überraschende Weise. Während Paolo zunächst etwas schwierig wirkt, zeigt er bald empathische Anteilnahme und Zuwendung. Angelo wiederum gewinnt über die Seiten Charaktertiefe und zeigt eine interessante Entwicklung. Die Autorin versteht es geschickt Leser-Sympathien zu lenken – und genau das macht einen Teil des Reizes aus.

Und das Beste daran? Man kann das Buch einfach noch einmal lesen – und sich beim zweiten Mal vielleicht für den anderen Mann entscheiden.




Fazit:

„My Italian Lovestory“ ist ein Buch, das nicht nur mit seiner romantischen Geschichte, sondern vor allem durch seine besondere Aufmachung begeistert. Die interaktiven Entscheidungen, die liebevoll gestalteten Illustrationen und die einzigartige Atmosphäre machen diese Geschichte zu einem echten Erlebnis.

Wer eine leichte, sommerliche Lektüre sucht, die das Fernweh weckt und mit kleinen, kreativen Details überrascht, wird mit diesem Buch große Freude haben. Die Handlung ist vielleicht nicht tiefgründig, aber sie ist charmant, lebendig und genau richtig, um für ein paar Stunden dem Alltag zu entfliehen.

Ein Herzensbuch für alle, die Geschichten lieben, bei denen man mitfühlen, mitentscheiden und sich einfach mal kurz wegträumen darf – am besten mit einem Glas Wein in der Hand und Sizilien im Kopf.

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Veröffentlicht am 29.05.2025

To Tempt a God – Auftakt einer mitreißenden Götter-Fantasy voller Gefahr, Liebe und Rebellion

To Tempt a God
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Inhalt:


So oft es möglich ist, nutzt Aurora die Chance und klettert gemeinsam mit ihrem Freund Tristan hinauf auf die Antennen der höchsten Gebäude von Silvercity. Die Aussicht über die Stadt, die aus ...

Inhalt:


So oft es möglich ist, nutzt Aurora die Chance und klettert gemeinsam mit ihrem Freund Tristan hinauf auf die Antennen der höchsten Gebäude von Silvercity. Die Aussicht über die Stadt, die aus abertausenden von Plattformen besteht, ist atemberaubend. Der Nervenkitzel in dieser Höhe ist besonders. Doch das ist nicht der einzige Grund, warum es Aurora immer wieder an diesen Ort zieht. Der wahre Grund ist das Licht, das in zarten Partikeln durch die Luft wirbelt und in dieser Höhe so unglaublich hell erscheint.

Aurora und Tristan arbeiten für Salvius, der eine geheime Widerstandsgruppe namens Luxon anführt. Mithilfe ihrer Erfindung – kleinen Kugeln namens Pearls, die Licht speichern können – gelingt es Aurora, lebensspendendes Licht einzufangen. Umso näher man den Göttern kommt, die im höchsten Turm von Silvercity wohnen, umso heller leuchtet es. Dieses göttliche Licht ist es, das die Menschen so dringend benötigen. Es schenkt ihnen Wohlstand und ist auch in der Lage zu heilen.

Aurora gibt sich noch immer die Schuld am Unfall ihres Bruders Varian, der in ein Koma fiel, als er ihr nacheifern wollte. Mit dem eingefangenen Licht versucht sie nun verzweifelt, sein Leben zu verlängern. Doch das Einfangen des göttlichen Lichts ist riskant. Die Sentinels – erbarmungslose Diener der Götter – machen Jagd auf Sammler. Auch Luxon verfolgt durchaus materielle eigene Interessen.

Auf einer ihrer Missionen wird Aurora Zeugin eines grausamen Moments: Ein Sentinel erscheint, doch nicht, wie zunächst befürchtet, wegen ihr – er ist auf der Suche nach einem potenziellen Valet, einem menschlichen Diener der Götter. Der Junge, den sie auswählen, entscheidet sich lieber für den Freitod, als sein Schicksal anzunehmen – ein Schicksal, das Aurora bald selbst ereilt.

Valets sind Besitz der Götter. Nach einer Bindung gibt es für sie kein Zurück mehr. Sie werden zu Gespielen, zu Dienern – ihr Leben, ihre Freiheit, ihre Stimme verlieren sie an die Launen eines unsterblichen Wesens. Stirbt das Interesse, endet auch ihr Leben.

Als Aurora an diesem Tag nach Hause zurückkehrt, ist sie erschöpft, aber erleichtert: Das eingefangene Licht wird ihren Bruder eine Weile am Leben halten. Doch dort erwartet sie die nächste Katastrophe. Ein Einbrecher sucht in ihrem Haus nach etwas – Aurora vermutet die Lichtperlen, doch soll die Tat schon bald eine andere Deutung erfahren. Und dann bricht auch noch die Ordnung ein: Sentinels stürmen das Haus. Sie sind wegen Aurora dort. Die Götter haben sie auserwählt ...



Meinung:


Anna Benning konnte mich bereits mit ihren Reihen „Vortex“ und „Dark Sigils“ begeistern. Mit „To Tempt a God“ beweist sie erneut, dass sie zu den stärksten Stimmen der deutschsprachigen Fantasy gehört.

Die Autorin entführt ihre LeserInnen schon auf den ersten Seiten in eine fesselnd konstruierte Zukunftsvision: Die Welt, wie wir sie kennen, ist vergangen. Die Götter leben nun unter den Menschen – in Silvercity, einer Stadt aus Plattformen, umgeben vom "grauen Gürtel", in dem nur noch Streulicht existiert. Je näher man den Göttern kommt, desto heller und wohlhabender wird das Leben. Doch was hell aussieht, wird sich schnell als trügerisch entlarven.

Valets – Menschen, die in einer grausamer Versteigerung den Göttern zugeordnet werden – verlieren alles. Stimme, Rechte, Freiheit. Die Sentinels holen sie, wenn ihre Zeit gekommen ist. Die Vorstellung eines Lebens, in dem man nicht mehr selbstbestimmt handeln kann, sondern von der Gunst und dem Verständnis eines Gottes abhängig ist, ist zwiespältig.

Benning gelingt es mühelos, eine vielschichtige, durchdachte Welt zu erschaffen, in der jede Figur – ob Mensch oder Gott – eine gute, nachvollziehbare Motivation zugestanden bekommt. Die Spannung ist konstant hoch, überraschende Wendungen halten die Geschichte lebendig. Besonders Aurora als Protagonistin überzeugt: mutig, verletzlich, entschlossen – aber eben auch nur ein Mensch im Angesicht allmächtiger Wesen.

Das Spiel mit Macht, Moral und Menschlichkeit wird auf eindrucksvolle Weise erzählt. Gleichzeitig fehlt es nicht an Romantik, Herz und tiefen Gefühlen. Die Autorin versteht es meisterhaft, große Themen wie Rebellion, Schuld, Opferbereitschaft und Loyalität mit einem mitreißenden Plot zu verweben.

Und wie es sich für einen gelungenen Auftakt gehört, endet das Buch mit einem gemeinen Cliffhanger, der das Warten auf die Fortsetzung zur Qual macht.



Fazit:


Mit „To Tempt a God“ beweist Anna Benning einmal mehr, dass ihr Werk zum Besten gehört, was in diesem Genre zu finden ist. Ihre neue Reihe entführt in eine faszinierende, düstere Welt voller göttlicher Willkür, gefährlicher Missionen, Verrat und verbotener Hoffnung.

Ein Muss für alle Fans von düsterer Romantasy, starken Heldinnen und originellen Weltenentwürfen. Spannung, Herzklopfen und Gänsehaut garantiert.

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