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Veröffentlicht am 10.09.2019

Katja Haas und Cornelia Landschützer haben mich mit diesem Buch - wieder einmal - voll überzeugt

Handlettering für die kalte Jahreszeit
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Inhalt:

In ihrem gemeinsamen Buch, „Handlettering für die kalte Jahreszeit - DIY-Projekte für Herbst, Winter, Weihnachte & mehr“, überführen die Autorinnen Katja Haas & Cornelia Landschützer mein Lieblingshobby, ...

Inhalt:

In ihrem gemeinsamen Buch, „Handlettering für die kalte Jahreszeit - DIY-Projekte für Herbst, Winter, Weihnachte & mehr“, überführen die Autorinnen Katja Haas & Cornelia Landschützer mein Lieblingshobby, das Lettern, in die kalte Jahreszeit. Viele der Ideen sind jedoch allwettertauglich und durch den gesamten Jahreszeitenzyklus verwendbar.

Die Autorinnen verraten bereits im Vorwort, dass sie ganz bewusst auf Materialkunde und Basics verzichtet haben. In diesem Buch geht es, ganz klar, um die Ideenfindung für DIY-Projekte.

Jedes Projekt beginnt mit einem Kasten der die Überschrift, „Das brauchst du dazu“, trägt. Die eigentlichen Projekte werden dann mit Bildern und einer Schritt-für-Schritt-Anleitung vorgestellt. Oftmals findet man am Rand auch noch hilfreiche Tipps und Tricks der Autorinnen.


Eigene Meinung:

Von Katja Haas besitze ich bereits zwei Handletteringbücher, die beide ein exzellentes Preis-Leistungsverhältnis aufweisen.
Im Gegensatz zu manch anderen Büchern enthalten die Werke von Katja Haas erfrischenderweise keinen billigen Füllstoff ; keine Übungsseiten oder oberflächlichen Beschreibungen. Die Autorin vermittelt verständlich und zugleich anschaulich Ideen und Vorschläge und nutzt den Platz, der ihr zur Verfügung steht, gewinnbringend im Interesse ihrer Leser aus.

Auch bei dem gemeinsamen Werk von Katja Haas und Cornelia Landschützer gibt es keine unerwünschten Füllseiten. Jede Buchseite enthält DIY-Projekte, so dass jede der 80 Seiten des Buches mit Gewinn gelesen werden können.

Die Projekte sind sowohl für Anfänger als auch fortgeschrittene Letterer umsetzbar. Wer jedes einzelne der Projekte nachmachen möchte, benötigt jedoch ein gutes Equipment.

In dem Buch findet der geneigte Leser allerhand Ideen für die kalte Jahreszeit wie z.B. die beletterte Papiertüte, „Kleiner Gruß vom Nikolo“, Etiketten fürs Basilikumpesto, Grußkarten, Halloweenposter, Geschenkpapier für den Valentienstag, individuell gestalteter Grabschmuck, Einladung für den Fasching u.v.m.

Diese Ideen lassen sich aber in vielen Fällen auch für andere Anlässe adaptieren.

Die Autorinnen verraten bei ihren Projekten, welche Materialien man für die einzelnen Projekte benötigt. Ich bin einerseits auch kein Freund von Schleichwerbung. Jedoch hätte ich bei einigen Ideen konkrete Produkbezeichnungen als hilfreich empfunden. Bei der Vielzahl an Angeboten ist es oft nicht immer einfach, eine Auswahl zu treffen, die dann auch in der Praxis gut funktioniert.

Als kleines Special finden die Nutzer des Buches im hinteren Buchdeckel noch zwei selbstgestaltete Karten der Autorinnen zum Heraustrennen und Verschicken.



Praxistauglichkeit:

Ich habe mir aus dem Buch ein paar Ideen herausgesucht, die ich nachgemacht habe, um auch die Praxistauglichkeit der einzelnen Anleitungen in meine Rezension einfließen zu lassen. Besonders gut gefallen hat mir der selbstgestaltete Regenschirm, natürlich die Coffee-to-go-Becher und die beletterten Blätter, die man sehr gut als Platzkarten, aber auch als Geschenkanhänger oder als schicken Tischschmuck verwenden kann.

Ich beginne mit den Blättern, die ich als erstes nachgemacht habe. Das Projekt stammt von Katja Haas. Sie hat die Blätter mit goldener Farbe angemalt und mit einem Acrylmarker belettert.

Bei diesem Projekt hätte ich mir Materialempfehlungen gewünscht. Meine Goldfarbe hat erst nicht so gut gedeckt. Mehrfaches übermalen hat dann aber einen leidlich guten Effekt geschaffen. Ich besitze einige Stifte. Daher hatte ich eine gute Auswahl unter der ich einen geeigneten Kandidaten, der auf der Farbe gedeckt hat, heraussuchen können. Eine konkrete Materialempfehlungen wäre für Neulinge auf dem Gebiet hilfreich gewesen, denke ich.

Einige Blätter habe ich dann -versuchsweise- mit einem Permanentfarbspray in einem schicken Rosa gefärbt. Der hellere Farbton hat den Blattschmuck auch gleich zu einer frühlingstauglichen Deko umgewandelt (Natürlich müsste man dann das Lettering inhaltlich noch anpassen ;o)).

Als zweites Projekt habe ich mir aus dem Buch den beletterten Regenschirm herausgesucht. Ich finde, so ein durchsichtiger Schirm mit eigenem Schriftzug drauf ist ein totaler Hingucker. Dieses Projekt stammt von Cornelia Landschützer. Ich habe mich dazu entschieden den gleichen Spruch wie in dem Buch zu verwenden. Auch den Letteringstil fand ich einfach nur perfekt. Allerdings wollte ich den Schriftzug gerne in meiner eigenen Schrift wiedergeben.

Die Entwürfe habe ich dann, wie in der Anleitung beschrieben auf den Schirm übertragen. Der Schriftzug befindet sich außen auf dem Schirm. Ich habe einen wasserfesten Stift benutzt. Mit dem Ergebnis bin ich außerordentlich zufrieden. Nun hoffe ich nur, dass Schirm und Lettering auch einen ordentlichen Regenschauer überleben werden. Auch hier hätte ich mir eine konkrete Stiftempfehlung gewünscht.

Da ich sehr gerne Kaffee trinke, musste ich auch noch unbedingt den Coffee-to-go-Becher nach einer Anleitung von Cornelia Landschützer umsetzen. Hier habe ich mich jedoch nur von der Idee inspirieren lassen. Schriftzug und Bild habe ich völlig frei gestaltet. Ich habe mir günstige Becher im Internet bestellt und diese mit einem wasserfesten Stift beschriftet. Als Motiv habe ich mich für eine Zeichnung der Möwen aus „Findet Nemo“ nebst einem passenden Lettering entschieden.

Die Materialempfehlungen hat mir hier ausgereicht. Cornelia empfiehlt beim Abwasch sehr vorsichtig vorzugehen und ggf. mit einem matten Acryllack die Zeichnung nochmal zu fixieren. Ich denke das dürfte halten.



Fazit:

„Handlettering für die kalte Jahreszeit - DIY-Projekte für Herbst, Winter, Weihnachte & mehr“ ist schon ein Eyecatcher, wenn man im Buchladen darin herumblättert, Leser sollten sich aber auch den Mehrwert nicht entgehen lassen. Jedes Projekt wird mit Bildern und einer hilfreichen Anleitung vorgestellt. Das Buch liefert umfassende und praktische Informationen und hilft gewonnene Erkenntnisse in praktische Maßnahmen umzusetzen.
Katja Haas und Cornelia Landschützer haben mich - wieder einmal - mit diesem Buch überzeugt, das eine Menge Inhalt für den Leser verspricht und das ich auch noch öfters zur Hand nehmen werde.
Das Buch ist eine absolute Kaufempfehlung für Fortgeschrittene, vor allem, wenn man das Preis-Leistungsverhältnis ins Auge fasst.

Veröffentlicht am 04.09.2019

Eine Reihe, die durchweg zu überzeugen weiß

Blood & Roses - Buch 4
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Inhalt:

Das Zusammenleben mit Zeth Mayfair gleicht einem Tanz auf dem Vulkan. Das musste Sloane nun schon mehrfach feststellen. Zeth ist brutal, er zögert nicht einmal einen Mord zu begehen, wenn es ...


Inhalt:

Das Zusammenleben mit Zeth Mayfair gleicht einem Tanz auf dem Vulkan. Das musste Sloane nun schon mehrfach feststellen. Zeth ist brutal, er zögert nicht einmal einen Mord zu begehen, wenn es die Situation vermeintlich erfordert und er hat eine Menge Feinde, die jeden gefährden, der seine Nähe sucht. Auch stolpert Sloane wieder und wieder über sexuelle Absonderlichkeiten Zeths. Beide spüren eine seltsame Spannung. Badboys haben nun mal immer eine gewisse Anziehungskraft.

Nach der Befreiung von Alexis Schwester, die Monate lang als verschwunden galt, kehren Zeth und Sloane in ihre alte Heimat zurück. Während Sloane gedanklich immer noch mit der Frage beschäftigt ist, was ihre Schwester dazu getrieben hat, sich in einen Gangster der härtesten Sorte, nämlich den Bikerboss Rebel, zu verlieben und sogar eine Hochzeit mit ihm zu planen, quält Zeth eine ganz andere Frage. Wird Sloane, nachdem ihre Schwester wieder auf freien Fuß ist, seine Hilfe noch benötigen? Heißt es nun Abschied nehmen?

Doch am Horizont braut sich ein weit größeres Problem zusammen. Der Mann, der Zeths Vertrauen einst aufs übelste missbraucht hat, wegen dem er sogar Jahre für eine Tat, die er nicht begangen hat, ins Gefängnis gewandert war, ist ihm erneut auf der Spur. Doch Charlie hat es dieses Mal nicht nur auf Zeth, sondern auch auf Sloane und ihre Familie abgesehen.

Auch sind nicht alle Beziehungen ins Reine gebracht und am Horizont ist auch kein Regenbogen zu sehen. Sloanes beste Freundin, Pippa, fordert Zeth weiterhin auf, sein Versprechen einzuhalten und sich von Sloane fernzuhalten. Und dann gibt es da noch das Treffen mit den künftigen Schwiegereltern.



Im Detail:

Nachdem Zeth und Sloane nach Monaten endlich den Aufenthaltsort von Alexis ausfindig gemacht haben, heißt es für beide, die Rückkehr in die alte Heimat anzutreten. Sloane sehnt sich nach ihrem alten Leben. Sie möchte ihre Normalität zurück, den Krankenhausalltag, den sie meistert.

Zeth hingegen fürchtet sich davor, dass die Frau, die er vielleicht liebt, mit der Heimkehr auch wieder ihre eigenen Wege gehen wird.

Das Leben mit Zeth ist gefährlich. Der eiskalte Killer wirkt oft unberechenbar und liebt es die Frau an seiner Seite gefühlsmäßig aus der Reserve zu locken. Jahrelang hat Zeth die Personen in seiner Umgebung studiert. Er meint stets zu wissen, welche Schritte sein Gegenüber als nächstes machen wird. Doch Sloane ist anders als die Menschen, die ihm bislang begegnet sind. Oft handelt sie überraschend und treibt letztlich selbst ihn aus der Reserve. Auch scheint sie auf Dramatik und Nervenkitzel durchaus zu stehen.

Die Geschichte beginnt mit einem Prolog, in dem Jimmy Renford als Mitarbeiter eines Überwachungsdienstes in seiner Schicht gemeinsam mit seinen Kollegen Tankstellenvideos einsieht. Die Mitarbeiter werden innerhalb dieser Stunden Zeugen eines Überfalls, bei dem eine Frau von einem bekannten Verbrecher und seinen Kumpanen niedergeschlagen wird. Letztlich verdecken die Täter das Bild der Kamera. Man sieht einen Rücken und wie sich die Kerle an der Frau zu schaffen machen. Doch das Lächeln der Männer zeugt davon, dass ihre Tat erkannt werden sollte.

Der Leser gelangt Satz für Satz tiefer in die kriminellen Verstrickungen rund um die beiden Protagonisten.

Leser/innen, die beim Griff zu einer Dark Romance-Lektüre auch erotische Szenen erwarten, werden auch beim vierten Band der Reihe nicht enttäuscht werden. Gezeigt wird wieder das genaue Gegenmodell zur romantischen Liebe, in dem gewohnten, düsteren Anstrich.



Fazit:

Auch der vierte Band der Blood & Roses-Reihe überzeugt. Der Leser fühlt die Anziehungskraft, die Enttäuschung und die Abstoßung zwischen den Protagonisten. Das Buch bewegt sich sachkundig auf abschüssigem Terrain und überzeugt mit komplexen kriminellen Verstrickungen, authentischen Figuren und einer spannenden Geschichte.

Ein teilnahmsloses Lesen ist unmöglich. Ein Mitfiebern – oft Mitleiden - wird erzwungen. Das Buch ist eine Empfehlung.



Buchzitate:

Ich öffne den Reißverschluss der Tasche und finde fast sofort, was ich haben will. Es handelt sich um einen kleinen, ovalen Gegenstand, eine neue Ergänzung meiner Wundertüte voll Tricks.

Ich habe noch nie nach genug gesucht, Sloane. Ich habe immer nach weniger gesucht. Und ich bin so ungefähr 50-mal am Tag in Versuchung, vor der Situation mit dir wegzulaufen, weil du mehr als genug bist. Du bist zu viel.

Veröffentlicht am 31.08.2019

Ein absolutes Lesehighlight

One True Queen, Band 1: Von Sternen gekrönt (Epische Romantasy von SPIEGEL-Bestsellerautorin Jennifer Benkau)
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Inhalt:

Mailins Schwester Vicky liegt seit sieben Jahren im Wachkoma. Sie darf kein Radio hören, nicht fernsehen, ja die gemeinsame Mutter verbietet sogar, ihr Geschichten vorzulesen. Nichts darf Vicky ...


Inhalt:

Mailins Schwester Vicky liegt seit sieben Jahren im Wachkoma. Sie darf kein Radio hören, nicht fernsehen, ja die gemeinsame Mutter verbietet sogar, ihr Geschichten vorzulesen. Nichts darf Vicky aufregen oder verwirren. Mailin liebt ihre Schwester über alles und leidet daher stark unter den Geschehnissen. Ablenkung vom Alltag findet Mailin im Kampfsport. Ihre Trainerin ist auch zugleich ihre Bezugsperson. Mit ihr kann sie über ihre Sorgen sprechen.

Nach einem Trainingstag geht Mailin in die Umkleide. Sie möchte sich dort noch schnell duschen. Doch plötzlich sieht sie einen Schatten. Ist das der Neue, den sie heute im Trainingsraum nur flüchtig wahrgenommen hat? Doch bevor Mailin genau analysieren kann, wer sich im Schatten herumtreibt, löst sich plötzlich ihr Sichtfeld auf. Sie bekommt das Gefühl, wie Sand in sich zusammenzufallen. Sie sinkt in Ohnmacht.

Als Mailin wieder erwacht, ist das Tor zu einer anderen Welt aufgestoßen. Sie findet sich auf einer sonnenbeschienenen Lichtung wieder. Verwirrt schaut sie sich um. Sie entdeckt blauschimmernde Pilze, groß wie Couchtische, Farne in Rot- und Orangetönen. Als ihr dann plötzlich Kaninchen mit einem Affengesicht begegnen, weiß Mailin, etwas stimmt hier ganz und gar nicht. Sie begibt sich weiter in den Wald hinein.

Das, was anfangs so schön aussah, scheint viel gefährlicher zu sein als gedacht. In einer gefahrvollen Situation begegnet ihr plötzlich ein fremder Junge. Doch statt ihr zu helfen, schaut er zu. Mailin gerät in einen Kampf um Leben und Tod.

Mailin ist verängstigt. Diese Welt ist einem skurrilen Alptraum entsprungen und wer ist dieser Junge?



Im Detail:

Als Mailin in einer fremden Welt wiedererwacht, meint sie eine Karussellfahrt zwischen Traum und Wirklichkeit zu erleben. Denn die atemberaubende Schönheit der neuen Welt ist durchwoben von Gefahren. Es gibt Bäume, deren Äste aus Knochen bestehen und deren Blätter nach einem zu greifen drohen. Tiere, die auf den ersten Blick niedlich aussehen und dann jede Chance nutzen, um einen hinterrücks anzugreifen. Und dann gibt es da diesen Jungen, der nichts über sich verrät. Nicht einmal seinen Namen möchte er preisgeben.

Doch Peter, wie Mailin den Jungen bald nennt, ist zugleich auch Mailins einzigste Bezugsperson in der neuen Welt. Auf die Frage, was in dieser verrückten Welt, die Peter Lyaskye nennt, denn das Gefährlichste sei, das der Junge jemals gesehen habe, antwortet Peter ehrlich: Er selbst.
Auch die Antwort auf die Frage, wie Mailin hierher gelangt sei, ist nichts, was die Nerven des Mädchen beruhigt. „SIE“, so antwortet Peter undeutlich, „tut das manchmal. SIE holt Mädchen oder junge Frauen aus der anderen Welt hierher.“

Mailin möchte nichts anderes, als so schnell wie möglich wieder zurück in die alte, bekannte Welt. Doch Peter gibt ihr eine sehr düstere Prognose mit auf den Weg. Denn Mädchen wie Mailin, die aus der anderen Welt kommen, finden hier für gewöhnlich schnell den Tod.

Mailin lässt sich jedoch von Peter nicht unterkriegen. Sie hat einen Plan und der beinhaltet, so schnell wie möglich wieder aus Lyaskye zu verschwinden.
Es entfaltet sich ein regelrechtes Feuerwerk aus witzigen Sprüchen und skurilen Dialogen zwischen den beiden.

Umso weiter Mailin und Peter voranschreiten, umso mehr begreift Mailin, dass ihre Reise nach Lyaskye keinem Zufall geschuldet ist. Es gibt einen Plan und in dem spielt Mailin eine große Rolle.



Fazit:

Jennifer Benkau lädt den Leser in ihrer One true Queen – Reihe zu einer Reise in fantasievolle Fernen ein. Die männliche Hauptfigur Peter ist ein moralisch ambivalenter Akteur. Peter beschreibt sich selbst als Lügner und als gefährlich.

Viel subtile Spannung, feinsinniger Humor und eine psychologisch gelungene Charakterzeichnung der Hauptfiguren lassen die Seiten der Geschichte nur so dahinfliegen.

Das Buch erinnert an alte Klassiker wie Alice im Wunderland. Eine Empfehlung ist es allemal.



Buchzitate:

Da gibt es Pilze, die sich auf das Vielfache ihrer Größe aufplustern, wenn wir uns nähern; Vögel, die im Schatten grau und unscheinbar sind, doch in durch das Blätterdach einfallenden Sonnenstrahlen golden oder feuerrot aufleuchten; Bäume, die ihre langen schlanken Blätter nach uns recken, um uns zu berühren, weil sie das Salz benötigen, das sich im Schweiß von Menschen und Tieren befindet.

„Irgendwann schnappt die Falle einfach zu. Du weißt, dass da eine ist, aber du läufst trotzdem hinein.“

Veröffentlicht am 21.08.2019

Was wäre, wenn deine Eltern dich ohne Vorwarnung in die Wüste schicken würden?

Acht Wochen Wüste
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Inhalt:

Als Wren eines Morgens, noch trunken vom letzten Abend, erwacht, sieht sie sich nicht nur ihren Eltern, sondern auch zwei Polizeibeamten gegenüber. Noch bevor Wren überhaupt begreift, wie ihr ...


Inhalt:

Als Wren eines Morgens, noch trunken vom letzten Abend, erwacht, sieht sie sich nicht nur ihren Eltern, sondern auch zwei Polizeibeamten gegenüber. Noch bevor Wren überhaupt begreift, wie ihr geschieht, befindet sie sich mit den Beamten via Flugzeug auf dem Weg nach Salt Lake City.

Wren gelangt langsam zu der unschönen Einsicht, dass ihre Eltern die Verantwortung für sie in fremde Hände gelegt haben und sie los werden wollen. Denn kurze Zeit später übergeben die Uniformierten Wren erneut. Dieses Mal an zwei auf Survivaltraining spezialisierte Betreuer. Michelle und John sollen sich in den nächsten acht Wochen um Wren kümmern. In dieser Zeit wird diese lernen müssen, mit einer kleinen Auswahl an Hilfsmitteln in der Wüste zu überleben. Na, dann, viel Spaß!



Im Detail:

Wren ist alles andere als begeistert. Sie ist wütend, sie ist frustriert, sie versteht die ganze Welt nicht mehr. Sicherlich, sie hat eine Menge Mist gebaut. Von ihrem exzessiven Lebensstil, der Drogen und Diebstähle einschloss, waren ihre Elten nie begeistert. Doch niemals hätte sie gedacht, dass ihre Eltern solch einen drastischen Entschluss treffen und sie ins Wüstencamp schicken würden.

Nach einer Anreise mit dem Flugzeug und einer anschließenden Fahrt im Jeep folgt ein langer und ermüdender Fußmarsch. Entgegen dem Ratschlag ihrer Betreuer trinkt Wren die ihr zur Verfügung gestellte Wasserflasche fast leer. Mangelnde Selbststeuerungsfähigkeit und geringe Impulskontrolle bedingen, dass Wren durstig und erschlagen im Camp ankommt.
Doch Michelle lässt sich nicht erweichen. Es wird Zeit sich aus einer Plane und einem Stück Seil ein Zelt zu bauen. Bald wird es regnen. Wrens Wut auf die Welt im Allgemeinen und ihre Betreuer im Speziellen wird sie in der Wüste nicht weiterbringen. Wenn sie sich nicht selbst hilft, dann wird sie hier untergehen. Neidisch starrt sie auf die Töpfe mit Haferbrei, gekochtem Reis und auf die vollen Trinkflaschen der anderen Jugendlichen. Wren versteht nicht, warum die anderen Jugendlichen nicht rebellieren, warum sie sich vielmehr auf Michelles Seite stellen. Sie meint in der Hölle angekommen zu sein.

Die Notwendigkeit, die feindliche Umwelt hinzunehmen, weckt aber schnell den Wunsch, zu lernen, wie man Feuer macht, wie man Wasser findet und ein Zelt so aufbaut, dass es einem vor dem tückischen Wetter schützt.

Bücher aus dem Hause Magellan haben mich bislang noch nie enttäuscht. Autoren aus dem Verlagsprogramm kreieren stets eine mitreißende Handlungen, die viele überraschende Wendungen bereithalten. Das Buch kombiniert den Kampf ums Überleben mit der schwierigen Teenagerzeit.

Ein weiterer Handlungsstrang zeigt die Ursachen auf, die Wren auf die schiefe Bahn geführt haben. Wie Wren nach und nach die falschen Freunde kennengelernt hat. Es wird klar, dass auch Wrens Familie, aber auch sie selbst so einige Fehler gemacht haben. Wren hat das Vertrauen der Menschen, die ihr nahestanden missbraucht, das wird über die Seiten hinweg klar.



Fazit:

Die Autorin von Acht Wochen Wüste, Wendelin van Draanen, beschreibt in ihrem Buch den Weg einer Jugendlichen, die vom Weg abgekommen ist. Die Eltern sehen keinen anderen Ausweg und schicken ihr Kind in ein Wüstencamp.

Das Buch lebt sehr stark von den Emotionen seiner Figuren. Der Autorin gelingt es eindringliche Stimmungsbilder, etwa von den widersprüchlichen Gefühlen zu den Eltern, die zwischen abgrundtiefem Hass und inniger Liebe pendeln, zu zeichnen. Dabei wird verdeutlicht, dass sich Menschen und Standpunkte durchaus ändern können. Das schreit hier aber nicht nach Schullektüre, nach Deutschklausur, sondern wird sehr ungezwungen erzählt. Eben ein Roman, dessen wahre Lebensweisheiten durch die starke Protagonistin nicht pathetisch daherkommen.

Veröffentlicht am 13.08.2019

Abenteuer, Natur und Romantik

Unter dem Zelt der Sterne
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Inhalt:

Zorie ist ein Mensch, der sein Leben bis ins letzte Detail durchgeplant hat. Auch ihre Sommerferien sind bereits planvoll durchrationalisiert. Doch Zories Mutter hat sich für dieses Jahr etwas ...

Inhalt:

Zorie ist ein Mensch, der sein Leben bis ins letzte Detail durchgeplant hat. Auch ihre Sommerferien sind bereits planvoll durchrationalisiert. Doch Zories Mutter hat sich für dieses Jahr etwas besonderes für die Tochter überlegt. Gemeinsam mit ihren alten Freuden soll sie zu einem Glampingevent aufbrechen, an dem auch ihre ehemalige Freundin Reagan teilnehmen wird.

Zorie ist von dieser Idee im ersten Moment alles andere als angetan. Zwar waren Reagan und sie früher sehr gut befreundet, doch nachdem Reagans Eltern zu Geld kamen, haben sich die Freundinnen zunehmend entfremdet. Der Campingausflug wäre jedoch eine Möglichkeit, die entstandene Kluft wieder zu schließen. Am Rande bekommt Zorie noch mit, dass auch Brett, ihr heimlicher Schwarm, mit von der Partie sein soll.

Wenige Tage später erhält Zorie eine weitere Einladung von ihrem Astronomieclub. Einige Kilometer von dem Zeltplatz entfernt findet eine Sternenparty statt. Die Highlights sollen der Besuch einer berühmten Astronomin und natürlich der Meteorstrom der Perseidon setzen, der nur einmal im Jahr stattfindet. Zorie ist unentschlossen, ob sie umdisponieren soll und wenn ja, wie.

Der Entschluss fällt, als Zorie ein Päckchen für ihre Mutter bei den Nachbarn abholt. Da diese das Päckchen versehentlich geöffnet haben, wirft auch sie selbst einen Blick hinein. Darin befindet sich ein Fotoalbum, das Bilder von Zories Vater mit einer anderen Frau zeigt. Zorie weiß nicht, wie ihr geschieht. Sie sucht die Flucht aus der Situation in die Natur, versteckt das Fotoalbum und macht sich mit Reagan und ihren Freunden auf den Weg.



Im Detail:

Zorie versucht Veränderlichkeit, Zufall und Unordnung aus ihrem Leben fernzuhalten. Doch in diesem Sommer soll sich für sie alles ändern. Es fängt damit an, dass ihre Urlaubsplanung durcheinandergewirbelt wird. Auch als Zorie erfährt, dass ihr Vater ihre Stiefmutter betrogen hat,
stellt dies eine Zäsur dar. Kurzerhand nimmt sie ein Angebot an und steigt in das Auto ihrer ehemaligen Freundin Reagan. Womit Zorie jedoch nicht gerechnet hätte, ist, dass neben ihrem heimlichen Schwarm und zwei Freunden von Reagan auch noch ein weiterer Gast mit von der Partie ist. Nämlich Lennon, Zories ehemaliger bester Freund.

Die Homecomingparty vom letzten Jahr steht noch zwischen ihnen. Lennon hat sie an diesem Tag eiskalt versetzt. Und nun soll sie einen ganzen Urlaub mit dem Jungen verbringen, den sie eigentlich am liebsten gar nicht mehr sehen möchte?

Schon zu Beginn der Reise muss Zorie auf die harte Art lernen, dass sich das Leben nie vorherbestimmen lässt. Es kann immer anders kommen als ursprünglich geplant. Gerade auf einem Campingurlaub kommt man sich näher, ob man nun will oder nicht und es passieren auch die ungewöhnlichsten Dinge, die spontanes Handeln erfordern.

Zu allem Übel plagt Zorie neben einem ständigen Kontrollzwang auch noch ein chronisches Nesselfieber. Immer dann, wenn sie etwas falsches isst, in erster Linie aber dann, wenn sie nervös wird, bekommt sie dicke, juckende Pusteln. Das Stereotyp vom passionierten Naturliebhaber sieht anders aus.

Jenn Bennett schreibt mit „Unter dem Zelt der Sterne“ eine abenteuerliche Geschichte, in der sich sechs Jugendliche auf einen Campingtrip begeben. Direkt vor dem Lesen des Buches bin ich durch einen Beitrag erstmals auf das Thema Glamping aufmerksam geworden. Hierbei handelt es sich um eine luxuriöse Form das Campings. Alles wird von dritter Hand organisiert, es gibt ein Catering und sehr conveniente Schlafmöglichkeiten. Klar, dass den Jugendlichen hier bald ein wenig langweilig wird. Sie überlegen sich einen kleinen Streich und fliegen kurzerhand vom Glampingplatz. Nun heißt es, sich fernab jeglicher Zivilisation, mitten in der Wildnis durchzuschlagen.

Die Gruppe an Jugendlichen besteht aus Lennon, jemanden, der gerne Graphic Novels liest, eine Liebe zu Reptilien pflegt und dessen Mütter einen Sexshop betreiben. Aus Reagan, einem Mädchen mit reichen Eltern, die stolz darauf war, für die Olympischen Spiele trainieren zu dürfen, jedoch bei den Auswahlwettkämpfen gescheitert ist. Brett, dem Mädchenschwarm, der immer alles optimistisch sieht und oftmals sehr naive Entscheidungen trifft und Reagans weiteren Freunden Kendrick und Summer. Gerade Reagan, Lennon und Brett sorgen mit ihren Eigenarten und unterschiedlichen Lebensansichten neben der Protagonistin dafür, dass sich die Handlung interessant entwickelt.

In der freien Wildnis lauern einige Gefahren. Hier kann man sich eben nicht, wie es Reagan gewohnt ist, mit Geld schnell eine Lösung kaufen. Auch Bretts Lebensmotto, „lass einfach laufen“, funktioniert nur bedingt. Ausgerechnet Lennon präsentiert sich als Überlebenskünstler, der Junge, dessen Nähe Zorie gar nicht sucht.



Fazit:

Unter dem Zelt der Sterne ist eine amüsante Sommerlektüre - nicht nur für Camping-Liebhaber. Ein Buch, dass eine farbige Stimmung zeichnet zwischen Abenteuer, Natur und Romantik.

Das Spannungslevel wird zumindest durch das Buch gehalten und auch gelegentlich angezogen.

Mit seinem glücklichen Arrangement von Texten und Zeichnungen vereint dieses Buch Wort-, Mal- und Zeichenkunst. Unter dem Zelt der Sterne ist eine süße Liebesgeschichte, perfekt, um die Freude auf die Sommermonate und das damit verbundene Reisefieber zu schüren.



Buchzitate:

Lennon sieht wild aus, klar. Ungefähr so wild wie eine depressive Leiche.

Die Natur ist ein Horrorfilm.