Muffins für die Massen
Gemeinsam veganCarlotta Perego, die in Italien unter dem Namen „Cucina botanica“ vegane Rezepte im Internet veröffentlicht, wird mit diesem Kochbuch auch dem deutschen Publikum zugänglich gemacht.
In der Einleitung erzählt ...
Carlotta Perego, die in Italien unter dem Namen „Cucina botanica“ vegane Rezepte im Internet veröffentlicht, wird mit diesem Kochbuch auch dem deutschen Publikum zugänglich gemacht.
In der Einleitung erzählt sie ihre persönliche Geschichte, was passend und authentisch wirkte. Danach folgen Tipps zum Umgang mit Argumenten gegen den Veganismus sowie Anregungen, wie Treffen mit Freunden oder Familie gestaltet werden könnten. Das empfand ich als zu ausführlich, schließlich habe ich zu einem veganen Kochbuch gegriffen und meine eigenen Erfahrungen gemacht.
Auch die Listen verschiedener Zutaten, unterteilt in „Leicht zu finden…“ (Tomaten), „Vielleicht auch…“ (Gurken) und „Unterschätzt nicht…“ (Kohlrabi) schienen etwas belanglos. Für die deutsche Ausgabe hätte ich mir stattdessen Anpassungen der italienischen Zutaten (Mehl Type 0) oder zumindest Erklärungen (Stracchino) gewünscht. Bei der hohen Wahrscheinlichkeit, diese durch hier gebräuchliche Alternativen ersetzen zu müssen, wären Hinweise zur Wirkung hilfreich gewesen.
Doch mir geht es ums Kochen, also schauen wir auf die Rezepte. Diese sind in die Kapitel „Gemeinsam beim Aperitivo“, „Gemeinsam bei Tisch“ und „Gemeinsam naschen“ gegliedert – eigentlich eine gute Systematik, auch wenn ich einige Speisen anders einsortiert hätte. Die Ideen und ganzseitigen Fotos inspirieren mich jedenfalls dazu, neue Rezepte auszuprobieren.
Mein erster Kochversuch, Kichererbsen-Muffins mit buntem Gemüse, ist ein wenig eskaliert: Die für vier Personen angegebenen und von mir bereits reduzierten Zutaten ergaben eine wahnsinnige Menge. So kam ich nicht darum herum, einen Großteil einzufrieren und später meine Kollegen damit zu versorgen. Das Gute daran: So kann ich nicht nur meine eigene Meinung zum Ergebnis wiedergeben. Gelobt wurden die Fluffigkeit („Liegt das an den Eiern?“) und der Geschmack. Letzterer geht allerdings auf mein Konto, denn das Rezept kommt außer mit Salz ohne weitere Gewürze aus, so dass ich improvisiert habe. Herausgekommen ist somit ein überzeugendes Ergebnis bei erfreulich einfacher Zubereitung.
Meine Kritik bezieht sich vor allem auf Punkte, die ein sorgfältiges Lektorat hätte ausmerzen können. Die Lust, Carlottas vegane Küche weiter auszuprobieren, bleibt davon jedoch unberührt.