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Veröffentlicht am 25.11.2018

Ausländische Teufel in China

Gott der Barbaren
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In der Mitte des 19. Jahrhunderts wird China vom Krieg geschüttelt. Mittendrin befinden sich „ausländische Teufel“, die mit ihren eigenen Missionen ihren Beitrag leisten.
Unter letzteren sind zwei, die ...

In der Mitte des 19. Jahrhunderts wird China vom Krieg geschüttelt. Mittendrin befinden sich „ausländische Teufel“, die mit ihren eigenen Missionen ihren Beitrag leisten.
Unter letzteren sind zwei, die in diesem Roman eine besondere Rolle spielen: ein deutscher Missionar und ein englischer Sonderbotschafter. Beide versuchen die Kultur des Landes zu verstehen und erleben dabei mitunter einen höchst amüsanten Austausch mit den Einheimischen, die sich ihrerseits Gedanken über das Leben der Fremdlinge machen. „Von Drähten im Boden hatte der Tote letzte Nacht gesprochen, in ihren Ländern ließen die Barbaren eiserne Kutschen über Schienen fahren, die angetrieben wurden wie Schiffe.“
Von solchen amüsanten Momenten abgesehen, war mir das Buch oft zu langatmig. Es war schwierig, den Überblick über die Personen und Gruppen und deren Absichten zu behalten. Dennoch sind interessante Einblicke in das chinesische Leben aus Briefen und Notizen entstanden, die die eigentliche Handlung ergänzten. Insofern habe ich die Lektüre nicht bereut.

Veröffentlicht am 24.11.2018

Humor und Harmonie

Signor Rinaldi kratzt die Kurve
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Der 80-jährige Pietro Rinaldi plant seinen Selbstmord. Doch dann bringt ihn eine unerwartete Reise mit seinem Enkel dazu, sein Leben noch mal mit anderen Augen zu betrachten.
Der Protagonist und Ich-Erzähler ...

Der 80-jährige Pietro Rinaldi plant seinen Selbstmord. Doch dann bringt ihn eine unerwartete Reise mit seinem Enkel dazu, sein Leben noch mal mit anderen Augen zu betrachten.
Der Protagonist und Ich-Erzähler ist kein Menschenfreund, und so sprühen seine Kommentare vor Zynismus und Eigensinn. Selbst ihn verehrende Leser, denn er ist Autor, widern ihn an.
In seiner Entwicklung zeigt er zunehmend Gelassenheit angesichts manch ungewöhnlichen Zwischenfalls und beschert uns noch Lebensweisheiten im Stil von: „Manchmal ist es das Beste, sich Stille zu verordnen und abzuwarten, denn was einem heute fast unerträglich vorkommt, ist morgen meist schon unbedeutend: eine verlorene Rassel mit zwanzig statt mit zwei.“
Auch wenn sich die Handlung zum Teil erahnen lässt, kann das Buch überraschen und erheitern. Bitterböser Humor gepaart mit Harmonie ist hier die Kombination, die mitreißt.

Veröffentlicht am 24.11.2018

Zurück in die Wanne

Ketchup, Kult und Kino-Küsse
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„Ketchup, Kult und Kino-Küsse“ ist ein Quiz mit 33 Fragen zum Thema Filme.
In badewannentauglichem Kunststoff und knalloranger Farbe mutet es äußerlich wie ein Kinderbuch an, doch der Inhalt hat es in ...

„Ketchup, Kult und Kino-Küsse“ ist ein Quiz mit 33 Fragen zum Thema Filme.
In badewannentauglichem Kunststoff und knalloranger Farbe mutet es äußerlich wie ein Kinderbuch an, doch der Inhalt hat es in sich. Merkt man mancher lustigen Antwort noch an, dass es sich um die falsche handeln muss, bringen andere Optionen durchaus die Gehirnwindungen zum Glühen. Außerdem ist durch die Erinerung an alte Zeiten - von Psycho über E.T. bis zu Dirty Dancing sind die Klassiker vertreten - Spaß in der Badewanne garantiert. Neben der Auflösung gibt es vor dem Abtrocknen noch eine Einstufung in die Ränge der Filmquizstars. Doc, wir müssen zurück, zurück in die Wanne!

Veröffentlicht am 18.11.2018

Schönes Ziegenleben

Die Ziege auf dem Mond
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Eine Ziege lebt auf dem Mond ganz allein. Sie begutachtet die Dinge, die mit der Zeit dort gelandet sind und denkt über ihr Leben nach.
Unsere Protagonistin ist ziemlich entspannt und genießt ihr Dasein. ...

Eine Ziege lebt auf dem Mond ganz allein. Sie begutachtet die Dinge, die mit der Zeit dort gelandet sind und denkt über ihr Leben nach.
Unsere Protagonistin ist ziemlich entspannt und genießt ihr Dasein. „...und wenn man den halben Tag im Mondstaub liegen und dem Flüstern der Sterne zuhören wollte, dann könnte man das. Einfach, weil man die Ziege war.“ Sie hat einen geregelten Tagesablauf, der mit einem guten Frühstück beginnt und mit einer Entdeckungstour weitergeht, bis etwas Besonderes außergewöhnliche Maßnahmen erfordert.
Das Buch ist ein Kinderbuch, enthält aber durchaus Anspielungen, mit denen eher der erwachsene (Vor-)Leser etwas anfangen kann. Bestechend für beide Zielgruppen sind die detailreichen Illustrationen, die Phantasie und Wirklichkeit der Ziegenwelt widerspiegeln. Ich habe die Ziege (aufgrund ihrer eigenwilligen Art) und das Büchlein (seiner Aufmachung wegen) schnell in mein Herz geschlossen.

Veröffentlicht am 11.11.2018

Weder Fisch noch Fleisch

Die Richterin und die Tote vom Pont du Gard
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Auf die Untersuchungsrichterin Mathilde wird ein Anschlag verübt. Vom Krankenbett aus nimmt sie die Ermittlungen auf.
Eine weitere Rolle spielt der Reisebuchautor Martin, der neben regionalen Besonderheiten ...

Auf die Untersuchungsrichterin Mathilde wird ein Anschlag verübt. Vom Krankenbett aus nimmt sie die Ermittlungen auf.
Eine weitere Rolle spielt der Reisebuchautor Martin, der neben regionalen Besonderheiten etwas über einen Unfall seiner Großeltern herauszufinden versucht. Schließlich verstricken sich die Handlungsstränge um die Ermittlungen im Umfeld eines Pädophilen-Rings mit aktuellen Morden in Mathildes Dorf und der Vergangenheit.
Bei mir entstand der Eindruck, dass es der Autorin ähnlich ging wie ihrer Romanfigur Martin, der „einfach zu viel in diesen Reiseführer packen wollte“. Die Beschreibungen französischer Landstriche wirken aufgesetzt, statt die Handlung zu ergänzen. Der Anschlag, der die Hauptfigur hätte erschüttern müssen, wird kaum mehr erwähnt; stattdessen wird ein Fremder ohne jeglichen Argwohn ihr neuer Vertrauter. Die persönlichen Beziehungen der unzähligen Dorfbewohner sind so präsent, dass die Lösung des Kriminalfalls darüber in den Hintergrund gerät. Somit kann ich diesen Roman weder dem Krimiliebhaber noch dem Frankreichfan empfehlen.