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Veröffentlicht am 19.03.2026

Wirkt auf mich unfertig

Der Glückskind-Effekt
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Ich bin eigentlich ein großer Fan der Bücher von Maja und Johannes Storch, weil ich die Fähigkeit der Autoren, komplexe psychologische Konzepte anhand liebenswerter Maskottchen-Figuren allgemeinverständlich ...

Ich bin eigentlich ein großer Fan der Bücher von Maja und Johannes Storch, weil ich die Fähigkeit der Autoren, komplexe psychologische Konzepte anhand liebenswerter Maskottchen-Figuren allgemeinverständlich und humorvoll zu vermitteln, sehr schätze. So ist mir auch das Zürcher Ressourcenmodell, das auch in diesem Buch wieder vorkommt, schon bekannt. Auch die Motto-Ziele kommen wieder vor, es geht also um die altbekannten Konzepte dieser Autoren, ergänzt um Betrachtungen zu Systemtheorie etc.

Erhofft habe ich mir ein weiteres liebevoll gestaltetes und leicht verständliches Werk, das ich als Psychologin meinen Klientinnen und Klienten empfehlen kann, um sich besser zu verstehen. Als solches wird auch dieses Buch wieder vermarktet und so habe ich mich sehr auf die Lektüre gefreut.

Doch leider wirkt auf mich das Buch unfertig, wie wenn man sich den letzten Überarbeitungs-, Straffungs- und Konkretisierungsschritt gespart hätte. Ja, es gibt wieder ein liebenswertes Maskottchen, diesmal ist es das Orx, das denkt, das ihm nichts gelingt und es immer nur Pech hat. Dabei gehen die Autoren darauf ein, dass es ihnen wichtig war, dem im esoterischen Bereich so populären "Wünsch dir was vom Universum"-Konzept etwas wissenschaftlich Fundiertes zum Thema innere Haltung und Mindset entgegenzustellen.

Das gelingt auch erst einmal durchaus gut: das Orx stellt sich vor, es gibt wieder ansprechende Zeichnungen und wissenschaftliche Theorien, die zuerst allgemein erklärt und dann für das Orx noch einmal verständlicher gemacht werden. Doch insgesamt wirkt das Buch auf mich nicht rund und ich habe den Eindruck, dass hier versucht wurde, zu viele zu komplexe Theorien miteinander zu integrieren, auf eine Art und Weise, bei der ich befürchten muss, dass die meisten meiner Klientinnen und Klienten - ohne Vorwissen zu Systemtheorien usw. - davon nicht abgeholt werden, es nicht verstehen werden und somit keine klare Botschaft zum Mitnehmen bleibt.

Wer sich, wie ich, mit den psychologischen und philosophischen Konzepten hinter diesem Buch schon tiefgründiger beschäftigt hat, wird natürlich verstehen, was gemeint ist - aber dafür braucht man dann wiederum nicht so ein Buch, das versucht, diese Theorien für Laien gut verständlich und praktisch anwendbar runterzubrechen.

Ich empfehle jenen, für die das Werk dieser Autoren neu ist, erst einmal zu einem anderen ihrer Bücher zu greifen, um einen guten Eindruck davon zu bekommen, was verständliche Wissenschaftsvermittlung leisten kann.

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Veröffentlicht am 19.03.2026

Bedrückend

Das gelbe Haus
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Ich bin auf dieses Buch gestoßen, weil mir "Brüste und Eier" von derselben Autorin sehr gut gefallen hat. In jenem ging es um japanische Frauen rund um das Thema Fruchtbarkeit und Kinder-Kriegen. Auch ...

Ich bin auf dieses Buch gestoßen, weil mir "Brüste und Eier" von derselben Autorin sehr gut gefallen hat. In jenem ging es um japanische Frauen rund um das Thema Fruchtbarkeit und Kinder-Kriegen. Auch dort waren die Beziehungen zwischen den Figuren schon eher distanziert, wie es vielleicht auch für diesen Kulturkreis typisch ist.

Hier geht es nun um sozial benachteiligte junge Menschen in einem schwierigen Milieu. Wirklich warm geworden bin ich mit den Figuren nicht und auch die Handlung hat sich immer wieder hingezogen.

Andererseits gibt es insgesamt auch durchaus interessante Einblicke in die Lebenssituation von Menschen, die keine Ausbildung haben, sich im kriminellen Milieu durchschlagen müssen und von anderen Menschen manipuliert werden.

Es ist jedenfalls ein trostloses Milieu, auf das man sich gerade einlassen können muss, und insgesamt ein ungewöhnliches Buch, das man in dieser Weise nicht oft zu lesen bekommt.

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Veröffentlicht am 18.03.2026

Schön gestaltetes, spirituelles Mitmachbuch

Wechseljahre - Befreiungsjahre
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Das Buch "Wechseljahre - Befreiungsjahre" von Sinja Mahlow trägt den Untertitel "Ein spiritueller Leitfaden für die Mitte des Lebens" und dieser Untertitel wird dem Buch auch sehr gerecht: es geht weniger ...

Das Buch "Wechseljahre - Befreiungsjahre" von Sinja Mahlow trägt den Untertitel "Ein spiritueller Leitfaden für die Mitte des Lebens" und dieser Untertitel wird dem Buch auch sehr gerecht: es geht weniger um einen medizinischen-biologischen Zugang zu dem Thema - dazu gibt es schon einige andere Bücher am Markt - als um einen spirituell-esoterischen.

Äußerlich ist das Buch wunderschön gestaltet, in ansprechenden Farben und mit inspirierenden Fotos und Gedichten, Checklisten (z.B. zur momentanen Zufriedenheit mit den verschiedenen Bereichen des eigenen Lebens) und Übungen (z.B. Bodyscan zur achtsameren Wahrnehmung des eigenen Körpers). Es macht Freude, sich damit zu beschäftigen.

Auch die Botschaft, die das Buch vermitteln möchte, ist eine wunderschöne: dass die Wechseljahre eine wertvolle Transformationszeit sind, die uns zu tieferer Weisheit und neuer Kraft verhelfen können, zu einer Kraft, die jetzt nicht nur nach außen geht, sondern auch tief im Innen und aus dem Innen heraus wirkt.

Besonders geeignet ist das Buch für alle Frauen, die sich schon jetzt sehr für den Bereich Spiritualität und Esoterik interessieren und mit Themen wie Chakren, TCM, Yoga, Astrologie und ätherischen Ölen etwas anfangen können. Die ursprünglich aus Indien stammenden Chakren sind eines der Kernthemen, nach denen auch die einzelnen Kapitel gegliedert sind. Wer hingegen nach einem medizinisch-naturwissenschaftlich orientierten Begleiter durch die Wechseljahre sucht, ist mit diesem Buch nicht gut beraten.

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Veröffentlicht am 18.03.2026

Vom Unglück der Nachgeborenen

Die glücklichste Familie der Welt
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Die glücklichste Familie der Welt ist ganz sicher nicht die von Sara im Schweden der Gegenwart. Sara ist 28 Jahre alt, lebt seit fünf Jahren mit ihrem Partner in einer mittelmäßigen Beziehung, weiß seit ...

Die glücklichste Familie der Welt ist ganz sicher nicht die von Sara im Schweden der Gegenwart. Sara ist 28 Jahre alt, lebt seit fünf Jahren mit ihrem Partner in einer mittelmäßigen Beziehung, weiß seit kurzem, dass sie von ihm schwanger ist und will das Kind abtreiben, hat dafür auch schon einen Termin für kommenden Dienstag.

Doch davor geht es erst einmal für ein Wochenende mit der 16-jährigen Cousine Evi und deren Vater Mats, Saras Onkel, nach Berlin. Dort will die Familie den Stolperstein besichtigen, der vor dem Haus liegt, aus dem ihre vor kurzem verstorbene Großmutter Irma als Jugendliche mit einem Kindertransport nach Schweden fliehen musste, während andere Familienmitglieder bald darauf vom NS-Regime ermordet wurden. Außerdem gibt es alte Briefe von Oma Irma, die sie damals mit ihren Eltern ausgetauscht hat, solange das noch möglich war. Diese sind auf Deutsch und von der schwedischen Nachkommenschaft konnte sie bisher keiner entziffern, nun möchte vor allem Mats die Briefe dem Jüdischen Museum in Berlin als Geschenk übergeben.

Auch Evi hat es nicht leicht im Leben. Eine Außenseiterin war sie in der Schule schon, bevor ihre jüdische Identität bekannt wurde, doch diese hat es nicht besser gemacht. Einsam und allein hat sie kaum Freunde, die Beziehung der Eltern ist dabei, in die Brüche zu gehen, Evi verletzt sich immer wieder selbst und hat einen Suizidversuch hinter sich, ihre engste Vertraute ist die 12 Jahre ältere Cousine Sara. Evi ist still und verschlossen, und wenn sie mal einen Wunsch äußert, etwa den, die Briefe vielleicht doch zu behalten, wird dieser von der Familie ignoriert bis überhört.

Es ist ein stilles, ruhiges Buch, das sich ausführlich Zeit für Details nimmt. Überwiegend geht es um das Wochenende der drei Menschen in Berlin, um Spaziergänge, Begegnungen und Verwicklungen dort. Eingeflochten ist das Thema der jüdischen Identität und was es bedeutet, in mittlerweile zweiter bis dritter Generation von Vertriebenen und Ermordeten abzustammen.

Immer wieder wird die Handlung in der Gegenwart durch einen Rückblick in die Vergangenheit der 1930er Jahre unterbrochen, als es kurzfristig "die glücklichste Familie der Welt" in Berlin gab, denn Irma und ihre jüngere Schwester Nina fühlten sich von den Eltern, einem jüdischen Ärztepaar, überaus geliebt, ernst genommen und auf Augenhöhe behandelt.

Alle Entscheidungen wurden gemeinsam im Familienrat besprochen und getroffen, die Kinder hatten viel mitzureden... bis auf die letzte Entscheidung, als die Eltern schweren Herzens und gegen den Widerstand der Kinder diese mit dem Kindertransport ins rettende Skandinavien schickten, in der Hoffnung, später nachkommen zu können. Wie man so eine Entscheidung treffen könnte und sich von den eigenen Kindern dafür trennen würde, statt als Familie zusammenzubleiben, das würde Irma erst viel später, als sie selbst schon Mutter war, verstehen.

Insgesamt ist es ein Buch, in dem zumindest auf der Gegenwartsebene nicht sehr viel passiert und das sich dafür Zeit nimmt, uns die Personen in ihren inneren Konflikten, ihrer Zerrissenheit, Isolation und Suche nach Verbundenheit und Verstehen durch viele kleine Alltagsdetails vorzustellen. Nicht alle offenen Fragen werden am Ende beantwortet sein, das lässt uns Leserinnen und Leser vielleicht nachdenklich und fragend zurück, ist aber vielleicht auch ein adäquater Spiegel für das Befinden der Charaktere. Ich kann das Buch allen empfehlen, die nachdenkliche, ruhige Bücher zu tiefgründigen Themen mögen.

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Veröffentlicht am 17.03.2026

Sehr theoretische philosophische Abhandlung

Am Volk vorbei
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Die liberalen Demokratien vieler Länder sind in der Krise: populistische Parteien sind im Aufschwung und man hört immer wieder den Vorwurf, es werde "am Volk vorbei" regiert, was auch immer das heißen ...

Die liberalen Demokratien vieler Länder sind in der Krise: populistische Parteien sind im Aufschwung und man hört immer wieder den Vorwurf, es werde "am Volk vorbei" regiert, was auch immer das heißen soll. Von einem Buch mit diesem Titel, verfasst von einem Historiker, hätte ich mir auch eine soziologische oder politikwissenschaftliche Aufarbeitung dieses sehr aktuellen Phänomens erwartet.

Mit dieser Erwartung ist man aber bei diesem Werk falsch: es handelt sich stattdessen um eine sehr philosophische, theoretische, ideengeschichtliche Abhandlung dazu, was mit verschiedenen Begriffen, zum Beispiel Demokratie, Macht, Herrschaft oder Staat gemeint sein könnte. Die Sprache ist sehr anspruchsvoll und erfordert konzentriertes Lesen und am besten ideengeschichtliche Vorkenntnisse in vielen Bereichen, z.B. "Macht ist ein produktives soziales Geschehen, in dem sich Fügsamkeit mit Erwartungen verbindet. Es gibt also ein Interesse am Gehorsam, das gar nicht von Überzeugungen, sondern von pragmatischen Erwägungen motiviert wird."

Insgesamt handelt es sich um ein interessantes Werk mit vielen diskussionswürdigen Ideen, das sich nach meiner Einschätzung aber jedenfalls mehr an ein akademisches Fachpublikum mit großem Interesse an Philosophie und Theoriegeschichte richtet als an interessierte Laien.

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