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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 09.12.2025

Ganz anders als angekündigt

Therapie einer Mörderin: Psychothriller | Je tiefer du in ihre Seele blickst, desto mehr verlierst du deine eigene
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Vielleicht hätte es mich schon warnen sollen, dass sich zu dem angeblichen Autor dieses Buches, H.M.Connally, im Internet nicht wirklich etwas finden lässt. Doch war der Inhalt sehr spannend beschrieben. ...

Vielleicht hätte es mich schon warnen sollen, dass sich zu dem angeblichen Autor dieses Buches, H.M.Connally, im Internet nicht wirklich etwas finden lässt. Doch war der Inhalt sehr spannend beschrieben. Eine Therapie einer Mörderin, das klingt spannend, und das hätte ich auch sehr gerne gelesen. Wenn nur das Buch hauptsächlich auch davon gehandelt hätte und nicht ungefähr ab der Mitte in eine völlig andere Richtung abgedriftet wäre!

Die erste Hälfte des Buches hat mir noch recht gut gefallen, es liest sich flüssig und spannend und man lernt die Psychiaterin Ava und ihre Klientinnen - alles Mörderinnen, aber meistens solche, die davor lange missbraucht worden waren und sich dann nur gegen ihre Peiniger zur Wehr gesetzt oder dafür gerächt hatten - ein bisschen kennen und es gibt erste Therapiegespräche, die durchaus interessant sind. Die Geschichte wird auch aus unterschiedlichen Perspektiven geschildert. Auch der Vortrag der Psychiaterin auf einer Tagung und die Hintergrundinformationen zu typischen Mordmotiven von Männern vs. Frauen und einigen psychologischen Theorien waren noch recht interessant und einigermaßen fachlich fundiert.

Doch im letzten Teil des Buches kommt es zu wirklich extremen Gewalt- und Vergewaltigungsexzessen, die bis ins letzte Detail in fast schon pornographischer Art und Weise geschildert werden. Das macht schreckliche Bilder im Kopf, die man nicht so leicht wieder los wird und die in diesem Detailgrad für die Handlung des Buches überhaupt nicht notwendig gewesen wären. Es geht dann auch nicht mehr wirklich um die Therapie oder Psyche von irgendwelchen Mörderinnen, sondern um etwas ganz anderes. Insgesamt kann ich dieses Buch also leider nicht wirklich empfehlen und vergebe 2 Sterne für einen gelungenen Anfang, der leider dann in eine sehr hässliche und auch nicht zur Beschreibung passende Richtung abdriftet.

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Veröffentlicht am 08.12.2025

Junges Paar mit Kind zieht aufs Land

Schreie & Flüstern
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Nach einem Erbe kauft ein junges Paar mit Kind ein riesiges, renovierungsbedürftiges Bauernhaus am Land und zieht dort ein. Schnell stellt sich heraus, dass insbesondere die Frau sich am Land überhaupt ...

Nach einem Erbe kauft ein junges Paar mit Kind ein riesiges, renovierungsbedürftiges Bauernhaus am Land und zieht dort ein. Schnell stellt sich heraus, dass insbesondere die Frau sich am Land überhaupt nicht wohl fühlt. Das gibt sie ihrem Partner auch ständig zu verstehen, zieht sich in ein Zimmer zurück und beobachtet den Putz beim Bröckeln, ist unzufrieden und beteiligt sich überhaupt nicht an den Renovierungsarbeiten.

Das Buch besteht aus vielen kleinen Szenen vor dem Umzug, während des Umzugs und dann am Land selbst. Während es vermutlich eine Art Gesellschaftsporträt heutiger junger urban geprägter Menschen vor ländlicher Kulisse sein möchte, hat es mich beim Lesen überhaupt nicht packen können. Weder bin ich mit den Figuren sonderlich warm geworden, noch hat mich das Setting an sich interessiert, und es gab nicht wirklich etwas Spannendes, das mich beim Weiterlesen gepackt hätte. Auch sprachlich hat es mich nicht sonderlich beeindruckt. Insgesamt fehlten mir Spannungsaufbau und roter Faden.

Insgesamt bleibt also ein eher mittelmäßiges Buch, das man lesen kann, aber nicht muss.

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Veröffentlicht am 08.12.2025

Wissenschaftlich fundiertes Sachbuch für eine neue Einstellung zum Winter

Wintern
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Kari Leibowitz hat Psychologie studiert und forscht in diesem Bereich zum Thema Wohlbefinden und Positive Psychologie. Für ihr Dissertationsprojekt hat sie sich das Ziel gesetzt, zu erforschen, was man ...

Kari Leibowitz hat Psychologie studiert und forscht in diesem Bereich zum Thema Wohlbefinden und Positive Psychologie. Für ihr Dissertationsprojekt hat sie sich das Ziel gesetzt, zu erforschen, was man gegen saisonale Depression machen kann - ein in den USA wichtiges Thema, von dem sie annimmt, dass es viel mit dem Winter zu tun hätte. Der Winter ist eine Jahreszeit, die sie und viele Menschen in ihrem Umfeld immer als äußerst unangenehm wahrgenommen haben, und deshalb nur im Sommer so richtig aufgelebt sind. Daraus folgert sie, dass saisonale Depressionen in Gegenden, die extrem lange und harte Winter erleben, noch viel stärker ausgeprägt sein müssten. Umso größer ist ihr Erstaunen, als sie bei einem Forschungsaufenthalt in Tromso in Nordnorwegen entdeckt, dass das nicht so ist. Zwar gibt es auch dort saisonale Depressionen, doch in einem weit geringeren Ausmaß, als sie erwartet hätte.

Angespornt von dieser neuen Erkenntnis macht die junge Frau sich auf die Suche nach dem, was den Unterschied macht: wie kommt es, dass für manche Menschen der Winter keine Belastung darstellt oder sie diesen gut akzeptierne können oder sich sogar auf diesen freuen oder ihn lieben? Und was können wir daraus an Erkenntnissen für unser eigenes Leben mitnehmen, gerade, wenn der Winter bisher eine schwierige Jahreszeit für uns war? Empirisch fundiert, basierend auf der Analyse bisheriger Studien sowie auf den Ergebnissen eigener Interviews mit Menschen in nördlichen Regionen, stellt die Forscherin in diesem Buch ihre Ergebnisse dar.

Wissenschaftliche Studien, deren Ablauf und Ergebnisse werden immer wieder ausführlich geschildert. Das ist speziell für einschlägig vorgebildete sowie an Wissenschaft interessierte Menschen aufschlussreich zu lesen. Zwar gibt es auch viele persönliche Erfahrungen und Praxistipps am Ende jedes Kapitels, doch empfehle ich dieses Buch eher Menschen, die gerne auch anspruchsvollere Sachbücher lesen, da es kein reiner Ratgeber ist, sondern ein Sachbuch auf höherem Niveau.

Wenn man sich darauf einlässt, kann man aber viel darüber lernen, was für einen Unterschied die Einstellung zum Winter machen kann: hilfreiche Faktoren sind zum Beispiel, es sich bewusst gemütlich zu machen, sich auch körperlich und psychisch auf mehr Ruhe einzustellen, sich mehr Schlaf zu erlauben, auch bei Kälte so viel Zeit wie möglich in Bewegung bei Tageslicht an der frischen Luft zu verbringen, den Winter nicht als große Einheit zu sehen, sondern ihn in Zwischenjahreszeiten (Herbst-Winter, Winter, Frühling-Winter) einzuteilen oder Rituale und Feste in dieser Zeit bewusst zu zelebrieren. Ich, die ich den Winter schon bisher als Ruhe- und Rückzugszeit sehr geschätzt habe, habe in den Tipps vieles von dem gefunden, was ich ohnehin schon länger praktiziere.

Auch die Rolle gesellschaftlicher und infrastruktureller Faktoren wird erwähnt: so ist es etwa in den skandinavischen Ländern selbstverständlich, auch im Winter und bei Kälte das Haus zu verlassen, die Schneeräumung funktioniert dort schnell und effizient und es gibt teilweise sogar beheizte Gehsteige, beleuchtete Langlaufloipen und erschwingliche, qualitativ hochwertige Funktionskleidung für den Winter. Zeit an der frischen Luft zu verbringen wird als gesund und selbstverständlich angesehen, gerade für Kinder und auch bei Minusgraden.

Insgesamt ist es ein interessantes und wertvolles Buch, das aufgeschlossenen und gut gebildeten, an wissenschaftlichen Ergebnissen interessierten Menschen helfen kann, mehr über dieses Thema zu lernen und gleichzeitig die eigene Einstellung zum Winter kritisch zu reflektieren.

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Veröffentlicht am 06.12.2025

Anspruchsvolles Sachbuch auf Basis der Philosophie und Psychoanalyse

Anerkennung ändert alles
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In ihrem neuen Buch betont die Psychologin und Philosophin Barbara Strohschein die Wichtigkeit der Anerkennung für zwischenmenschliche Beziehungen. Die Grundlage des Buches sind philosophische und psychoanalytische ...

In ihrem neuen Buch betont die Psychologin und Philosophin Barbara Strohschein die Wichtigkeit der Anerkennung für zwischenmenschliche Beziehungen. Die Grundlage des Buches sind philosophische und psychoanalytische Theorien zu Themen wie bewusste und unbewusste Abwehr, Verdrängung oder Flucht, Bewusstsein und Werte. Diese Themen nehmen im Buch großen Raum ein und werden auf hohem Niveau diskutiert.

Aufgelockert wird das Buch durch viele Fallbeispiele zu zwischenmenschlicher Kommunikation, Missverständnissen und Möglichkeiten, diese zu klären, auf Basis einer fundierten Selbstreflexion auch Verständnis für das Gegenüber zu entwickeln und damit die private oder berufliche Beziehung zu verbessern. Diese beschäftigen sich sehr oft mit aktuellen Themen wie dem Klimawandel oder der Corona-Pandemie und dem gesellschaftlichen Umgang damit.

Am Ende des Buches findet sich noch ein praktischer Leitfaden zur Analyse der eigenen Person, des Gegenübers und der Sachebene, der dabei helfen kann, anhand verschiedener Impulsfragen die jeweilige Konfliktsituation zu analysieren und neue Erkenntnisse zu gewinnen.

Insgesamt richtet sich das Buch von seinem Anspruch her klar an eine sehr gebildete und an diesen Bereichen interessierte Leserschaft mit Vorwissen in Psychologie und Philosophie. Wer sich sonst nicht viel mit anspruchsvollen Theorien beschäftigt und einfach nur einen praktischen, gut anwendbaren Ratgeber sucht, für den sind sicher andere Werke besser geeignet. Für Menschen, die sich auf das hohe akademische Niveau dieses interessanten Fachbuches einlassen möchten, finden sich auf jeden Fall viele inspirierende Anregungen zur persönlichen und zwischenmenschlichen Weiterentwicklung darin.

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Veröffentlicht am 06.12.2025

Witzig, zutreffend und ermutigend, speziell für junge Mütter

8000 Arten, als Mutter zu versagen
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Was für ein Glück, dass die Komikerin Carolin Kebekus mit über 40 Jahren vor bald 2 Jahren doch noch Mama eines Kindes geworden ist. Denn dadurch hat sie Einblick in die vielen Verrücktheiten, überzogenen ...

Was für ein Glück, dass die Komikerin Carolin Kebekus mit über 40 Jahren vor bald 2 Jahren doch noch Mama eines Kindes geworden ist. Denn dadurch hat sie Einblick in die vielen Verrücktheiten, überzogenen Ansprüche und Übergriffigkeiten bekommen, mit denen man als schwangere Frau und als neue Mama eines Babys konfrontiert wird. Humorvoll und ehrlich erzählt sie aus den ersten eineinhalb Jahren mit ihrem Kind, und das auf eine locker-flockig-leichte Art, die für andere neue Mamas sehr befreiend sein kann.

Ich habe selbst vor einigen Jahren ein Kind gewünscht und hätte sehr gerne schon damals dieses Hörbuch gehört - aber auch rückblickend auf die erste Zeit als frischgebackene Mama ist es eine große Freude, dieses Buch zu hören. Für mich fühlte es sich an, wie eine gute Freundin an meiner Seite zu haben, die ehrlich mit mir teilt, dass sie ihr Baby über alles liebt, sich auch viel Mühe gibt, aber an den übermenschlichen Ansprüchen, die an Mütter heutzutage gestellt werden, nur scheitern kann. Die humorvoll die Instagram-Momfluencerblase aufs Korn nimmt, genauso wie die übergriffigen Passanten mit ihren Ratschlägen, und die aufzeigt, dass es in Ordnung ist, einfach nur ein Mensch und eine Frau zu sein und zu bleiben, auch wenn man Mama geworden ist.

Carolin Kebekus erzählt auch von dem absolut idealisierten Mutterbild, mit dem sie groß geworden ist und das bis heute so verbreitet ist: von der selbstlosen, aufopferungsbereiten, jederzeit verfügbaren Frau und Mutter, ein dienender Engel ohne eigene Identität... und befreit uns gleichzeitig von diesem Anspruch, auch so sein zu müssen, indem sie erklärt, wie befreiend es auch für unsere Kinder sein könnte, nicht mehr mit diesem unrealistischen Bild aufzuwachsen und stattdessen Eltern zu haben, die ihnen eine gute Balance aus Fürsorge für die Kinder und Selbstfürsorge vorleben.

Ihr Werk ist sowohl als gedrucktes Buch als auch wie hier im Argon-Verlag als Hörbuch erschienen. Das Hörbuch wird von der Autorin selbst gesprochen - das ist bei einer Komikerin, die professionelles Sprechen gewohnt ist, natürlich ein Gewinn, und lässt einen sich der Autorin beim Zuhören noch näher fühlen, als wenn man es lesen würde. Carolin Kebekus erzählt ihr Buch auf eine sehr witzige Art, mit angenehmer Stimme und viele Varianten, sodass man ihr wirklich gerne zuhört. Danke für dieses angenehme Zuhörerlebnis und für die wichtige Botschaft, liebe Carolin Kebekus! Ich hoffe auf weitere Bücher und Hörbücher von Carolin Kebekus mit witzigen Erzählungen aus dem Leben einer Mama eines dann schon etwas größeren Kindes in den nächsten Jahren.

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