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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 25.01.2026

Der Bestseller als tolle Graphic Novel

Warrior Cats - Die Prophezeiungen beginnen
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Der junge Hauskater Sammy hat größere Ambitionen, als sein Leben auf der Fensterbank und am Futternapf zu verbringen. So zögert er nicht, die Chance auf ein weit abenteuerliches Dasein zu ergreifen – als ...

Der junge Hauskater Sammy hat größere Ambitionen, als sein Leben auf der Fensterbank und am Futternapf zu verbringen. So zögert er nicht, die Chance auf ein weit abenteuerliches Dasein zu ergreifen – als frisch gebackenes Mitglied eines wilden Katzenclans erwarten ihn rivalisierende Krieger, die Herausforderungen der Natur und die Suche nach seinem eigenen Platz in der Gemeinschaft.

Die Graphic Novel erzählt den Beginn der beliebten Warrior Cats-Reihe in neuer Form. Es ist viele Jahre her, dass ich den Original-Roman gelesen habe, aber wenn ich mich recht entsinne, orientiert sich der Comic wirklich eng an der Vorlage.
Es ist eine spannende Geschichte, die hier nun auch optisch sehr ansprechend umgesetzt wird. Die Farben sind schön, die verschiedenen Katzen-Charaktere und ihre Umgebungen wurden liebevoll gestaltet, und actionreiche Szenen kommen gut zur Geltung. Auch das Cover und das hochwertige Papier laden zum Lesen und Anschauen ein.
Als kleines Extra gibt es eine nette Charakter-Karte des Hauptdarstellers.

Durch die im Vergleich zum Original natürlich deutlich geringere Textmenge ist diese Version nicht zuletzt für nicht so eifrige Leser ein guter Einstieg in die Welt der Warrior Cats.

Veröffentlicht am 01.12.2025

Düstere Reise durch ein eisiges Mittelalter

Der Weg des ewigen Winters
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In einer alternativen Version des Mittelalters wird ganz Europa seit sieben Jahren von einer unnatürlichen Kälte beherrscht und viele Orte sind menschenleer oder von unheimlichen Gestalten bedroht. Auch ...

In einer alternativen Version des Mittelalters wird ganz Europa seit sieben Jahren von einer unnatürlichen Kälte beherrscht und viele Orte sind menschenleer oder von unheimlichen Gestalten bedroht. Auch in der Metropole Konstantinopel haben die Geschehnisse ihre Spuren hinterlassen. Der Spielmann Orpheus verbringt seine Tage hauptsächlich mit Wein, Weib und Gesang, bis er unfreiwillig in ein tödliches Abenteuer verwickelt wird – als Beschützer des geheimnisvollen kleinen Mädchens Halla bekommt er es mit Meuchelmördern und anderen monströsen Verfolgern zu tun.

Die Atmosphäre des Buches ist dicht und düster. Historische Orte werden mit übersinnlichen Ereignissen kombiniert. Die Geschichte ist teils brutal, bietet außerdem allerlei Geheimnisse und ambivalente Charaktere.
Neben Orpheus gibt es noch zwei weibliche Hauptfiguren, denen kapitelweise gefolgt wird und die ihre eigenen Gründe für eine Reise durch die unwirtliche Welt des Romans haben. Darüber hinaus sorgen ungewöhnliche Begleiter für weitere Rätsel auf dem Weg.

Durch die mysteriösen Hintergründe und diverse Wendungen bleibt die Handlung durchaus spannend und es entsteht ein Gefühl der Bedrohung, auch wenn phasenweise doch eher wenig passiert. Am Ende kommt es noch mal zu interessanten Entwicklungen, die neugierig auf die Fortsetzung machen. Es ist sehr offen gehalten.

  • Einzelne Kategorien
  • Handlung
  • Erzählstil
  • Charaktere
  • Cover
  • Fantasy
Veröffentlicht am 15.11.2025

Auftragskillerin wider Willen

Heir of Illusion
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Seit ihrer Kindheit lebt Ivy am Hof von König Baylor, der sie mithilfe eines magischen Halsrings unterdrückt und dazu zwingt, unliebsame Zeitgenossen aus dem Weg zu schaffen. So stark die Protagonistin ...

Seit ihrer Kindheit lebt Ivy am Hof von König Baylor, der sie mithilfe eines magischen Halsrings unterdrückt und dazu zwingt, unliebsame Zeitgenossen aus dem Weg zu schaffen. So stark die Protagonistin dank ihrer besonderen Fähigkeiten als „Phantom“ ist, so wenig hat sie dem tödlichen Artefakt entgegenzusetzen. Doch mit dem Seelenfänger Thorne und Gerüchten über eine uralte Waffe kommt Hoffnung auf Befreiung in Ivys Reichweite.

Die Geschichte wird spannend erzählt und steckt voller Wendungen und Intrigen. Die Atmosphäre wirkt oft reichlich düster, enthält reichlich dunkle Themen wie Mord und Missbrauch. Trotz allem hat sich die Ich-Erzählerin eine Portion Humor bewahrt, der sich z.B. auch in den Wortgefechten mit dem mysteriösen Thorne zeigt. Die Entwicklung der Beziehung zwischen den beiden Hauptcharakteren ist interessant zu verfolgen.
Das Ende bringt noch mal eine ziemliche Überraschung, die neugierig auf die Fortsetzung macht.

Auch die Welt des Buches hat mir gut gefallen. Sie erinnert an unsere Welt vor ein paar Jahrhunderten, bietet aber eigene Ideen wie die verschiedenen magischen Fähigkeiten der Bewohner oder die herrschenden Götter.
Da hätte ich mir trotzdem noch etwas mehr Inhalt gewünscht, denn bis jetzt spielen hauptsächlich die Fähigkeiten der Hauptfiguren und des abscheulichen Baylor eine Rolle.

Optisch macht das Buch einiges hier, angefangen beim Cover, über den schick verzierten Einband darunter und den Farbschnitt bis zur beiliegenden Charakterkarte und einer Illustration im Inneren.

Veröffentlicht am 25.10.2025

Spannende Grundidee und schöner Schreibstil

Das Buch der verlorenen Stunden
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In den Wirren der Kristallnacht 1938 versteckt ein jüdischer Uhrmacher seine elfjährige Tochter an einem Ort jenseits der Realität vor den mörderischen Nazis. In der geheimnisvollen Bibliothek gestrandet, ...

In den Wirren der Kristallnacht 1938 versteckt ein jüdischer Uhrmacher seine elfjährige Tochter an einem Ort jenseits der Realität vor den mörderischen Nazis. In der geheimnisvollen Bibliothek gestrandet, lernt Lisavet die besonderen Eigenschaften dieses Schauplatzes kennen, an dem alle erdenklichen Erinnerungen festgehalten werden. Doch immer wieder suchen andere Reisende die Bibliothek auf, um die Erinnerungen unliebsamer Personen auszulöschen und damit auch aus dem kollektiven Gedächtnis zu tilgen. Lisavet macht sich daran, möglichst viele der Erinnerungen zu retten.
Jahrzehnte später, im Kalten Krieg, beginnt Agentin Moira mit der Ausbildung der Nichte eines ermordeten Kollegen. Auch in der Auseinandersetzung mit den Russen spielt die Kontrolle über die Erinnerungen eine zentrale Rolle.

Wie beide Erzählstränge miteinander verbunden sind, wird im Lauf des Buches immer deutlicher und ist interessant zu lesen. Die Idee mit der Bibliothek, den Erinnerungen und dem Reisen dorthin bzw. darin hat mir sehr gut gefallen, regt zum Nachdenken an und berührt. Auch der Schreibstil und die glaubwürdigen Charaktere sind gelungen. Ich konnte mir die geschilderten Szenen gut vorstellen und fände das Buch auch für eine Verfilmung oder als Serie geeignet.
Lediglich ein paar Längen zwischendurch haben mich ein bisschen gestört und verhindern eine volle Punktzahl. Im späteren Verlauf entschädigen aber einige spannende Wendungen für manche etwas zu gemächliche Passage.

Veröffentlicht am 09.10.2025

Gelungener historischer Roman für größere Kinder und Erwachsene

Joshua Jackelby
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Waisenjunge Joshua Jackelby und seine Freunde von der Straße schlagen sich im viktorianischen London mit dem Verkauf von Zeitungen und anderen schlecht bezahlten Jobs durch. Immer wieder kommt es zu Auseinandersetzungen ...

Waisenjunge Joshua Jackelby und seine Freunde von der Straße schlagen sich im viktorianischen London mit dem Verkauf von Zeitungen und anderen schlecht bezahlten Jobs durch. Immer wieder kommt es zu Auseinandersetzungen mit einer rivalisierenden Bande. Die junge Hündin Hazel und das Aufeinandertreffen mit einer neuen Mitstreiterin bringen frischen Wind in das Leben der jungen Protagonisten, es drohen aber auch neue Gefahren. Die Freunde werden in die Auflösung eines Diebstahls verwickelt und müssen Schlimmeres verhindern.

Joshua und seine kleine Truppe sind sympathische Kinder, deren Abenteuer man gern verfolgt. Ihre fast zweihundert Jahre alte Umgebung wird durch die Beschreibungen lebendig und man lernt neben den Problemen der damaligen Zeit (Kinderarbeit, Armut, Überbleibsel von Sklaverei...) einige ebenfalls gelungene Nebenfiguren wie einen netten Arzt kennen.
Die Geschichte ist spannend, teils düster und hat auch Action zu bieten, ohne zu brutal zu wirken. Im Zentrum steht die Freundschaft zwischen den Figuren, die trotz der widrigen Umstände nicht aufgeben.

Das Buch ist auch optisch ansprechend gestaltet. Neben dem hübschen Cover sind z.B. die schattierten Seiten und das Portrait von Hazel schön anzuschauen.