Gesellschaftskritisch und Eklig
Das Beste sind die AugenHier fiel mir die Bewertung etwas schwer, da ich einerseits sehr angewidert und kopfschüttelnd dasaß, andererseits Ji-Wons Welthass sehr gut nachvollziehen konnte.
Es ist keineswegs etwas für schwache ...
Hier fiel mir die Bewertung etwas schwer, da ich einerseits sehr angewidert und kopfschüttelnd dasaß, andererseits Ji-Wons Welthass sehr gut nachvollziehen konnte.
Es ist keineswegs etwas für schwache Nerven und ich musste einige Passagen regelrecht überspringen, da mir dabei schlecht geworden ist. Als Hörbuch konnte ich es nicht hören. Beim lesen fiel mir das wesentlich leichter.
Das Buch schafft genau eins: Es Polarisiert und man bleibt dran, selbst wenn man geschockt über die Handlung ist. Horror und ich werden keine Freunde mehr, doch das hielt mich nicht vom Lesen ab.
Ji-Won ist Asiatin und begegnet Alltagsrassismus, Unterdrückung und ist einer abartigen Obsession gegenüber Asiatinnen und deren Kultur ausgesetzt. Der neue Freund ihrer Mutter wird als typischer „alter weißer CIS Mann“ dargestellt. Hier spielte die Autorin mit typischen Stereotypen und provoziert gezielt die Leser:innen. Ji-Won entwickelt eine Obsession mit blauen Augen, welche sie regelrecht von innen zerfrisst. Zum Teil wusste ich selbst nicht, welche Handlungen in ihren Kopf und welche in der Realität spielen. Fand ich gut umgesetzt.
Wir begleiten Ji-Won in den Weg der Obsession und der immer stärker werdenden Wut gegenüber Männern (gezielt gegenüber weißen Männern). Sie ist frauenverachtenden Aussagen/Behandlungen, Vorurteilen und Ungerechtigkeiten ausgesetzt. Man spürt ihren Hass durch’s Buch und wird selbst Wütend über die vielen Ungerechtigkeiten.
Die Mutter von Ji-Won hat mich ab und an regelrecht zur Weißglut getrieben.
Das Ende fand ich etwas ZU unrealistisch und diesen intensiven Ekel-Anteil hätte ich nicht wirklich gebraucht, weshalb es für mich doch etwas Abzug gab.
Fazit
Die Kernaussage des Buches schreit kommt deutlich rüber und es löst etwas aus, weshalb ich es innerhalb eines Abends durchlesen wollte.
Das Ende und die ekelerregenden Stellen waren mir ein wenig too much.
Man kann das Buch nicht beschreiben, man muss es erleben.