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Veröffentlicht am 12.01.2026

Romy Fölcks schwächstes Buch bisher

Fünf Fremde
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Die Gestaltung des Buches ist wirklich gelungen. Ich mag, dass die dunklen Wolken und Wellen perfekt die Bedrohlichkeit des Sturms und des Geheimnisses auf Neuwerk ausdrücken, dabei aber nur die Stimmung ...

Die Gestaltung des Buches ist wirklich gelungen. Ich mag, dass die dunklen Wolken und Wellen perfekt die Bedrohlichkeit des Sturms und des Geheimnisses auf Neuwerk ausdrücken, dabei aber nur die Stimmung des Buches und nicht den Inhalt verraten.

Die Geschichte klang ebenfalls sehr vielversprechend: An einem stürmischen Oktobertag reisen verschiedene Leute nach Neuwerk, die vor vielen Jahren ihren Sommer auf der kleinen Insel verbracht haben. Annika arbeitet eigentlich bei Mordkommission in Hamburg und kehrt auf ihre Heimatinsel zurück, um sich um ihre zunehmend verwirrtere Mutter Hedda zu kümmern, Michelle will ab nächstem Jahr als Vogelwartin auf der Nachbarinsel arbeiten, Mats arbeitet beim Deutschen Wetterdienst und will sich unbedingt den aufkommenden Herbststurm ansehen, die Nonne Charlotte will ihre Freundin Hedda besuchen und Sinje ein Buch über die Ereignisse in dem Sommer schreiben, der sie alle verbindet. Als der Sturm an Intensität gewinnt und Geheimnisse offenbart werden, wird deutlich, dass sie alle in Gefahr schweben und sich nur mit der Wahrheit daraus befreien können.

Ich fand die belletristischen Romane von Romy Fölck immer angenehm zu lesen, besonders ihre Krimis konnten mich aber komplett begeistern, deswegen habe ich mich auch sehr auf diesen Thriller gefreut. Leider konnte er mich so gar nicht überzeugen. Das liegt auch am Schreibstil. Gerade dieser war es in den letzten Büchern, der mich immer wieder komplett in die Geschichte ziehen konnte, selbst wenn diese mich komplett fesseln konnte. Hier wirkte er aber oft irgendwie unfertig und umständlich. Teilweise haben sich Satzstrukturen stark wiederholt oder die Namen von Figuren wurden vertauscht. Das hätte mich vermutlich nicht gestört, eventuell wäre es mir nicht einmal aufgefallen, wenn mich wenigstens die Story hätte fesseln können.

Leider konnte mich auch diese nicht so richtig überzeugen. Das liegt auch daran, dass es keine direkte Hauptfigur gibt, sondern abwechselnd aus der Sicht von sechs Personen erzählt wird, von der eine ein Rückblick ist. Das hat bei mir dafür gesorgt, dass ich meine Schwierigkeiten hatte, die Charaktere wirklich kennenlernen zu können. Natürlich wusste ich nach einer gewissen Zeit, wer wer war und was sie beruflich machen, aber ich hatte trotzdem sehr lange das Gefühl, sie als Personen überhaupt nicht greifen zu können. Das fand ich extrem frustrierend, weil ich dadurch auch wenig Anteilnahme an dem Leben der Menschen hatte. Ich hatte nie das Gefühl wirklich zu wissen, was hinter ihnen steckt und konnte deswegen auch ihre Handlungen nicht immer nachvollziehen. Ich hätte es hier vermutlich bevorzugt, wenn man Annika mehr in den Mittelpunkt gerückt hätte, dann hätte ich wenigstens ihrer Geschichte so richtig folgen können. Die Charaktere hätte dabei sogar spannende Anlagen und Voraussetzungen, aber sie wirkten nicht komplett ausgearbeitet.

So ging es mir leider auch bei der gesamten Geschichte. Dabei fand ich das Setting toll, ich war wie die Charaktere auch als Kind auf der Insel (wenn auch nur für einen Tag vor vielen Jahren) und fand es super spannend, mehr darüber zu erfahren. Man hat auch durchaus ein gutes Gefühl für die Insel bekommen, auch wenn mir manchmal eine Karte im eBook geholfen hätte, die verschiedenen Orte und deren Positionierung auf der Insel besser verstehen zu können. Neben dem gelungenen Setting wirkte aber auch die Story ein bisschen unfertig und lieblos. Ich konnte mir recht früh einen Großteil der Ereignisse zusammenreimen, was ein Zufall gewesen sein mag, aber es hat leider nicht dafür gesorgt, mich die ganze Zeit zu fesseln. Zumal viele der Auflösungen am Ende für mich keinen richtigen Sinn ergaben, ebenso wenig wie das Verhalten der Charaktere in vielen Situationen.

Alles in allem hatte ich während des Lesens irgendwie das Gefühl zusammen mit den Charakteren in einem heftigen Sturm durch die Geschichte zu irren und den roten Faden dabei immer wieder aus den Augen zu verlieren. Dabei waren das Setting und die grundlegende Idee der Story gut, es wirkte aber alles unrund und unfertig. Ich konnte mich weder mit den Charakteren anfreunden, noch fand ich die Geschichte so fesselnd, dass ich sie unbedingt weiterlesen musste. Eigentlich mag ich die Bücher von Romy Fölck wirklich gerne, doch dieses konnte mich leider so gar nicht überzeugen.

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Veröffentlicht am 12.01.2026

Starker Auftakt der Reihe

Royal Heist
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Das Cover des Buches gefällt mir wirklich gut. Ich mag, dass es vergleichsweise schlicht ist, aber durch die Kombination aus hellem Lila und weiß wirkt es sehr edel. Außerdem mag ich die Darstellung der ...

Das Cover des Buches gefällt mir wirklich gut. Ich mag, dass es vergleichsweise schlicht ist, aber durch die Kombination aus hellem Lila und weiß wirkt es sehr edel. Außerdem mag ich die Darstellung der Krone, die langsam zerfällt, weil es nahezu perfekt zum Inhalt passt.

Die Story hat mich ebenfalls direkt gereizt: Darcy ist eine brillante Trickbetrügerin, die zusammen mit ihrem Bruder und den anderen Mitgliedern der Bande Robbin‘ Hood in den vergangenen Wochen auf der ganzen Welt erfolgreiche Coups verübt haben. Dabei nehmen sie reichen Personen, die für Ungerechtigkeiten in der Gesellschaft verantwortlich sind und spenden einen Teil ihrer Beute. Ihr nächstes Ziel ist für Darcy und Linus persönlich. Sie machen die königliche Familie dafür verantwortlich, dass vom einen auf den anderen Tag ihre ganze Familie zerbrach und wollen Rache. Dafür soll Darcy sich unter falschem Namen dem Kronprinzen Spencer annähern und gibt sich ihm gegenüber als perfekte Heiratskandidatin aus, schließlich muss sie in den engeren Kreis aufgenommen werden, um dem Zielobjekt, einer sagenumwobenen Krone, nahezukommen. Doch ausgerechnet Tristan, Spencers jüngerer Bruder, bedroht Darcys Pläne. Schon als Kinder standen sie sich nahe und auch jetzt scheinen sie sich zueinander hingezogen zu fühlen, doch er darf auf keinen Fall erfahren, wer sie wirklich ist, denn das könnte alles zerstören.

Ich liebe zum einen die Bücher von Lena Kiefer und zum anderen Royal Romance, deswegen habe ich mich riesig auf dieses Buch gefreut und wurde zum Glück auch nicht enttäuscht. Das liegt auch am Schreibstil. Dieser ist wirklich mitreißend und fesselnd, dabei aber auch an den richtigen Stellen tiefgründig. Er hat mich vollkommen in die Geschichte gezogen und ich bin wirklich durch die Seiten geflogen.
Ich habe zu Beginn des Buches ein wenig gebraucht, um wirklich in die Geschichte zu finden. Das liegt allerdings auch daran, dass man erst einmal alle Charaktere kennenlernen und ihre Hintergrundgeschichten verstehen muss, was seine Zeit dauert. Anschließend bin ich aber nur so durch die Geschichte geflogen. Ich wollte unbedingt wissen, was die Royals damals getan haben, wofür sich Linus und Darcy nun rächen wollen. Man merkt einfach, wie stark es ihre beiden Leben beeinflusst hat und wie wenig sie darüber hinweg sind.

Es waren auch vor allem die Charaktere, die mich für die Geschichte begeistert haben. Ich mochte sowohl Darcy als auch Tristan direkt richtig gerne. Es wird schnell deutlich, dass hinter beiden mehr steckt, als man zunächst vermutet. Ich war widerwillig sehr beeindruckt davon, wie gut Darcy als Trickbetrügerin ist. Ich fand es super spannend zu sehen, wie extrem vorbereitet sie und ihr Team sind. Ich hätte auch nicht gedacht, dass ich neben den Hauptcharakteren auch Darcys Team so lieb gewinne, aber ich konnte ihre Motive, den Robbin’ Hood beizutreten sehr gut verstehen und mochte, wie sehr sie alle füreinander da sind. Dadurch konnte man auch die wirkliche Darcy recht gut kennenlernen, obwohl sie ja die meiste Zeit eine Rolle spielt. Bei Tristan habe ich ein bisschen länger gebraucht als bei Darcy, wahrscheinlich weil sehr klar war, dass er noch etwas verbirgt. Dennoch mochte ich, wie sehr er immer für seine Familie da ist, wie wenig ihn das royale interessiert und dass er es auf seine Weise schafft, seinen Träumen zu folgen.

Alles in allem habe ich das Buch wirklich geliebt. Ich bin, nachdem ich erst einmal die Geschichte gefunden hatte, nur so durch die Seiten geflogen und habe das Buch innerhalb kürzester Zeit durchgelesen. Ich hätte am liebsten direkt weitergelesen, weil ich die Charaktere so sehr in mein Herz geschlossen habe und unbedingt wissen möchte, wie es mit ihnen weitergeht.

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Veröffentlicht am 12.01.2026

Mitreißende Urban-Fantasy

Velvet Falls, but the Gods forgot to die (Velvet-Dilogie 1)
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Die Gestaltung des Buches ist wirklich gelungen. Nicht nur der Schutzumschlag und der Farbschnitt, sondern auch die Innengestaltung des Buches sind wirklich wunderschön. Ich mochte, wie perfekt jede Gestaltung ...

Die Gestaltung des Buches ist wirklich gelungen. Nicht nur der Schutzumschlag und der Farbschnitt, sondern auch die Innengestaltung des Buches sind wirklich wunderschön. Ich mochte, wie perfekt jede Gestaltung zum Inhalt passt, aber erst während des Lesens merkt, wie genau das der Fall ist.

Die Story hat mich ebenfalls direkt gereizt: Als die Magie und die Götter in die Welt zurückgekehrt ist, konnte sich Velvet nichts Besseres vorstellen, als an der Arkanen Akademie zu studieren. Doch es läuft nicht so wie erwartet und sie muss sich fortan als Dämonenreiterin durchschlagen. Doch als sie plötzlich von Visionen einer brennenden Stadt und sterbenden Göttern gequält wird, muss sie sich einem Mann zuwenden, der eigentlich Teil ihrer Vergangenheit sein sollte. Kashmere Sinclaire ist einer von sieben Göttersöhnen, deren Blut das einzige sein könnte, das die Götter vor einem sicheren Tod retten kann. Für Kash ist Velvet die Frau, die er nie wiedersehen wollte und für Velvet steht er für alles, was sie verloren hat. Doch die beiden müssen widerwillig zusammenarbeiten, wenn sie wollen, dass die Welt, die sie kennen, überlebt, doch setzt Velvet mehr aufs Spiel als nur ihr Herz.

Ich habe bisher noch kein Buch von Julia Dippel gelesen, nach diesem Buch werde ich das aber vermutlich noch nachholen. Das liegt auch an dem extrem mitreißenden Schreibstil. Ich habe nahezu keine Anlaufzeit gebraucht, um in die Geschichte einzutauchen. Das liegt auch daran, dass man direkt in die Geschichte geworfen wird ohne eine große Einleitung in die Welt. Bei vielen anderen Büchern hat das dazu geführt, dass ich erstmal verwirrt gewesen wäre, wie die Regeln der Welt gewesen wären. Aber in diesem Buch hat mich das erstaunlich wenig gestört, weil man dennoch relativ schnell einen guten Überblick darüber hat, wie die Welt funktioniert. Natürlich erfährt man im Laufe des Buches noch deutlich mehr darüber, wie die Regeln der Welt sind und zum Teil muss man seine anfänglichen Vorstellungen dann auch noch einmal anpassen. Diese Art des Schreibens hat für mich aber in diesem Buch hervorragend funktioniert und ich bin nur so durch die Seiten geflogen.

Das liegt auch daran, dass ich vor allem Velvet direkt ins Herz geschlossen habe. Sie ist wirklich taff, was schon auf den ersten Seiten deutlich wird. Ich fand es so bewundernswert, wie sie alleine mehrere Dämonen besiegen kann und sich dafür gefühlt nicht mal besonders anstrengen muss. Bei Kash habe ich länger gebraucht, weil er sehr lange eher kalt und abweisend war. Man hat deutlich gemerkt, wie sehr ihn Vel vor fünf Jahren verletzt hat und dass er auf keinen Fall darüber hinweg ist. Das hat ein bisschen dazu geführt, dass ich nie so richtig wusste, was er empfindet und wie er wirklich zu Velvet steht, auch wenn deutlich ist, dass sie ihm nicht egal ist. Als er sich dann aber endlich mehr öffnet, mochte ich ihn dann doch ziemlich gerne, aber das hat ein bisschen gedauert.

Die Story hat mich das ganze Buch über wirklich gefesselt, auch wenn es manchmal ein bisschen in den gleichen Mustern ablief. Das ist sehr nachvollziehbar, weil Velvet jedes Mal, wenn sie ihre Kräfte benutzt, danach ihren Hunger stillen muss und durch die verschiedenen Umstände nutzt sie ihre Kräfte immer wieder für bis zur Erschöpfung. Das hat mich nicht so sehr gestört, aber ab einem gewissen Zeitpunkt war es ein bisschen repetitiv. Gleichzeitig haben sich die Ereignisse zum Ende hin so sehr überschlagen, dass ich kaum hinterher gekommen bin. Es wäre gut gewesen, wenn das ein bisschen ausgeglichener gewesen wäre, weil ich so zum Schluss manchmal kurze Pausen beim Lesen machen musste und selbst dann nicht das Gefühl hatte, alles begreifen zu können, was gerade passiert.

Alles in allem habe ich das Buch wirklich genossen, weil es ein bisschen anders war als andere Bücher, die ich vorher gelesen habe. Ich mochte vor allem Velvet als Hauptperson unglaublich gerne, weil sie sich selbst verteidigen kann und auch mehr als einmal Kash rettet. Ich fand das Ende ein bisschen stressig und es ist so viel passiert, was ich erst einmal verarbeiten muss. Ich will aber unbedingt den nächsten Teil lesen, weil der Cliffhanger echt fies ist, vielleicht vertreibe ich mir die Zeit bis dahin mit einem anderen Buch von Julia Dippel, weil ich ihren Schreibstil wirklich mitreißend finde.

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Veröffentlicht am 04.12.2025

Emotionale Geschichte über zweite Chancen

Weil wir es uns versprochen haben
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Ich mag die Gestaltung des Buches. Man erkennt sofort, dass es ein Buch von Brittainy Cherry ist, aber sieht dennoch nicht genauso aus wie die anderen Bücher. Es macht sich außerdem hervorragend im Regal.

Die ...

Ich mag die Gestaltung des Buches. Man erkennt sofort, dass es ein Buch von Brittainy Cherry ist, aber sieht dennoch nicht genauso aus wie die anderen Bücher. Es macht sich außerdem hervorragend im Regal.

Die Geschichte klang ebenfalls vielversprechend: Kierra Hughes hat nach außen alles, was man sich wünschen kann: sie ist eine angesehene Psychologin, ist mit einem erfolgreichen Tech-Unternehmer verheiratet und liebt ihre Stieftochter wie ein eigenes Kind. Doch ihre Ehe ist alles andere als glücklich und sie zählt die Jahre bis ihre Tochter alt genug ist, um eigene Entscheidungen treffen zu können. Dann steht sie auf einer der berühmten Dinnerpartys ihres Mannes plötzlich Gabriel Sinclair gegenüber und wird von ihrer Vergangenheit eingeholt. Er war ihre große Liebe und derjenige, mit dem sie ihre glücklichsten Erinnerungen hat. Ihre Gefühle von damals sind direkt wieder da und auch Gabriel scheint sich zu Kierra hingezogen zu fühlen. Doch nach einem schweren Autounfall erinnert sich nicht an sie und ihre gemeinsame Zeit.
Ich liebe den Schreibstil von Brittainy Cherry einfach. Sie hat einfach eine besondere Art, eine Geschichte zu erzählen, die mich fesselt und begeistert. Zudem schafft sie es gleichzeitig poetisch und eindringlich zu schreiben.

Die Charaktere habe ich direkt ins Herz geschlossen. Ich konnte Kierras Entscheidung, ihren Mann nicht zu verlassen, obwohl sie nicht glücklich, wirklich gut verstehen, schließlich hat sie panische Angst, ihre Tochter zu verlieren. Man merkt zwar sehr deutlich, wie sehr diese an ihr hängt, aber sie liebt eben auch ihren Vater. Es fiel mir trotzdem extrem schwer, zu erleben, wie viel Kierra von Henry hinnimmt und sich gefallen lässt. Es schien so gar nicht zu ihr zu passen, gerade weil sie als Psychologin ihren Patienten bei eben solchen schwierigen Lebenssituationen hilft. Aber genau das macht ihre Situation so eindringlich. Es zeigt, dass nahezu jeder in eine toxische Beziehung geraten kann, gerade wenn sie sich so schleichend entwickelt, wie bei Kierra und Henry. Gabriel als Gegenpol zu Henry fand ich perfekt gewählt. Er ist ein eher ruhiger Typ, der Kierra mehr als einmal die Möglichkeit bietet, einfach bei ihm zu malen, ohne reden zu müssen. Er unterstützt sie bedingungslos und nimmt sich selbst sehr oft zurück, ihm ihr Raum geben zu können. Allerdings ist er auch ehrlich mit seinen Gefühlen und sagt Kierra ehrlich, was ihn beschäftigt.

Besonders die Konstellation und das Handeln der Charaktere machen für mich dieses Buch aus. Die Story als solche entwickelt sich eher in einem ruhigen Tempo, aber alles andere würde sie auch unglaubwürdig machen. Ich bin an einem Tag nur so durch dieses Buch geflogen, weil ich unbedingt wollte, dass Kierra und Gabriel glücklich werden und er sich wieder daran erinnert, wie sehr er sie als Jugendlicher geliebt hat.

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Veröffentlicht am 04.12.2025

Eines der Fantasy-Highlights des Jahres

Heir of Illusion
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Die Gestaltung des Buches ist wirklich gelungen. Ich mag das Cover extrem gerne, weil die Darstellung des Schwertes perfekt zum Inhalt passt, man das aber erst im Laufe des Buches versteht. Fast besser ...

Die Gestaltung des Buches ist wirklich gelungen. Ich mag das Cover extrem gerne, weil die Darstellung des Schwertes perfekt zum Inhalt passt, man das aber erst im Laufe des Buches versteht. Fast besser gefällt mir allerdings das Buch ohne den Schutzumschlag. Die goldenen Schlangen auf dem schwarzen Hintergrund sehen wirklich edel aus und passen fast noch besser zur Geschichte.

Die Story hat mich ebenfalls direkt in ihren Bann gezogen: Iverson Pomeroy ist überall als Phantom bekannt. Sie verfügt über das Talent der Illusion, doch auch dies kann nichts gegen den Halsring ausrichten, den ihr König Baylor umgelegt hat und sie zu Gehorsam zwingt. Sie sucht verzweifelt einen Ausweg, um sich von dem König zu befreien, der sie zu immer drastischeren Mitteln zwingt, um seine Gegner zum Schweigen zu bringen. Als sie einen bekannten Zauberweber aufsucht, trifft sie auf den Seelenfänger Throne, der nach einer magischen Waffe sucht, die auch Ivys Hoffnung auf Freiheit sein könnte. Als dieses gestohlen wird, muss sie mit Thorne zusammenarbeiten, um es zurückzuholen. Doch hinter seiner Fassade steckt mehr, als sie vorher vermutet hat und je mehr Zeit sie mit ihm verbringt, desto mehr fühlen sie sich zueinander hingezogen. Aber beide haben Geheimnisse, die den anderen zerstören könnten.

Ehrlich gesagt finde das Buch trotz des wunderschönen Covers etwas falsch vermarktet. Denn sie wird überall als Romantasy angepriesen, obwohl das nicht wirklich der Fall ist. Vielmehr ist es eine grandiose Fantasy mit einigen romantischen Elementen, die zwar eine wichtige Rolle spielen, aber nicht den Hauptteil der Handlung ausmachen. Vielleicht auch deswegen habe ich eher eine unterhaltsame, aber nicht tiefgründige Geschichte erwartet (obwohl auch Romantasy-Bücher das natürlich haben können) und war überrascht, wie sehr mich das Buch begeistern konnte.

Der Schreibstil ist extrem gelungen und so fesselnd, dass ich oft gar nicht bemerkt habe, wie ich durch die Geschichte geflogen bin. Er ist leicht und mitreißend, aber auch tiefgründig genug, dass man komplett in die Geschichte eintauchen kann.
Die Gestaltung der Welt trägt sein Übriges dazu bei. Ich habe in letzter Zeit einige Fantasy-Romane gelesen und obwohl es auch viele gute gab, hatte ich oft das Problem, die Welt nicht richtig greifen zu können. Das war bei diesem Buch überhaupt nicht der Fall, ich bin direkt in die Geschichte eingetaucht und hatte das Gefühl, Solmare schon lange zu kennen. Es fühlte sich einfach vertraut an, aber dabei nicht wie ein billiger Abklatsch anderer Orte, dafür war die gesamte Idee mit verschiedenen Inseln, über die Götter regieren und deren Bewohner verschiedenen Fähigkeiten besitzen, zu einzigartig.

Die Charaktere waren neben dem Worldbuilding mein absolutes Highlight. Ivy ist eine unglaublich tolle Protagonistin. Sie hat in ihrer Vergangenheit schon viele furchtbare Dinge erlebt und auch ihre Gegenwart, als „treues Haustier“ des Königs zwingt sie zu vielen Grausamkeiten. Zu Beginn habe ich sie für relativ abgebrüht und kalkulierend gehalten, aber je mehr ich gelesen habe, desto deutlich wurde, wie sehr sie von den Traumata gequält wird, sie aber dennoch alles dafür tut, um andere Menschen davor zu bewahren. Je besser man sie kennenlernt, desto mehr erkennt man, was für eine einfühlsame Person sie eigentlich ist. Thorne habe ich ebenfalls schnell ins Herz geschlossen, zwar ist er der typische geheimnisvolle, dunkle Typ, der Schatten kontrollieren kann, aber ich habe bewundert, wie schnell er erkennt, was Ivy durchmachen muss und er sie immer wieder mit kleinen Gesten unterstützt. Die Chemie zwischen den beiden ist ab ihrer ersten Begegnung greifbar, aber ich fand dennoch die Entwicklung ihrer Beziehung komplett natürlich. Es ist keine Liebe auf den ersten Blick, sondern fast schon unausweichliche Folge aus der Zeit, die sie zusammen verbringen und den Respekt, den sie für den jeweils anderen aufbringen.

Alles in allem war dieses Buch für mich zum Ende des Jahres noch einmal ein absolutes Highlight. Ich bin nur so durch die Seiten geflogen und habe ich gerade nicht gelesen, habe ich über das Buch nachgedacht, weil ich unbedingt wissen wollte, was als nächstes passiert. Mit dem fiesen Cliffhanger zum Ende habe ich so überhaupt nicht gerechnet und ich kann es kaum erwarten, wenn der nächste Teil rauskommt.

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