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Veröffentlicht am 13.04.2022

Wunderbarer Roman, der einen mitreißt

Schallplattensommer
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Das Cover finde ich auch dieses Mal wieder außerordentlich gelungen. Ich mag die Farbkombination aus einem hellen Orange, das an den Rändern des Buches in ein helles Blau übergeht, weil es dadurch wunderbar ...

Das Cover finde ich auch dieses Mal wieder außerordentlich gelungen. Ich mag die Farbkombination aus einem hellen Orange, das an den Rändern des Buches in ein helles Blau übergeht, weil es dadurch wunderbar das Gefühl des Sommers ausstrahlt, ebenso wie das Ruderboot in der Mitte des Buches. Dabei geht die Gestaltung aber tiefer und verweist durch die Darstellung wunderbar auf den Inhalt ohne dabei zu viel oder zu wenig zu verraten.

Die Geschichte klang erstmal gar nicht so spektakulär: Maserati ist es gewohnt, Aufmerksamkeit zu erhalten, schließlich ist sie in dem kleinen Ort das einzige weibliche Wesen unter 40 Jahren. Dabei will sie eigentlich nur in der kleinen Gaststätte ihrer Großmutter aushelfen und möglichst wenig auffallen, doch das ändert sich, als in das große Haus im Dorf wieder Bewohner einziehen. Die Cousins Theo und Casper sind zwar komplett unterschiedlich, ziehen Maserati aber trotzdem in ihren Bann. Doch dann fangen die beiden Fragen zu stellen, auf die sie keinesfalls antworten will und sie muss sich entscheiden, ob sie sich ihrer Vergangenheit stellt oder riskiert, ihr Leben, so wie sie es kennt, zu verlieren.

Ich stelle jedes Mal wieder fest, wie sehr ich den Schreibstil von Alina Bronsky mag. Sie hat eine bewundernswerte Art, ohne viele Worte eine emotionale und tiefgründige Geschichte zu erzählen. Dabei ist der Schreibstil nicht einmal besonders emotional oder poetisch, aber für mich ist gerade die fast schon nüchterne Art, in der die Geschichte erzählt wird, der Grund, warum sie mich so packt und zum Nachdenken bringt.

Das liegt aber auch an den Charakteren und der Geschichte. Maserati wirkt zunächst sehr abweisend und fast schon kalt, besonders im Umgang mit Theo und Casper. Das hat mich zu Beginn etwas irritiert und ich habe es ein wenig darauf geschoben, dass sie bei ihrer Oma in dem kleinen Ort wenige soziale Kontakte hat, aber damit lag ich wirklich gründlich falsch und habe mich ein wenig über meine eigenen Vorurteile geärgert. Gerade, dass man aber mit diesen konfrontiert wird, macht das Buch für mich so reizvoll. Ich hatte oft, dass Gefühl, zu wissen, was passiert und wie die Geschichte sich entwickelt, aber meistens hat sich die Geschichte dann doch etwas anders entwickelt, als erwartet. Ich mochte, dass der Schreibstil recht nüchtern bei der Beschreibung der Geschichte bleibt und nie versucht, emotional oder dramatisch zu werden, man aber dennoch ab einem gewissen Punkt mitfiebert und mitleidet. Die Jungs blieben für mich tatsächlich ein wenig wage und fast schon konturlos, aber genau das wirkte beabsichtigt und sorgt für mich dafür, dass man alles mögliche in die Geschichte projizieren kann.

Alles in allem hat Alina Bronsky es mal wieder geschafft, mich mit ihrem Buch zu begeistern, obwohl es so kurz ist. Dennoch fasziniert mich die Geschichte und vor allem die Charaktere, sodass ich das Buch wirklich verschlungen habe und auch im Nachhinein noch über das Ende nachgedacht habe. Ich hätte mir fast gewünscht, dass die Geschichte noch länger gewesen wäre, aber vermutlich hätte sie dann nicht den gleichen Zauber gehabt.

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Veröffentlicht am 10.04.2022

Ruhige Liebesgeschichte mit kleineren Schwachpunkten

Worlds Collide
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Bei dem Cover bin ich extrem zwiegespalten, einerseits mag ich eigentlich die Schlichtheit und die eher gedeckten Farben, andererseits fand ich, dass es so gut wie gar nicht zum Inhalt passt, vielleicht ...

Bei dem Cover bin ich extrem zwiegespalten, einerseits mag ich eigentlich die Schlichtheit und die eher gedeckten Farben, andererseits fand ich, dass es so gut wie gar nicht zum Inhalt passt, vielleicht macht es aber gerade das aus, schließlich geht es in dem Buch auch um Vorurteile gegenüber anderen und das Cover bricht bewusst damit. So oder so freue ich mich in jedem Fall darauf, es in meinem Regal stehen zu sehen.

Die Story hat mich in jedem Fall neugierig gemacht: Fiona Harris hat es geschafft. Aus dem armen Mädchen aus Croydon ist eine bekannte Beauty-YouTuberin mit eigener Make-up-Linie geworden. Doch am Tag ihres Launches droht all ihre harte Arbeit umsonst gewesen zu sein, denn der bekannte YouTuber Demian O’Neill veröffentlicht ein Video darüber, dass die Spendengelder eines Events, für das Fiona ihren Namen gegeben hat, während es von anderen Influencern organisiert wurde, in die Taschen dieser geflossen sein sollen. Sie steht plötzlich als Diebin da, während sie nur zu gut weiß, wie wichtig die Spendengelder für die betroffenen Menschen sind. Verzweifelt versucht sie Demian davon zu überzeugen, dass sie nichts damit zu tun hat und auch nichts davon wusste, doch dieser scheint ihr gar nicht zuzuhören, bis sie sich plötzlich persönlich gegenüberstehen und er feststellen muss, dass sie etwas in ihm berührt und er widerwillig beginnt, ihr zu glauben.

Ich mochte die erste Reihe von Annabelle Stehl wirklich gerne und habe mich deswegen unglaublich auf dieses Buch gefreut, zumal ich die Thematik über die Welt der Influencer durchaus spannend fand. Vollkommen überzeugen konnte mich das Buch aber leider nicht. Das lag allerdings nicht an dem Schreibstil, der gewohnt leicht, flüssig und an manchen Stellen nahezu mitreißend war, obwohl er das nie mit Dramatik tut, sondern die Geschichte vielmehr eher leise und bedacht erzählt.

Auch die Charaktere mochte ich wirklich gerne, auch wenn ich zunächst meine Zweifel hatte. Ich habe grundsätzlich keine Vorurteile gegenüber Influencern, weil es oft sehr deutlich ist, wie viel Mühe sie in ihren Job stecken, dennoch war ich mir unsicher, wie sehr ich mich mit einer Beauty-Influencerin identifizieren konnte, aber ich hatte damit glücklicherweise so gar kein Problem. Das liegt einfach daran, wie sehr Fiona für das brennt, was sie tut und ich mich dadurch nicht damit auskennen muss, was sie tut, um zu akzeptieren, dass sie es einfach liebt. Ich mochte sie vielleicht schon deswegen einfach sehr gerne, weil sie das Klischee einer Beauty-YouTuberin schon zu Beginn des Buches aufdeckt und sich dem entgegenstellt, obwohl sie da immer wieder mit konfrontiert wird. Ich mochte, dass sie sich für die Sachen einsetzt, die ihr wichtig sind und dabei versucht, sich selbst treu zu bleiben, selbst wenn das der schwierigere Weg ist. Demian hat es ebenso schnell in mein Herz geschafft, weil er eben nicht der herzlose Gossip-Blogger ist, für den man ihn zu Beginn hält. Vielmehr ist dieser YouTube-Kanal nur Mittel zum Zweck, weil er eigentlich für Astronomie brennt und diese seinen Fans eigentlich näherbringen soll. Zudem mochte ich, wie akribisch er die Geschichten, über die er berichtet, recherchiert. Er springt nicht einfach auf eine reißerische Berichterstattung auf, sondern er versucht, aufzuzeigen, inwiefern Influencer ihre Fans betrügen und somit das Image aller beschädigen. Ich habe aber vor allem geliebt, dass er ein Nerd ist. Dabei ist es zwar ein wenig stereotypisch, dass er eine Brille trägt, aber auch das mochte ich richtig gerne, weil er mal ein anderer Typ eines Protagonisten ist. Nicht, dass es nie Nerds gibt, aber Demian ist nie der Arsch, der sich nicht um die Gefühle anderer schert, sondern immer vor allem ein netter Typ, dem seine Wissenschaft unglaublich wichtig ist.

Obwohl ich beide wirklich gerne mochte, konnte mich die Geschichte nicht in ihrer Gänze überzeugen, das liegt vor allem daran, dass ich zwar verstehen konnte, dass sie sich zueinander hingezogen fühlen, nicht aber wie schnell das ging. Zunächst ist Demian davon genervt, dass Fiona ihn versucht, davon zu überzeugen, dass sie nichts damit zu tun hat und dann glaubt er ihr gefühlt plötzlich, weil er sie mag? Das hätte ich vollkommen okay gefunden, wenn es etwas länger gedauert hätte und sie sich zu Beginn mehr gestritten hätten. So aber treffen sie sich recht schnell auch unabhängig von den Nachforschungen und kommen sich, für meine Begriffe, zu schnell, zu nah. Das hat mich tatsächlich so richtig erst gestört, nachdem ich das Buch durchgelesen hatte und mich gefragt habe, was genau mir eigentlich gefehlt hat. Ich mochte das Buch zwar wirklich gerne und habe die Charaktere auch echt geliebt, aber mir fehlte so ein bisschen der Sog, das Besondere der Beziehung der beiden, das dafür sorgt, dass mir das Buch langfristig im Gedächtnis bleibt.

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Veröffentlicht am 27.03.2022

Gelungene Story mit etwas Luft nach oben

Four Houses of Oxford, Band 1 - Brich die Regeln
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Das Cover ist, in meinen Augen, wirklich außerordentlich gelungen. Ich mag, wie die dargestellte Person der Protagonistin Harper ähnlich sieht, sie meine Vorstellung aber nicht zu sehr prägt. Zudem mag ...

Das Cover ist, in meinen Augen, wirklich außerordentlich gelungen. Ich mag, wie die dargestellte Person der Protagonistin Harper ähnlich sieht, sie meine Vorstellung aber nicht zu sehr prägt. Zudem mag ich die subtile Einarbeitung der vier Symbole der Verbindungen, die einem erst auf den zweiten Blick so richtig auffallen. Zudem liebe ich die Gestaltung des Buchrückens, der bei anderen Büchern ja manchmal ein wenig kurzkommt, hier aber das Cover perfekt ergänzt.

Die Geschichte klang auf den ersten Blick ebenfalls sehr vielversprechend: Harper will nach ihrem Abschluss nur eins: Endlich unabhängig sein, frei von den Pflegefamilien, in denen sie seit ihrer Geburt leben musste und endlich selbst für ihr Leben verantwortlich sein. Deswegen nimmt sie trotz einiger Zweifel auch das verlockende Angebot der berüchtigten Diamonds, einer Studentenverbindung an der Oxford University, an, schließlich versprechen diese ihren Mitgliedern nicht weniger als ihre Herzenswünsche zu erfüllen. Doch Harper hat nicht geahnt, auf was sie sich mit ihrem Beitritt einlässt und dass sie plötzlich Finlay gegenübersteht, der sie damals im Stich gelassen hat, den sie nie wieder sehen wollte und der ihr Herz noch immer zum Stolpern bringt. Doch beim Spiel der Vier Farben stehen Harper und Finn auf verschiedenen Seiten und sie könnte mehr verlieren als nur ihr Herz.

Ich habe mich schon riesig auf dieses Buch gefreut und zum Glück wurde ich auch nicht enttäuscht, obwohl noch ein bisschen Luft nach oben ist. Der Schreibstil von Anna Savas ist aber auch hier gewohnt gelungen. Sie hat eine besondere Leichtigkeit zu schreiben und fesselt einen gerade dadurch, obwohl ich eine ganze Zeit gebraucht habe, um so richtig in die Geschichte zu finden.

Das liegt auch an Harper. Ich mochte sie zwar von Anfang an und fand ihre taffe Art sehr bewundernswert, aber durch ihr Misstrauen allen anderen gegenüber, lässt sie auch die Leser nicht immer an ihren Gefühlen teilhaben. Ich habe ihr Verhalten dadurch zwar in der Theorie nachvollziehen können, aber sie hat mich emotional nicht so richtig mitnehmen können, was ich etwas schade fand, weil ich unbedingt mit ihr mitfiebern wollte. Dennoch fand ich ziemlich cool, dass Harper kein ruhiges Mäuschen ist, sondern vielmehr sich immer zur Wehr setzt und immer für das einsteht, das ihr wichtig ist, selbst wenn sie sich damit das Leben selbst schwermacht. Mein Herz ab der ersten Seite hat allerdings Finlay gewonnen, weil er eine ganz andere Emotionalität an den Tag legt als Harper und dabei immer aufrichtig bleibt. Er handelt dabei vielleicht nicht immer richtig, aber er steht zu seinen Fehlern und kämpft genauso wie Harper für die, die ihm wichtig sind.

Die Geschichte braucht ein wenig, um in Fahrt zu kommen, obwohl ich nicht so richtig beschreiben kann, woran das liegt, weil ich die Idee der Verbindungen, die in einem Spiel gegeneinander antreten und dabei immer wieder Grenzen überschreiten, um ihr Ziel zu erreichen, wirklich spannend fand. Auch die Umsetzung gefiel mir eigentlich richtig gut und ich mochte, wie man langsam in die Welt der Vier Farben gezogen wird und auf diesem Weg Menschen in sein Herz schließt oder sie abgrundtief verabscheut.

Dennoch fehlte mir so ein bisschen der Sog, der mich dazu gebracht hätte, das Buch nicht mehr aus der Hand legen zu wollen, vor allem zu Beginn der Geschichte. Zum Ende hin allerdings gewinnt die Story dann doch an Fahrt und der Cliffhanger am Ende ist so fies, dass er alleine mich wahrscheinlich schon dazu gebracht hätte, auch den zweiten Teil lesen zu wollen.

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Veröffentlicht am 19.03.2022

Fantastische Geschichte mit kleineren Schwächen

Herz aus Schatten
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Das neue Cover des Buches gefällt mir tatsächlich ein ganzes Stück besser als das alte. Ich mag die Schlichtheit, die aber durch die Gestaltung aus Schwarz und Gold sehr ausdrucksstark und perfekt passend ...

Das neue Cover des Buches gefällt mir tatsächlich ein ganzes Stück besser als das alte. Ich mag die Schlichtheit, die aber durch die Gestaltung aus Schwarz und Gold sehr ausdrucksstark und perfekt passend zum Inhalt ist. Das gleiche gilt auch für den Titel, den ausgesprochen passend für die Geschichte finde.
Die auf den ersten Blick ebenfalls vielversprechend klingt: Kayla weiß genau, dass sie keine andere Wahl hat, als das dunkle Ritual der Bändiger durchzuführen und eines der Monster an sich zu binden, egal wie viel Angst sie davor hat, schließlich ist ihr Vater der Direktor der Akademie, die die Bändiger ausbildet. Sie sind für das Überleben der Stadt Praha unersetzlich, schützen sie die Bürger doch mit ihren Monstern vor Angriffen von den Kreaturen außerhalb der Mauern, doch Kayla hat seit dem Tod ihres älteren Bruders panische Angst davor, die Kontrolle über ihr Monster zu verlieren. Dennoch schafft sie es, einen der seltenen Schattenwölfe an sich zu binden und das fühlt sich weniger beängstigend an, sie es erwartet hat. Vielmehr entwickelt sich eine enge, unerklärliche Bindung zwischen den beiden, bis Kayla eines Morgens aufwacht und sich ihr Schattenwolf in einen Mann verwandelt hat, der sich nicht an sein altes Leben erinnern kann und den die Dunkelheit immer wieder zu überwältigen droht.
Ich mag die Art wie Laura Kneidl zu schreiben vermag und hatte ich deswegen schon sehr auf dieses Buch gefreut. Zum Glück hat es mich auch nicht enttäuscht, sondern vielmehr nach einer kurzen Eingewöhnungszeit vollkommen in den Bann gezogen und ich bin nur so durch die Seiten geflogen. Das liegt auch daran, wie wunderbar flüssig und gleichzeitig mitreißend die Geschichte geschrieben ist.
Auch die Charaktere haben mich für sich eingenommen, obwohl ich auch hier ein wenige Zeit brauchte, um mit ihnen warmzuwerden. Ich mochte Kayla recht gerne, auch weil ich es erfrischend fand, dass sie ihre Fähigkeiten lieber nicht hätte, obwohl die in ihrer Familie durchaus große Anerkennung genießen, ja sogar erwartet werden. Dennoch habe ich mich am Anfang ein wenig schwergetan, ihre Situation verstehen zu können, auch weil man nicht wusste, was mit ihrem Bruder genau passiert ist und warum sie solche Schwierigkeiten damit hat, ein Monster an sich zu binden. Deswegen war ich auch ein wenig skeptisch, ob sie mir näher kommen würde, wenn sie erstmal richtig zu den Bändigern gehört, doch zum Glück hat mich gerade die Zerrissenheit, die sie durch die enge Bindung an ihren Schattenwolf Lilek erhält, weil sie die Monster plötzlich nicht mehr hassen kann, hat mich dann doch für sie gewonnen. Sie weigert sich, so wie die anderen Bändiger, ihn nur als Waffe wahrzunehmen, sondern nimmt ihn durchaus als Wesen mit einer Persönlichkeit wahr, auch wenn sie sich zu Beginn noch weigert. Lilek habe ich zu Beginn ebenfalls direkt in mein Herz geschlossen, man hat schon in seiner Gestalt als Monster gemerkt, dass er ein loyaler und freundlicher Typ ist, trotz der Dunkelheit, die ihn immer wieder einholt. Ich war mir etwas unsicher, wie ich es finden würde, dass er sich von einem Monster in einen Menschen verwandeln würde, aber es hat mich erstaunlich wenig gestört, vielleicht auch weil die Begründung letztlich recht nachvollziehbar war.
Mein größtes Problem mit der Geschichte war vermutlich, dass ich ein bisschen fand, dass es zu viel Inhalt für ein Buch war. Es gab so viele Handlungsstränge, die ich auch alle super spannend fand, die aber teilweise deutlich zu kurz kamen und deren Auflösung dann fast schon ein bisschen zu offensichtlich waren. Das fand ich echt etwas enttäuschend und hätte es vermutlich besser gefunden, wenn die grundlegende Story mehr Zeit und Raum gehabt hätte, sich zu entfalten. Dabei müssten für mich Lilek und Kayla an sich gar nicht zwangsläufig im Mittelpunkt stehen, ich würde auch die Story von Alexander oder … echt interessant finden. Von daher ging mir das Ende vielleicht auch ein bisschen schnell und ich hatte da das Gefühl, Seiten übersprungen zu haben, weil die Geschichte, die vorher eher langsam und stetig aufgebaut wurde, sich plötzlich nahezu überschlagen hat.
Alles in allem mochte ich das Buch vor allem wegen des Schreibstils und der Charaktere wirklich gerne. Ich habe auch die Story wirklich genossen, weil ich die Tiefer und die Idee der Welt wirklich genossen habe, auch wenn mir die Entwicklung zum Ende hin etwas zu schnell ging.

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Veröffentlicht am 19.03.2022

Unglaublich witzige, tiefgründige Liebesgeschichte

Die theoretische Unwahrscheinlichkeit von Liebe
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Ich bin ehrlich gesagt kein großer Fan von dem deutschen Cover des Buches. Ich habe es ehrlich gesagt für ein Sachbuch gehalten, als ich es das erste Mal gesehen habe, was tendenziell nicht schlimm gewesen ...

Ich bin ehrlich gesagt kein großer Fan von dem deutschen Cover des Buches. Ich habe es ehrlich gesagt für ein Sachbuch gehalten, als ich es das erste Mal gesehen habe, was tendenziell nicht schlimm gewesen wäre, ich hätte es dadurch allerdings fast übersehen. Da finde ich sowohl das Originalcover als auch den -titel deutlich gelungener für dieses Buch. Ich habe über Love Hypothesis auch schon viel gehört, hätte es aber trotz der Autorin niemals miteinander in Verbindung gebracht. Deswegen wäre es vielleicht nicht verkehrt, dem Originalcover zumindest ein bisschen näher zu kommen, zumal das deutsche nicht besonders aussagekräftig im Bezug auf den Inhalt ist.

Zum Glück habe ich den Klappentext doch noch zufällig gelesen, ansonsten hätte ich eine tolle Geschichte verpasst: Olive promoviert in Biologie und setzt sich leidenschaftlich für die Forschung zur Früherkennung von Bauchspeicheldrüsenkrebs ein. Wie bei allen Doktoranden ist das Geld und die Zeit knapp, doch sie ist durchaus zufrieden mit ihrem Leben, vor allem weil sie tolle Freunde wie Anh und Malcolm hat, die zu ihrer Familie geworden sind. Doch ausgerechnet Anh bringt sie indirekt dazu, dieses ausgeglichene Leben zu verlassen. Sie weigert sich mit Jeremy auszugehen, den Olive zweimal getroffen hat, obwohl sie ihn unübersehbar gut findet, nur um den Girlcode nicht zu verletzen. Also gibt Olive vor, jemand anderen zu daten, den sie vor den Augen ihrer Freundin küsst. Dumm nur, dass sie sich dafür ausgerechnet Adam Carlsen aussucht, der für seine arrogante, verurteilende Art bekannt ist. Unglaublicherweise lässt er sich darauf ein, Olive zu fakedaten und das entwickelt sich anders als gedacht.
Der Schreibstil in diesem Buch trägt wirklich maßgeblich dazu bei, dass ich mich wirklich in die Story verliebt habe. Er ist leicht-locker, reißt mich direkt mit und ist wahnsinnig unterhaltsam. Ich musste immer wieder herzlich lachen, weil zum einen die Situationen so absurd waren, andererseits weil ich Olives Gedanken wirklich lustig fand. Ich habe zwar ein bisschen gebraucht, um mit der Art des Schreibens klarzukommen, weil er schon sehr anders ist, aber als ich erstmal in der Geschichte war, hat sie mich auch abgeholt und ich bin nahezu durch die Seiten geflogen.

Dazu tragen auch die Charaktere maßgeblich zu bei. Olive habe ich ab der ersten Seite in mein Herz geschlossen. Sie ist einfach so ein unglaublich netter, loyaler Mensch, der es trotz der extremen Konkurrenz immer gelingt, aufrichtig freundlich zu bleiben, auch wenn sie an manchen Stellen vielleicht ein wenig naiv wirkt. Das stört mich aber erstaunlich wenig, weil sie so aufrichtig und herzlich wirkt. Sie ist einfach jemand, der sehr hart dafür arbeitet, ihre Forschung voranzubringen, der es aber dennoch wichtig ist, den Menschen nicht vor den Kopf zu stoßen. Manchmal habe ich mir fast gewünscht, dass sie mehr für sich selbst einsteht und einfach mal egoistisch ist, aber so ist sie einfach nicht. Erstaunlicherweise mochte ich auch Adam auf den ersten Blick und habe ihn ganz ähnlich wie Olive sehr schnell in mein Herz geschlossen, obwohl er ja eigentlich als Arsch verschrien ist und ich meistens kein großer Fan von Bad Boys bin. Diese Bezeichnung trifft aber auch einfach nicht auf ihn zu. Ja, er ist manchmal sehr hart zu seinen Doktoranten und übertreibt dabei auch oft, doch man merkt sehr schnell, dass er das nicht macht, um fies zu sein, sondern weil er von ihnen dieselbe Perfektion erwartet wie von sich selbst. Das heißt nicht, dass ich sein Verhalten gutheiße, aber ich konnte es zumindest an manchen Punkten nachvollziehen. Was ich aber am meisten an ihm mochte, wie ernst er Olive nimmt und wie sehr er sie unterstützt, egal worin. Er lässt ihr dabei immer ihre eigene Entscheidung treffen und versucht nie, sie in eine bestimmte Richtung zu drängen. Auch die Nebencharaktere sind gut gestaltet und bleiben im Gedächtnis. Anh fand ich manchmal ein wenig speziell, aber sie ist Olive eine tolle Freundin, sodass mich das eher wenig gestört hat, Malcolm mochte ich aus dem gleichen Grund wirklich gerne. Mein Liebling war aber Holden, der so seine eigene Art hat und manchmal vielleicht etwas viel ist, der aber ein toller, aufrichtiger Kerl ist und der immer dafür sorgt, dass Adam und Olive erkennen, was sie empfinden.

Die Story als solche hat mir ebenfalls richtig gut gefallen. Das liegt vor allem daran, dass sie die perfekte Mischung mehrerer Komponenten ist. Die Geschichte ist leicht und voller Humor, aber gerade wenn man sie als ganz nettes Liebesgeschichte abharken will, beweist sie eine große Tiefe und Bedeutsamkeit, die sie dann doch zu etwas sehr Besonderem macht.

Alles in allem habe ich das Buch wirklich geliebt. Die Kombination aus dem witzigen Schreibstil, tollen Charakteren und einer gelungenen Story macht das Buch zu etwas Besonderem, einzig das Cover könnte passender zum Inhalt gestaltet werden.

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