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Veröffentlicht am 01.04.2021

Unglaublich wichtiges Thema, das aber leider mit ein paar Schwierigkeiten zu kämpfen hat

Not Your Type
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Das Cover gefällt mir ausgesprochen gut und war neben dem Thema der Hauptgrund, warum ich das Buch unbedingt lesen wollte. Ich mag, wie wunderschön die Farben miteinander harmonieren und die gezeigte Silhouette ...

Das Cover gefällt mir ausgesprochen gut und war neben dem Thema der Hauptgrund, warum ich das Buch unbedingt lesen wollte. Ich mag, wie wunderschön die Farben miteinander harmonieren und die gezeigte Silhouette passt für mich perfekt zum Inhalt.

Die Story an sich klang erst einmal sehr vielversprechend: Marie steht auf Fynn und Fynn steht auf Marie. Das alles könnte so einfach sein, aber Fynn ist transsexuell und hat panische Angst, dass es jemand herausfinden könnte, deswegen versucht er sich von allen Menschen fernzuhalten, auch von Marie. Doch dann finden sich die beiden zusammen mit Maries besten Freunden auf einem Roadtrip nach Italien wieder und plötzlich weiß Fynn gar nicht mehr, warum er überhaupt auf Abstand gehen soll, doch seine Ängste lassen ihn nicht los…

So einmal vorweg: Ich finde das Thema unglaublich wichtig und es ist zentral, dass Menschen aus der LGBTQIA* Community auch als Protagonisten in der Jugend- und Young Adult-Literatur sichtbar gemacht werden, deswegen habe ich mich auch wirklich auf dieses Buch gefreut, hatte aber leider ein paar Probleme damit. Was mich wirklich gestört hat, ist, dass der Deadname von Fynn schon im ersten Kapitel immer wieder genannt wird. Mir war lange auch nicht klar, wie verletzend dies für Transgender sein kann und es war hier einfach vollkommen unnötig. Man hätte seinen Geburtsnamen einfach weglassen können, er tut nichts für die Geschichte und spielt einfach keinerlei Rolle. Ebenso ein No-Go sind für mich die Harry Potter-Verweise in diesem Buch. Ich liebe die Harry Potter Bücher, aber leider ist Joanne K. Rowling in letzter Zeit eben auch damit aufgefallen, dass sie transphobe Äußerungen getätigt hat und deswegen finde ich, dass man Harry Potter Verweise hier einfach weglassen sollte. Es gab noch ein paar andere Punkte, die mich im Umgang mit dem Thema gestört haben, auf die will ich aber auch aufgrund von Spoiler nicht näher eingehen, dennoch fand ich einiges etwas unsensibel und selbst wenn man es so handhabt, wie es die Autorin getan hat, hätte man vielleicht ein abschließendes Kapitel dazu schreiben können, warum man das so getan hat, einfach, um deutlich zu machen, dass manche Themen eben aus den verschiedensten Gründe sensibel sind, auch um Menschen, die wenige Berührungspunkte damit haben, aufzuklären, auch wenn mir natürlich klar ist, dass das Buch fiktiv und kein Aufklärungsbuch ist.

Den Schreibstil an sich fand ich nicht schlecht, aber ich hatte dennoch so meine Probleme damit. Ich habe wirklich lange gebraucht, um in die Geschichte zu finden und mich an die Art zu schreiben, zu gewöhnen. Als ich dann allerdings einen bestimmten Punkt dann erreicht hatte, bin ich förmlich durch die Geschichte geflogen und habe den Großteil der Geschichte an einem Tag durchgelesen.

Dennoch habe ich mich mit der Story im Allgemeinen recht schwergetan. Ich fand vieles super unlogisch und habe immer wieder den Kopf geschüttelt, weil ich die Charaktere manchmal wirklich anstrengend fand. Ich hatte vor allem zu Beginn der Geschichte das Gefühl, dass alle Figuren deutlich jünger sind als 21 Jahre. Ich hätte viele Verhaltensweisen sehr viel glaubwürdiger gefunden, wenn sie vielleicht 18 oder 19 Jahre alt gewesen wären und vielleicht gerade erst ihr Abitur gemacht hätten. Dan hätte ich vieles sehr viel besser nachvollziehen können, warum Marie aber auch Fynn sich manchmal wirklich dämlich und kindisch verhalten. Ich habe beispielsweise nicht verstanden, warum Fynn sich überhaupt zu dem Roadtrip mit vollkommen fremden Menschen einlässt, obwohl er versucht, Abstand zu halten und bloß niemandem zu nahe zu kommen, vor allem nicht vor der Operation. Dennoch lässt er sich von Joon einfach so belabern und kommt dann einfach so mit ihnen mit, ohne ein einziges Mal zu fragen, wer denn überhaupt noch alles dabei sein wird, denn zumindest das hätte ich an seiner Stelle möglichst schnell versucht, herauszufinden, auch um zu wissen, ob er sich in der Gegenwart dieser Menschen überhaupt sicher fühlen kann, aber nein weder fragt er nach, noch trifft er sich vorher noch einmal mit Joon und bespricht Einzelheiten der Reise. Das habe ich genauso wenig verstanden, warum er kein eigenes Zelt mitnimmt. Er hat schließlich panische Angst davor, dass jemand herausfinden könnte, dass er trans ist und dann sorgt er nicht einmal dafür, dass er zumindest die Möglichkeit eines Mindestmaßes an Privatsphäre hat. Das fand ich super unlogisch, weil er ansonsten nicht einmal seine Jacke auszieht aus Angst, dass erkannt werden könnte, dass sein Körper noch letzte weibliche Formen hat. Auch, dass Fynn und Marie dauernd schlechte Laune haben, weil sie jeder für sich ihre Probleme hatten, fand ich mit dem Verlauf des Buches echt anstrengend. Ich konnte beide durchaus verstehen, aber die Art und Weise, wie sie damit umgehen, war einfach nur super unreif und kindisch. Zumindest Marie kann mit ihren Freunden durchaus darüber sprechen, sie kennt sie schon seit Ewigkeiten und vertraut ihnen. Dennoch macht sie immer alles mit sich aus, verschwindet, ohne ihren Freunden was davon zu sagen oder redet den ganzen Tag nicht. Natürlich ist man nicht jeden Tag gut gelaunt, ich fand aber, dass es hier wirklich überhandgenommen hat, weil immer irgendwer schlecht gelaunt war und so ein bisschen die Stimmung gekillt hat.

Alles in allem ist es unglaublich wichtig, dass mehr queere Menschen auch in der Literatur sichtbar werden und genau das schafft dieses Buch. Es hat allerdings auch Schwachstellen, über die ich nicht einfach so hinwegschauen konnte, auch weil die Story an sich und die Charaktere mich nicht zu hundert Prozent überzeugen konnten.

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Veröffentlicht am 01.04.2021

Fantastische Geschichte mir hervorragend gezeichneten Charakteren

Das Reich der Schatten, Band 1: Her Wish So Dark (High Romantasy von der SPIEGEL-Bestsellerautorin von "One True Queen")
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Ich mag das Cover des Buches wirklich gerne, obwohl ich ansonsten Abbildungen von Personen nicht so gut finde. Hier wirkt die Frau allerdings so eindringlich und fesselt einen dadurch an das Buch. Zudem ...

Ich mag das Cover des Buches wirklich gerne, obwohl ich ansonsten Abbildungen von Personen nicht so gut finde. Hier wirkt die Frau allerdings so eindringlich und fesselt einen dadurch an das Buch. Zudem passt es hervorragend zur ersten Reihe von Jennifer Benkau und es wird direkt klar, dass diese Bücher zusammengehören.

Die Story klang auf den ersten Blick sehr vielversprechend: Als Laires bester Freund und Verlobter Desmond durch eine Verfluchung ins gefürchtete Daema-Reich gezogen wird, macht sich die junge Frau auf den Weg, um ihn zu retten. Dabei bekommt sie nicht nur Hilfe von ihrer Freundin Vika und dem Paladin Jero, sondern auch von Alaric, der sie einst verraten und ihr Herz in tausend Stücke zerrissen hat. Doch Laire hat keine Wahl, als seine Hilfe anzunehmen, denn das Daema-Reich ist nicht nur die Verfluchten gefährlich, sondern fordert einige Opfer von den Suchenden…

Ich habe schon von One True Queen, der ersten Reihe von Jennifer Benkau, die in der gleichen Welt spielt, sehr viel gehört, bin aber nie dazu gekommen, sie zu lesen. Umso gespannt war ich jetzt auf diese zweite Reihe und wurde definitiv nicht enttäuscht. Der Schreibstil ist wirklich außergewöhnlich: Eine gelungene Mischung aus poetisch und leicht-flüssig, die man wirklich selten findet. Ich habe zwar ein bisschen gebraucht, um wirklich in die Geschichte eintauchen zu können, weil man sich doch ein bisschen diese Art zu schreiben gewöhnen musste, aber wenn man dann erstmal von der Story gepackt wird, findet man nicht mehr raus und fliegt nur durch die Seiten.

Auch die Story an sich ist wirklich gelungen, auch wenn ich vermutlich ein paar Probleme hatte, weil ich die erste Reihe eben nicht gelesen habe und deswegen Schwierigkeiten hatte, die Regeln der Welt wirklich zu erfassen. Dennoch hat mich das nicht so sehr gestört, wie das bei anderen Büchern der Fall gewesen wäre, einfach weil ich die Welt an sich super spannend und gut gestaltet fand. Dabei hat es mir vor allem die Daema-Welt angetan. Ich mochte, dass sie eben nicht einfach nur eine düstere, trostlose Welt war, in der keinerlei Leben möglich war, sondern eben eine richtige Welt, in der nicht alleine das Böse zuhause ist. Am Anfang des Buches hatte man ein bisschen den Eindruck, dass alle Verfluchten, die sogenannten Daema, abgrundtief böse sein müsste, um überhaupt in diese Welt gelangen zu könnte, aber dieser Eindruck hat sich recht schnell verflüchtigt und es wird deutlich, dass man auch diese fantastische Welt nicht in Schwarz-Weiß einteilen kann.

Genau das hat das Buch für mich auch besonders gemacht. Die Figuren waren nicht eindimensional, sondern hatte auch für jede Tat, die zunächst einmal schlecht erschien, zumeist gute Gründe. Laire ist eine selbstbewusste, sehr mutige Frau, die alles für die Menschen tut, die ihr wichtig sind. Ich habe bewundert, dass sie Desmond um jeden Preis retten wollte, selbst wenn sie sich dafür selbst in Gefahr begeben muss. Mein Lieblingscharakter war aber Alaric, mit dem ich gleichzeitig mitgelitten habe und ihn gleichzeitig verflucht habe, weil er Laire nicht die Wahrheit sagen kann. Die Liebe und die Chemie zwischen den beiden wirkte zu jedem Zeitpunkt aufrichtig und man hat auch den Schmerz dahinter gespürt, dass sie eben nicht zusammen sein können. Dadurch habe ich mit beiden immer mitgefiebert und haben ihnen gewünscht, dass sie es doch noch schaffen, glücklich zu werden. Aber auch die Nebencharaktere habe ich in mein Herz geschlossen. Vika ist eine wahre Freundin und auch wenn sie mir manchmal eine Spur zu naiv war, habe ich bewundert, wie sehr sie versucht, gegen ihr Schicksal anzukämpfen. Auch Jero ist für mich ein starker Charakter, der es vor allem zum Schluss noch einmal schafft, mich zu berühren. Im Allgemeinen hat das Ende des Buches die Geschichte noch einmal auf ein vollkommen anderes Level gehoben. Ich habe mit ein paar Entwicklungen so oder so ähnlich gerechnet, mit vielen aber überhaupt nicht, sodass ich mich wirklich auf den zweiten Teil der Reihe freue.

Alles in allem bin ich wirklich begeistert von dem Buch, auch wenn ich ein bisschen gebraucht habe, um wirklich in die Geschichte zu finde. Der poetisch-leichte Schreibstil ist wirklich besonders und schafft es, eine tolle Welt zu erschaffen, in der man mit den Charakteren mitfiebert und mitleidet.

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Veröffentlicht am 01.04.2021

Gute Grundidee, die leider überhaupt nicht ausgearbeitet wird

The Second Princess. Vulkanherz
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Das Cover ist wirklich schön gestaltet und sticht wirklich aus der Masse heraus. Allerdings fand ich, dass die Story und das Cover nicht wirklich zueinander passten. Es wäre vielleicht besser gewesen, ...

Das Cover ist wirklich schön gestaltet und sticht wirklich aus der Masse heraus. Allerdings fand ich, dass die Story und das Cover nicht wirklich zueinander passten. Es wäre vielleicht besser gewesen, aufgrund des Settings ein Cover zu nehmen, das an den Dschungel angelehnt ist oder eines, das nicht ganz so hart und nach einem Highfantasy-Roman aussieht, das ist dieses Buch nämlich definitiv nicht.

Die Story klingt erst einmal gut: Saphina Bell gehört der berühmten Bell-Dynastie an, die seit Jahrhunderten auf der Südseeinsel St. Lucien herrscht. Doch Saphina ist nur die dritte Tochter und hat somit viel mehr Freiheiten als ihre beiden älteren Schwestern Livia und Maylin. Doch alles ändert sich, als Maylin kurz vor der Krönung ihrer Schwester plötzlich zu Tode kommt. Saphina ist geschockt und trauert um ihre lebensfrohe Schwester, doch dann erfährt sie, dass ihre Schwester eine wichtige Rolle auf der Insel gespielt hätte. Sie hätte als zweite Königin die Insel beschützen müssen und so fällt diese Aufgabe nun Saphina zu. Plötzlich sieht sie sich mit Aufgaben konfrontiert, bei denen ihr ausgerechnet Dante helfen soll, der Ex-Freund ihrer verstorbenen Schwester…

Ich mochte die Idee der Geschichte und des Settings wirklich gerne, aber die Umsetzung konnte mich leider nicht wirklich überzeugen. Der Schreibstil hingegen ist recht gut. Ich hatte keinerlei Probleme, in die Geschichte zu kommen und bin dann wirklich durch die Geschichte geflogen, obwohl es immer wieder Punkte gab, über die ich gestolpert bin.

Das Setting an sich hätte ich wirklich gut gefunden. Eine schöne Südseeinsel mit einem hochherrschaftlichen Schloss und einem fast schon undurchdringlichen Dschungel. Leider ging das Setting in der Geschichte aber vollkommen unter und wirkte fast austauschbar. Natürlich spielt das Schloss ebenso eine Rolle wie der Vulkan, aber ich hatte nie das Gefühl, ein Gefühl für de Umgebung zu bekommen. Das fand ich wirklich schade, weil man es an so vielen Stellen mehr in die Geschichte hätte einbringen können, das aber nicht wirklich genutzt hat. Ein Problem dabei ist zudem, dass das gesamte Setting zu Beginn fast schon mittelalterlich-fantastisch anmutet und dies dann durch Verweise auf moderne Musik und Technik komplett zerstört wird. Das hat mich immer etwas aus der Geschichte rausgebracht und leicht irritiert, weil die Story mit all ihren fantastischen Elementen so gar nicht in die moderne Welt passen will.

Bei den Charakteren war ich da am Anfang sehr viel optimistischer. Saphina wirkte wie der Ruhepool in ihrer Familie, diejenige, die immer einen Ausgleich zwischen ihren beiden Schwestern und ihrer Mutter findet. Ich mochte, wie eng ihre Beziehung zu ihrer älteren Schwester Maylin ist und wie wichtig es ihr ist, dass sich alle gut verstehen. Leider hat sich der anfänglich positive Eindruck recht schnell verflüchtigt. Zwar wurde Saphina nicht direkt unsympathisch, aber ich habe viele ihre Handlungen nicht verstanden. Sie handelt teilweise vollkommen irrational und wenn sie dann jemand darauf anspricht, wird sie sauer und schnippisch, besonders Dante gegenüber. Vor allem eine Entscheidung, auf die ich hier nicht weiter eingehen will, hat mich wirklich wütend gemacht und mir ein bisschen den Spaß an dem Buch verdorben. Sie handelt dort super egoistisch und denkt nur an andere, was aber im weiteren Verlauf der Geschichte in dem Kontext nicht wirklich Sinn ergibt. Leider hat die ganze Story im Allgemeinen ein paar kleine Logiklöcher, die zwar alle nicht wirklich schlimm wären, aber in der Fülle wirklich ärgerlich sind. Dante mochte ich durchaus gerne, aber so richtig schlau wurde ich aus ihm ebenfalls nicht. Mal ist er unglaublich einfühlsam und nett zu Saphina, dann wieder eiskalt und abweisend. Ich habe irgendwann nicht mehr so richtig durchgeblickt und die Erklärung für sein Verhalten war mir zu unglaubwürdig. Ich hatte einfach nach dem Lesen des Buches bei keiner der Figuren das Gefühl, sie wirklich zu kennen, weil sie teilweise sehr widersprüchlich beschrieben wurde oder schlicht keine wirklich Backgroundstory hatten.

Alles in allem gefiel mir die Idee des Buches und der Schreibstil wirklich gut. Ich habe das Buch wirklich in kürzester Zeit durchgelesen und fühlte mich dabei auch gut unterhalten, überzeugt hat mich das Buch aber leider gar nicht. Das Setting wurde ebenso wenig ausgearbeitet wie die gesamte Storyline und die Charaktere, sodass ich nach dem Lesen wirklich enttäuscht war, weil die Geschichte sehr viel mehr Potenzial gehabt hätte.

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Veröffentlicht am 22.03.2021

Fantastische Geschichte mir hervorragendem Schreibstil

A Whisper of Stars
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Ich mag das Cover recht gerne, auch wenn ich mir nicht sicher bin, ob es mir in einer Buchhandlung direkt ins Auge stechen würde, wenn ich nicht gerade danach suchen würde. Dennoch passt es wirklich hervorragend ...

Ich mag das Cover recht gerne, auch wenn ich mir nicht sicher bin, ob es mir in einer Buchhandlung direkt ins Auge stechen würde, wenn ich nicht gerade danach suchen würde. Dennoch passt es wirklich hervorragend zum Inhalt des Buches.

Dieser klingt auf den ersten Blick vielversprechend: Olivia Crate und ihr bester Freund Finnley Lawin leben auf der Insel Hawaiki. Doch obwohl die Insel paradiesisch anmutet, kann sich Liv nichts Besseres vorstellen, als sie endlich zu verlassen. Denn dort regieren noch immer alten Traditionen und Götter, die dafür sorgen, dass Liv aber vor allem Finn Außenseiter sind. Während es bei ihm vor allem die helle Haut, die blonden Haare und seine Pigmentflecken sind, die ihn aus der Gesellschaft ausschließen, bricht Olivia immer wieder alle Regeln und versucht krampfhaft herauszufinden, was hinter den mysteriösen Ereignissen auf der Insel steckt. Als sich am höchsten Feiertag, dem Sternenfest, plötzlich mythische Kräfte offenbaren und ein Fremder den beiden enthüllt, dass sie ganz anders als die anderen Bewohner der Insel sind, ergibt sich plötzlich die Chance, die Insel zu verlassen, doch dadurch ändert sich für die Freunde alles und plötzlich steht nicht nur ihr Leben auf dem Spiel, sondern das Wohlbefinden der gesamten Welt…

Ich weiß ehrlich gesagt nicht, ob ich dem Buch mehr als einen Blick geschenkt hätte, wenn es nicht Tami Fischer geschrieben hätte. Ich fand den Klappentext zwar nicht uninteressant, aber auch nicht so spannend, dass ich es unbedingt hätte lesen müssen. Ich mochte allerdings die Flechter-University-Reihe wirklich gerne und wollte dem Buch deswegen eine Chance geben, obwohl ich in letzter mehr mittelmäßige Fantasy-Romane gelesen habe, als welche, die mir gut gefallen habe. Dieses Buch hat mich allerdings äußerst positiv überrascht. Der Schreibstil gefiel mir ab der ersten Seite ausgesprochen gut und ich hatte dadurch keinerlei Probleme, in die Geschichte zu finden. Er macht es einem sehr einfach, durch die Seiten zu fliegen und die Story wirklich zu genießen.

Auch das Setting finde ich vor allem zu Beginn des Buches wirklich gut. Hawaiki wirkt auf den ersten Blick unglaublich idyllisch und wie das Paradies auf Erden, deswegen fand ich spannend, wie sehr die Insel für Liv und Finn ein solches Gefängnis zu sein scheint. Beide fühlen sich in der Gesellschaft als Außenseiter und werden nur am Rande akzeptiert, weil ihre Großeltern zu den Ältesten gehören, die ein hohes Ansehen genießen. Ich habe das Setting dennoch extrem genossen, weil es trotzdem so sehr nach Urlaub anfühlt, aber auch weil ich die Insel an sich so interessant fand. Zwar versuchen sie immer wieder moderne Aspekte in ihr Leben integrieren, die durch Schiffe angespült oder durch einige der Männer auf dem Festland ertauscht werden, aber diese funktionieren meistens nicht besonders lange. Diese Gestaltung konnte ich mir, vielleicht auch durch den besonders guten Schreibstil, hervorragend vorstellen und wollte unbedingt wissen, was hinter allem steckt. Die Erklärung, dass Hawaiki eine Zone eines Sternes ist und dass es Menschen mit besonderen Fähigkeiten gibt, die entweder von den vier mächtigen Kriegern abstammen oder Sternenstaub berührt haben, fand ich zugleich anders als auch gut umgesetzt. Ich fühlte mich an manchen Stellen ein wenig an Avatar – der Herr der Elemente erinnert, was ich aber nicht schlimm fand, schließlich ist die Idee mit der Kontrolle über die vier Elemente ja nichts Neues. Was mich vielleicht ein wenig gestört hat, ist wie leicht sich Liv und Finn in die neue Welt einfügen und wie wenig sie dort auffallen. Ich meine, klar sie kennen einiges aus Büchern und betonen auch immer, wie anders alles auf dem Festland ist, aber sie gehen einfach ohne Probleme feiern. Ich bin an manchen Tagen von den vielen, betrunkenen Menschen und der lauten Musik überfordert, aber die beiden fügen sich gefühlt ohne Probleme ein und haben ihren Spaß.

Das hat mich im Großen und Ganzen allerdings nicht gestört, weil ich die Geschichte allgemein, aber auch die Charaktere wirklich mochte. Liv ist unglaublich taff und selbstbewusst, dabei aber auch einfühlsam und manchmal impulsiv. Ich finde gut, wie sie mit den neuen Entwicklungen umgeht und sie aber nicht direkt und ohne große Nachfragen akzeptiert, sondern sie Jenkins gegenüber immer wieder Antworten fordert. Dadurch dass sie selbst immer wieder überlegen muss, was jetzt nochmal die neuesten Entwicklungen sind, war es auch für mich leichter, mit den ganzen fantastischen Einflüssen umzugehen und zu verstehen, was gerade passiert. Auch Finn mochte ich wirklich gerne und mir gefiel die Art der aufrichten Freundschaft zwischen den beiden. Sie halten immer zusammen, egal was passiert und können sich immer uneingeschränkt aufeinander verlassen. Jamie ist allerdings bis jetzt mein persönliches Highlight. Er wirkt erstmal stark und unnahbar, fast schon arrogant, aber es wird schnell deutlich, dass er eigentlich ganz anders ist und ich habe ihn ab den ersten Seiten in mein Herz geschlossen.

Alles in allem habe ich die Geschichte wirklich genossen, was ich so vor dem Lesen gar nicht erwartet hätte. Ich liebe das Setting auf Hawaiki, aber auch das auf dem Festland genauso wie die Charaktere, die mir ab den ersten Seiten nahe gekommen sind und auf deren weitere Geschichte ich schon unglaublich gespannt bin.

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Veröffentlicht am 14.03.2021

Atemberaubender Schreibstil, aber blasse Charaktere

Flaming Clouds – Der Himmel in deinen Farben
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Das Cover des Buches ist wirklich gelungen und sticht dadurch unter anderen Büchern aus der Masse hervor. Ich liebe die Kombination aus Rosa, Lila und der goldenen Schrift. Das alles passt so wunderbar ...

Das Cover des Buches ist wirklich gelungen und sticht dadurch unter anderen Büchern aus der Masse hervor. Ich liebe die Kombination aus Rosa, Lila und der goldenen Schrift. Das alles passt so wunderbar zum Inhalt, wie es kaum anders möglich wäre.

Die Story an sich klang erst einmal gut: Olivia Green ist Flugbegleiterin, eigentlich wartet sie aber nur auf die Zusage von Oxford, um endlich Mathematik studieren zu können. Sich auf einen Mann einzulassen, ist das letzte, das sie will, vor allem wenn es sich dabei um Nicholas Saint James handelt. Nick, der sie mit seinen bunten Augen und seinem intensiven Blick vollkommen aus der Bahn wirft und der es immer wieder schafft, sie mit seiner Ehrlichkeit aus der Reserve zu locken. Nick, der seine Kunst aufgegeben hat, um Pilot zu werden, den sie schon seit der Schule kennt und der sie an die schlimmste Zeit in ihrem Leben erinnert. Doch sie lässt sich mehr und mehr auf ihn ein, bis genau diese Vergangenheit sie wieder einholt…

Nachdem ich gefühlt überall von diesem Buch gelesen und gehört habe, wollte ich es unbedingt lesen. Dabei hat mich vor allem das Cover angesprochen, ich fand aber auch das Setting extrem interessant. Die Welt der Flugbegleiter:innen und der Pilot:innen wirkt immer ein wenig magisch und fast schon romantisch, sodass ich wirklich gespannt war, was das Buch für ein Bild zeichnet und war nach dem Lesen irgendwie enttäuscht. Vielleicht weil ich keine komplett andere Geschichte erwartet habe, vielleicht weil ich so meine Schwierigkeiten hatte, so richtig mit den Charakteren warm zu werden.

Das größte Problem und gleichzeitig der größte Pluspunkt ist dabei wahrscheinlich der Schreibstil, denn mit diesem lebt und stirbt die gesamte Geschichte. Wenn man diesen nicht mag oder sich nicht darauf einlässt, wird es schwierig, irgendeinen Zugang zu dem Buch zu finden. Ich bewundere die Art, wie Gabriella Santos de Lima schreibt, wie sie es schafft, Situationen, Gegebenheiten und Szenen zu beschreiben und dadurch aufleben zu lassen. Sie hat eine besondere Art, genau das in einer poetischen Art zu schildern, die einem wirklich im Gedächtnis bleibt, aber ich hatte trotz meiner Anerkennung große Probleme, mich vor allem zu Beginn des Buches in die Geschichte zu kommen. Ich habe zuletzt eher Bücher gelesen, die einen einfachen, leichten Stil hatten, der einen durch die Seiten fliegen lässt, ohne dass man lange an einem Satz hängen bleibt. Hier war das nicht möglich, weil man jeden Satz, jede Zeile und jedes Wort genau lesen muss, um bloß nichts zu verpassen. Das war auf die Dauer wirklich anstrengend und hat es mir schwer gemacht, überhaupt etwas außerhalb des Schreibstils wahrzunehmen, alles andere tritt dahinter zurück: Das Setting, die Figuren und die Handlung im Allgemeinem.

Leider sind all diese aber auch so blass, dass sie dem Schreibstil ohne Probleme den Vortritt lassen. Ich mag Olivia und Nick durchaus, aber ich glaube nicht, dass ich sie nach diesem Buch kenne. Es werden immer nur Szenen aus ihrem Leben geschildert, kleine Eindrücke, die zwar durchaus für die Gefühle der Protagonisten und deren Geschichte wichtig sind, aber keinerlei Hinweise auf die wirkliche Persönlichkeit der beiden liefern. Dabei fand ich die Grundidee so interessant. Ich mochte die Idee der Flugbegleiterin, die das eigentlich nur macht, um genug Geld zu verdienen, um dann endlich, endlich zum Mathematikstudium nach Oxford zu gehen und dem jungen Piloten, der nur fliegt, weil das von ihm erwartet wird, dessen Herz aber an der Kunst hängt, obwohl diese soviel von ihm verlangt. Ich hätte einfach so gerne mehr davon erfahren, wie sich das Fliegen anfühlt, wie die beiden das immer voneinander getrennt sein aushalten und wie das mit den Beziehungen zwischen Piloten und Flugbegleiterinnen wirklich ist, aber all das spielt keine Rolle. Vielmehr kreisen Olivia und Nick in ihren kleinen Szenen immer um sich und ihre Gefühle, die aktuellen und die vergangenen, doch so richtig in die Tiefe geht es dann letztlich doch nicht. Immer wenn man an wichtigen Punkten ankommt, die ihrer Beziehung eine neue Tiefe geben könnte, wird das nicht weiter erforscht, sondern irgendwie in der Schwebe gelassen. So ist das auch am Ende. Es wird wirklich lange auf ein Ziel hingearbeitet und dann bleibt es einfach mehr oder weniger offen. Natürlich ist es der Auftakt zu einer Reihe, aber es spielen ja nicht Nick und Olivia die Hauptrolle im zweiten Teil, sondern Lilah und Jonah, sodass ich mir ein bisschen mehr vom Ende erwartet habe, einen klareren Abschluss, der wichtige Punkte noch einmal aufwirft und dann auch klärt.

Alles in allem bin ich nach dem Lesen des Buches wirklich unsicher, was ich wirklich davon halten soll. Ich bewundere die Art und Weise, wie Gabriella Santos de Lima zu schreiben vermag, wie sie es schafft, Szenen und Augenblicke in einer schwärmerischen, melancholischen Art und Weise zu beschreiben, die es einem schwer macht, einfach durch die Seiten zu fliegen, die einem aber laut und deutlich im Gedächtnis bliebt. Das schaffen die Charaktere und die Story aber genau durch diesen starken Schreibstil nicht, weil sie von diesem irgendwie verschluckt werden und dadurch blass bleiben. Vielleicht wäre hier eine andere Genrezuweisung passend gewesen. Ich finde es ist trotz des Alters der Figuren weniger ein New Adult Roman als vielleicht eher anspruchsvollere Belletristik, schon allein weil einem der Schreibstil viel abverlangt, die Story aber eher szenisch und kunstvoll beschrieben wird.

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