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Veröffentlicht am 12.01.2025

Unterhaltsamer Schreibstil, aber etwas schleppende Story

Vergissmeinnicht - Was die Welt zusammenhält
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Ich mag das Cover des Buches wirklich gerne, weil es zum einen perfekt zu den anderen Bänden passt und zum anderen in den vielen kleinen Details die Geschichte wunderbar einfängt.

Ich habe bevor ich ...

Ich mag das Cover des Buches wirklich gerne, weil es zum einen perfekt zu den anderen Bänden passt und zum anderen in den vielen kleinen Details die Geschichte wunderbar einfängt.

Ich habe bevor ich dieses Buch angefangen habe, noch einmal die ersten beiden Teile der Reihe gelesen und das war auch gut so, weil dieser letzte Band nahtlos dort anknüpft, wo der vorherige aufgehört hat: Quinn hat sich noch nicht wieder ganz von seinen letzten Abenteuern im Saum erholt, muss sich aber notgedrungen mit seinen Fähigkeiten auseinandersetzen, um seiner Rolle als Auserwählter gerecht zu werden. Währenddessen schafft Mathilda es immer besser, ihm im Schlaf zu folgen und gemeinsam mit Bax den Saum auf ihre Art zu erkunden. Außerdem ist da noch ein Schwarzalben-Orchester, das die beiden gemeinsam mit Johanna und den Mitgliedern einer Geheimorganisation vor der Verfolgung im Saum beschützen und es muss ein Schulball organisiert werden. All das während die Sternentor-Zeremonie unweigerlich näher rückt, bei der die Welt entweder gerettet wird oder untergeht, zumindest wenn man den verschiedenen Prophezeiungen Glauben schenkt. Quinn nimmt das Ganze nicht so ernst, gab es doch im Laufe der Jahrhunderte verschiedene Auserwählte, die alle nichts bewegen konnten, doch dann gerät Mathilda in Gefahr und plötzlich scheint nicht nur das Wohl der Welt in seiner Hand zu liegen.

Ich liebe den Schreibstil von Kerstin Gier, weil sie es immer schafft, mich in eine Geschichte zu ziehen und mich grandios zu unterhalten. Dies ist mit Abstrichen auch bei diesem Buch der Fall. Zwar hat es mich wieder einmal gut unterhalten und ich musste an der ein oder anderen Stelle laut lachen, aber ich habe gleichermaßen auch wirklich gebraucht, um in die Geschichte zu finden, obwohl ich die ersten Bände der Reihe direkt vorher gelesen hatte. Das liegt auch ein bisschen daran, dass ich mich nie so richtig in die Welt einfinden konnte. Mir ging es ebenso wie Quinn, der bis zum Schluss des Buches viele der Regeln des Saums nicht begreift und es ihn auch schlicht nicht interessiert. Ich hatte die ganze Reihe über meine Probleme, mir den Saum vorzustellen und seine Gesetze in aller Vollständigkeit zu greifen. Dadurch war es für mich jedes Mal wieder eine Herausforderung, zu verstehen, was genau gerade passiert. Diese Probleme hatte ich bei den vorherigen Reihen von Kerstin Gier nie und ich lese sie auch heute noch unglaublich gerne, es mag dennoch sein, dass ich von Anfang an, zu hohe Ansprüche an die Bücher gestellt habe, die dann dafür gesorgt haben, dass ich mich mit dem Lesen hin und wieder ein bisschen schwer getan habe.

Dabei mochte ich die Charaktere und habe vor allem Mathilda und Quinn immer mehr ins Herz geschlossen. Zwar fand ich seinen Beschützerinstinkt mitunter wirklich nervig, weil er Mathilda nicht zutraut, selbst klarzukommen und das obwohl sie diejenige ist, die die Zusammenhänge im Saum deutlich besser und schneller begreift als er es tut. Dennoch merkt man, wie sehr sie sich sowohl als Individuen als auch als Paar weiterentwickeln und den jeweils anderen so beginnen zu akzeptieren, wie er ist. Auch wenn das ein wenig gebraucht hat, mochte ich diese Dynamik deutlich lieber als in den vorherigen Teilen, weil sie ehrlicher zueinander sind und auch Konflikte offener austragen. Auch die Nebencharaktere spielen in diesem Band eine größere Rolle, fast schon widerwillig habe ich Johanna mehr und mehr liebgewonnen. Ja, sie bleibt manipulativ und oft rücksichtslos, aber sie setzt sich gleichzeitig für die Dinge ein, die ihr wichtig sind und man erkennt, dass sie mit den richtigen Menschen um sich herum durchaus fähig dazu ist, das Richtige zu tun.

Die Story fand ich tatsächlich auch in diesem Band ein bisschen zu wenig. Ich fand zwar gewisse Teile durchaus gelungen und spannend, aber grundsätzlich gab es für mich zu wenig davon, sodass ich selten den Drang verspürt habe, unbedingt weiterlesen zu wollen. Das kenne ich sonst nicht von den Büchern von Kerstin Gier, die ich oft an einem oder zwei Tagen nahezu verschlungen habe.

Alles in allem mochte ich das Buch, vor allem wegen des tollen Schreibstils, begeistern, konnte es mich aber nicht. Dazu blieb mir auch hier die fantastische Welt zu schwer greifbar, zu oberflächlich und der Plot manchmal ein wenig zu flach. Dennoch hat mich das zumeist recht gut unterhalten, auch weil ich die Charaktere während der kompletten Reihe ins Herz geschlossen und ihnen ein Happy End gewünscht habe.

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Veröffentlicht am 15.12.2024

Tolle Charaktere, aber etwas langatmig

In Case We Dare
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Ich mag auch das Cover des zweiten Buches der Reihe wirklich gerne. Mir gefällt, dass es wie eine Akte wirkt und somit das Setting des Romans perfekt einfängt, ohne dabei zu viel zu verraten. Zudem passt ...

Ich mag auch das Cover des zweiten Buches der Reihe wirklich gerne. Mir gefällt, dass es wie eine Akte wirkt und somit das Setting des Romans perfekt einfängt, ohne dabei zu viel zu verraten. Zudem passt es dadurch perfekt zum ersten Band und unterscheidet sich vor allem durch die Farbe.

Die Story klingt ebenfalls sehr vielversprechend: Laurel Bennett arbeitet als Associate in der berühmten Kanzlei Gold, Bright & Partner unter dem schwierigen Alastair Bright, der ihre Anmerkungen regelmäßig übergeht. Doch dann wird sie von einem auf den anderen Tag Aaron Bates als Unterstützung bei einem anspruchsvollen Mordfall zur Seite gestellt und das nachdem sie ihm auf einer Firmenfeier ihr Getränk über den Anzug geschüttet hat. Widerwillig muss sie erkennen, dass der arrogante Aaron ein brillanter Anwalt ist und viel mehr hinter seinem attraktiven Gesicht steckt, während sie einander näher kommen. Doch beide haben Geheimnisse, die der andere niemals erfahren darf.

Ich mochte den ersten Teil der Reihe durchaus gerne, auch wenn er mich nicht restlos begeistern konnte. Ich wollte aber mehr über Laurel und Aaron erfahren, sodass ich diesen Teil unbedingt lesen wollte und es hat mich zum Glück nicht enttäuscht. Der Schreibstil gefiel mir auch etwas besser als das noch beim ersten Teil der Fall war, weil er es einfach viel schneller schafft, eine Spannung zu erzeugen, die dafür sorgt, dass ich das Buch unbedingt weiterlesen wollte. Allerdings finde ich auch dieses Buch an manchen Stelle ein wenig langatmig.

Laurel kannte ich schon aus dem ersten Teil und habe sie in diesem Buch schnell ins Herz geschlossen. Ich fand es sehr bewundernswert, wie sehr sie für sich selbst und ihre Schwester einsteht und sich nicht viel gefallen lässt, selbst wenn es manchmal der einfachere Weg wäre, anderen nicht zu widersprechen. Man merkt aber auch, wie hart sie sich erarbeiten musste, dort zu sein, wo sie sich gerade befindet. Etwas, was sie Aaron unbewusst vor allem zu Beginn immer wieder vorwirft, dass er dies nicht tun musste. Auch deswegen waren ihre Wortgefechte so unterhaltsam. Laurel lässt sich weder davon einschüchtern, dass Aaron als eine Art Wunderkind gilt noch davon, dass er ihr Chef ist. Ich habe die Wortgefechte zwischen den beiden wirklich genossen, weil sie so unterhaltsam waren, aber auch immer auf Augenhöhe bleiben. Aaron ist Laurel gegenüber immer sehr respekt- und rücksichtsvoll, ohne ihr aber alles durchgehen zu lassen. Er hat wirklich mein Herz dadurch gewonnen, dass er so aufmerksam Laurel gegenüber ist, sie nie einfach so berührt und ihr dennoch kontra gibt und ihr dennoch immer zutraut, sich als Anwältin durchzusetzen. Ich mochte genau dieses Verhältnis der beiden zueinander unglaublich gerne, weil es dazu führt, dass beide besser in ihrem Beruf werden, aber auch miteinander wachsen.

Die Story gefiel mir ebenfalls gut, ich mochte, dass man diesmal deutlich näher an dem Fall dran war, man konnte Laurel und Adam dabei begleiten, wie sie ihre Mandantin im Gefängnis besuchen, versuchen, sie auf Kaution dort hinaus zu holen und herauszufinden, was wirklich passiert ist. Vielleicht liegt es daran, dass ich den Fall allgemein recht spannend fand, aber ich hatte hier zumeist deutlich mehr das Gefühl, bei den Ermittlungen und Nachforschungen dabei sein zu können.

Alles in allem gefiel mir der zweite Teil der Reihe deutlich besser als der erste, auch wenn er ebenso manchmal ein wenig langatmig war. Ich mochte aber Laurel und Aarons Geschichte unglaublich gerne und auch ihr gemeinsamer Fall konnte mich fesseln. Den dritten Teil werde ich vermutlich auch lesen wollen, schon allein weil ich wissen will, was damals mit Nora und Jude passiert ist.

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Veröffentlicht am 15.12.2024

Angenehmes Buch zur Entspannung

Disney - Malen nach Zahlen: Classics
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Das Cover des Buches passt ziemlich gut zum Thema, weil man zum einen dort schon erkennen kann, wie das Malen nach Zahlen hier aussieht und zum anderen gibt die Szene aus König der Löwen schon einen guten ...

Das Cover des Buches passt ziemlich gut zum Thema, weil man zum einen dort schon erkennen kann, wie das Malen nach Zahlen hier aussieht und zum anderen gibt die Szene aus König der Löwen schon einen guten Einblick auf die Arten der Bilder, die man ausmalen kann.

Ich war ein bisschen skeptisch, ob mir ein Malbuch gefallen würde oder ob ich nicht ein bisschen zu alt dafür bin. Da ich gleichzeitig aber auch genau weiß, dass ich zwischendurch einen Ausgleich brauche, bei dem ich zwar kreativ sein kann, aber nicht direkt selbst etwas kreieren muss, kam mir dieses Buch wie eine gute Alternative zum klassischen Malen nach Zahlen Bildern vor.

Zum Glück wurde ich auch nicht enttäuscht, auch wenn ich mir direkt beim ersten Bild schon genau überlegen musste, welche Farben ich denn überhaupt verwenden kann. Ich muss zugeben, dass ich mir gar keine Gedanken darüber gemacht habe, wie viele verschiedene Farbtöne ich für einzelne Bilder brauchen könnte und musste dementsprechend schon bei einigen der Bilder ein bisschen improvisieren. Wenn ich jetzt doch häufiger in diesem Buch Malen nach Zahlen machen würde, würde ich mir vielleicht doch noch mehr Buntstifte kaufen wollen, einfach weil der Effekt bei manchen Bildern sonst nicht so sichtbar ist. Zudem gefällt mir gut, dass die Vorlagen zu den Bildern am Ende des Buches zu sehen sind. So kann man sich überraschen lassen oder raten, um was es sich handelt, während man malt, wenn man aber das Gefühl hat, dass man doch wissen muss, welche Farben was abbilden oder wie das Bild am Ende aussieht, kann man dort nachschauen. Mein größter Kritikpunkt an dem Buch ist vielleicht, dass das Thema dieser Bilder die bekanntesten Szenen des Disney-Universums abbilden soll, oft aber vor allem die Charaktere ohne viel anderen Kontext zu sehen sind. Wahrscheinlich ist die Umsetzung von aufwendigen Szenen mit einer begrenzten Anzahl an Farben ein wenig schwierig, aber hin und wieder hätte ich eine Szene wie die auf dem Titelbild einer detaillierten Abbildung des Gesichts einer Person oder eines Tieres vorgezogen.

Alles in allem mag ich das Buch wirklich gerne, weil man ganz entspannt malen kann, während man einen Film guckt oder ein Hörbuch hört und man nicht groß darüber nachdenken muss, was man gerade tut. Tendenziell mochte ich auch die Motive recht gerne, hätte mir hin und wieder aber ein bisschen Abwechslung bei den Szenen gewünscht. Ich denke allerdings, dass ich mir vielleicht auch noch andere Bücher kaufen werde, dann aber nur zusammen mit einer größeren Auswahl an Buntstiften.

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Veröffentlicht am 02.12.2024

Fesselnde Geschichte mit kleineren Schwächen

Dynasty of Hunters, Band 1: Von dir verraten (Atemberaubende, actionreiche New-Adult-Romantasy)
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Ich bin sehr zwiegespalten, was das Cover angeht. Nachdem ich die Geschichte gelesen habe, verstehe ich durchaus, warum es gewählt wurde, aber ich hätte ihm in der Buchhandlung vermutlich keinen weiteren ...

Ich bin sehr zwiegespalten, was das Cover angeht. Nachdem ich die Geschichte gelesen habe, verstehe ich durchaus, warum es gewählt wurde, aber ich hätte ihm in der Buchhandlung vermutlich keinen weiteren Blick gegönnt, dafür ist es mir zu unruhig, zu unverständlich.

Die Story gefiel mir da schon sehr viel besser: Seit sie denken kann, wird Laelia de Bleu darauf vorbereitet, an den Jagdspielen in den fünf Fürstentümern teilzunehmen. Als Adelige muss sie auf der Insel Arc de Ciel einen ihr zugeteilten Bürgerlichen mit ihren Farben zeichnen und ihn so zum Gehorsam zwingen, nur dann wird sie in den Kreis der Adeligen aufgenommen. Doch als ihr Los an der Reihe ist, wird ihr nicht die Rolle einer Jägerin, sondern die einer Gejagten zugewiesen und ausgerechnet ihre große Liebe Laurent de Vert soll sie jagen und zeichnen. Das Beste, auf das sie nun hoffen kann, ist es, die Jagd unbeschadet zu überstehen und ein Leben als Liberté zu führen, als freie Bürgerin, die aber nicht mehr der Oberschicht angehört, doch dann würde sie Laurent für immer verlieren. Während sie noch nach einem Ausweg sucht, trifft sie auf andere Gejagte und muss sich fragen, ob nicht ihr ganzes Leben eine Lüge gewesen ist.
Ich fand die Idee der Geschichte extrem vielversprechend und obwohl sie letztlich in einem Zug durchgelesen habe, konnte sie mich nicht komplett überzeugen. Das liegt allerdings nicht an dem Schreibstil. Dieser hat mich ab einem bestimmten Punkt so gefesselt, dass ich unbedingt weiterlesen musste. Allerdings habe ich ein wenig gebraucht, um an diesen Punkt zu kommen, weil ich zu Beginn wirklich Zeit gebraucht habe, um in die Geschichte und die Welt zu finden.

Das ist für mich auch die größte Schwäche des Buches. Ich hatte nie so richtig das Gefühl, die Regeln der Welt richtig verstehen zu können, was auch daran liegt, dass die Handlung zu einem großen Teil auf einer Insel spielt, wo die Regeln der äußeren Welt nicht oder nur zum Teil gelten, sodass ich nie das Gefühl hatte, zu verstehen, warum manche Handlungen so erschreckend waren. Ich habe es ein bisschen besser zu verstehen gelernt, als man zunehmend mehr über die anderen Gejagten gelernt hat, aber bis man an diesem Punkt ist, dauert es eine ganze Zeit und bis dahin hatte ich oft das Gefühl, nur einen Teil der Geschichte zu begreifen.

Dennoch haben die Charaktere es geschafft, einen Teil davon wieder wettzumachen. Ich hatte zu Beginn meine Probleme mit Laelia, weil sie sich nie Gedanken über die Folgen der Jagdspiele für andere gemacht hat, obwohl sie trotz ihrer Stellung als Adelige immer von Bürgerlichen umgeben ist, die ihr als Zofe und Dienerinnen sogar recht nahe stehen. Sie wirkt dadurch wirklich sehr verwöhnt und ich hatte Schwierigkeiten mit diesem Verhalten. Allerdings wird schnell deutlich, dass sie bereit ist, umzudenken und sich für das einzusetzen, was ihr wichtig ist. Sie ist mir vielleicht deswegen noch mehr ans Herz gewachsen. Allerdings hätte ich sie gerne mehr vor den Jagdspielen und in Kombination mit Laurent erlebt. Er war für mich die meiste Zeit der Geschichte einfach nur ein Name und ist nicht, im Gegensatz zu Laelia, zu einer richtigen Person herangewachsen. Zum Glück ist das mit den anderen Gejagten nicht der Fall. Ich habe das ganze Buch über mit ihnen mitgelitten und wollte, dass sie die Spiele überstehen und frei sind, auch wenn ich wusste, dass es für andere dadurch zu Konsequenzen kommen würde.

Alles in allem hat mich das Buch ab einem gewissen Punkt extrem gefesselt und ich konnte es kaum aus der Hand legen, allerdings wirkte die Welt und ihre Regeln manchmal zu wenig ausgearbeitet. Dadurch habe ich manchmal manche Entwicklungen in ihrer Schwere nicht im ersten Augenblick begreifen können und das hat für mich die Emotionen, trotz meiner Verbindung zu den Protagonisten, nicht immer perfekt rüberbringen können.

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Veröffentlicht am 02.12.2024

Unterhaltsame Geschichte, die nicht komplett überzeugen kann

P. S. I Hate You – Auf dem schmalen Grat zwischen Hass und Liebe
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Ich mag das Cover des Buches, vielleicht weil es mich ein wenig an die typischen Jugendromane von vor 10 Jahren erinnert, was aber nahezu perfekt zum Inhalt passt. Ich habe früher unglaublich gerne Briefromane ...

Ich mag das Cover des Buches, vielleicht weil es mich ein wenig an die typischen Jugendromane von vor 10 Jahren erinnert, was aber nahezu perfekt zum Inhalt passt. Ich habe früher unglaublich gerne Briefromane gelesen und mich deswegen auch in diesem Buch immer ein bisschen in diese Zeit zurückversetzt gefühlt, was schon das Cover nahezu perfekt einfängt. Gleichzeitig kommen die abgebildeten Personen meiner Vorstellung von Luca und Naomi schon sehr nahe.

Die Story hat mich ebenfalls ab der ersten Seite gereizt: In der fünften Klasse bekommt Naomi einen Brieffreund aus Kalifornien zugeteilt, aufgeregt schreibt sie ihm ihren ersten Brief, doch Luca ist nicht so nett wie erwartet und antwortet mit einem fiesen Brief. Das will sie keinesfalls auf sich sitzen lassen und antwortet ebenso gemein. Mehrere Jahre geht das so, bis Luca Naomis Briefe plötzlich nicht mehr beantwortet. Doch dann kommt am Tag nach ihrer ersten Moderation des Wetters auf einem lokalen Sender in Florida plötzlich doch wieder ein Brief von ihm, allerdings ohne Absender. Also macht sich Naomi auf ihren Brieffeind endlich persönlich zu treffen und zu schauen, ob sie sich die Verbindung, die sie in ihren Briefen immer gespürt hat, nur eingebildet hat.

Ich war ein bisschen skeptisch, ob mich eine Geschichte mit einem nicht unbedingt neuen Konzept trotzdem überzeugen konnte, aber ich habe dieses Buch doch erstaunlich schnell durchgelesen. Das liegt auch daran, dass der Schreibstil wirklich gut ist, manchmal bin ich nur so durch die Seiten geflogen und habe gar nicht gemerkt, wie die Zeit dabei vergeht. Dabei helfen auch die Briefe, die immer wieder abgedruckt sind und die ein gutes Gefühl von Naomi und Luca vermitteln, auch wenn sie immer nur einen ganz kleinen Teil der Wahrheit umfassen.

Auch die Charaktere mochte ich meistens recht gerne. Ich fand es spannend, wie sehr sich Luca und Naomi entwickelt habe, weil man ihre Geschichte zumindest teilweise miterleben kann seit sie Kinder sind. Vielleicht auch deswegen habe ich beide trotz ihrer Fehler und teilweise wirklich dämlichen Entscheidungen ins Herz geschlossen. Ich wollte unbedingt, dass sie erkennen, wie wichtig sie einander sind, auch wenn sie es nicht immer zeigen können. Ich hatte dennoch immer wieder ein bisschen damit zu kämpfen, sie wirklich zu verstehen. Beide treffen immer wieder Entscheidungen, die ich nur schwer nachvollziehen konnte und bei denen ich oft auch das Gefühl hatte, dass sie selbst nicht immer wissen, warum sie so handeln. Das hat das Buch vor allem zum Ende hin für mich etwas anstrengend gemacht. Es ist nicht nur, dass sie ihre Probleme oft mit einem einzigen Gespräch aus der Welt hätten schaffen können, sondern auch, dass gewisse Handlungen und Entwicklungen für mich sehr klar absehbar waren, sich die Aufklärung aber so lange hingezogen hat, dass ich irgendwann wirklich frustriert war. Das hat zum Ende ein wenig meine Freude an dem Buch getrübt, weil ich den beiden gewünscht habe, dass sie glücklich sind, aber sie sich selbst das Leben so unglaublich schwer gemacht haben, dass ich irgendwann nur noch genervt war.

Alles in allem habe ich dieses Buch wirklich gerne gelesen und mochte vor allem, dass man den Briefaustausch zwischen Luca und Naomi hautnah miterleben konnte. Dadurch habe ich sie schnell ins Herz geschlossen, auch wenn mir die Probleme zum Ende hin ein wenig zu künstlich aufgebauscht wurden und viel schneller hätten gelöst werden können.

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