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Veröffentlicht am 07.02.2025

Spannende Story, aber nicht immer durchschaubare Charaktere

Five Survive
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Das Cover des Buches gefällt mir ausgesprochen gut. Zum einen, weil es hervorragend zu den anderen Büchern von Holly Jackson passt, gleichzeitig aber nicht genauso aussieht wie die Bücher der AGGTM-Reihe, ...

Das Cover des Buches gefällt mir ausgesprochen gut. Zum einen, weil es hervorragend zu den anderen Büchern von Holly Jackson passt, gleichzeitig aber nicht genauso aussieht wie die Bücher der AGGTM-Reihe, zum anderen passt es perfekt zum Inhalt, ohne zu viel preiszugeben.

Die Story hat mich ebenfalls direkt angesprochen: Redford Kenny ist zusammen mit ihrer besten Freundin Maddy in einem Camper auf dem Weg sich mit gemeinsamen Freunden zum Spring Break zu treffen. Begleitet werden sie von Maddys Bruder Oliver, dessen Freundin Reyna und ihren Schulfreunden Simon und Arthur. Als dann der riesige Camper auf einer Straße mitten im Nirgendwo liegenbleibt und sie keinen Empfang mehr haben, scheint die bisher heitere Stimmung erst einmal getrübt. Doch es kommt noch schlimmer, denn im Dunkeln vor dem Wohnwagen lauert ein Scharfschütze, der sie per Funkgerät dazu auffordert, ihm ein bestimmtes Geheimnis preiszugeben, um sie nicht alle zu erschießen. Nach und nach müssen alle ihre Geheimnisse offenbaren und die Spannungen innerhalb der Gruppe steigen, denn nicht alle werden diese Nacht überleben.

Ich liebe die Art, wie Holly Jackson ihre Geschichten erzählt und da bildet auch dieses Buch zum Glück keine Ausnahme. Reds Geschichte und die ihrer Freunde hat mich ab der ersten Seite in den Bann gezogen und nicht mehr losgelassen. Ich musste unbedingt wissen, worin das Geheimnis besteht und wer etwas zu verbergen hat.

Diese Spannung liegt auch an den Charakteren. Obwohl die Geschichte aus Reds Perspektive erzählt wird und sie alle ihre Mitfahrer relativ gut kennt, kann man dennoch von Beginn an, nie einschätzen, wem man wirklich vertrauen kann. Zu Beginn schien es noch, als würden die verschiedenen Charaktere sehr klar nach gewissen Schemata handeln, doch je weiter man liest, desto weniger vertraut man den Personen. Selbst bei Red ist von Anfang an klar, dass sie etwas verbirgt und ich war mir nie ganz sicher, ob ich ihr als Person vertrauen kann. Dadurch hatte ich so meine Probleme, eine richtige Verbindung zu allen aufbauen zu können. Ich habe immer daran gezweifelt, ob sie nicht etwas verbergen und vielleicht bewusst, die Ängste der anderen schüren, um eigene Interessen durchzusetzen. Es sorgt aber auch dafür, dass ich das Buch unglaublich schnell durchgelesen habe, weil ich unbedingt wissen wollte, wer welches Geheimnis hat und ob ich mich in meinen Vermutungen vielleicht doch täusche. Auch Red hat es mir ein bisschen schwer gemacht, zwar fand ich gut, dass sie einen klaren moralischen Kompass hat und auch meistens danach handelt, aber dadurch dass sie weder ihren Freunden noch dem Leser gegenüber ehrlich ist, macht es für mich schwierig, sie als Charakter komplett greifen zu können.

Alles in allem hat mich die Story aber dennoch ab der ersten Seite gefesselt. Der Schreibstil löst einen unglaublichen Sog aus und obwohl ich nie ganz warm mit den Charakteren geworden bin, wollte ich trotzdem unbedingt wissen, was ihre Geschichte ist und vor allem hinter wem der Sniper her ist.

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Veröffentlicht am 07.02.2025

Tolles Setting, aber etwas unglaubwürdige Entwicklung

Dark Cinderella
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Die gesamte Gestaltung des Buches ist wirklich gelungen. Ich liebe das orange-marmorierte Muster, die das gesamte Buch wie mit Aquarellfarben bemalt wirken lassen. Außerdem sieht der Farbschnitt mit der ...

Die gesamte Gestaltung des Buches ist wirklich gelungen. Ich liebe das orange-marmorierte Muster, die das gesamte Buch wie mit Aquarellfarben bemalt wirken lassen. Außerdem sieht der Farbschnitt mit der Abbildung von den beiden Protagonisten auf dem ersten und zweiten Teil wirklich toll aus.

Die Story klang ebenfalls sehr vielversprechend: Sofia Larsson ist geschockt, als sie auf der Toilette eines Edel-Clubs eine bewusstlose Frau vorfindet, noch mehr, als sie erkennt, dass es sich dabei um Prinzessin Linnea von Skonien handelt. Obwohl ihr klar ist, dass die Prinzessin eine Überdosis genommen hat, zögert sie nicht lange und ruft einen Rettungswagen. Im Krankenhaus trifft sie Kronprinz Maximilian von Skonien und wider Willen ist sie angetan von ihm. Denn Sofia war nicht zufällig in dem Club. Seit Monaten wird ihre beste Freundin Alva vermisst und Sofias letzte Spur zu ihr, ist das skonische Königshaus. Als ihr eine Stelle als Buchpflegerin im Gegenzug für ihr Schweigen angeboten wird, nimmt sie an, in der Hoffnung, mehr über Alva herausfinden zu können. Doch je mehr sie über den Prinzen herausfindet, desto schwerer fällt es ihr, ihn als Menschen nicht zu mögen und Maximilian scheint es ähnlich zu gehen, doch kann Sofia ihm wirklich vertrauen?

Ich mag die Art, wie Anya Omah schreibt unglaublich gerne. Zwar brauche ich jedes Mal einen kleinen Moment, um richtig in die Geschichte zu finden, weil sie eine sehr besondere Art zu schreiben hat, die mich an manchen Stellen kurz innehalten lässt. Aber wenn ich erstmal richtig in der Geschichte bin, merke ich das gar nicht mehr und fliege nur so durch die Zeilen.

Ich habe auch die Charaktere ziemlich schnell ins Herz geschlossen, auch wenn ich nicht alles, was sie tun, gutheiße. Beide haben von Anfang an Hintergedanken dabei, wenn sie sich näherkommen. Sofia will Hinweise auf ihre verschwundene Freundin finden und Maximilian seine Schwester schützen. Ich kann bei beiden die Motive verstehen und auch, dass sie dem anderen nicht komplett vertrauen, aber es war für mich manchmal schwierig zu erkennen, wie aufrichtig, ihre Anziehung war. Natürlich hat man durch die abwechselnden Perspektiven der beiden Protagonisten immer einen Einblick in deren Gefühle und Emotionen, aber sie waren eben auch selten komplett ehrlich zu sich selbst. Das hat dazu geführt, dass es etwas gebraucht hat, bis ich die Beziehung zwischen den beiden so richtig greifen konnte. Ich mochte sie dennoch als Personen unglaublich gerne, weil beide sich unbedingt für die Dinge einsetzten, die ihnen wichtig sind. Dabei ist vor allem Maximilian ganz anders, als man zunächst denkt. Er hat ein gewisses Image, das er als Kronprinz aufrechterhalten muss und ich fand es schön zu sehen, wie er diese Person vor Sofia Schritt für Schritt ablegt. Auch Sofia mochte ich direkt, sie ist gnadenlos ehrlich und kämpft für das, was ihr wichtig ist. Manchmal fand ich sie dem Königshaus gegenüber etwas zu ehrlich. Nicht weil ich nicht verstehen könnte, woher ihre mangelnde Angst kommen würde, aber strategisch hätte es im ein oder anderen Moment möglicherweise mehr Sinn ergeben, nicht zu viel preiszugeben.

Die Story fand ich von den Anlagen her extrem spannend und wollte von Beginn an, unbedingt wissen, was hinter dem Verschwinden von Alva steckt und was hinter bestimmten Verhaltensweisen des Königshauses steckt. All das dauert aber zum Teil echt lange bis es so richtig weiterverfolgt wird. Ich verstehe natürlich, dass Sofia in ihrem neuen Job und in der Umgebung des Schlosses erst einmal ankommen muss, aber ich hätte mir besonders nach bestimmten Vorkommnissen gewünscht, dass man mehr erfahren hätte. Ich hatte dadurch oft das Gefühl, dass Sofia so von Maximilian abgelenkt war, dass sie ein bisschen aus dem Auge verloren hat, was sie eigentlich vorhat, herauszufinden. Das fand ich etwas schade, weil ich mir vor allem zu Beginn gewünscht hätte, dass man ein bisschen mehr in die Spurensuche nach Alva involviert ist. Zudem geht für mich extrem schnell bis Maximilian Sofia in wirklich vielen Dingen vertraut und sie ihm auch. Ich hätte es an vielen Stellen besser gefunden, wenn im Ganzen mehr Zeit verstrichen wäre, damit sich die Beziehung langsam und stetig aufbaut, während sie sich langsam auf dem Schloss und in ihre Arbeit einfindet. Dadurch wirkt die Vertrautheit zwischen den beiden manchmal etwas aufgesetzt und zumindest in meinen Augen etwas unnatürlich. Maximilian hat schließlich sein Leben lang gelernt, ein bestimmtes Bild nach außen zu repräsentieren und dann öffnet er sich Sofia innerhalb weniger Tage. Das ging mir einfach etwas zu schnell.

Alles in allem gefiel mir das Buch trotz aller Kritik wirklich gut, weil es mich direkt in die Story ziehen konnte und ich auch die Charaktere schnell ins Herz schließen konnte, wahrscheinlich auch deswegen hätte ich beiden einfach mehr Zeit gewünscht, in denen sich ihre Beziehung natürlich entwickeln hätte können, statt dass alles in wenigen Wochen passiert. Ich freue mich aber schon darauf, auch den zweiten Teil zu lesen und zu erfahren, was genau mit Alva passiert ist.

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Veröffentlicht am 18.01.2025

Verhaltener Start, der durch die tollen Charaktere aufgefangen wird

Pure Promise
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Ich liebe die Gestaltung der kompletten Bücher der Reihe, weil man merkt, wieviel Liebe dort hineingeflossen ist. Die Gestaltung wirkt wie ein Parfümflakon, ohne allerdings aufdringlich zu sein, was perfekt ...

Ich liebe die Gestaltung der kompletten Bücher der Reihe, weil man merkt, wieviel Liebe dort hineingeflossen ist. Die Gestaltung wirkt wie ein Parfümflakon, ohne allerdings aufdringlich zu sein, was perfekt zu der Geschichte von Mari und Benedict zu passen scheint.

Ich habe mich nach dem Lesen des ersten Teil durchaus darauf gefreut dieses Buch zu lesen: Marigold Evergreen möchte nach dem Tod ihres Vaters endlich ihren Platz im Familienunternehmen, dem Parfüm-Imperium Evergreen, einnehmen, doch ihr älterer Bruder Odell hält Mari aufgrund ihres Rufs als Party-Prinzessin und ihres Temperaments noch für noch nicht reif genug, um Verantwortung zu übernehmen. Um ein Druckmittel gegen ihren Bruder in der Hand zu haben, bitte Mari den Erben ihres größten Konkurrenten, Benedict Midville, darum, mit ihr eine Fake-Beziehung einzugehen, in der Hoffnung, dass sie ihr einen Platz im Unternehmen anbieten, damit sie ihn verlässt. Wider Erwarten steigt er auf ihren Vorschlag ein und sie muss nun Zeit mit dem notorischen Playboy verbringen. Doch Benedict ist ganz anders, als er in den Schlagzeilen der Zeitung rüberkommt und widerwillig kommt Mari ihm näher als gedacht und Mari muss sich entscheiden, was ihr wichtiger ist, ihre Familie oder ihr Fake-Freund.

Ich habe den ersten Band der Reihe gelesen und obwohl ich ihn mochte, hat er mich nicht begeistert. Das lag vor allem an den Charakteren, zu denen ich nie eine enge Beziehung aufbauen konnte, aber auch an der Art, wie die Geschichte erzählt wurde. Dabei mag ich den Schreibstil von Merit Niemeitz eigentlich sehr gerne. Sie hat eine ruhige, aber sehr poetische Art, eine Geschichte zu erzählen, die perfekt dazu passt, dass sie in der Welt der Düfte spielt. Dadurch braucht man gleichzeitig aber auch eine ganze Zeit, bis man so richtig in der Story ist. Ich habe immer wieder nur wenige Kapitel am Stück gelesen, weil mir einfach der Sog gefehlt hat. Als ich dann aber die Charaktere näher kennengelernt habe, fand ich den behutsamen Aufbau aber anders als im ersten Teil sehr passend und ich hatte das Gefühl, die Protagonisten dadurch besser kennenlernen zu können.

Diese sind es auch, die die Geschichte zu etwas Besonderem machen. Schon im ersten Teil hatte ich das Gefühl, Mari besser zu kennen und zu verstehen als Emmeline, bei der ich fand, dass sie sehr blass blieb. Ich habe ihren Zorn, ihre Enttäuschung, aber auch ihre Leidenschaft für die Firma und für ihre Familie so gut verstehen können. Umso genervter war ich davon, dass Odell seine Schwester immer noch als unzuverlässiges Kind wahrnimmt und ihr nicht zutraut, ihre Rolle bei Evergreen einzunehmen. Vielleicht auch deswegen fand ich ihren Plan, eine Fake-Beziehung mit Benedict einzugehen, zu Beginn ein bisschen seltsam, schließlich zeigt sie ihm dadurch ja nochmal mehr, dass er ihr scheinbar nicht vertrauen kann. Auch wenn ich letztlich verstehen konnte, welche Idee dahinter steckt und auch warum Ben sich darauf einlässt, wirkte es oft ein wenig überstürzt und wenig durchdacht. Ich mochte allerdings die Dynamik zwischen ihr und Benedict so gerne, dass es mich nicht weiter gestört hat. Sie sind ehrlicher zueinander als zu ihren Freunden, auch wenn sie immer wieder versuchen, sich selbst zu überzeugen, dass sie einander nicht mögen und dass es keinesfalls Gefühle abseits von körperlicher Anziehung zwischen ihnen gibt. Ich habe aber nicht nur Mari, sondern auch Ben mit jeder Seite mehr ins Herz geschlossen. Er ist so anders als man zuerst den Eindruck hat und vor allem sein feines Gespür für die Menschen um ihn herum, macht ihn wirklich besonders. Ich habe die Gespräche mit Mari sehr geliebt, weil sie sich nie für ihre Gefühle rechtfertigen muss, er ihre Grenzen immer akzeptiert und lieber einmal mehr nach ihrem Einverständnis fragt, um keine davon aus Versehen zu überschreiten. Dennoch ist ihre Chemie während jeder Szene nahezu explosiv und ich konnte nicht so richtig verstehen, wie sie es geschafft haben, sich einzureden, dass zwischen ihnen nicht mehr ist, als eine geschäftliche Beziehung.

Alles in allem habe ich mich sehr auf Maris Geschichte gefreut, war mir aber unsicher, ob sie mich ähnlich wie der erste Band ein wenig enttäuscht zurücklässt. Dies ist aber zu keinem Zeitpunkt der Fall, vielmehr konterkariert der ruhige, poetische Schreibstil Maris leidenschaftliche Art und sorgt für einen gelungenen Kontrast. Obwohl ich auch bei diesem Buch ein paar Kapitel gebraucht habe, um in die Geschichte zu kommen, habe ich es dann doch vor allem wegen der tollen Charaktere verschlungen. Ich freue mich schon sehr darauf, im März Keatons Story zu lesen, weil ich ihn trotz allem noch immer so ganz durchschauen kann.

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Veröffentlicht am 18.01.2025

Spannender Thriller, der bis zum Schluss fesselt

Die Villa
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Mir gefällt das Cover durchaus gut, weil die Farben des Himmels im Hintergrund der Villa, in der sich ein Großteil der Handlung abspielt, sowohl einen dramatischen Eindruck hinterlassen als auch perfekt ...

Mir gefällt das Cover durchaus gut, weil die Farben des Himmels im Hintergrund der Villa, in der sich ein Großteil der Handlung abspielt, sowohl einen dramatischen Eindruck hinterlassen als auch perfekt zu Marbella als Ort passt. Allerdings habe ich in letzter Zeit viele Bücher mit sehr ähnlichen Covern gesehen, sodass sie zum Teil alle gleich wirken und ich nicht wüsste, ob ich in der Buchhandlung als erstes dazu gegriffen hätte.

Die Story fand ich erstmal vielversprechend, wenn auch wenig aussagekräftig: Drei Jahre nachdem die zukünftige Braut Aoife bei ihrem Junggesellinnenabschied in Marbella starb, kommen die Frauen, mit denen sie damals ein letztes Mal feiern wollte, wieder an dem Ort zusammen, an dem alles begann. Vor allem Dani, die sich nicht mehr daran erinnern kann, wie sie von einem angeblichen Einbrecher angegriffen wurde, will unbedingt herausfinden, was damals geschah. Doch während des Aufenthalts brechen alte Wunden auf und Spannungen zwischen den Frauen vertiefen sich, bis sie sich schließlich die Frage stellen müssen, ob ihre Geheimnisse zu Aoifes Tod beigetragen haben.

Ich weiß gar nicht genau, was ich von dem Buch erwartet habe, aber vielleicht genau deswegen konnte ich mich so schnell auf die Story einlassen. Dazu trägt auch der Schreibstil wesentlich zu bei. Ich mochte, dass er relativ unkompliziert, gleichzeitig aber trotzdem fesselnd und mitreißend war. Dabei gefiel mir gut, dass man neben Danis Perspektive auch immer wieder die der anderen Frauen einnehmen kann. Dadurch taucht man tief in die Geschichte ein und will unbedingt wissen, wie sie letztlich ausgeht.

Ich hatte trotz der fesselnden Story zu Beginn des Buches ein bisschen meine Probleme, so richtig mit den Charakteren warm zu werden. Man hat sehr früh gemerkt, dass keine von ihnen wirklich ehrlich über die Ereignisse in der Villa war und dadurch dass Dani zumindest einen wichtigen Teil der Zeit vergessen hat, war ich mir nie sicher, wem ich trauen konnte. Mit jeder Rückblende und jeder weiteren Perspektive, die man miterleben kann, sind sie mir dann aber doch zumindest zum Teil ans Herz gewachsen. Vor allem Dani mochte ich gerne, weil sie versucht, sich ihren Fehler der Vergangenheit zu stellen, egal was es sie kostet. Ich fand sie dabei oft etwas extrem, aber konnte gleichzeitig auch verstehen, dass sie verzweifelt versucht, die Lücke zu füllen, wie Aoife gestorben ist. Zudem erkennt man mit jedem Kapitel mehr, dass sie ihr immer eine gute Freundin gewesen ist, immer versucht hat, sie zu unterstützen, ihr aber auch sagt, wenn sie falsch liegt, selbst wenn sie es nicht hören will. Die anderen Frauen haben es mir da oft schwerer gemacht, selbst wenn ich Teil ihrer Handlungen durchaus verstehen kann. Ich hatte trotzdem immer wieder Probleme, sie als Personen zu erfassen, was auch daran liegt, dass jede der vier Frauen die drei anderen anders wahrnimmt und man sich immer wieder entscheiden muss, wem man mehr Glauben schenkt.

Der besondere Reiz an der Story ist vermutlich von Anfang an, dass klar ist, dass Aoife nicht von Einbrecher ermordet wurde und man unbedingt herausfinden wollte, wer es denn nun war und was jede der Frauen zu verheimlichen hat. Dadurch und weil die Gegenwart und die Vergangenheit durch Danis Recherche nahezu parallel ablaufen, konnte mich die Geschichte wirklich fesseln.

Alles in allem hat mich das Buch deutlich mehr gefesselt als ich vorher gedacht hätte. Ich bin zwar mit den Charakteren nicht komplett warm geworden, aber die Spannung der Story hat das ausgeglichen, sodass ich nur so durch die Seiten geflogen bin.

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Veröffentlicht am 12.01.2025

Unterhaltsamer Schreibstil, aber etwas schleppende Story

Vergissmeinnicht - Was die Welt zusammenhält
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Ich mag das Cover des Buches wirklich gerne, weil es zum einen perfekt zu den anderen Bänden passt und zum anderen in den vielen kleinen Details die Geschichte wunderbar einfängt.

Ich habe bevor ich ...

Ich mag das Cover des Buches wirklich gerne, weil es zum einen perfekt zu den anderen Bänden passt und zum anderen in den vielen kleinen Details die Geschichte wunderbar einfängt.

Ich habe bevor ich dieses Buch angefangen habe, noch einmal die ersten beiden Teile der Reihe gelesen und das war auch gut so, weil dieser letzte Band nahtlos dort anknüpft, wo der vorherige aufgehört hat: Quinn hat sich noch nicht wieder ganz von seinen letzten Abenteuern im Saum erholt, muss sich aber notgedrungen mit seinen Fähigkeiten auseinandersetzen, um seiner Rolle als Auserwählter gerecht zu werden. Währenddessen schafft Mathilda es immer besser, ihm im Schlaf zu folgen und gemeinsam mit Bax den Saum auf ihre Art zu erkunden. Außerdem ist da noch ein Schwarzalben-Orchester, das die beiden gemeinsam mit Johanna und den Mitgliedern einer Geheimorganisation vor der Verfolgung im Saum beschützen und es muss ein Schulball organisiert werden. All das während die Sternentor-Zeremonie unweigerlich näher rückt, bei der die Welt entweder gerettet wird oder untergeht, zumindest wenn man den verschiedenen Prophezeiungen Glauben schenkt. Quinn nimmt das Ganze nicht so ernst, gab es doch im Laufe der Jahrhunderte verschiedene Auserwählte, die alle nichts bewegen konnten, doch dann gerät Mathilda in Gefahr und plötzlich scheint nicht nur das Wohl der Welt in seiner Hand zu liegen.

Ich liebe den Schreibstil von Kerstin Gier, weil sie es immer schafft, mich in eine Geschichte zu ziehen und mich grandios zu unterhalten. Dies ist mit Abstrichen auch bei diesem Buch der Fall. Zwar hat es mich wieder einmal gut unterhalten und ich musste an der ein oder anderen Stelle laut lachen, aber ich habe gleichermaßen auch wirklich gebraucht, um in die Geschichte zu finden, obwohl ich die ersten Bände der Reihe direkt vorher gelesen hatte. Das liegt auch ein bisschen daran, dass ich mich nie so richtig in die Welt einfinden konnte. Mir ging es ebenso wie Quinn, der bis zum Schluss des Buches viele der Regeln des Saums nicht begreift und es ihn auch schlicht nicht interessiert. Ich hatte die ganze Reihe über meine Probleme, mir den Saum vorzustellen und seine Gesetze in aller Vollständigkeit zu greifen. Dadurch war es für mich jedes Mal wieder eine Herausforderung, zu verstehen, was genau gerade passiert. Diese Probleme hatte ich bei den vorherigen Reihen von Kerstin Gier nie und ich lese sie auch heute noch unglaublich gerne, es mag dennoch sein, dass ich von Anfang an, zu hohe Ansprüche an die Bücher gestellt habe, die dann dafür gesorgt haben, dass ich mich mit dem Lesen hin und wieder ein bisschen schwer getan habe.

Dabei mochte ich die Charaktere und habe vor allem Mathilda und Quinn immer mehr ins Herz geschlossen. Zwar fand ich seinen Beschützerinstinkt mitunter wirklich nervig, weil er Mathilda nicht zutraut, selbst klarzukommen und das obwohl sie diejenige ist, die die Zusammenhänge im Saum deutlich besser und schneller begreift als er es tut. Dennoch merkt man, wie sehr sie sich sowohl als Individuen als auch als Paar weiterentwickeln und den jeweils anderen so beginnen zu akzeptieren, wie er ist. Auch wenn das ein wenig gebraucht hat, mochte ich diese Dynamik deutlich lieber als in den vorherigen Teilen, weil sie ehrlicher zueinander sind und auch Konflikte offener austragen. Auch die Nebencharaktere spielen in diesem Band eine größere Rolle, fast schon widerwillig habe ich Johanna mehr und mehr liebgewonnen. Ja, sie bleibt manipulativ und oft rücksichtslos, aber sie setzt sich gleichzeitig für die Dinge ein, die ihr wichtig sind und man erkennt, dass sie mit den richtigen Menschen um sich herum durchaus fähig dazu ist, das Richtige zu tun.

Die Story fand ich tatsächlich auch in diesem Band ein bisschen zu wenig. Ich fand zwar gewisse Teile durchaus gelungen und spannend, aber grundsätzlich gab es für mich zu wenig davon, sodass ich selten den Drang verspürt habe, unbedingt weiterlesen zu wollen. Das kenne ich sonst nicht von den Büchern von Kerstin Gier, die ich oft an einem oder zwei Tagen nahezu verschlungen habe.

Alles in allem mochte ich das Buch, vor allem wegen des tollen Schreibstils, begeistern, konnte es mich aber nicht. Dazu blieb mir auch hier die fantastische Welt zu schwer greifbar, zu oberflächlich und der Plot manchmal ein wenig zu flach. Dennoch hat mich das zumeist recht gut unterhalten, auch weil ich die Charaktere während der kompletten Reihe ins Herz geschlossen und ihnen ein Happy End gewünscht habe.

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