Unterhaltsamer Schreibstil, aber etwas schleppende Story
Vergissmeinnicht - Was die Welt zusammenhältIch mag das Cover des Buches wirklich gerne, weil es zum einen perfekt zu den anderen Bänden passt und zum anderen in den vielen kleinen Details die Geschichte wunderbar einfängt.
Ich habe bevor ich ...
Ich mag das Cover des Buches wirklich gerne, weil es zum einen perfekt zu den anderen Bänden passt und zum anderen in den vielen kleinen Details die Geschichte wunderbar einfängt.
Ich habe bevor ich dieses Buch angefangen habe, noch einmal die ersten beiden Teile der Reihe gelesen und das war auch gut so, weil dieser letzte Band nahtlos dort anknüpft, wo der vorherige aufgehört hat: Quinn hat sich noch nicht wieder ganz von seinen letzten Abenteuern im Saum erholt, muss sich aber notgedrungen mit seinen Fähigkeiten auseinandersetzen, um seiner Rolle als Auserwählter gerecht zu werden. Währenddessen schafft Mathilda es immer besser, ihm im Schlaf zu folgen und gemeinsam mit Bax den Saum auf ihre Art zu erkunden. Außerdem ist da noch ein Schwarzalben-Orchester, das die beiden gemeinsam mit Johanna und den Mitgliedern einer Geheimorganisation vor der Verfolgung im Saum beschützen und es muss ein Schulball organisiert werden. All das während die Sternentor-Zeremonie unweigerlich näher rückt, bei der die Welt entweder gerettet wird oder untergeht, zumindest wenn man den verschiedenen Prophezeiungen Glauben schenkt. Quinn nimmt das Ganze nicht so ernst, gab es doch im Laufe der Jahrhunderte verschiedene Auserwählte, die alle nichts bewegen konnten, doch dann gerät Mathilda in Gefahr und plötzlich scheint nicht nur das Wohl der Welt in seiner Hand zu liegen.
Ich liebe den Schreibstil von Kerstin Gier, weil sie es immer schafft, mich in eine Geschichte zu ziehen und mich grandios zu unterhalten. Dies ist mit Abstrichen auch bei diesem Buch der Fall. Zwar hat es mich wieder einmal gut unterhalten und ich musste an der ein oder anderen Stelle laut lachen, aber ich habe gleichermaßen auch wirklich gebraucht, um in die Geschichte zu finden, obwohl ich die ersten Bände der Reihe direkt vorher gelesen hatte. Das liegt auch ein bisschen daran, dass ich mich nie so richtig in die Welt einfinden konnte. Mir ging es ebenso wie Quinn, der bis zum Schluss des Buches viele der Regeln des Saums nicht begreift und es ihn auch schlicht nicht interessiert. Ich hatte die ganze Reihe über meine Probleme, mir den Saum vorzustellen und seine Gesetze in aller Vollständigkeit zu greifen. Dadurch war es für mich jedes Mal wieder eine Herausforderung, zu verstehen, was genau gerade passiert. Diese Probleme hatte ich bei den vorherigen Reihen von Kerstin Gier nie und ich lese sie auch heute noch unglaublich gerne, es mag dennoch sein, dass ich von Anfang an, zu hohe Ansprüche an die Bücher gestellt habe, die dann dafür gesorgt haben, dass ich mich mit dem Lesen hin und wieder ein bisschen schwer getan habe.
Dabei mochte ich die Charaktere und habe vor allem Mathilda und Quinn immer mehr ins Herz geschlossen. Zwar fand ich seinen Beschützerinstinkt mitunter wirklich nervig, weil er Mathilda nicht zutraut, selbst klarzukommen und das obwohl sie diejenige ist, die die Zusammenhänge im Saum deutlich besser und schneller begreift als er es tut. Dennoch merkt man, wie sehr sie sich sowohl als Individuen als auch als Paar weiterentwickeln und den jeweils anderen so beginnen zu akzeptieren, wie er ist. Auch wenn das ein wenig gebraucht hat, mochte ich diese Dynamik deutlich lieber als in den vorherigen Teilen, weil sie ehrlicher zueinander sind und auch Konflikte offener austragen. Auch die Nebencharaktere spielen in diesem Band eine größere Rolle, fast schon widerwillig habe ich Johanna mehr und mehr liebgewonnen. Ja, sie bleibt manipulativ und oft rücksichtslos, aber sie setzt sich gleichzeitig für die Dinge ein, die ihr wichtig sind und man erkennt, dass sie mit den richtigen Menschen um sich herum durchaus fähig dazu ist, das Richtige zu tun.
Die Story fand ich tatsächlich auch in diesem Band ein bisschen zu wenig. Ich fand zwar gewisse Teile durchaus gelungen und spannend, aber grundsätzlich gab es für mich zu wenig davon, sodass ich selten den Drang verspürt habe, unbedingt weiterlesen zu wollen. Das kenne ich sonst nicht von den Büchern von Kerstin Gier, die ich oft an einem oder zwei Tagen nahezu verschlungen habe.
Alles in allem mochte ich das Buch, vor allem wegen des tollen Schreibstils, begeistern, konnte es mich aber nicht. Dazu blieb mir auch hier die fantastische Welt zu schwer greifbar, zu oberflächlich und der Plot manchmal ein wenig zu flach. Dennoch hat mich das zumeist recht gut unterhalten, auch weil ich die Charaktere während der kompletten Reihe ins Herz geschlossen und ihnen ein Happy End gewünscht habe.