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Veröffentlicht am 28.02.2025

Ein mitreißender und aktueller Fantasy-Roman.

Fairiegolden Town – Die Prinzessin der Diebe
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„𝗪𝗮𝗿𝘂𝗺 𝗹𝗲𝗿𝗻𝘁𝗲𝗻 𝗱𝗶𝗲 𝗠𝗲𝗻𝘀𝗰𝗵𝗲𝗻 𝗻𝗶𝗰𝗵𝘁 𝗮𝘂𝘀 𝗶𝗵𝗿𝗲𝗿 𝗩𝗲𝗿𝗴𝗮𝗻𝗴𝗲𝗻𝗵𝗲𝗶𝘁?“

☆𝐅𝐚𝐢𝐫𝐢𝐞𝐠𝐨𝐥𝐝𝐞𝐧 𝐓𝐨𝐰𝐧 – 𝐃𝐢𝐞 𝐏𝐫𝐢𝐧𝐳𝐞𝐬𝐬𝐢𝐧 𝐝𝐞𝐫 𝐃𝐢𝐞𝐛𝐞☆

Die Fantasy-Dilogie über die „Fairiegolden Town“ spielt in einer Zeit, nachdem ein Krieg zwischen ...

„𝗪𝗮𝗿𝘂𝗺 𝗹𝗲𝗿𝗻𝘁𝗲𝗻 𝗱𝗶𝗲 𝗠𝗲𝗻𝘀𝗰𝗵𝗲𝗻 𝗻𝗶𝗰𝗵𝘁 𝗮𝘂𝘀 𝗶𝗵𝗿𝗲𝗿 𝗩𝗲𝗿𝗴𝗮𝗻𝗴𝗲𝗻𝗵𝗲𝗶𝘁?“

☆𝐅𝐚𝐢𝐫𝐢𝐞𝐠𝐨𝐥𝐝𝐞𝐧 𝐓𝐨𝐰𝐧 – 𝐃𝐢𝐞 𝐏𝐫𝐢𝐧𝐳𝐞𝐬𝐬𝐢𝐧 𝐝𝐞𝐫 𝐃𝐢𝐞𝐛𝐞☆

Die Fantasy-Dilogie über die „Fairiegolden Town“ spielt in einer Zeit, nachdem ein Krieg zwischen Fairies und Menschen zahlreiche Städte unwiderruflich entzweit und zerstört, Leben ausgelöscht und Trümmer hinterlassen hat.
Nur Liverpool scheint sich von der Tragödie erholt zu haben, scheint zu pulsieren: Magische und nicht Magische existieren, handeln, verweilen hier Seite an Seite unter der selbsternannten Herrschaft der, über die Grenzen hinaus berüchtigten, Skyson-Gang.
Doch der eigentlich mächtigste Mann, der sich seit Jahren von den Everetts und ihrer Anhängerschaft bedroht fühlt, sieht nun, da sich eine gewaltige, schier unbezwingbare Fracht auf dem Schiffsweg angekündigt hat, die Möglichkeit, sich sein Recht zurückzuholen. Und welcher Schritt wäre eine geschicktere Basis, als für Unruhen zu sorgen, Proteste auszulösen und Hass zu säen?

Die Geschichte wird aus den Perspektiven verschiedener Charaktere zusammengesetzt, deren Wege sich nach und nach kreuzen, und, trotz der Unterschiede und auseinanderdriftenden moralischen Kompassnadeln, ein dynamisches Netz bilden. Zwar sind die anfänglichen Motive des Einzelnen individueller Natur, doch am Ende scheint das Ziel, Fairiegolden Town nicht der ideologisierten, machthungrigen und ausbeuterischen Herrschaft des Lord Mayors zu überlassen, die Parteien zu einen ... doch Verwundbarkeit war schon so oft der Auslöser für Verrat ...

Erzählt wird von Rory, einer kleinen Fee, die nichts mehr will als Freiheit, und unbewusst der Auslöser für Liverpools drohenden Untergang ist.
Kayleigh, eine empathische, fähige Tinkerin, deren Ausbildung sie zum Ort des Geschehens führte und den Part als „Stimme der Vernunft“ zumindest eine Zeit lang vehement vertritt.
Aiven, wankend zwischen Selbstmitleid, Rache und seinem Herzen.
Den Hauptteil füllen Samuel Everett – Kopf der Skysons, der nie mehr liebte als Fairiegolden Town, alles – nicht nur Gutes – für seine Stadt getan hat – und Sabria O'Toole. Die Prinzessin der Diebe verließ ihre Heimat, um sich in der Metropole zu beweisen und sich endlich zu holen, was ihr zusteht: die Anerkennung ihrer Gilde. Nie hätte Bria gedacht, dass sie in Liverpool etwas ganz anderes findet ...

Obgleich die politische Lage sowie die Atmosphäre durchweg angespannt ist, Maßnahmen und Entscheidungen fragwürdig sind, die harsche, blutige Demonstration von Macht und der drohende Krieg vorherrschen, ist der Ton sehr direkt, modern und locker, häufig bepudert mit einer gewissen Art Sarkasmus, mit Witz und Charme. Mir machte es durchweg Spaß, die Figuren, die Jennifer mMn sehr greif- und nahbar ausgearbeitet hat, kennenzulernen; mitzufiebern und zu verfolgen, welche Verbindungen sich auftun und was für Geheimnisse in ihnen schlummern. Dass keineR ein leichtes Leben führ(t)e, jedeR mit den Umständen, dem ihm zugeteilten Los ringt, und viele Taten und Gedanken unkonventionell, skrupellos; sie alle bereit sind, Grenzen zu übertreten, für ihre Überzeugungen und ein Maß an Gerechtigkeit zu kämpfen, machte die Truppe zu etwas Besonderem, vielleicht auch nur besonders gefährlich.
Weitere Figuren, wie Sebestien, Selina und Eliah bereichern den Verlauf, sind wichtig und entsprechend stark in der Handlung verankert.
Dass der allseits gefürchtete, mysteriöse Clan durch interne Konflikte und Uneinigkeit droht, zu entzweien, gibt der Story eine weitere unberechenbare Komponente. Ebenfalls gut inszeniert waren die schwellende Wut im Volk, die perfiden Manipulationen und die charakterlichen Veränderungen.

Gleichermaßen rührend wie unterhaltsam ist das sich entwickelnde „mehr“ zwischen der Prinzessin der Diebe und dem Cormorant. Durch Everetts Rolle, sein Wissen und seine grausamen Erfahrungen bekommen wir relevante Informationen über die Situation des Landes. Die Abgründe und Intentionen des Kopfs der Skysons, seine Verletzlichkeit, seine Dunkelheit zu ergründen, sorgten für Faszination. Bria, weit davon entfernt, unschuldig zu sein, scheint ihr Ziel fest im Blick zu haben. Und doch ... ihre Liebe für die Stadt, für Kayleigh und Samuel, ihr Mitgefühl und ihre Zweifel sind so deutlich zu spüren wie ihr leidenschaftliches Drängen, sich in Abenteuer und waghalsige Situationen zu stürzen.
Es gab ehrliche, echte Gespräche, tiefsinnige Aussagen, Offenbarungen und Twists, die alles infrage stellen, Erkenntnisse, die zum Innehalten brachten; Opfer, bewegende Momente und bedingungslose Freundschaften. Gesellschaftskritik und ein Potpourri an "Fairie-Wesen". Zusätzlich finden sich erschreckend viele Parallelen zu der unseren, aktuellen Situation – Benkau schreibt von Hass und Verfolgung, von Ausbeutung und Vernichtung, „Besitz“ und Quälerei von Minderheiten, davon, wie leicht sich Hetze, geschürt durch Gerüchte und Angst, verbreitet, wie schnell sich ein Volk aufwiegeln lässt, wenn es nur genug Futter bekommt.

Waren die Themen und Probleme keine leichten, Bedrohung und Verrat, Kampf und Flucht vorhanden; werden Pläne geschmiedet, Wahrheiten ergründet und wirkt die Anzahl der Charaktere auch beachtlich, war es einfach, der Handlung interessiert und aufmerksam zu folgen, sich von Jennifers sehr realen Szenario, der abwechslungsreichen Erzählung, den Emotionen und der Tragik mitreißen zu lassen. Und ehrlich? Es ist schon lange her, seitdem mich ein Fantasy-Roman zuletzt derart in Aufregung versetzt, nervös gemacht hat.

Fairiegolden Town – Die Prinzessin der Diebe: Für mich ein Highlight!

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Veröffentlicht am 23.02.2025

Spannende Unterhaltung.

Hotel Ambrosia - Du. Entkommst. Nicht.
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„Hotel Ambrosia - Du. Entkommst. Nicht.“ ist ein Young-Adult-Crime mit Mystery-Charme, True-Crime-Vibes und dem Setting eines Horrorhotels.

Aus gesundheitlichen Gründen ist Robyn Jackson an ihre Wohnung ...

„Hotel Ambrosia - Du. Entkommst. Nicht.“ ist ein Young-Adult-Crime mit Mystery-Charme, True-Crime-Vibes und dem Setting eines Horrorhotels.

Aus gesundheitlichen Gründen ist Robyn Jackson an ihre Wohnung gefesselt, die gegenüber des berüchtigten Hotel Ambrosias liegt. Als Fan von True-Crime und mit dem Wunsch, eines Tages selbst einen Cold-Case zu lüften, zieht das Gebäude auf der anderen Seite sie in ihren Bann. Als sie einer Podcasterin versichert, dass im Ambrosia echte Verbrechen vor sich gehen und sich diesen persönlich annehmen möchte, ist sie auf Hilfe angewiesen. Und diese bekommt sie durch einen Straßenjungen. Denn die 17-Jährige ist überzeugt davon , tatsächlich eine Entführung mit angesehen zu haben. Und das Opfer war keine Fremde …

Zwar wird die Story aus der Sicht von Robyn geschildert, die aufgrund von Medikamenten mal mehr, mal weniger vertrauensvoll ist, jedoch nutzt Katie Kento E-Mails, Skizzen und Chat-Ausschnitte sowie Telefon- und Gedächtnisprotokolle, um ihrer Geschichte noch mehr Griffigkeit und Authentizität zu verleihen.
Zu Beginn lernen wir erstmal die Teenagerin, ihre Lebensumstände und die Erkrankung, die sie offensichtlich nicht nur körperlich sondern auch psychisch beeinträchtigt, kennen. Robyns Kampf wurde mit viel Gefühl beschrieben, Spurensuche und Recherche lassen öfter die Frage aufkommen, was real ist, was Fiktion. Kento baut langsam eine einnehmende Spannung auf, welche von einer bedrohlichen, dichten Atmosphäre ummantelt wird.
Ahnungen werden geschürt und widerlegt, Verstrickungen neu geknüpft und Puzzleteile fügen sich nach und nach zusammen. Kurz: die Autorin hält konstant Neugier und Interesse aufrecht, wenn auch nicht alles zu 100 % realistisch und nachvollziehbar schien.
Zwar schwang im Stil eine gewisse Distanz mit und der selbsternannten Ermittlerin haftete ein Mix aus Naivität, Unnahbarkeit und Sturheit an, jedoch vergingen die Kapitel durch einen lockeren, leichten Ton rasend schnell, bis zum großen, überraschenden Finale.

Fazit: „Hotel Ambrosia - Du. Entkommst. Nicht.“ ist ein Jungend-Krimi, der auch älteren LeserInnen spannende, aufregende Stunden und so manch Gänsehautmoment beschert.

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Veröffentlicht am 12.02.2025

Kein Highlight in Sachen „Spannung“

Die blaue Stunde
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In ihrem aktuellen Roman „Die blaue Stunde“ führt uns Paula Hawkins auf die Spuren einer introvertierten Künstlerin – und auf eine abgelegene Insel.

Vor fünf Jahren starb Vanessa Chapman. Ihr Vermächtnis, ...

In ihrem aktuellen Roman „Die blaue Stunde“ führt uns Paula Hawkins auf die Spuren einer introvertierten Künstlerin – und auf eine abgelegene Insel.

Vor fünf Jahren starb Vanessa Chapman. Ihr Vermächtnis, hauptsächlich Malereien und Arbeiten aus Keramik, ließ sie, trotz diverser Zerwürfnisse, der Fairburn-Stiftung zugute kommen. Jedoch befand sich auch eine Skulptur unter den Stücken, das „Division II“ – diese sorgt nun für Aufsehen, ist einer der Bestandteile eine menschliche Rippe.
Diese Entdeckung führt James Becker, Kurator des Museums und Fan der Künstlerin, an den Ort, an dem die die Verstorbene ihr Leben aushauchte. Dort trifft er nicht nur auf Grace – Freundin, Testamentsvollstreckerin und Erbin von Vanessa – sondern auch auf allerhand Ungereimtheiten und Geheimnisse...

Erzählt wird einerseits aus den Perspektiven von Grace, deren Persönlichkeit basierend auf ihren Erfahrungen schwer einzuschätzen ist, und James, andererseits erhalten wir durch Tagebucheinträge der Künstlerin eine Ahnung von ihren Gedanken und Einblicke in das Leben, das sie führte.
Sowohl die charakterlichen als auch die Ortsbeschreibungen sind – im Gegensatz zu dem Knochenfund – sehr detailreich, was die Atmosphäre der schottischen Insel wunderbar untermalt, für einen Hauch Bedrohung und Mystik sorgt. Jedoch verliert sich die Autorin rege in endlosen philosophischen Ansätzen, irrelevanten Erwähnungen und Ausschweifungen, sodass kaum Spannung erreicht wurde und mein Interesse an der Handlung selbst mehrfach abflaute.
Nichtsdestotrotz ist der Stil ausdrucksstark, eindringlich und leise. Kunstvolle, poetische Passagen zeigen, dass Hawkins mit Worten umzugehen weiß.

Beworben als „literarisches Spannungs-Highlight“ kann ich dem Roman „Die blaue Stunde“ letztlich nur 3 Sterne geben, handelt es sich doch widererwartend nicht um eine Geschichte, die Aufregung oder Plottwist bereithält, sondern um eine, die von einer einsamen Frau erzählt, die bis zum Schluss unfähig war, emotionale Bindungen zu knüpfen.

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Veröffentlicht am 09.02.2025

Tolle Idee, deren Potenzial leider nicht ausgeschöpft wurde.

Legends of Askja 1. A Kiss of Ice and Blood
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Und alles beginnt, wie so oft, mit einem Schmerz, der in rasender Wut, verheerendem Hass gipfelte …

In Askja, einer eisigen Insel, auf der die größte Gefahr weder Kälte noch Schnee, sondern die wunderschönen ...

Und alles beginnt, wie so oft, mit einem Schmerz, der in rasender Wut, verheerendem Hass gipfelte …

In Askja, einer eisigen Insel, auf der die größte Gefahr weder Kälte noch Schnee, sondern die wunderschönen Eisdämoninnen sind, verbindet nur ein fragiler Frieden Mensch mit Magischen. Als Leif und seine Gefolgschaft durch das Fenrisgebirge streifen, um einen Auftrag des Königs zu erfüllen, ist es ein kurzes Zögern, das die sonst effizient tödliche Frin zur Gefangenen macht. Und obwohl einzig dieser Akt den Prinzen vom Thron – und sein Land von einem dringend benötigten Herrscherwechsel – trennt, gären in Leif leise Zweifel, denn gerade SIE macht all das, was kommt, tausendmal schwieriger …

Erzählt wird der Romantasy-Roman aus wechselnder Perspektive, sodass einerseits Leben und Motivation der Eisdämoninnen deutlich werden, andererseits auch Leifs Bedrängnis, welches nach und nach wächst. Ist der demütige, grausame Weg, den er geht, wirklich der richtige?
Auch Frin beginnt zu hadern, denn obgleich sie sich der Tatsache bewusst ist, dass die Seelenräuberinnen – heute mehr denn je – gezwungen sind, Menschen zum Tode zu verurteilen, um selbst zu überleben, hält sie dieses Wissen nicht davon ab, ihr Dasein zu hinterfragen – jedoch auch die Scheinheiligkeit der Menschen, die sich in Unschuld suhlen: Jagen diese nicht selbst, um sich zu nähren?

Trotz der unwürdigen Bedingungen, in denen sich die Gefangene wiederfindet, geschieht im tristen Kerkerverlies etwas, womit die Magischen des Landes wohl nie gerechnet haben: FeindInnen werden zu FreundInnen, zu Verbündeten… Können sich die Seelenräuberinnen aus den verbitterten Klauen des Königs retten, wenn Umber sogar bereit ist, mit seinem Vorhaben das Leben seines Volkes zu riskieren?

Nach einem vielversprechenden, sehr atmosphärischen und mystischen Beginn wurde die Geschichte zunehmend lasch(er), was teilweise dem einfachen Stil, Wiederholungen von Informationen und Gedanken(kreisen) geschuldet ist. Zwar gab es interessante, unterhaltsame Momente, Romantik und eine Portion Drama, jedoch waren viele Szenen für mich nicht sinnig oder rund, manche „Erkenntnisse“, Entwicklungen und Lösungen zu plötzlich. Auch die emotionale Komponente konnte ich kaum spüren, wenn auch Aussagen getroffen wurden, die berühren. Mir fehlte es an Tiefe – worldbuilding- und figurenbezogen –, an Raffinesse und Spannung.

Im Verlauf entwickelt sich die Eisdämonin, reflektiert, versteht. Die Autorin schont ihre Protagonistin nicht vor weitreichenden Bürden, Offenbarungen und schweren Entscheidungen, nicht vor hoffnungslosen Kämpfen und Verlust. Frin bekam genügend Raum, um zu wachsen, hingegen basierten Leifs innere Veränderungen hauptsächlich auf seinen Erinnerungen, seinen Gefühlen. Andere Figuren blieben deutlich blasser, wenn auch bspw. die Beweggründe des Königs dargelegt wurden. Besonders mochte ich die erstarkende Verbindung zwischen Adelaide, Lava und Frin und hoffe, dass wir in einem weiteren Buch über Askja diesen beiden noch einmal begegnen.
In den letzten Kapiteln zieht Amy Erin Thyndal das Tempo deutlich an, um ihre Geschichte zu einem netten Abschluss zu bringen.

Übrigens: „Spicy Romantasy“ ist mMn nicht zutreffend, heißt, LeserInnen, die wenig mit expliziten Szenen anfangen können, können hier beruhigt zuschlagen.

Trotz Kritik ist „A Kiss of Ice and Blood“ leichte, kurzweilige Unterhaltung. Außerdem sind Idee und Aufmachung toll.

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Veröffentlicht am 09.02.2025

Ich kann die Bücher der Autorin nur empfehlen.

Golden-Heights-Reihe, Band 2 - Unlock My Truth
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„𝐔𝐧𝐥𝐨𝐜𝐤 𝐦𝐲 𝐓𝐫𝐮𝐭𝐡“ ist Band zwei der „𝘎𝘰𝘭𝘥𝘦𝘯 𝘏𝘦𝘪𝘨𝘩𝘵𝘴“-Reihe von Saskia Louis und erzählt die Geschichte von 𝐂𝐚𝐫𝐥𝐲 & 𝐓𝐲.
Es ist nicht nötig, den Vorgänger zu kennen, jedoch werdet ihr nach diesem Roman auch ...

„𝐔𝐧𝐥𝐨𝐜𝐤 𝐦𝐲 𝐓𝐫𝐮𝐭𝐡“ ist Band zwei der „𝘎𝘰𝘭𝘥𝘦𝘯 𝘏𝘦𝘪𝘨𝘩𝘵𝘴“-Reihe von Saskia Louis und erzählt die Geschichte von 𝐂𝐚𝐫𝐥𝐲 & 𝐓𝐲.
Es ist nicht nötig, den Vorgänger zu kennen, jedoch werdet ihr nach diesem Roman auch 𝘓𝘦𝘹𝘪𝘦 & 𝘓𝘰𝘨𝘢𝘯 genauer kennenlernen wollen.

Im Prolog erfahren wir, wie Charlotte auf die Geschwister gestoßen ist, und bekommen einen Eindruck davon, wie die Kunststudentin lebte und wieso sie so unbedingt Anschluss finden, Teile ihrer selbst verbergen will. Im weiteren Verlauf, der zwei Jahre später ansetzt, bekommt dieses Bild mehr Kontur, jedoch umrahmt von einem Lügenkonstrukt.
Carly liebt die Kunst, sticht in ihren Kursen hervor, verliert sich gerne – im Liegen – in heißen Piratenstorys. Ihre WG teilt sie sich mit ihrer besten Freundin Lexie, der Schwester des Jungen, in den sie sich vor so vielen Monaten verliebte. Doch Ty hält nichts von ernsthaften Beziehungen, hält jeden auf Abstand und macht weder einen Hehl daraus, dass ihm Geld nichts bedeutet, noch aus seiner Einstellung den Reichen gegenüber. Und in der Künstlerin scheint er auch nicht mehr zu sehen als eine weitere Schwester.
Gerade als sich Carly entschließt, ihre romantischen Hoffnungen loszulassen, zwingen Tyler persönliche Umstände dazu, bei ihr einzuziehen. Als wäre das nicht unangenehm genug, übernehmen seine wahren Gefühle und die Eifersucht die Oberhand, während sich Tys abgestreifte Vergangenheit in die Gegenwart drängt …

Was war das wieder schön!
Saskia Louis schafft es jedes Mal aufs Neue, mit ihren amüsanten Romanen, denen es nie an Ernst und einer gewissen Portion Realität fehlt, selbst die tristesten Tage aufzuhellen. Der Ton war locker, der Verlauf flott und frei von Längen, ohne dass der Eindruck entstand, dass nur an der Oberfläche gekratzt wurde. Tyler besticht mit seiner direkten, fürsorglichen Art und dem Bedürfnis, die beiden wichtigsten Frauen in seinem Leben zu beschützen. Dass der 23-Jährige stets bereit ist, zu flüchten, jedoch nicht dazu, zu viel zu geben, zu viel zuzulassen, ändert weder etwas an seiner interessanten Ausstrahlung noch an seinem mühelosen Charme. Erst das Auftauchen seines kriminellen, unverbesserlichen Vaters lockt in dem unnahbaren Frauenhelden eine defensive, zornige Seite hervor. Nur Carly – herzensgut, aber nicht fehlerfrei – scheint den Aufruhr in seinem Inneren verstehen und sehen zu wollen. Obwohl er sich selbst als nicht gut genug für die zartbesaitete Künstlerin erachtet, kann er sich seiner Empfindungen nicht verwehren, kann ihre Worte nicht vergessen. Dabei hat er Lexie ein Versprechen gegeben …

Die Protagonisten, samt den Schatten ihrer Vergangenheiten und der leisen Zuversicht für die Zukunft, waren greifbar und authentisch ausgearbeitet. Es war leicht, Reaktionen und Zweifel nachzuvollziehen, für die Lügen Verständnis zu finden. Louis spart nicht an Found-Family-Vibes, an echten Freundschaften und Unterstützung, was sich in den Dynamiken der Figuren widerspiegelt. Für Spannung sorgen sowohl die Geheimnisse, die früher oder später für Verletzungen und Brüche sorgen könnten, als auch die echten Motivationen des Vaters der Geschwister. Es machte Spaß, Charlotte und Ty einzeln kennenzulernen und die beiden miteinander zu erleben, zu verfolgen, wie sie unsichtbare, selbst errichtete Barrieren überwinden, Gedanken los- und Schmetterlinge zulassen. Typisch für Saskias Romane ist der trockene Humor, der sich in Unterhaltungen, Monologen und skurrilen Situationen zeigt. (Ich sag’ nur: Piratenromane …) Abgesehen von den Loveinterests waren die Nebenfiguren – besonders Lexie & Logan sowie Mace & Evan – ausreichend integriert. Spicy-Szenen sind stimmig inszeniert, nehmen jedoch nicht den Fokus ein, dafür ist Carlys Leidenschaft zur Kunst und Tylers Liebe zur Musik deutlich zu spüren. Außerdem finden wir echte Probleme und wichtige Themen – seien es innere Kämpfe, Selbstzweifel, der Wunsch, zu genügen, frei und mehr zu sein als eine Vergangenheit, eine Gesellschaftsschicht oder eine Krankheit.

Fazit: „Unlock my Truth“ bekommt, wie jedes Buch der Autorin, eine große Leseempfehlung. Ich kann die nächste Veröffentlichung von Saskia kaum erwarten.

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