Lesehighlight 2025
Nach dem Culture Clash in "Kanak Kids" setzt sich Anna Dimitrova in "People Pleaser" nun mit psychischen Themen auseinander, die die Kids in Trudering in ihrer Story beschäftigen. Während Protagonistin ...
Nach dem Culture Clash in "Kanak Kids" setzt sich Anna Dimitrova in "People Pleaser" nun mit psychischen Themen auseinander, die die Kids in Trudering in ihrer Story beschäftigen. Während Protagonistin Nina die titelgebende People Pleaserin ist, haben ihre Freunde Teo, Aleks und Finn mit Essstörungen, toxischer Männlichkeit, Leistungsdruck und mangelndem Selbstwertgefühl zu kämpfen. Wer jetzt denkt, dass das ganz schön viele Themen für nur einen Roman sind, der sei versichert, dass die Autorin alle Aspekte gut durchdacht untergebracht hat und man zu keiner Zeit das Gefühl hat, dass die Story überladen wäre. Vielmehr entsteht dadurch der Eindruck, dass jeder Jugendliche eben sein Päckchen zu tragen hat - das macht die Geschichte für mich sehr realitätsnah.
Besonders gelungen fand ich, wie subtil der Leser zusammen mit Nina zu der Erkenntnis hingeführt wird, dass nicht nur ihre Freunde Unterstützung benötigen, sondern in erster Linie auch sie selbst. Unsere Protagonistin hat von Kindesbeinen an gelernt, dass ihr Wert sich daran bemisst, wie vielen Leuten sie hilft. Doch was bleibt am Ende übrig, wenn man über dieses Konstrukt hinausschaut? Oder anders gefragt: Welche Daseinsberechtigung hat jemand, der nicht sein ganzes Leben nach allen anderen ausrichtet? Ein mega wichtiges Thema, das ich in dieser Form bisher noch nirgends verschriftlicht gefunden habe.
Anna Dimitrova verwendet in ihrem Buch viel Jugendsprache und trifft damit genau den Nerv den Zeit. Als Erwachsene musste ich an der ein oder anderen Stelle ein wenig schlucken, aber Fakt ist, dass viele der Gespräche vermutlich genau so auf jedem Schulhof der Republik täglich geführt werden. Die Geschichte ist in jedem Fall sehr unterhaltsam geschrieben, ohne dabei an Tiefgang einzubüßen.
Mein Fazit: Für mich eines meiner Lesehighlights 2025 und ein sehr gelungener Jugendroman. Ich hab mich total über das Wiedersehen mit Dessi und ihren Freunden gefreut und würde gerne noch weitere Geschichte über die Münchner Kids freuen. Große Leseempfehlung und 5 von 5 Sternen.