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Veröffentlicht am 10.05.2026

Über Mut, Freundschaft und Vorurteile

Der kleine Grimlin und das ganz große Herz - Eine Freundschaftsgeschichte
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Wir betreten hier eine fantastische Welt voller liebenswerter Wesen wie Feen, Trampeltieren, Zauberwichteln und einem sprechenden Topf. Hauptfigur ist der Wichtel Grimlin, der in seinem ersten Abenteuer ...

Wir betreten hier eine fantastische Welt voller liebenswerter Wesen wie Feen, Trampeltieren, Zauberwichteln und einem sprechenden Topf. Hauptfigur ist der Wichtel Grimlin, der in seinem ersten Abenteuer erst lernen musste, wie wertvoll Freundschaft ist und wie viel man mit Mut erreichen kann. In dieser Geschichte stellt er seinen Mut erneut unter Beweis und stellt sich gegen ein ganzes Wichteldorf, um mit Vorurteilen gegen einen Neuling aufzuräumen.
Das Buch möchte mit vorschnellen Urteilen aufräumen und appelliert, anderen nicht mit Vorurteilen zu begegnen, sondern sich zunächst selbst ein Bild zu machen. Diese Botschaft wird an verschiedenen Stellen im Buch aufgegriffen und auch immer wieder in anderen Kontexten vermittelt. Und als Lesende merken wir schnell: Aufgrund von Gerüchten kann man sich durchaus leicht in jemandem täuschen. Darüber hinaus steht Grimlin für andere ein und hilft einem Fremden in der Not.
Wie immer bei den Vorlesebüchern der Baumhausbande gibt es zu Beginn eine kleine "Landkarte" mit Kapitelübersicht, hier kann man die schon gelesenen Kapitel einkleben - dieses Mal besonders toll, um Grimlins Reise nebenbei verfolgen zu können. Völlig in ihren Bann gezogen haben mich außerdem die liebevollen Illustrationen. Sie sind stets stimmig in die Geschichte eingebettet, farbenfroh und fröhlich. Zudem lassen sie einen die Emotionen und Situationen der Figuren nachempfinden. 
Was mich als vorlesende Mama ein wenig gestört hat, war, dass manches tatsächlich sehr langatmig und ausufernd erzählt wurde. Meiner Ansicht nach hätte man das Erzähltempo noch etwas mehr anziehen können. Meinen Sohn hat es aber nicht gestört. Trotz einer für 4-Jährige beachtlichen Länge von 121 Seiten war er stets aufgeweckt dabei und ist nachhaltig begeistert von Grimlins Abenteuern. Uns hat das Buch ganz wundervolle Vorlesemomente geschenkt. 

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Veröffentlicht am 07.05.2026

Botanical Fantasy meets Crime

The Tainted Cup
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„The Tainted Cup" ist eine faszinierende Mischung aus Botanical Fantasy und Crime mit einem komplexen Worldbuilding. Die Welt ist in Ringe unterteilt, umrandet und geschützt durch eine riesige Mauer, welche ...

„The Tainted Cup" ist eine faszinierende Mischung aus Botanical Fantasy und Crime mit einem komplexen Worldbuilding. Die Welt ist in Ringe unterteilt, umrandet und geschützt durch eine riesige Mauer, welche die Leviathane aus der Stadt fernhalten soll - riesige Wesen mit käferartigen Beinen, die eine Spur aus Zerstörung und Tod zurücklassen. Hilfreich wie bedrohlich zugleich können in dieser Welt außerdem die Pflanzen werden, die von Nutzpflanzen zur Reinigung von Raumluft bis zu Menschen von innen zerreißenden Seuchen reichen. Und mit genau so einer Seuche bekommen es die Protagonisten Dinios Kol und Ana Dolabra zu tun. 

Wir lesen aus Dinios' Perspektive. Er ist Ermittlergehilfe von Ana - eine exzentrische wie auch grandiose Ermittlerin mit scharfen Verstand, wenn auch gelegentlich unkonventionellen Ermittlungsmethoden. Als Graveur ist Din quasi ihr wandelndes Gedächtnis. Er wurde so angepasst, dass er sich alles, was er sieht, hört oder tut merkt. Trotz dieser Tatsache ist Din in vielerlei Hinsicht ein unperfekter und sehr sympathischer Charakter, der uns tief in sein Inneres blicken lässt. Nicht weniger beeindruckend ist für mich Anas Charakter, die ich ebenfalls schnell ins Herz geschlossen habe. 
Es dauert ein bisschen bis sich das Buch zur vollen Spannung entfaltet, danach gibt es dafür kein Halten mehr und man würde es am liebsten in eins beenden. 

Fazit: Von Anfang an hat mich dieses einzigartige, komplexe Worldbuilding fasziniert und gefesselt. Obwohl ich selten Crime lese, hat es hier direkt gematcht und ich fiebere schon der Fortsetzung entgegen. Ein großes Lob geht raus an den Hörbuchsprecher, der dieser Geschichte mit den verschiedensten Stimmen Leben eingehaucht hat. Auch den weiblichen Figuren hat er dabei glaubwürdige Stimmen verliehen, ohne dass es überspitzt wirkte. Band 2 wird daher definitiv wieder als Hörbuch bei mir einziehen.

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Veröffentlicht am 07.05.2026

Wie man mit Angst umgehen kann

Wenn kleine Igel mutig sind
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Der kleine Igel kann nicht einschlafen, denn überall um ihn herum scheint es zu rascheln und zu knacken, sogar der Boden vibriert. Mutig macht er sich auf den Weg, um herauszufinden, wie andere Tiere mit ...

Der kleine Igel kann nicht einschlafen, denn überall um ihn herum scheint es zu rascheln und zu knacken, sogar der Boden vibriert. Mutig macht er sich auf den Weg, um herauszufinden, wie andere Tiere mit ihrer Angst umgehen. Der Igel wird zum kleinen Forscher: Mutig sein - wie geht das? Und was hilft bei Angst? Die Tiere, denen er begegnet, stellen ihm seine Methoden vor. Manche funktionieren besser, manche weniger gut für den Igel, doch er nimmt die Vorschläge an, probiert sie aus und findet so den besten Weg für sich selbst.

Die Geschichte des Igels lässt sich nicht nur auf die kindliche Angst im Dunkeln übertragen. Die Angstsituationen, denen sich die Tiere in diesem Buch stellen, können auf verschiedenste Alltagssituationen bezogen werden. Nicht nur der Igel lernt aus den Vorschlägen, auch die Vorlesekinder können eine Lösung aus der Geschichte ziehen, die für sie passt. Wenn der Hund Angst hat, macht er mit Lärm auf sich aufmerksam. Wenn die Maus Angst hat, denkt sie sich einfach eine Geschichte aus, in der sie mutig und stolz ist.
Die letzte Doppelseite fasst noch einmal alle vorgestellten Lösungswege zusammen und ermuntert zum Dialog darüber.

So liebevoll illustriert begegnen uns der Igel und die anderen Tiere in diesem Buch. Seine Emotionen stehen dem Igel dabei stets ins Gesicht geschrieben. Die Illustrationen sind niedlich, einladend, nicht zu überladen und trotzdem keineswegs eintönig.

Fazit: Der Igel nimmt uns mit auf seine Entdeckungsreise zum Mutig sein. Die Situationen sind für Kinder greifbar und nachvollziehbar. Die Lösungsvorschläge sind vielfältig und lassen sich für Kinder problemlos übertragen. Ein kleiner Wegweiser zum Umgang mit dem Gefühl Angst mit großer Wirkung.

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Veröffentlicht am 01.05.2026

Mit Ausnahmen zu mehr Achtsamkeit

Ausnahmsweise
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Mit einem Ausnahmsweise-Tag überrascht Dorian Dachs seine Freundin Philomena Fledermaus als Medizin gegen schlechte Laune. Gemeinsam verbringen sie einen Tag mit lauter Ausnahmen: mit Dessert vor dem Hauptgang, ...

Mit einem Ausnahmsweise-Tag überrascht Dorian Dachs seine Freundin Philomena Fledermaus als Medizin gegen schlechte Laune. Gemeinsam verbringen sie einen Tag mit lauter Ausnahmen: mit Dessert vor dem Hauptgang, Schlammbaden und einmal durch's bunte Kuchenbuffet futtern. 
Philomenas und Dorians Tag voller guter Laune zeigt uns auf liebevolle Art, wie gut es tun kann, mal für einen Tag von den gewohnten Strukturen abzuweichen und ein paar Ausnahmen wallten zu lassen. Philomenas schlechte Laune verfliegt dabei ruckzuck - und auch ihre Eltern könnten so einen Tag sehr gut gebrauchen. Und gilt das nicht eigentlich für uns alle? 
Daneben zeigt die Geschichte auch: Es gibt ein paar Dinge, die gehen "nimmer-nie" anders, wie zum Beispiel Schwimmen ohne Schwimmflügel oder nicht die Zähne zu putzen. Aber wieso nicht einfach mal dem jeweils anderen die Zähne putzen? So wird auch aus diesem lästigen Thema ein großer Spaß und eine tolle Ausnahme. 
Dieses Buch überrascht uns mit jeder Menge kleiner Kunstwerke. Die Illustrationen sind liebevoll, detailreich und bringen den leichten Humor der Geschichte und das Gefühl, nicht alles so ernst nehmen zu müssen, wunderbar rüber. Es wird überwiegend auf knallige Farben verzichtet, womit eine behagliche Atmosphäre geschaffen wird. 
Fazit: Eine wundervolle Geschichte voller Leichtigkeit, die uns zeigt, wie wir einen schlechten Start in den Tag zum Guten wenden können und wie befreiend es sein kann, das Leben einfach mal leicht zu nehmen, wenn auch nur für ein paar Stunden. Auch in unserem Alltag regt das Buch dazu an, mal die Ausnahmen zu zelebrieren. Der 4-Jährige beherrscht das Wort "ausnahmsweise" jetzt jedenfalls sehr gut und freut sich über jede noch so kleine Ausnahme von der Regel. Und für uns Erwachsenen gibt es einen extra Denkanstupser. 

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Veröffentlicht am 01.05.2026

Die wirklich wichtigen Dinge abseits des Gewinnens

Honigbär - Der grosse Sporttag
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Frau Wildschwein veranstaltet einen Sporttag und jedes Tier darf eine Disziplin dafür vorschlagen. Am großen Tag geht es dann los: Es wird geschwommen, geklettert, balanciert und gehüpft. Dabei findet ...

Frau Wildschwein veranstaltet einen Sporttag und jedes Tier darf eine Disziplin dafür vorschlagen. Am großen Tag geht es dann los: Es wird geschwommen, geklettert, balanciert und gehüpft. Dabei findet jedes Tier seine eigene Stärke. Und am Ende? - gewinnen sogar alle, denn die Maus ist zwar die schnellste, doch der Otter ist besonders hilfsbereit und dem Bären ist der Spaß am Wettkampf wichtiger als das Ergebnis.

Dieser Sportwettbewerb zeigt, dass jeder seine eigenen Talente und Stärken besitzt und diese auch ganz unterschiedlich in eine Gruppe einbringen kann. Obwohl der Otter gewinnen könnte, hilft er lieber den anderen. Und die Elster ist zwar furchtbar schlecht im Klettern, doch trotzdem ist sie so mutig, jede Disziplin auszuprobieren - und auch das ist eine große Stärke!

Ich liebe den Illustrationsstil von Patrick Mettler. Frech, humorvoll und trotzdem so liebevoll - besonders der Honigbär sieht jedes Mal zum Knuddeln aus.

Fazit: Dieser tierische Wettkampf macht nicht nur großen Spaß beim Zuschauen, er vermittelt uns so viel mehr über Freundschaft, Zusammenhalt und den wirklich wichtigen Dingen abseits des Gewinnens. Das Erzähltempo zieht von Seite zu Seite jedoch ziemlich an. Pro Disziplin bekommt jedes Tier gerade mal einen kurzen Satz, was es nicht immer ganz leicht macht, dem Geschehen zu folgen. Mit genauem Betrachten der Illustrationen, die die Szenen wirklich gekonnt darstellen, lässt sich diese kleine Schwäche aber wieder ausgleichen.

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