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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 02.03.2021

Tolles Thema, leider nicht so toll umgesetzt

Working Late
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„Working late“ von Helene Holmström war der erste in Schweden angesiedelte Roman, den ich außerhalb des Krimi-Genres je gelesen habe. Anhand des Klappentextes und der Leseprobe erwartete ich eine Office ...

„Working late“ von Helene Holmström war der erste in Schweden angesiedelte Roman, den ich außerhalb des Krimi-Genres je gelesen habe. Anhand des Klappentextes und der Leseprobe erwartete ich eine Office Romance gepaart mit dieser ganz speziellen, legeren und „hyggeligen“ Skandinavien-Atmosphäre – und da ich grundsätzlich gerne neue Roman-Richtungen ausprobiere, dachte ich mir: Warum nicht auch mal was Schwedisches?

Gleich in den ersten Kapiteln sind mir zwei Dinge klar geworden:
1. Die Autorin hat früher als Anwältin gearbeitet. Die Kanzlei-Szenen sind insofern recht präzise und offensichtlich mit sehr viel Hintergrundwissen geschrieben worden. Mir als Jura-Laien fiel das Lesen mancher Passagen aufgrund der vielen Fachausdrücke manchmal etwas schwer, aber ich bin nach einer Weile ganz gut reingekommen.
2. Das Buch ist durchwegs in der dritten Person geschrieben. Ich bin nicht sicher, ob das der Grund ist, warum ich mit den Charakteren nicht warm geworden bin, aber es war für mich recht gewöhnungsbedürftig. Der Lesefluss an sich war allerdings ganz angenehm.

Die Charaktere fand ich anfangs ganz nett, aber leider konnte ich im gesamten Buch keinen Draht zu ihnen aufbauen. Charlotta muss als Anwältin in einer großen Kanzlei ihren Mann stehen, ist ansonsten aber eine eher kontaktscheue Person. An der ein oder anderen Stelle kam sie ein bisschen kindisch rüber und ich fand ihr Handeln oft recht inkonsequent. Ignacio wiederum hatte etwas von einem Gutmenschen, ein bisschen zu gutgläubig, manchmal auch impulsiv. Er hat im Laufe des Buches eine tolle Entwicklung durchgemacht – aber auch er konnte mich nicht überzeugen. Als Paar hatten die beiden ihre guten Szenen, aber von großen Gefühlen und Funkenflug war leider nichts zu sehen – selbst Szenen, die normalerweise ein Riesenpotential für einen Taschentuchmoment gehabt hätten, verflogen ungenutzt und leidenschaftslos.

Beim Thema Charakter gewinnen in diesem Roman die Nebendarsteller. Charlottas bester Freund Carl-Adam und sein Verlobter (später Ehemann) Jack haben für ein paar schöne und auch lustige Szenen gesorgt.

Wenn man die Liebesgeschichte mal außenvor lässt und sich auf den Handlungsstrang mit dem Gerichtsverfahren konzentriert, hat man zumindest einen halbwegs spannenden, gut durchdachten und wohl recherchierten Fall, der sich wie ein roter Faden durch das ganze Buch zieht. Die ein oder andere überraschende Wendung sorgt dafür, dass der Ausgang tatsächlich bis zum Ende unklar erscheint und der Leser eben diesen Faden nicht verliert.

Habe ich denn nun wenigstens mein hyggeliges Schweden-Feeling geliefert bekommen? Ja, zumindest ansatzweise. Vor allem die Szenen, die außerhalb von Stockholm spielten, fühlten sich heimelig und schön an. Die Szenen in der Kanzlei hätten logischerweise in jedem anderen Land genauso gut funktioniert…

Mein Fazit: Ich bin leider nicht ganz glücklich mit diesem Roman. Die missglückte Liebesgeschichte nimmt einfach einen zu großen Teil ein, um sie unberücksichtigt zu lassen. Die Lese-Atmosphäre empfand ich größtenteils als kühl und distanziert – das reicht leider nur für 2,5 von 5 Sternen.

  • Handlung
  • Erzählstil
  • Charaktere
  • Cover
  • Gefühl
Veröffentlicht am 12.02.2021

Schöner Liebesroman - mit recht langatmigem Mittelteil

Dark Wild Night - Weil du der einzige bist
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"Dark Wild Night - Weil du der einzige bist" ist der dritte Band der Wild Seasons-Reihe des Autorinnen-Duos Christina Lauren. Die ersten beiden Teile habe ich nicht gelesen, aber ich bin mit der Story ...

"Dark Wild Night - Weil du der einzige bist" ist der dritte Band der Wild Seasons-Reihe des Autorinnen-Duos Christina Lauren. Die ersten beiden Teile habe ich nicht gelesen, aber ich bin mit der Story trotzdem gut klar gekommen. Die Charaktere aus den ersten beidenTeilen tauchen in Band drei auch auf, aber es sind keinerlei Vorkenntnisse nötig, um Band drei verstehen zu können.

Der Einstieg in dieses Buch ist mir richtig leicht gefallen - Lola und Oliver haben von Anfang an auf Freundschaftsebene super harmoniert und ich fand es schön, wie sich die beiden von Freunden zu Lovern entwickelt haben. Lola ist eine typische Kreative - etwas chaotisch, phasenweise auch leicht überfordert von all den neuen Entwicklungen in ihrem Leben, aber definitiv ein interessantes und liebenswertes Mädchen. Oliver wiederum erscheint mir sehr bodenständig, reifer und erwachsener - so ein klassischer netter Kerl von nebenan. Für mich ein Pärchen, das super gut zusammen funktioniert. Bei ihrem Freundeskreis bin ich ein bisschen hin- und her gerissen: Harlow fand ich supernervig, alle anderen eher neutral - aber der coolste war "Not-Joe", schon alleine wegen seines Namens.

In der ersten Hälfte war die Erzählgeschwindigkeit passend und man konnte sich bequem in die Geschichte hineinfallen lassen. Dann kam der Mittelteil. Und mit ihm die ungefähr längste Sex-Szene, die ich je gelesen habe. Wirklich, ich habe nichts gegen Sex-Szenen in Büchern und auch nichts gegen die ab und an etwas vulgäre Sprache, die damit einher geht. Aber ganz ehrlich: Das hier war nervtötend langatmig und viel zu detailreich. Jeder Schritt wurde dreimal durchgekaut, nichts der Fantasie überlassen und am Ende fühlte ich mich total abgestumpft von all diesen bildhaften Beschreibungen. In diesen Szenen wirkte Oliver auch wie ausgewechselt - er hatte nichts mehr von dem netten Jungen von nebenan, sondern gebärdete sich vielmehr wie ein typischer Bad Boy - etwas machohaft und mit einer schier unermüdlichen Manneskraft.

Danach geht es zum Glück wieder ein bisschen aufwärts. Die beiden entwickeln in Ansätzen eine leicht toxische Beziehung - es fällt öfter der Ausdruck "Besessenheit", der in meinen Augen ganz treffend gewählt ist. Es dauert ein paar Kapitel, bis alle neuen Herausforderungen unter einen Hut gebracht sind und bis es zu einem für meinen Geschmack sehr passenden Happy End kommt.

Mein Fazit: Hätte ich mich nicht so über diesen unpassenden Mittelteil ärgern müssen, wäre die Bewertung auf jeden Fall besser geworden. So hat mein Bild von Loliver aber leider recht gelitten, so dass es am Ende "nur" für 3,5 von 5 Sternen reicht.

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 12.02.2021

Tierischer Spaß zum Vor- und Mitlesen

Die Tierolympiade
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Die Leserabe-Bücher gehören in unserem Haus längst zum Inventar. Mit unserem Kindergarten-Mädchen habe ich heute "Die Tierolympiade" gelesen - ein tierischer Spaß zum Vor- und Mitlesen für Kinder der Vor-Lesestufe.

In ...

Die Leserabe-Bücher gehören in unserem Haus längst zum Inventar. Mit unserem Kindergarten-Mädchen habe ich heute "Die Tierolympiade" gelesen - ein tierischer Spaß zum Vor- und Mitlesen für Kinder der Vor-Lesestufe.

In der Geschichte geht es um das Pony Pia, den Flamingo Fred und den Schimpansen Ali, die sich an einem bewölkten Tag zu Hause im Zoo langweilen und deshalb auf die Idee kommen, eine Tierolympiade zu veranstalten. Verschiedene Disziplinen werden absolviert - und so überbrücken die drei auf lustige Weise und mit dem ein oder anderen flapsigen Spruch auf den Lippen die Zeit, bis die Sonne wieder scheint.

Meiner Tochter haben vor allem die Bilder gut gefallen - schön illustriert, mit bunten Farben und vielen Details. Die kleinen Bilder im Text, die von den Kindern mitgelesen werden, fand ich mit Ausnahme von 2-3 Bildern klar und gut verständlich. Anfangs hatte ich ein bisschen Angst, dass die Geschichte zu lang zum Mitlesen für ein vierjähriges Kind ist, aber dadurch, dass sie in drei Kapitel unterteilt ist, war das gar kein Problem.
Um nochmal auf die bereits erwähnten "flapsigen Sprüche" der drei Tiere zurück zu kommen: Meine Tochter hat mich jedes Mal mit großen Augen angeschaut, wenn es wieder mal hieß: "Das ist voll BANANE!" oder "Blöder MIST und PFERDEÄPFEL!" Verstanden hat sie das auf Anhieb nicht, aber ich habs ihr dann erklärt und seitdem findet sie auch alles voll "Banane".

Am Ende des Buches gibt es noch zwei nette Features: Zum einen eine Wörterliste zum Herausklappen, damit man nicht immer nachblättern muss - da hat sich doch mal jemand was dabei gedacht! Und zum anderen ein paar altersgerechte Rätsel, die wir zwischen den einzelnen Kapiteln eingebaut haben, damit das Vor- und Mitlesen eben nicht zu lange und eintönig wurde.

Mein Fazit: Uns hat das Buch super gut gefallen und ich bin sicher, meine Tochter wird es noch oft zur Hand nehmen. Das verdient volle 5 von 5 Sternen!

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 07.02.2021

Sehr emotional, aber leider trotzdem kein Highlight

Melody of our future
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"Melody of our Future" von Emily Crown ist der Abschlussband der 12 Songs for Carrie-Dilogie. Man sollte Teil 1 gelesen haben, um diesen Roman wirklich zu verstehen.

Nach "Songs of our past" hatte ich ...

"Melody of our Future" von Emily Crown ist der Abschlussband der 12 Songs for Carrie-Dilogie. Man sollte Teil 1 gelesen haben, um diesen Roman wirklich zu verstehen.

Nach "Songs of our past" hatte ich ziemlich große Erwartungen an dieses Buch - und leider wurden diese teilweise enttäuscht. Mir war klar, dass die Wiedervereinigung von Carrie und Evan nicht problemlos über die Bühne gehen würde, aber dennoch muss ich sagen, dass es mir einfach zu viel Drama war. Und dass ich am Ende nicht so recht verstehen konnte, warum die beiden wieder zusammen gekommen sind - nach zwei Dritteln des Buches hätte ich gesagt, Carrie soll wieder nach Schottland zurück fliegen und gut is es... In diesem Zusammenhang hatte ich ganz oft den Begriff "toxische Beziehung" im Kopf.

Sowohl Carrie als auch Evan haben in der Zeit ihrer Trennung einige schlimme Sachen erlebt. Gerade Evan hat mich allerdings total enttäuscht, weil er seine Probleme lieber auf die typische Rockstar-Tour mit viel Alkohol, Drogen und Frauen regeln wollte, anstatt sich ernsthaft Hilfe zu holen. Beim besten Willen - ich konnte nichts mehr an diesem Mann finden, der in Band 1 noch so tolle, gefühlvolle Lieder geschrieben hatte.
Carrie dagegen war mir unvermindert sympathisch, aber ich hätte mir mehr Selbstbewusstsein Evan gegenüber gewünscht.

Evans Band und Mel fand ich im ersten Band ebenfalls noch ganz klasse, aber in Band 2 waren sie mir zu nachlässig ihrem Freund gegenüber.

Mein Fazit: Ich hab lange mit mir gerungen - auf der einen Seite konnte ich das Buch nicht aus der Hand legen, weil ich gerne wissen wollte, wie es ausgeht, aber auf der anderen Seite, war es auch überhaupt nicht das, was ich erwartet hatte - ich war ein bisschen enttäuscht am Schluss. Deshalb gibt es nur 2,5 von 5 Sternen. Schade!

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Veröffentlicht am 07.02.2021

Musikalische Reise durch die Geschichte von Carrie und Evan

Songs of our past
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"Songs of our past" von Emily Crown ist eine Rockstar-Romanze wie sie im Buche steht - und dann eben auch doch wieder nicht. Die Protagonistin Carrie kommt nach 3 Jahren zurück nach Seattle, wo sie damals ...

"Songs of our past" von Emily Crown ist eine Rockstar-Romanze wie sie im Buche steht - und dann eben auch doch wieder nicht. Die Protagonistin Carrie kommt nach 3 Jahren zurück nach Seattle, wo sie damals ihre große Liebe Evan und ihre Freunde zurück gelassen hat. Der Roman handelt von ihrem ersten Abend nach ihrer Rückkehr, den sie in einer Bar verbringt, wo ausgerechnet Evan mit seiner Band auftritt und sie mit zwölf Songs in ihre gemeinsame Vergangenheit zurück katapultiert. Das Ende bleibt offen - die Geschichte der beiden wird in Teil zwei der Dilogie, "Melody of our future", fortgesetzt.

Der Roman ist alles andere als linear geschrieben - es gibt immer wieder, teilweise bereits innerhalb weniger Absätze, Sprünge zwischen Gegenwart und Vergangenheit, teilweise in Form von Erzählungen, teilweise aber auch in Form von Liedtexten. Vielleicht bin ich dadurch ein bisschen schlecht in den Roman reingekommen. Nach einigen Kapiteln war meine Neugier aber geweckt und ich konnte das Buch gar nicht mehr aus der Hand legen. Die Szenen in der Gegenwart sind sehr emotional - man leidet mit Carrie mit, die an dieser Bar steht und noch einmal all die schönen und unschönen Dinge aus ihrer Beziehung mit Evan durchlebt. Die Vergangenheit wiederum ist sehr "rockig" - viel Alkohol, viel Party etc. Man kann sich gut vorstellen, wie die Band, Mel und Carrie miteinander funktioniert haben. Dennoch kriegt man in diesen Szenen schon mit, wie schwierig die Beziehung zwischen Carrie und Evan war, wie sehr sie von Ängsten und Missverständnissen geprägt war. Und dennoch fragt man sich am Ende: Wie kam es denn nun zur Trennung?

Mein Fazit: Ein überraschend emotionales Buch, das mal so ganz "anders" geschrieben ist. Ich freue mich auf Teil 2 und vergebe 4 von 5 Sternen.

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