Hatte mehr erhofft
Zwei in einem BildNach dem wunderschönen Cover und dem vielversprechenden Klappentext hatte ich mir eine Geschichte erhofft, die gerade aufgrund ihres geringen Realitätsanspruchs vielleicht sogar surrealistische ...
Nach dem wunderschönen Cover und dem vielversprechenden Klappentext hatte ich mir eine Geschichte erhofft, die gerade aufgrund ihres geringen Realitätsanspruchs vielleicht sogar surrealistische Elemente oder zumindest eine besondere Form von Tiefe entfaltet.
Diese Erwartung wurde jedoch nicht erfüllt. Von Beginn an hat mich der kindlich wirkende, stark monologische Stil gestört. Wie in einer Art schlichtem Tagebuch sollen wir als Lesende die Hintergründe der Figuren über ihre Selbstbefragungen erschließen. Diese wirken jedoch oft plump und wenig subtil, etwa in Fragen wie: „Hatte ich vielleicht Vertrauensprobleme, weil ich von meinem Exfreund so enttäuscht wurde, als er XY gemacht hat?“
Auch die Protagonistin verbleibt auf dieser oberflächlichen Ebene, wodurch die dargestellte Liebesbeziehung wenig glaubwürdig erscheint. Keine der Figuren gewinnt an Tiefe oder Individualität, und auch eine wirkliche Handlung ist kaum erkennbar. Stattdessen wirkt der Text wie ein direktes, konstruiertes Hinführen zum Kennenlernen und Verlieben, als müsse es einfach so passieren.
Besonders enttäuschend ist zudem der Umgang mit dem Themenfeld der Kunst. Trotz Bezügen zu realhistorischen Persönlichkeiten bleibt die Darstellung erstaunlich oberflächlich und schöpft ihr Potenzial nicht aus. Dabei erscheint es fast, als sei diese Art des Schreibens komplizierter inszeniert, als tatsächlich inhaltliche Tiefe zu entwickeln.
Eine schöne Idee, aber eine enttäuschende Umsetzung.