Schicksal und Tradition stellen eine große, verbotene Liebe auf den Prüfstand
Helen Zhang ist bereits Anfang Dreißig, erfolgreiche Autorin und sieht der Verfilmung eines ihrer Bücher entgegen. Das dafür vorgesehene Team am Set in Los Angeles ist einfallsreich und bunt gemischt und ...
Helen Zhang ist bereits Anfang Dreißig, erfolgreiche Autorin und sieht der Verfilmung eines ihrer Bücher entgegen. Das dafür vorgesehene Team am Set in Los Angeles ist einfallsreich und bunt gemischt und plötzlich steht Helen auch Grant Shepard gegenüber, dem Mann, der als Highschool-Student in einen unverzeihlichen Unfall verwickelt war und damit Helens Leben in ihren Grundfesten erschüttert hat.
Das Cover sowie auch die kurze Beschreibung von Emily Henry auf dem Titel deuten auf lockere, lustige Unterhaltung hin. Aber nein, ich finde, Yulin Kuang hat auf subtile und einfühlsame Weise sehr perfekt eingefangen, das unterschiedliche Kulturen auch unterschiedliche Erwartungen an ihre Kinder hegen. Und dass diese Erwartungen manchmal einen großen Zwiespalt der Gefühle auslösen können. Helen hat ihre Schwester verloren, alle Hoffnungen der Eltern lasten nun auf ihr. Um keine Katastrophe in der Familie auszulösen, ist sie sogar bereit, ihrer großen Liebe zu entsagen. Aber trotz quälender und unglücklicher Entscheidungen hat das Schicksal für Helen eine Lösung parat.
Yulin Kuang versteht es, bedrückende, zermürbende Gefühle und große Lebenszweifel ungemein tiefgründig und zutiefst verständlich zu beschreiben und großes Mitgefühl zu wecken. Die Frage nach Schuld schwebt stets im Raum und man erwartet bald nicht mehr, dass diese überwunden werden kann. Die Autorin legt die Zwickmühle, in der ihre Protagonisten stecken, sehr gut offen und man darf die Achterbahn der Gefühle miterleben, der sie ausgesetzt sind.
Ein tiefgründiger, einfühlsamer und bewegender Roman, voller Trauer und Zweifel, aber auch voller Zuversicht und Hoffnung, genau wie das Leben ihn schreiben könnte!