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Veröffentlicht am 01.04.2026

Cozy Small Town Romance mit feinem Suspense

Garnet Flats | Die Edens 3 |
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Garnet Flats ist der dritte Teil der Edens Reihe von Devney Perry. Wie auch die anderen Teile spielt der Roman in Quincy, einer idyllischen Kleinstadt in Montana. In diesem Roman wird die Liebesgeschichte ...

Garnet Flats ist der dritte Teil der Edens Reihe von Devney Perry. Wie auch die anderen Teile spielt der Roman in Quincy, einer idyllischen Kleinstadt in Montana. In diesem Roman wird die Liebesgeschichte der Assistenzärztin Talia Eden und dem Profiboxer Foster Madden erzählt. Beide waren schon auf dem College ein Jahr lang zusammen und für beide war es die Liebe ihres Lebens. Leider hat Foster dann spontan beschlossen, Talias beste Freundin Vivi zu heiraten. Nach sieben Jahren taucht er plötzlich in Quincy auf und möchte Talia zurückgewinnen. Wir dürfen gespannt sein, ob Talia von diesem Vorschlag genauso begeistert ist, wie Foster und welche Geheimnisse der Vergangenheit ans Licht kommen.

Das Hörbuch hat mir insgesamt gut gefallen. Die Stimmen der Sprecher sind sehr angenehm und es lässt sich leicht und angenehm hören. Die Geschichte ist von Beginn bis zum Ende spannend und ich würde sie als sehr turbulent bezeichnen. Dass die Wahrheit über die Vergangenheit von Foster und seine spontane Ehe mit Vivi nur häppchenweise ans Licht kommt, hat ganz schön an meinen Nerven gezehrt und man hätte Foster und Talia manchmal schütteln können, damit sie endlich alles klären und nicht bei jedem Gespräch wieder wegrennen und tagelang schweigen. Fosters Art einfach in Quincy und damit in Talias Safe Space einzudringen und dort Präsenz zu zeigen, fand ich etwas arg aufdringlich und undiplomatisch. So hat er Talia zu sehr bedrängt und die Arme hat mir zwischendurch ganz schön Leid getan. Das fand ich als Frau etwas unangenehm. Letztendlich hat sich seine Hartnäckigkeit ausgezahlt und nach den vielen Erklärungen konnte ich nicht nur Talias sondern auch seine und Vivis Perspektive nachvollziehen. Die Dynamik und Liebesgeschichte der beiden hat sich auf jeden Fall echt und lebendig angefühlt. Sehr schön fand ich, dass wir durch die abwechselnden Perspektiven von Foster und Talia tief in ihre Gedanken und Gefühle eintauchen konnten. Die Nebencharaktere fand ich in diesem Buch auch wieder schön vielfältig dargestellt. Der Schreibstil der Autorin ist wie immer eindringlich und sehr emotional und das liebe ich an ihren Büchern so sehr. Quincy und die Landschaft Montanas im Winter wird so schön atmosphärisch dargestellt, dass man sich wunderbar dorthin träumen kann.

Fazit: Turbulente Liebesgeschichte, die sich lebendig und echt anfühlt mit vielen Geheimnissen und einem leichten Suspense Anteil. Ein bisschen viel nervenaufreibendes Hin und Her für meinen Geschmack. Wunderbares cozy Small Town Setting in Montana. Empfehlenswert für alle, die eine turbulente, emotionale Liebesgeschichte mit sanftem Suspense Anteil lieben.

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Veröffentlicht am 29.03.2026

Ein atmosphärischer, humorvoller Roman für den Sommer

Mirabellentage
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Mirabellentage ist ein Roman, der mich wirklich positiv überrascht hat. Die Protagonistin ist Anna, die im Dorf Blumfeld lebt und die Pfarrhaushälterin vom örtlichen Pfarrer Josef ist. Als Josef stirbt ...

Mirabellentage ist ein Roman, der mich wirklich positiv überrascht hat. Die Protagonistin ist Anna, die im Dorf Blumfeld lebt und die Pfarrhaushälterin vom örtlichen Pfarrer Josef ist. Als Josef stirbt muss sie nicht nur seine Beerdigung organisieren, sondern es beginnt für sie auch ein komplett neuer Lebensabschnitt.

Der Schreibstil der Autorin hat mich sehr begeistert. Er ist ruhig, eindringlich und sehr atmosphärisch. Der Roman wird aus der Perspektive von Anna in der Ich-Form erzählt. Während sie die Beerdigung von Josef organisiert sowie den neuen Pfarrer in den Ort einführt und ihm seine Menschen näherbringt, schweift sie in ihrer Erzählung immer wieder in Erinnerungen an ihre und Josefs Herkunft, Kindheit und ihr gemeinsames Leben im Pfarrhaus ab. Man lernt dabei viele Dorfbewohner über Jahrzehnte kennen, manche intensiv, manche eher oberflächlich. Es werden viele Begebenheiten über den Ort, seine Bewohner und Veranstaltungen im Ort erzählt, die ein typisches Dorfleben darstellen. Wer jetzt denkt, dass das langweilig ist, irrt sich gewaltig. Die Begebenheiten sind manchmal traurig, oft sehr berührend aber auch sehr oft so komisch, dass ich wirklich viel lachen musste. Dieser rabenschwarze Humor auch in Bezug auf die katholische Kirche und die Erlebnisse als Pfarrsekretärin machen für mich einen großen Reiz des Buches aus. Die Kaffeefahrt der Männer zum Kneippen, die zur Enttäuschung der Männer nicht in diversen Kneipen sondern in diversen Wasserbecken endet, ist ein absolutes Highlight und ich habe Tränen gelacht. Es sind einfach viele Begebenheiten, wie ich sie auch früher bei meinen Großeltern auf dem Dorf erlebt habe, wo der Pfarrer noch eine Respektsperson war und Kaffeefahrten und Dorffeste das Highlight der Dorfbewohner. Anna als Protagonistin ist total sympathisch und aufgeweckt. Sie ist mit sich und dem Leben zufrieden, obwohl es ein hartes Leben mit viel Fremdbestimmung ist. Trotzdem macht sie aus allem das Beste und hilft oft auf witzige und unkonventionelle Art und Weise. Sie nimmt sich auch kleine Freiheiten und gerade nach Josefs Tod erwacht in ihr ein Freiheitsdrang, der nochmal eine spannende charakterliche Entwicklung mit sich bringt. Das Setting in Blumfeld fand ich ganz toll. Die Landschaft und auch die Ereignisse vor Ort werden so malerisch und eindringlich beschrieben, das man das Gefühl hat, mit im Ort zu wohnen.

Fazit: Ein köstlicher Roman über eine starke, warmherzige und einfallsreiche Protagonistin, ein interessantes Dorfleben und die Eigenheiten des katholischen Glaubens, wenn man das Leben nicht ganz so ernst nimmt. Sehr berührend, manchmal traurig aber oft sehr humorvoll. Ein ganz tolles Setting mit atmosphärischen Beschreibungen der Landschaft und des Ortes. Ein Sommerroman, den ich wärmstens empfehlen kann.

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Veröffentlicht am 28.03.2026

Leichte, absehbare Lovestory mit malerischem Setting

Summer Tides
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Ich habe mich so auf dieses Buch gefreut, weil ich einerseits Liebesgeschichten liebe und andererseits ein Setting in St. Ives in Cornwall bestimmt eine zauberhafte Kulisse bietet. Leider hat mich das ...

Ich habe mich so auf dieses Buch gefreut, weil ich einerseits Liebesgeschichten liebe und andererseits ein Setting in St. Ives in Cornwall bestimmt eine zauberhafte Kulisse bietet. Leider hat mich das Buch eher enttäuscht zurückgelassen.

Das Cover und auch der Farbschnitt sind sehr schön gestaltet und gefallen mir sehr gut. Der Schreibstil der Autorin ist wirklich flüssig und modern, sodass man nur so durch die Seiten fliegt. Das Setting in St. Ives ist zauberhaft und wird von der Autorin auch wirklich sehr atmosphärisch beschreiben, sodass man sich gut dorthin träumen kann. Die Nebencharaktere der Geschichte wie Scarletts Freundin Emily, Jonahs Geschwister Lucas sowie Penelope und ein Großteil der Einheimischen sind wirklich süß und sehr hilfsbereit. Diese Aspekte waren für mich allesamt sehr positiv.

Leider konnte ich mit Scarlett als Protagonistin wenig anfangen. Zu Beginn fand ich ihre Naivität und Unbeholfenheit noch ein wenig sympathisch, war allerdings spätestens in der Mitte des Buchs nur noch genervt von der Protagonistin. Scarlett ist nicht nur naiv und kriegt nichts auf die Reihe, es findet auch keinerlei charakterliche Entwicklung statt. Sie braucht mit 27 Jahren und nach 15 Jobs, die sie bereits hatte, immer Jemanden, der sie aus misslichen Situationen rettet und ihr hilft, wieder einigermaßen alles auf die Reihe zu bekommen, bis die nächste Katastrophe eintritt. Ich finde hier wird ein Frauenbild mit einer Protagonistin vermittelt, die selbst nichts kann und daher eine ganze Kompanie an Babysittern braucht, die alles für sie regeln, sie trösten, verarzten und immer helfen und da bin ich dann leider raus, zumal sich das das ganze Buch nicht ändert. Eric, ihren Freund in London, eine absolute Red Flag, redet sie sich viel zu lange schön und stürzt sich dann gleich auf Jonah, der ein Helferherz hat und immer zur Stelle ist. Von der einen Abhängigkeit in die nächste, anstatt sich erstmal zu entwickeln und auf eigenen Beinen zu stehen. Auch die Lovestory zwischen Jonah und Scarlett kommt zu plötzlich und entwickelt sich zu wenig. Mit 317 Seiten fand ich das Buch auch etwas zu mager und das Happy End zu überstürzt. Mich konnte das Buch leider nicht überzeugen, da ich weder die Protagonisten noch die Geschichte besonders ansprechend fand, was eigentlich sehr schade ist, da das Setting so zauberhaft ist.

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Veröffentlicht am 24.03.2026

Interessante und authentische Familiengeschichte

Alle glücklich
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Im Buch „Alle glücklich“ von Kira Mohn wird eine interessante und authentische Familiengeschichte erzählt. Mutter Nina hat ihr Medizinstudium abgebrochen, um Kinder zu bekommen und sich der Familie zu ...

Im Buch „Alle glücklich“ von Kira Mohn wird eine interessante und authentische Familiengeschichte erzählt. Mutter Nina hat ihr Medizinstudium abgebrochen, um Kinder zu bekommen und sich der Familie zu widmen. Sie arbeitet halbtags als MFA und hat noch einen anderen Job, von dem die Familie nichts weiß. Vater Alexander ist Oberarzt in der Klinik und beruflich sehr eingespannt. Emilia ist eine typische Teenagerin, die noch zur Schule geht und seit drei Monaten einen festen Freund hat. Ben studiert und sein einziges Hobby ist das Zocken am PC. Alle vier Familienmitglieder leben zwar räumlich zusammen, aber doch mehr oder weniger nebeneinander her und haben mit ihrem eigenen Leben zu kämpfen. Jeder ist unzufrieden aber in seinem Leben gefangen und das Familienidyll bekommt nach und nach Risse, bis sich die Situation zuspitzt und sich die Wahrheit ihren Weg in die Freiheit bahnt.

Mir hat das Buch insgesamt gut gefallen. Die einzelnen Familienmitglieder sind authentisch und werden vielschichtig dargestellt. Ihre Entwicklung im Laufe des Romans ist sehr interessant. Die Geschichte ist mitten aus dem Leben gegriffen und zeigt, dass hinter der idyllischen Fassade einer Familie jede Menge Probleme und unausgesprochene Sehnsüchte lauern, die ein Konfliktpotenzial darstellen, weil sie nicht angesprochen werden. Diese Realitätsnähe hat mir besonders gut gefallen, da sie zum Nachdenken und zur Selbstreflexion anregt. Der Schreibstil der Autorin ist wunderbar flüssig und die Geschichte lässt sich angenehm leicht lesen. Der Roman verfügt über einen guten Spannungsbogen. Durch die vier Perspektiven der jeweiligen Familienmitglieder gelingt es dem Leser, tief in die Gedanken und Gefühle der einzelnen Charaktere einzutauchen und hautnah beim Geschehen dabei zu sein. Ich fand insbesondere die Sichtweise von Emilia und Ben sehr interessant, da ihre Selbstzweifel, Ängste und ihr pubertäres Verhalten mich an meine eigenen Kinder erinnern. Aber auch Nina, als Mutter und Mädchen für alles, kommt mir als Charakter sehr bekannt vor. Das Ende der Geschichte fand ich etwas zu abrupt, da hätte ich mir einfach noch mehr gewünscht. Mir persönlich waren es ein paar Themen zuviel in diesem Buch. Ich hätte mir weniger Themen aber mit mehr Tiefe gewünscht. Insgesamt aber ein interessanter Familienroman, der sich spannend liest und zum Nachdenken anregt.

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Veröffentlicht am 23.03.2026

Intensiver, eindringlicher Roman, der zum Nachdenken anregt

Das schönste aller Leben
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Das Buch „Das schönste aller Leben“ von Betty Boras handelt von mehreren Generationen von Frauen, die eine Beziehung mit dem Banat in Rumänien haben. Da ist zum einen Theresia, die von der Keuschheitskommission ...

Das Buch „Das schönste aller Leben“ von Betty Boras handelt von mehreren Generationen von Frauen, die eine Beziehung mit dem Banat in Rumänien haben. Da ist zum einen Theresia, die von der Keuschheitskommission im 18. Jhd. Ins Banat verschleppt wurde und dort Zwangsarbeit leisten musste. Dann eine ihrer Nachfahrinnen Violet, genannt Vio, die mit ihrer Familie nach dem Fall des Regimes aus dem Banat nach Deutschland auswandert. Wir erleben sowohl die Zeit der Auswanderung und Eingliederung in Deutschland aus der Sicht Vio, als auch einige Zeit später, als Violet selbst Mutter eines Mädchens ist. Außerdem ist da noch die Perspektive der Banater Erde, die die Einwanderung und Auswanderung sehr berührend kommentiert.

Das Buch hat mir insgesamt gut gefallen. Eingebettet in eine Familiengeschichte über mehrere Generationen und Jahrhunderte, behandelt es so unglaublich viele Themen wie Identität, Herkunft, Zugehörigkeit, Schönheitsideale, Mutterschaft und verbindet diese mit den persönlichen Geschichten der Frauen. Der Schreibstil ist ruhig und eindringlich und man kommt den Protagonistinnen in ihren Gedanken und Gefühlen richtig nahe. Theresia hadert mit ihrer Schönheit, da ihr diese nicht das Leben gebracht hat, das sie sich wünscht, sondern sie in der Zwangsarbeit unter unmenschlichen Bedingungen ihr Dasein fristen muss. Die kindliche und jugendliche Vio möchte möglichst so sein, wie alle anderen in Deutschland, um bloß nicht aufzufallen und die erwachsene Violet würde alles dafür geben, die Schönheit ihrer Tochter, die nach einem Unfall entstellt ist, wieder herzustellen. Da meine Familiengeschichte väterlicherseits auch von Flucht und Vertreibung geprägt ist, konnte ich viele Themen, die in dem Buch tiefgründig behandelt werden, wie Heimat, Sehnsucht, Identitätssuche und Zugehörigkeit so gut nachvollziehen. Man möchte nicht auffallen und möglichst deutsch sein und alles richtig machen, um dazuzugehören. Und erst wenn man ein Haus, ein schönes Auto und Kinder in erfolgreichen Berufen hat oder sie gut verheiratet sind, hat man es geschafft und sich erfolgreich in Deutschland integriert. Das habe ich als Kind auch immer gepredigt bekommen. Ein sehr interessantes Buch, das zum Nachdenken anregt und noch lange nachhallt.

Fazit: Eine eindringlich und atmosphärisch geschriebene Familiengeschichte, die so unglaublich viele wichtige Themen anspricht. Von Beginn bis zum Ende sehr interessant geschrieben und durch den Wechsel der Perspektiven immer vielfältig und abwechslungsreich. Ein Buch das berührt und über das man noch lange nachdenkt.

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