Ungewöhnlich packend, atmosphärisch und überzeugend real!
Der Blutmensch zu KölnIm historischen Köln 1847 spielt sich ein grausames Szenario ab. Auf einem völlig abgebrannten Gutshof werden neun furchtbar zugerichtete Leichen gefunden. Schnell gerät eine junge entlassene Dienstmagd ...
Im historischen Köln 1847 spielt sich ein grausames Szenario ab. Auf einem völlig abgebrannten Gutshof werden neun furchtbar zugerichtete Leichen gefunden. Schnell gerät eine junge entlassene Dienstmagd samt ihrem Verlobten unter Verdacht, doch Redakteurin Mathilde von Tabouillot zweifelt an deren Schuld. Gemeinsam mit dem Anwalt Dr. Venedey, seinem Referendar und dem Gendarmen Schäng versucht sie im Wettlauf mit der Zeit, das Mädchen vor dem Schafott zu bewahren.
Das stimmige Cover zeigt den Blick auf die Stadt Köln, der beeindruckende Dom befindet sich noch im Bau und man fühlt sich sofort in die engen Gassen versetzt, in eine Zeit, in der Armut und Reichtum gegensätzlicher nicht sein könnten. Für viele ist es ein Kampf ums tägliche Überleben, die Gesetzgebung ist entsprechend unerbittlich.
Den Autorinnen ist es mit hervorragender Recherche und packendem Schreibstil gelungen, die düstere Atmosphäre zu vermitteln, zu fesseln und in eine vergangene Zeit zu entführen. Ihre Protagonisten sind überzeugende Charaktere, sehr menschlich und unglaublich real geschildert, echte Kölner mit Mundart und Herz, ich war sofort in den Bann gezogen und konnte das Buch nicht mehr aus der Hand legen. Mathildes Mut und der Einsatz ihrer Mitstreiter geraten fast an ihre Grenzen und ich war durchweg gefangen von den Wendungen und Ergebnissen ihrer wahrlich atemberaubenden Spurensuche.
Dass diesem packenden Fall auch noch ein wahrer Ursprung zu Grunde liegt, verleiht diesem historischen Krimi das Tüpfelchen auf dem i. Hier verbinden sich Spannung und menschliche Abgründe mit beeindruckendem Mut und dem tiefen Wunsch nach Gerechtigkeit. Meine absolute Leseempfehlung!