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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 28.03.2026

Viel Tee, viele Spielfilme und ein Mäuserich, der vieles verändert

Eine Maus namens Merlin
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Das Cover ist einfach zauberhaft und herzerwärmend! Die zierliche Maus, voller Vertrauen, schläft in einem Hausschuh! Und Helen Cartwright, ehemalige Herzchirurgin und Kardiologin in Australien, verliert, ...

Das Cover ist einfach zauberhaft und herzerwärmend! Die zierliche Maus, voller Vertrauen, schläft in einem Hausschuh! Und Helen Cartwright, ehemalige Herzchirurgin und Kardiologin in Australien, verliert, nach sechzig Jahren heimgekehrt nach England, ihr Herz an sie.
Der Klappentext klingt vielversprechend nach einer wunderschönen, bewegenden Geschichte einer alten Dame, die den Kontakt zu ihrer Umwelt wiederfindet. Leider waren meine Erwartungen entweder zu hoch, oder ich fand einfach den Draht zur Geschichte nicht. Helen lebt ihr Leben geordnet mit viel Tee und Spielfilmen im TV, regelt ihren Tag und bricht, bis auf ein einziges Mal, nicht mit ihren Gewohnheiten. Simon van Booy legt Geduld an den Tag, er schreibt ruhig, gelassen und sehr detailreich. Stets habe ich erwartet, dass ein Wandel geschieht oder wenigstens etwas passiert. Aber es braucht Geduld und einen langen Atem, bis Helen aus sich herausgeht, um der kleinen Maus zu Hilfe zu eilen. Dann allerdings überschlagen sich die Geschehnisse doch auf überraschende Weise.
Ich war wirklich gebannt von der wunderbar warmherzigen Art, mit der Frauke Poolman dieses Buch liest. Sie hat eine wohltönende Stimme, die sie perfekt einsetzt, und sie war auch der Grund, warum ich bis zum Ende durchgehalten habe. Die Geschichte ist nett, ganz sicher, konnte mich aber leider nicht wirklich überzeugen.

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Veröffentlicht am 24.03.2026

Ein schauriger Plot, der die düstere Spannung bis zum Ende hält!

Moorland. Die Zwillinge
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Nike und Jana, eineiige Zwillingsmädchen, machen sich an einem nebeligen Nachmittag auf den Weg ins Moor, um Fotos für ihren Social-Media-Kanal zu machen. Als sie nicht wieder auftauchen, macht sich die ...

Nike und Jana, eineiige Zwillingsmädchen, machen sich an einem nebeligen Nachmittag auf den Weg ins Moor, um Fotos für ihren Social-Media-Kanal zu machen. Als sie nicht wieder auftauchen, macht sich die Dorfgemeinschaft auf die Suche. Fündig werden sie trotz aller Anstrengung und Gefahr nicht, aber weitere seltsame Geschehnisse erschüttern die Anwohner.

Das Buch punktet mit einem wunderschönen, mystischen Cover und der Farbschnitt macht den Eindruck einfach perfekt! Und dazu hat sich Andreas Winkelmann ein Setting ausgedacht, das schauriger nicht sein könnte! Sehr eindrucksvoll und bewegend ist sein Stil, man kann die Kälte im Moor regelrecht spüren, den erdrückenden und alles verschleiernden Nebel vor sich sehen. Auch als eines der Mädchen unter mysteriösen Umständen wieder auftaucht, bleiben die weiteren Ereignisse undurchsichtig und geheimnisvoll, das zweite Mädchen bleibt verschwunden, ein Mord geschieht und Kommissarin Malia Gold, gerade erst nach Jahren wieder zu Hause angekommen, ist auf Hilfe bei der Aufklärung angewiesen.
Andreas Winkelmann schafft einen verwirrenden, mysteriösen und sehr atmosphärischen Plot, der dazu führt, dass man das Buch nicht mehr aus der Hand legen kann!
Ich habe allerdings beim Hörbuch zunächst einen Punktabzug angedacht, denn Charles Rettinghaus liest die Dialoge gefühlt krampfhaft verstellt, was mich eher an ein Märchen denken ließ. Ruth Sichler erstand regelmäßig als Hexe vor meinem inneren Auge, was den Hörgenuss etwas gemindert hat.

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Veröffentlicht am 20.03.2026

Ein spannender, humorvoller und warmherziger Krimi mit herrlichem Altaussee-Flair!

Letzter Landler
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Die Geige liegt zerstört im Gras (Cover), die dazugehörige Violinistin wird tot vor einer kleinen Kapelle aufgefunden. Jemand muss sie nach einem Konzert heimlich dort abgelegt haben und Verdächtige gibt ...

Die Geige liegt zerstört im Gras (Cover), die dazugehörige Violinistin wird tot vor einer kleinen Kapelle aufgefunden. Jemand muss sie nach einem Konzert heimlich dort abgelegt haben und Verdächtige gibt es in den Orchester- und Ballettkreisen reichlich. Eine echte Herausforderung für das Ermittlungsteam und Gasperlmaiers Spürnase!

Für mich sind die Gasperlmaier-Krimis etwas wirklich Besonderes! Sie vereinen spannende Fälle, intensive Recherchen, eigenwillige, aber sehr liebenswerte Protagonisten, Traditionen und das wunderbare Flair des Altausseer Landes.
Und auch in seinem neuesten Fall wird Gasperlmaier vor große Herausforderungen gestellt. Zu verzwickt ist der Fall, verworren die Details, und undurchsichtig die Verdächtigen. Es braucht schon eine gute Nase, ein Gefühl für Puzzleteilchen und den Halt und die Unterstützung einer engagierten Familie, um den Mörder zu entlarven. Ich mag die herrliche Abwechslung zwischen Arbeits- und Privatleben, und bin besonders von den humorvollen Dialogen begeistert. Herbert Dutzler versteht es, mit raffinierten Szenen und spannenden Einfällen zu fesseln, so dass man das Buch kaum mehr aus der Hand legen kann.
Auch der 13. Fall ist wieder erstklassig gelungen, spannend und liebenswert humorvoll!

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Veröffentlicht am 12.03.2026

Ein spannender Krimi vor herrlicher Kulisse

Die Tote von Nazaré
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Maren Berger, Hauptkommissarin in Köln, versucht verzweifelt, einen lebensbedrohlichen Anschlag zu verarbeiten. Nur langsam kann sie sich von einem Kopfschuss aus nächster Nähe erholen, ihr Gedächtnis ...

Maren Berger, Hauptkommissarin in Köln, versucht verzweifelt, einen lebensbedrohlichen Anschlag zu verarbeiten. Nur langsam kann sie sich von einem Kopfschuss aus nächster Nähe erholen, ihr Gedächtnis verweigert den Dienst, sie ringt nach Zuversicht. Auf der Suche nach Abstand und Erholung entschließt sie sich, eine Freundin in Portugal zu besuchen. Doch kaum in Nazaré angekommen, stolpert sie über eine tote Frau, die kurz darauf wieder verschwunden ist. Doch Inspetor Ferreira glaubt ihr…

Das Cover zeigt die Bucht von Nazaré und passt natürlich hervorragend zum Inhalt, das zerbrochene Azulejo könnte man als Hinweis auf die traumatisierte Maren Berger deuten. Und doch ist es die Hauptkommissarin, die hier Stärke beweist. Trotz ihrer Einschränkungen macht sie sich an die Ermittlungen, unterstützt von Joao Ferreira.
Miguel Silva hat einen sehr fesselnden Krimi geschrieben, der Plot ist vielschichtig und einfallsreich, ein Täter bleibt bis zum Ende verborgen und verschiedene Sichtweisen sorgen für anhaltende Spannung. Sein Stil ist bildhaft, detailreich und ausführlich, man kann sich sehr gut in die Protagonistin hineinversetzen und ihre Gefühle wie auch ihre Situation nachvollziehen. Maren Berger erweist sich als hartnäckig, Ispetor Ferreira als klug, umsichtig und mutig. Gemeinsam schaffen sie es, unter Einsatz ihres Lebens nicht nur einen aktuellen Fall zu lösen, sondern auch einen, der seinen Ursprung weit in der Vergangenheit hat.
Und die herrliche Kulisse wie auch das angenehme portugiesische Flair tragen zu einem rundum gelungenen Krimi bei, auf dessen Fortsetzung man gespannt sein darf.
Jenny Laura Bischoff liest das Hörbuch mit sehr angenehmer Stimme und gekonnt einfühlsam. (Hörbuchrezension)

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Veröffentlicht am 10.03.2026

Ein herrlich unterhaltsamer und spannender Krimi voller Humor!

Matjes al dente
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Henner Steffens ist Postbote in Neuharlingersiel und stößt bei der Ausübung seiner Arbeit auf eine Tote: Tjalda Esposito gehörte das Schiff „Meeresglück“, auf dem sie nun leblos liegt. Der Schreck ist ...

Henner Steffens ist Postbote in Neuharlingersiel und stößt bei der Ausübung seiner Arbeit auf eine Tote: Tjalda Esposito gehörte das Schiff „Meeresglück“, auf dem sie nun leblos liegt. Der Schreck ist riesig in dem kleinen Ort, es wird vermutet und gegrübelt, und auch Polizist Rudi und Lehrerin Rosa, die mit einer exzellenten Spürnase ausgestattet ist, stehen zunächst vor einem Rätsel.

Das witzig gestaltete Cover ist ein echter Hingucker und verrät schon, dass sich hier ein Krimi mit viel Humor verbirgt. Und man wird absolut nicht enttäuscht, denn die Autorinnen haben nicht nur einen wunderbar warmherzigen und mitreißenden Schreibstil, sondern auch ein Händchen für raffinierte und herrlich spannende Plots.
Hier darf man miträtseln und schmunzeln, und sich bei den liebenswerten, lebensechten Protagonisten zu Hause fühlen. Langweilig wird es nie, fesselnd bleibt es bis zum Ende, denn auch wenn sich vermeintlich vielfältige Spuren auftun, führen diese oft in die Irre oder verlaufen im Sande, und der Mörder bleibt unentdeckt bis zum Schluss. Tatsächlich bietet „Matjes al dente“ sogar einen unerwartet schlagkräftigen Showdown, der ein angenehm zufriedenes Gefühl hinterlässt.
Ein herrlich unterhaltsamer Küstenkrimi voller Spannung, der sofort das große Kopfkino anspringen lässt. Meine wärmste Leseempfehlung!

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