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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 21.04.2026

Ungewöhnlich packend, atmosphärisch und überzeugend real!

Der Blutmensch zu Köln
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Im historischen Köln 1847 spielt sich ein grausames Szenario ab. Auf einem völlig abgebrannten Gutshof werden neun furchtbar zugerichtete Leichen gefunden. Schnell gerät eine junge entlassene Dienstmagd ...

Im historischen Köln 1847 spielt sich ein grausames Szenario ab. Auf einem völlig abgebrannten Gutshof werden neun furchtbar zugerichtete Leichen gefunden. Schnell gerät eine junge entlassene Dienstmagd samt ihrem Verlobten unter Verdacht, doch Redakteurin Mathilde von Tabouillot zweifelt an deren Schuld. Gemeinsam mit dem Anwalt Dr. Venedey, seinem Referendar und dem Gendarmen Schäng versucht sie im Wettlauf mit der Zeit, das Mädchen vor dem Schafott zu bewahren.

Das stimmige Cover zeigt den Blick auf die Stadt Köln, der beeindruckende Dom befindet sich noch im Bau und man fühlt sich sofort in die engen Gassen versetzt, in eine Zeit, in der Armut und Reichtum gegensätzlicher nicht sein könnten. Für viele ist es ein Kampf ums tägliche Überleben, die Gesetzgebung ist entsprechend unerbittlich.
Den Autorinnen ist es mit hervorragender Recherche und packendem Schreibstil gelungen, die düstere Atmosphäre zu vermitteln, zu fesseln und in eine vergangene Zeit zu entführen. Ihre Protagonisten sind überzeugende Charaktere, sehr menschlich und unglaublich real geschildert, echte Kölner mit Mundart und Herz, ich war sofort in den Bann gezogen und konnte das Buch nicht mehr aus der Hand legen. Mathildes Mut und der Einsatz ihrer Mitstreiter geraten fast an ihre Grenzen und ich war durchweg gefangen von den Wendungen und Ergebnissen ihrer wahrlich atemberaubenden Spurensuche.
Dass diesem packenden Fall auch noch ein wahrer Ursprung zu Grunde liegt, verleiht diesem historischen Krimi das Tüpfelchen auf dem i. Hier verbinden sich Spannung und menschliche Abgründe mit beeindruckendem Mut und dem tiefen Wunsch nach Gerechtigkeit. Meine absolute Leseempfehlung!

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Veröffentlicht am 17.04.2026

Ein erstklassiger Krimi voller Spannung und kreativem Wortwitz!

Gärten, Gift und kalte Rache
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In Oberdistelbrunn greifen alle zum Spaten! Doch beim gemeinsamen Zwiebelstecken zur Ortsverschönerung kommt es zu einem makaberen Fund. Und dieses rätselhafte Skelett löst dann nicht nur Grauen aus, sondern ...

In Oberdistelbrunn greifen alle zum Spaten! Doch beim gemeinsamen Zwiebelstecken zur Ortsverschönerung kommt es zu einem makaberen Fund. Und dieses rätselhafte Skelett löst dann nicht nur Grauen aus, sondern führt aus unerklärlichen Gründen zu einer Folge von seltsamen Todesfällen.
Das wunderschön gestaltete Cover ist wieder ein Hingucker und reiht sich perfekt zu den beiden Vorgängerbänden ein. Sofort wächst die Neugier, denn Klaudia Blasls Garten-Krimis sind einfach sensationell und eine exklusive Mischung aus geballtem Kräuterwissen, kreativem Wortwitz und so sympathischen, lebensechten Ermittlern, dass man am liebsten selbst bei der Spurensuche dabei wäre! Es sind Kräuterexpertin Pauline und ihre Nachbarsfreundin Berta, die das Zepter in der Hand halten, unterstützt von Familie und Freunden, die ein sehr illustres Team bilden. Zusammenhalt braucht es auch, denn die Autorin schafft es spielend, nicht nur gruselige Morde zu schildern, sondern überrascht auch mit brenzligen Situationen und unerwarteten Wendungen. Und dies alles wird präsentiert mit unbändigem Spaß, deftigen Dialogen, findigen Formulierungen und ausgefeilten Sprüchen, die einem ein Dauerschmunzeln ins Gesicht zaubern. Dabei begleitet der Tod die Protagonisten bis zum atemberaubenden Showdown, es bleibt spannend bis zum undurchsichtigen Ende und erst dann darf man, sozusagen im Freundeskreis, miteinander Aufatmen.
Ein herrlicher Lesegenuss für Krimifans, die witzige, ausdrucksstarke Unterhaltung und anhaltende Spannung schätzen und dabei ganz nebenbei ihr Wissen über Giftpflanzen erweitern!

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Veröffentlicht am 16.04.2026

Liebevoll und bewegend, diesem Buch wohnt ein zarter Zauber inne…

Mirabellentage
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Annas Schicksal meint es gut mit ihr. Nach vielen, anstrengenden und kargen Jahren als Mädchen für alles und dann als Köchin in der „Post“ hat sie das Glück, zu Josef ins Pfarrhaus ziehen zu dürfen. Er ...

Annas Schicksal meint es gut mit ihr. Nach vielen, anstrengenden und kargen Jahren als Mädchen für alles und dann als Köchin in der „Post“ hat sie das Glück, zu Josef ins Pfarrhaus ziehen zu dürfen. Er ist ein vertrauter Freund aus Kindertagen und hat gerade seine Primiz in Blumfeld gehalten, sehr zur Freude seiner alten Mutter, die tags darauf stirbt. Leben und Tod gehören zusammen, und als Josef nach vielen Jahren als Pfarrer relativ früh aus dem Leben scheidet, hinterlässt er Anna ein schweres Erbe.
Martina Bogdahn schreibt sehr liebevoll, heimelig, zart, und ja, zugegeben, schon auch ein bisschen kitschig. Aber wiederum so bewegend und zum Wohlfühlen, dass man gar nicht mehr aus dem Buch auftauchen möchte. Anna ist bescheiden, sympathisch und einfach gestrickt, aber durchaus auch witzig und durch ihre ehrliche und dankbare Art sehr beeindruckend. Ihre Erinnerungen und Erlebnisse während ihres Lebens im Dörfchen Blumfeld unterhalten die Leserschaft mit lustigen Begebnissen, witzigen Possen und allerlei zutiefst menschlichen Geschichten, denen ein besonderer Zauber innewohnt. Und als Anna Josefs letzten Wunsch erfüllen kann, darf man erfreut mit ihr aufatmen.
Ein zartes, berührendes und fast melancholisches Buch, das mir sehr gut gefallen hat und von der Autorin ausgesprochen einfühlsam gelesen wird.

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Veröffentlicht am 10.04.2026

Wenn der schöne Schein zerbricht, kommt die grausame Wahrheit ans Licht

Das letzte Buch von Marceau Miller
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Marceau Miller ist ein gefeierter Schriftsteller, Freigeist und fanatischer Freeclimber. Seine Frau Sarah hat ihm, den gemeinsamen Kindern zuliebe, das Versprechen abgenommen, nur noch gesichert zu klettern. ...

Marceau Miller ist ein gefeierter Schriftsteller, Freigeist und fanatischer Freeclimber. Seine Frau Sarah hat ihm, den gemeinsamen Kindern zuliebe, das Versprechen abgenommen, nur noch gesichert zu klettern. Doch eines Tages findet man ihn tot in einem Abgrund und für seine Frau und seine Kinder beginnt eine mysteriöse und nervenaufreibende Odyssee auf der Suche nach der Wahrheit.

Das Cover zeigt einen romantischen Blick auf den See, und so wunderschön und friedlich stellt sich auch das Leben der Familie Miller dar. Alles scheint einfach perfekt, Marceau ist erfolgreich, Sarah selbständig und unabhängig, und die Kinder sind das große Glück des Paares. Darum scharen sich beste Freunde und man genießt das Leben.
Doch als Marceau tot aufgefunden wird, wendet sich das Blatt und Sarah lässt nichts unversucht, das verschwundene letzte Manuskript zu finden. Was sie dabei entdeckt, lässt ihre heile Welt zerbrechen.
Dieses Buch ist außergewöhnlich. Der Autor bringt sich selbst in den Titel ein und erzählt in einem Strang auch aus seiner Sicht. Sarah dagegen berichtet von ihrer Suche, man spürt ihre Wut, ihre Verzweiflung und ihre Unsicherheit und man merkt schnell, wie sie langsam ihren Halt verliert. Marceau Miller entführt seine Leser in ein Konstrukt aus Wahrheit und Schein, Lug und Trug und versteht es erstklassig, in die Irre zu führen, Ahnungen zu schüren und mit erstaunlichen Wendungen zu erschrecken. Mich hat das Buch gefesselt, es war teilweise richtig schaurig, aber auch sehr real und überzeugend.
Marlen Ulonska und Johannes Quester lesen das Hörbuch sehr ausdrucksstark und kraftvoll, und beide verstehen es wunderbar, die Spannung wie auch die Gefühle beeindruckend zu transportieren. (Hörbuchrezension)

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Veröffentlicht am 09.04.2026

Ein grantiger Commissario und eine höchst motivierte Kollegin rocken Neapel

Commissario Gaetano und das letzte Abendmahl
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Ein stimmiges Cover mit Blick auf den Vesuv lädt zu einem atmosphärischen Krimi ein. Denn Fabio Nola versteht es bestens, italienisches Flair wie auch angenehmes Lokalkolorit in einen rasanten Fall zu ...

Ein stimmiges Cover mit Blick auf den Vesuv lädt zu einem atmosphärischen Krimi ein. Denn Fabio Nola versteht es bestens, italienisches Flair wie auch angenehmes Lokalkolorit in einen rasanten Fall zu verpacken. Dabei steht sein bärbeißiger Commissario Gaetano im Mittelpunkt, ein Familienmensch, aber durchaus temperamentvoller und hartnäckiger Ermittler, der sich auch mal über seinen Capo hinwegsetzt. Sieht es bei dem ersten Toten zunächst noch nach einem Unfall oder Suizid aus, kommt bei einer weiteren Leiche nur noch Mord in Frage, und alle Hinweise deuten auf Blutgeld und Camorra.
Der Autor schickt sein Team sehr raffiniert durch sämtliche Höhen und Tiefen, verstellt ihnen den Weg mit reichlich unerwarteten Hindernissen, und auch als der Täter beinahe zum Greifen nah ist, wendet sich plötzlich das Blatt, und alles muss neu durchdacht werden. Fabio Nola schreibt sehr lebendig und wie aus dem Leben gegriffen, seine Dialoge sind markig und bieten auch jede Menge Schmunzelmomente. Für mich war es ein gelungener und durchweg spannender Krimi, der mir Italien wieder einmal angenehm nahegebracht hat.

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