Leben im Ausnahmezustand, ein intensives, sehr bewegendes Szenario
Solange ein Streichholz brenntDaniel Bohm lebt seit fünf Jahren auf der Straße und ist ein Einzelgänger, der verzweifelt versucht, zu überleben. Alina ist eine junge Journalistin, die ihre Chance ergreift, mit einer bewegenden Dokumentation ...
Daniel Bohm lebt seit fünf Jahren auf der Straße und ist ein Einzelgänger, der verzweifelt versucht, zu überleben. Alina ist eine junge Journalistin, die ihre Chance ergreift, mit einer bewegenden Dokumentation über Obdachlose einen großen Erfolg zu landen. Sie treffen aufeinander und stellen nach und nach fest, dass ihr Leben so unterschiedlich gar nicht ist.
Es ist eine traurige, bewegende Geschichte, die zunächst völlig aussichtslos erscheint. Einerseits für Bohm, der sich als unnahbar erweist und sich erst durch die Zuneigung eines kleinen Hundes etwas öffnen kann, andererseits für Alina, die den Herausforderungen des harten, journalistischen Alltags kaum gewachsen ist. Christian Huber erzählt so einfühlsam, so herzerweichend und vor allem deshalb ergreifend, weil man versteht, wie schnell ein Leben aus der Bahn geraten kann. Es reicht eine Tragödie, der man nicht gewachsen ist, ein Zufall, ein Ereignis, vor dem keiner gefeit ist. Der Autor bringt einem die Ausweglosigkeit nahe, zeigt, wie hilflos Menschen sein können und streut zugleich einen Hauch von Hoffnung und Liebe. Ich konnte mich in Bohm und Alina, aber auch in Saskia absolut gut hineinversetzen und empfinde das Buch als sehr realistisch und dadurch sehr überzeugen.
Robert Stadlober und Maria Wördemann lesen die verschiedenen Perspektiven der Protagonisten so warmherzig und einfühlsam, dass man das Hörbuch am liebsten in einem Rutsch genießen möchte.