Unterhaltsam und aufregend
Ein Cookie für den Dämon„Ein Cookie für den Dämon“ ist der Auftakt einer neuen Reihe aus dem ,Guild Codex-Universum‘ von Annette Marie und meiner Meinung nach genauso unterhaltsam wie die „Spellbound“-Bücher.
Nach dem Tod ihrer ...
„Ein Cookie für den Dämon“ ist der Auftakt einer neuen Reihe aus dem ,Guild Codex-Universum‘ von Annette Marie und meiner Meinung nach genauso unterhaltsam wie die „Spellbound“-Bücher.
Nach dem Tod ihrer Eltern ist Robin Page gezwungen, bei ihrem Onkel, dem die Verwaltung ihres Erbes zugesprochen wurde, unterzukommen. Dass Jacks Familie den Neuankömmling nicht toleriert, und er keinerlei Interesse daran hat, seiner Nichte zu geben, was ihr zusteht, verleitet die introvertierte, schüchterne junge Frau dazu, sich in ihrer zeitweiligen Bleibe genauer umzusehen, um vielleicht zumindest das Grimoire ihrer Mutter aufzuspüren. Stattdessen stößt sie im verbotenen Kellerabteil auf ein Geheimnis, vor dem sie seit ihrer Kindheit gewarnt wurde: Jack und Co. sind Dämonenbeschwörer, die unter ihrem Dach zwei der mächtigen Wesen gebannt haben und – vergeblich – auf deren Kooperation hoffen.
Dass es gerade die Mischung aus waghalsiger Neugier und Cookies ist, die Robin in ein gefährliches Abenteuer, mehrfach in die Nähe des Todes und in ein emotionales Chaos treiben, hätte der Bücherwurm wohl selbst am allerwenigsten gedacht …
Erstmal: Ich finde ja auch, dass Kekse und Kuchen sämtliche Barrieren durchbrechen und Herzen erweichen können, scheinbar sogar ausreichen, um lebensverändernde Pakte zu treffen. Immerhin geht auch Zylas, der den Menschen eigentlich misstraut und sie verabscheut, nun aber fortan das Leben seiner unfreiwilligen Bekanntschaft im Austausch für Leckereien beschützt, auf diesen Deal ein. Dabei will der Dämon einfach nur nach Hause, ohne seine Autonomie gänzlich aufgeben zu müssen.
Ich musste im Verlauf aufgrund der Skurrilität mehrmals herzlich lachen, und auch die komplett verschiedenen Protagonisten, wobei wir das Geschehen nur aus einer Perspektive verfolgen, ihre Interaktion und Kommunikation waren amüsanter Natur. Während Robin oft unbeholfen wirkt, zurückhaltend und möglichst gesetzestreu, jedoch auch selbstlos handelt, ist Zylas unverschämt, impulsiv und agiert nach seinen eigenen, blutigen Regeln. Dennoch wachsen beide an- und miteinander, helfen und schützen sich.
Da Page keine Ahnung von all dem hat, ist es Amalia zu verdanken, dass sie sich einigermaßen durch die magische Welt der Beschwörer winden und ihre Rolle als Kontraktorin, die ihren Dämon unter Kontrolle hat, glaubwürdig spielen kann. So ist ihre anfänglich abweisende Cousine ein tragender Bestandteil der Story, die insgesamt actionreich und witzig vonstattengeht.
Annette Marie gibt ihrem Roman durch einige sinnig gestreute Hintergründe und Informationen über die Regeln, Gesetze und die Arbeit der Gilden Kontur. Kämpfe und Flucht wurden bildreich inszeniert, während Gefühle – von Robins Überforderung, ihrer Angst und der Wut – greifbar waren. Auch die Frage, weswegen sie nie von ihrer Mutter in das Erbe ihrer Linie eingeweiht, stets von allem Magischen ferngehalten wurde, arbeitet in ihr (und uns).
Stilistisch verfolgen wir die kurzweilige Urban-Fantasy in einem authentischen, lockeren Ton, sodass es ein Leichtes ist, sich komplett in die Geschichte fallen zu lassen und mitzufiebern. Es warten Spannung, süße Momente, charakterliche Entwicklungen und die eine oder andere Wendung.
Fakt ist: Ich hätte gerne einen Zylas auf meiner Seite.
Dass die Hobbybäckerin ihrem Grimoire am Ende noch keinen Schritt näher gekommen ist, sie ihrem dämonischen Gefährten ein Versprechen gab, für das sie sicher noch die eine oder andere Regel brechen muss, und die „Crow and Hammer“-Fraktion ebenso viele Geheimnisse hat wie ihre neuen Mitglieder ... ist reichlich Stoff für Band 2 der ,Demonized'-Reihe.