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Veröffentlicht am 02.10.2025

Gute Idee, deren Umsetzung mich nicht komplett überzeugte

Prinzessin der tausend Diebe – Betrayed
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„Prinzessin der tausend Diebe – Betrayed“ ist der Auftakt einer Dilogie, die stellenweise unerwartet brutal ist, Sora an ihre körperlichen, psychischen und moralischen Grenzen treibt und die Frage aufwirft: ...

„Prinzessin der tausend Diebe – Betrayed“ ist der Auftakt einer Dilogie, die stellenweise unerwartet brutal ist, Sora an ihre körperlichen, psychischen und moralischen Grenzen treibt und die Frage aufwirft: Wie weit würdest du gehen – um zu retten und dich zu rächen?

Seit Sora und ihre kranke Mutter verstoßen wurden, halten sie sich mit einem kleinen Café auf der Insel Jeju über Wasser und aneinander fest. Doch die 21-Jährige kann sich bis heute nicht der Wut entziehen, die sie bei dem Gedanken an ihren Vater, an den Clan, der aus Mördern und Dieben besteht, und an den Platz, der ihr genommen wurde, überkommt. Bei der Erinnerung an ihren Makel. Denn sie ist die einzige der Hong-Familie, die ohne Mana – ohne Magie – zur Welt kam. Eine Schande. Der Grund, warum ihre Mutter in dieses Leben gedrängt, gedemütigt wurde.
Als plötzlich ein Brief ihres Vaters eintrifft, in dem er sie nach Busan und auf den Sitz des verdorbenen Imperiums einlädt, ändert sich für Sora alles – drastischer, als sie jemals wollte …

Thea Hong erzählt in einem einfachen und klaren Stil, der uns die Ereignisse lebendig verfolgen lässt und uns die Kulisse vor Augen führt. Obgleich sich blutige und grausame Szenen, Kampf und Verlust, Tragik und Enttäuschungen häufen, die Melancholie in einer subtilen Note mitschwingt, sind Monologe und Gespräche häufig in einem sarkastischen, trockenen Ton dargelegt, sodass ein gewisser Humor nicht zu kurz kommt.
Sora, durch die wir die Geschehnisse verfolgen, ist die Verbitterung anzumerken, ihr Schmerz, ihre Scham. Zwar war sie auf die menschlichen Gefahren der Hong-Dynastie, die Gewaltbereitschaft von Jia und die fadenscheinigen Ausreden des Patriarchen Hong gefasst, aber mit der raschen Wendung, die ihr Aufenthalt in Busan nimmt, konnte sie nicht rechnen. Von einem auf den anderen Augenblick besitzt sie berauschendes Mana, hat einen Gott beraubt und diesen an der Backe. Als wären das nicht genügend Komplikationen, wird sie langsam von der gestohlenen Macht in ihrem Inneren umgebracht und eh sie sich’s versieht, wird sie gezwungen, sich in zehn – grotesken – Prüfungen mit ihrer Halbschwester zu messen. Auf Leben und Tod. Aufgaben, für die Sora nicht ausgebildet ist. Solche, die sie in die verschiedenen Höllenkreise führen, ihr Stück für Stück Gewissen, Güte und Menschlichkeit nehmen. Doch die junge Frau ist nicht gewillt, zu scheitern, und bereit, für ihren rechtmäßigen Platz alles zu geben und sämtliche Grenzen zu überschreiten.
Dass es gerade Ran ist, dem sie in dieser Welt aus Mord, Gewalt und Verrat, aus Machtgier und veralteten Strukturen vertraut, ist nicht einzig dem Versprechen, das sie dem Tigergott gab, und ihrer Reue geschuldet …

Obgleich mich der Roman nicht komplett überzeugen konnte, hat „Betrayed“ viel Interessantes und Gutes zu bieten – da wären die zwischenmenschlichen Entwicklungen, die ebenso wie einige Enthüllungen und Pläne für Überraschungen sorgen. Sora, die sich auf eine Weise verändert, die im Angesicht von Verlust und schweren Entscheidungen, von Blutvergießen und Leid nachvollziehbar wirkt. Einblicke in ihre Vergangenheit und das ärmliche Leben, das sie mit Heesun führte, geben ihrem Wesen zusätzlich Tiefe. Die Höllenprüfungen hielten spannende Momente bereit und die Auswirkungen von Macht(Gier), Druck und Trauer wurden anschaulich integriert. Auch die romantische Komponente, die großteils einem Hintergrundrauschen gleichkommt und sich nur hin und wieder in schmachtenden Sequenzen zeigt, war insgesamt passend und trug zur Auflockerung bei. Ran blieb (zumindest in diesem Band) eher blass, doch aktuell verspüre ich nicht das Bedürfnis, herauszufinden, ob sich das im finalen Teil ändert. Warum?
Im Text finden sich reichlich (inhaltliche und Wort-)Wiederholungen sowie Fehler. Mehrfach hatte ich den Eindruck, dass einzelne Passagen (auch Verhaltensweisen/Reaktionen) nicht stimmig und Szenen wirr waren. Letztlich empfand ich die Story weder ausreichend fesselnd noch gänzlich rund. Außerdem: Hört man auf, wenn die große Schlacht geschlagen und „alles“ vorerst geklärt ist, ist „Prinzessin der tausend Diebe“ [der Titel erschloss sich mir übrigens nicht] ein – lässt man meine Kritik außen vor – guter Fantasy-Standalone.

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Veröffentlicht am 02.10.2025

Nicht das beste Buch der Autorin

We Shall Overcome
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Als Zoey Harolds ihrem verflossenen Lover nach sechs Jahren über den Weg läuft, ringt die Gitarristin mit ihren Emotionen und Erinnerungen. Um dem erfolgreichen und attraktiven Geschäftsmann sein damaliges ...

Als Zoey Harolds ihrem verflossenen Lover nach sechs Jahren über den Weg läuft, ringt die Gitarristin mit ihren Emotionen und Erinnerungen. Um dem erfolgreichen und attraktiven Geschäftsmann sein damaliges Verhalten vor Augen zu führen und ihm eins auszuwischen, setzt Zoey ihre beste Freundin und Leadsängerin der gemeinsamen Band We Shall Overcome auf ihn an.
Amber Collins, Feministin, Künstlerin, bunt, laut und wild. Widerwillig gibt sie Zoeys Drängen nach – drei Dates. Keine Gefühle. Kein Sex. Das sollte nicht so schwer sein, immerhin ist Dexter Parker ein schnöder, gemeiner Schnösel.
Doch sobald Amber dem Manager von Foxx zum ersten Mal gegenübersteht, ist der frechen Rockerin klar, dass sie dieser Mensch, diese Augen, diese forsche, echte Art nicht kaltlassen werden und ihr Herz in Gefahr schwebt … Wäre da nur nicht der Deal mit Zoey.

Ich habe schon viele Bücher von Emilia Cole gelesen und in jedem einzelnen ist die Leidenschaft, mit der vor allem der musikalische Aspekt eingebunden ist, spürbar. Genauso markant sind die clever verstreuten Easter Eggs zu anderen Storys und das Aufgreifen relevanter Themen. Leider muss ich nun sagen, dass mich „We Shall Overcome“ nicht vom Hocker reißen konnte, was hauptsächlich dem Stil, dem es an Raffinesse und Abwechslung mangelt und der eher – sorry – den Eindruck von „runtergerattert“ weckte, zu schulden ist. Teilweise hatte ich das Gefühl, eine monotone Aneinanderreihung von schlichten Sätzen zu lesen. Ein wenig mehr Abwechslung bei Formulierungen, mehr Ernst bei den Dialogen, mehr Tiefe im Geschehen und den Entwicklungen hätten der Geschichte nicht geschadet. Dennoch: die Idee fand ich prinzipiell nicht schlecht.

Erzählt wird hauptsächlich aus Ambers Sicht, sodass wir die privilegiert aufgewachsene 26-Jährige und ihre Prinzipien parallel zur Banddynamik kennenlernen. Wir sind Teil von Collins größer werdendem Zwiespalt, den zunehmenden Zweifeln und dabei, als die vier Musikerinnen langsam drohen, auseinanderzudriften. Je weiter der Verlauf voranschreitet, umso klarer wird, dass Dexter leidet. Dass er etwas verbirgt. Die sich verdichtende Verbindung zwischen ihm und Amber hält softe, innige und stellenweise unterhaltsame Augenblicke bereit. Zoeys Verhalten war es, das die romantischen Cozy-Vibes durchbricht. Mit Ärger und Wut für Wirbel sorgt. Für Fragen.
Im Gegensatz zu Zoey, mit ihrer zickigen und fordernden Art, ist Dexter ein interessanter Mann, der nicht einzig durch Manieren und gutes Aussehen die Aufmerksamkeit der Protagonistin fesselt. Dexter bietet der Musikerin, die in ihren Annahmen und Überzeugungen festgefahren, aber selbstbewusst ist, mit unverblümten Aussagen und charmanten Kontern die Stirn. Fordert sie heraus.
Macht es ihr so unglaublich schwer, sich nicht in ihn zu verlieben …

Wie erwähnt sind die musikalische Komponente, die Liebe zur (hörbaren) Kunst und unbequeme, reale Themen – gerade Ambers Erfahrungen als laute, erfolgreiche Frau, die ungezwungen Spaß hat, machen den Sexismus und die altbackenen Vorurteile, die noch immer herrschen, deutlich – sowie die Nebenfiguren gut eingebunden. Insbesondere Dexters Mutter und Familie mochte ich, und auch Harolds, Winnie und Greta sind im Grunde eigenwillige, tolle Charaktere.
Zwar konnte ich recht schnell vorausahnen, worauf „We Shall Overcome“ hinauslaufen wird – wenn mich auch das Ausmaß überraschte – und war (dieses Mal) nicht der größte Fan vom Stil, nichtsdestotrotz lohnt sich ein Blick auf und in Emilia Coles Bücher.

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Veröffentlicht am 25.09.2025

Gute Idee, insgesamt nette Story mit Schwächen

Prinzessin der tausend Diebe – Betrayed
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„Prinzessin der tausend Diebe – Betrayed“ ist der Auftakt einer Dilogie, die stellenweise unerwartet brutal ist, Sora an ihre körperlichen, psychischen und moralischen Grenzen treibt und die Frage aufwirft: ...

„Prinzessin der tausend Diebe – Betrayed“ ist der Auftakt einer Dilogie, die stellenweise unerwartet brutal ist, Sora an ihre körperlichen, psychischen und moralischen Grenzen treibt und die Frage aufwirft: Wie weit würdest du gehen – um zu retten und dich zu rächen?

Seit Sora und ihre kranke Mutter verstoßen wurden, halten sie sich mit einem kleinen Café auf der Insel Jeju über Wasser und aneinander fest. Doch die 21-Jährige kann sich bis heute nicht der Wut entziehen, die sie bei dem Gedanken an ihren Vater, an den Clan, der aus Mördern und Dieben besteht, und an den Platz, der ihr genommen wurde, überkommt. Bei der Erinnerung an ihren Makel. Denn sie ist die einzige der Hong-Familie, die ohne Mana – ohne Magie – zur Welt kam. Eine Schande. Der Grund, warum ihre Mutter in dieses Leben gedrängt, gedemütigt wurde.
Als plötzlich ein Brief ihres Vaters eintrifft, in dem er sie nach Busan und auf den Sitz des verdorbenen Imperiums einlädt, ändert sich für Sora alles – drastischer, als sie jemals wollte …

Thea Hong erzählt in einem einfachen und klaren Stil, der uns die Ereignisse lebendig verfolgen lässt und uns die Kulisse vor Augen führt. Obgleich sich blutige und grausame Szenen, Kampf und Verlust, Tragik und Enttäuschungen häufen, die Melancholie in einer subtilen Note mitschwingt, sind Monologe und Gespräche häufig in einem sarkastischen, trockenen Ton dargelegt, sodass ein gewisser Humor nicht zu kurz kommt.
Sora, durch die wir die Geschehnisse verfolgen, ist die Verbitterung anzumerken, ihr Schmerz, ihre Scham. Zwar war sie auf die menschlichen Gefahren der Hong-Dynastie, die Gewaltbereitschaft von Jia und die fadenscheinigen Ausreden des Patriarchen Hong gefasst, aber mit der raschen Wendung, die ihr Aufenthalt in Busan nimmt, konnte sie nicht rechnen. Von einem auf den anderen Augenblick besitzt sie berauschendes Mana, hat einen Gott beraubt und diesen an der Backe. Als wären das nicht genügend Komplikationen, wird sie langsam von der gestohlenen Macht in ihrem Inneren umgebracht und eh sie sich’s versieht, wird sie gezwungen, sich in zehn – grotesken – Prüfungen mit ihrer Halbschwester zu messen. Auf Leben und Tod. Aufgaben, für die Sora nicht ausgebildet ist. Solche, die sie in die verschiedenen Höllenkreise führen, ihr Stück für Stück Gewissen, Güte und Menschlichkeit nehmen. Doch die junge Frau ist nicht gewillt, zu scheitern, und bereit, für ihren rechtmäßigen Platz alles zu geben und sämtliche Grenzen zu überschreiten.
Dass es gerade Ran ist, dem sie in dieser Welt aus Mord, Gewalt und Verrat, aus Machtgier und veralteten Strukturen vertraut, ist nicht einzig dem Versprechen, das sie dem Tigergott gab, und ihrer Reue geschuldet …

Obgleich mich der Roman nicht komplett überzeugen konnte, hat „Betrayed“ viel Interessantes und Gutes zu bieten – da wären die zwischenmenschlichen Entwicklungen, die ebenso wie einige Enthüllungen und Pläne für Überraschungen sorgen. Sora, die sich auf eine Weise verändert, die im Angesicht von Verlust und schweren Entscheidungen, von Blutvergießen und Leid nachvollziehbar wirkt. Einblicke in ihre Vergangenheit und das ärmliche Leben, das sie mit Heesun führte, geben ihrem Wesen zusätzlich Tiefe. Die Höllenprüfungen hielten spannende Momente bereit und die Auswirkungen von Macht(Gier), Druck und Trauer wurden anschaulich integriert. Auch die romantische Komponente, die großteils einem Hintergrundrauschen gleichkommt und sich nur hin und wieder in schmachtenden Sequenzen zeigt, war insgesamt passend und trug zur Auflockerung bei. Ran blieb (zumindest in diesem Band) eher blass, doch aktuell verspüre ich nicht das Bedürfnis, herauszufinden, ob sich das im finalen Teil ändert. Warum?
Im Text finden sich reichlich (inhaltliche und Wort-)Wiederholungen sowie Fehler. Mehrfach hatte ich den Eindruck, dass einzelne Passagen (auch Verhaltensweisen/Reaktionen) nicht stimmig und Szenen wirr waren. Letztlich empfand ich die Story weder ausreichend fesselnd noch gänzlich rund. Außerdem: Hört man auf, wenn die große Schlacht geschlagen und „alles“ vorerst geklärt ist, ist „Prinzessin der tausend Diebe“ [der Titel erschloss sich mir übrigens nicht] ein – lässt man meine Kritik außen vor – guter Fantasy-Standalone.


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Veröffentlicht am 23.09.2025

Gute Idee, solide Story mit Schwächen

Bite the Bride (Darkthorn Archives 1)
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Seit „Bite the Bride“ angekündigt wurde, hibbelte ich auf die Veröffentlichung – eine Fantasy-RomCom mit Vampiren, einer taffen Protagonistin und einer Fake-Ehe? Und dann noch inszeniert in einem düsteren ...

Seit „Bite the Bride“ angekündigt wurde, hibbelte ich auf die Veröffentlichung – eine Fantasy-RomCom mit Vampiren, einer taffen Protagonistin und einer Fake-Ehe? Und dann noch inszeniert in einem düsteren Akademie-Setting inmitten der 20er Jahre? Das kann doch nur gut werden, oder? ODER?

Positiv zu erwähnen ist der Stil von Penny Juniper, der uns in einem leichten und direkten, gleichzeitig malerischen und sehr atmosphärischen Ton durch die Geschehnisse führt. Tatsächliche Ereignisse der gewählten Epoche, Unterdrückung und die aufkommende Umbruch-Stimmung, glamouröse Partys und realistische Konventionen wurden stimmig in die lebendige Handlung integriert, wenn sich auch hier und da eine sehr moderne Wortwahl einschlich. Ebenso gut gelungen sind der Humor, der maßgeblich zum Unterhaltungsfaktor beiträgt, und die spritzigen Wortgefechte – insofern es denn mal zur Kommunikation zwischen den Protagonisten kam. Denn hier liegt einer der für mich größten Kritikpunkte …

Kat und Ethan sind prinzipiell interessante Charaktere. Er, der unverschämt attraktive, reservierte Bibliothekar, zusätzlich auch ein Vampir. Sie, die schlagfertige, alles Übernatürliche verabscheuende, ihren FreundInnen gegenüber loyale Diebin. Dass sich gerade Kat schon bald in einer Ehe mit Ethan wiederfinden würde, hätte die junge Frau, die nur mal schnell ein Buch klauen wollte, niemals für möglich gehalten. Denn ein Fluch, der verlangt, dass sie sich regelmäßig einem Vampirbiss aussetzt, nistet sich in ihr ein. Zwar ist Ethan mehr oder weniger bereit, sie zu retten, aber um selbst keine strafrechtlichen Konsequenzen fürchten zu müssen, ist eine Hochzeit die einzige Lösung. Von nun an teilen die beiden alles miteinander und obgleich ihr Zusammensein nur Show ist, ist Ethan bereit, seine Angetraute vor jeglichen – natürlichen wie widernatürlichen – Gefahren zu schützen … Erzählt wird aus wechselnder Perspektive, was uns die Hauptfiguren, ihre Lebensstile und Gedankenwelten näherbringt. Im Verlauf kristallisieren sich die Gegebenheiten und Richtlinien der hier erschaffenen urbanen Fantasywelt sowie deren verschiedene BewohnerInnen – u. A. Hexen, Untote und GestaltwandlerInnen – heraus. Die Rahmenhandlung, den Fluch zu brechen, ist theoretisch interessant und ereignisreich, doch leider sorgt die mangelnde Kommunikation zwischen dem Ehepaar, künstlich inszenierte Missverständnisse und Drumherumreden dafür, dass das Tempo der Story rege gedrosselt wird, es zu Längen und Stillstand kommt. Echte und klare Gespräche wären mit Sicherheit der Spannung zuträglich gewesen und hätten gleichzeitig Platz für ernstzunehmende Konflikte und deren Lösungen geschaffen. Auch dem Ausbau der romantischen Entwicklung fehlte es mMn ebenso sehr an Tiefe wie dem Fluch, der eher willkürlichen Regel folgt. Im Verlauf begegnen wir mal mehr, mal weniger sympathischen Nebenfiguren, die jedenfalls so lange Abwechslung brachten und für Neugier sorgten, bis sie plötzlich kein/kaum mehr Thema waren. Aber: Nichtsdestotrotz hält „Bite the Bride“ auch immer wieder spaßige, actionreiche und gefühlvolle Momente, inkl. expliziter Szenen und der einen oder anderen Überraschung bereit. Dann kam das Ende – auf das die ganze Zeit hingefiebert wurde … und verpuffte in einer erzwungenen, rosa Dunstwolke. Rasant abgehakt, viel zu einfach, zu seicht und überhaupt nicht passend. So war diese knapp 600 Seiten starke, romantische Fantasy-Komödie angefüllt mit einer interessanten Idee, einem tollen Setting und einigen aufregenden Momenten, aber leider auch mit viel, sehr viel Luft und einem Finale, das ernüchternd auf die Geschichte blicken lässt.

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Veröffentlicht am 23.09.2025

Winterlich-romantisch mit ernsten Themen

Kiss me in Winter. Eine sugar coated Romance
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Es geht zurück nach ,Dream Harbor' – dieses Mal zur Winterzeit.

Kira North, neuestes Mitglied der neugierigen Gemeinde, hatte nur ein Ziel: unabhängig von ihren Eltern und weit weg von deren Einfluss ...

Es geht zurück nach ,Dream Harbor' – dieses Mal zur Winterzeit.

Kira North, neuestes Mitglied der neugierigen Gemeinde, hatte nur ein Ziel: unabhängig von ihren Eltern und weit weg von deren Einfluss auf eigenen Füßen zu stehen. Nun ist sie Besitzerin einer Weihnachtsbaumfarm, obwohl sie das Fest hasst, pleite und am Erfrieren. Denn es gibt kaum eine Stelle des Anwesens, die nicht baufällig und besorgniserregend marode ist. Jetzt versucht Kira bemüht, ihren, zugegeben wenig einladenden, ersten Eindruck bei den BewohnerInnen der Kleinstadt wettzumachen, um die kaufwütige Meute zu sich zu locken.

Trotz ihrer anfänglichen Weigerung, Hilfe anzunehmen, schafft es gerade ein nerdiger Hundemensch mit tatkräftigen Ratschlägen Kiras emotionale Sperre zu durchbrechen.

Bennett Ellis will nichts anderes, als bei seiner Schwester auszuspannen und zwischendurch in einträglicher Ruhe zu arbeiten. Stattdessen kommt ihm sein Helferkomplex ständig in die Quere. Jemand ruft – Bennett springt. Und das wissen die meisten Menschen zu nutzen, so ist er auch dazu auserkoren, das vermeintliche Geheimnis der Weihnachtsbaumfarm aufzudecken. Als er mit seinen Hunden auf dieser spazieren geht, ahnt er nicht, dass die neue, in eine Decke gehüllte und schlecht gelaunte Besitzerin zwar ein Herz für Tiere, jedoch nicht für Menschen zu haben scheint. Und doch weckt Kira mit ihrer abweisenden und unterkühlten Haltung seine Aufmerksamkeit …

Wie schon „Love me in Autumn“ ist auch die dritte Geschichte aus der Reihe „Dream Harbor“ eine kurzweilige Cozy-Romance, die zu unterhalten weiß.

Erzählt wird aus wechselnder Perspektive, sodass wir die unterschiedlichen Protagonisten kennenlernen und ihr Zusammenfinden von Anfang an verfolgen können. Im Verlauf kristallisiert sich heraus, wieso sich die privilegiert aufgewachsene, junge Frau – überstürzt – in das Weihnachtsbaum-Geschäft geflüchtet hat. Zusätzlich sind es Einblicke in eine rebellierende Version ihres Selbst und der Wunsch, auszubrechen, sowie gegenwärtige Empfindungen – Sehnsucht und Einsamkeit –, die Kiras Verhalten etwas Greifbares und Echtes geben. Hinter der taffen, robusten Fassade verbergen sich Selbstzweifel und Verletzlichkeit, etwas, das sie mit Bennett teilt.

Der ist ein rücksichtsvoller, von seinen Erfahrungen gezeichneter People-Pleaser, der (meistens) aus seinen Fehlern gelernt hat. Nie wieder würde er alles für eine Frau aufgeben, aber der Anziehung zwischen ihm und Kira kann er sich nicht verwehren und was spricht schon gegen eine unverbindliche Affäre während der Feiertage?

Laurie Gilmore schreibt in einem leichten und klaren Ton, der die Ereignisse lebendig werden lässt und mit (Selbst)Ironie zum Schmunzeln verführt. Da die Themen und Probleme ernsterer Natur sind, laden vordergründig das Setting und die liebenswürdigen Nebenfiguren zum Wohlfühlen ein.
Die Annäherung zwischen Bennett, der eine unerwartet dominante Seite verbirgt, und der grummeligen Grinchin ist, trotz anfänglicher Distanz und Vorsicht, so süß wie die Wortgefechte amüsant sind.
Je mehr wir über das Couple erfahren, umso nachvollziehbarer werden ihre Verhaltensweisen. Charakterlich ist es vor allem Kira, die sich entwickelt, während sie langsam Fuß im Ort fasst und beginnt, sich eine Zukunft in ,Dream Harbor' auszumalen – selbst wenn Bennett in dieser keine Rolle spielen kann. Oder?

Zwar waren manche der spicy Szenen weder notwendig noch passend und das Wort „Pforte“ fand mMn viel zu oft Verwendung, dennoch ist „Kiss me in Winter“ eine knackige, winterliche Romance, die zum Lachen und Seufzen verführt.

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