Profilbild von Franeeeeee

Franeeeeee

Lesejury Star
offline

Franeeeeee ist Mitglied der Lesejury

Melde dich in der Lesejury an, um dich mit Franeeeeee über deine Lieblingsbücher auszutauschen.

Anmelden

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 13.10.2025

Ein toller Auftakt, der Lust auf mehr macht

Heart of Night and Fire
0

Der Einstieg in Heart of Night and Fire hat mir sehr gut gefallen. Schon von Beginn an war ich neugierig darauf, was es mit der Protagonistin und der Welt auf sich hat.

Schreibstil und Atmosphäre

Das ...

Der Einstieg in Heart of Night and Fire hat mir sehr gut gefallen. Schon von Beginn an war ich neugierig darauf, was es mit der Protagonistin und der Welt auf sich hat.

Schreibstil und Atmosphäre

Das Buch wird aus einer allwissenden Erzählperspektive erzählt, was ich zunächst etwas schade fand, da ich eher ein Fan davon bin, direkt in die Gedanken und Gefühle der Figuren einzutauchen. Trotzdem hat mich die Geschichte schnell in ihren Bann gezogen, und besonders Zaryas Situation zu Beginn, ihr isoliertes Leben und die Umstände, unter denen sie aufwächst, fand ich interessant. Nisha J. Tuli schafft eine tolle Atmosphäre, die von Anfang an ein Gefühl von Mysterium und Magie vermittelt

Welt und Magiesystem

Das Worldbuilding gehört für mich zu den größten Stärken des Buches. Die Welt ist stark von der indischen Kultur und Mythologie inspiriert, was ihr ein besonderes Flair verleiht. Die vielen kulturellen und sprachlichen Details, von Wesen über Rassen bis hin zu Kleidungsstücken, machen die Welt lebendig und individuell.

Allerdings war es manchmal schwierig, den Überblick über die vielen Namen und Begriffe zu behalten. Hier hätte ich mir ein Glossar gewünscht (ich habe das Hörbuch gehört und weiß daher nicht, ob es im Buch eines gibt). Trotzdem hat mich die Atmosphäre sehr in den Bann gezogen.

Auch das Magiesystem hat mir gut gefallen. Es wird Stück für Stück enthüllt, was die Neugier hochhält. Zwar ist es nicht völlig neu oder außergewöhnlich, aber in Kombination mit dem kulturellen Hintergrund wirkt es frisch und spannend. Ich möchte unbedingt mehr über diese Welt erfahren und freue mich darauf, weiterzulesen.

Figuren und Dynamiken

Zarya als Hauptfigur hat mir grundsätzlich gut gefallen. Ihr innerer Konflikt und das, womit sie zu kämpfen hat, sind spannend angelegt. Allerdings fand ich manche ihrer Reaktionen und Entscheidungen nicht immer ganz nachvollziehbar, gerade weil sie ihr ganzes Leben in Isolation verbracht hat. Ihre Entwicklung hätte für mich teilweise stärkere Konsequenzen haben dürfen.

Dafür haben mir die Nebenfiguren umso besser gefallen. Es gibt drei bis vier zentrale Figuren, die der Handlung Tiefe verleihen und mit denen sich interessante Dynamiken entwickeln. Diese Beziehungen fand ich besonders gelungen, da sie nicht oberflächlich wirken, sondern echtes Interesse wecken.

Handlung

Die Handlung entwickelt sich eher langsam. Zu Beginn erfahren wir, dass es in der Welt eine Seuche gibt und dass Zarya von ihrem Ziehvater festgehalten wird, um sie zu schützen. Als er verschwindet, nutzt sie die Gelegenheit zur Flucht und damit beginnt ihre Reise.

Die Geschichte hat für mich ganz klar den Charakter eines Auftaktsbandes: Sie stellt die Welt, die Figuren und die zentralen Konflikte vor, ohne allzu viel Action zu bieten. Es gibt kleinere Enthüllungen, die das Interesse aufrechterhalten, aber insgesamt bleibt das Tempo gemächlich. Einige Wendungen waren vorhersehbar, trotzdem wollte ich wissen, wie die Figuren damit umgehen.

Romantik und Ton

Positiv hervorheben möchte ich den Slowburn-Ansatz. Die Romantik bleibt hier ganz klar im Hintergrund. Es gibt nur zwei romantische Szenen keine expliziten Darstellungen. Das fand ich sehr angenehm, weil der Fokus klar auf der Welt, dem Magiesystem und Zaryas persönlicher Entwicklung liegt. Man weiß auch noch gar nicht genau, in welche Richtung sich die Romantik entwickeln wird oder wer letztlich als Love Interest in Frage kommt, was die Geschichte zusätzlich spannend macht.

Zwar wird das Buch häufig als Romantasy mit viel Spannung und Spice vermarktet, doch dieser Band legt eindeutig mehr Wert auf den Aufbau der Welt und weniger auf die Liebesgeschichte, was mir gut gefallen hat.

Kritikpunkte

Ein kleiner Kritikpunkt ist für mich, dass Zaryas Verhalten manchmal nicht ganz glaubwürdig war, gerade in Bezug auf ihre lange Isolation. Auch hätte ich mir an einigen Stellen etwas mehr Konsequenz oder emotionale Tiefe gewünscht. Außerdem fand ich es leicht irritierend, dass sie ihre Bücher als „Romance-Bücher“ bezeichnet, das klang für mich ein wenig unpassend im deutschen Sprachgebrauch.

Fazit

Heart of Night and Fire ist ein atmosphärischer Auftakt mit einer faszinierenden, mythologisch inspirierten Welt, interessanten Nebenfiguren und einer gelungenen Balance zwischen Magie, Spannung und Romantik. Obwohl die Handlung eher ruhig verläuft und manche Entwicklungen vorhersehbar sind, hat mich das Buch durch seinen besonderen Charme überzeugt.

Ich freue mich sehr auf den nächsten Band und darauf, noch tiefer in Zaryas Welt einzutauchen.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 12.10.2025

Gute Idee, unausgereifte Umsetzung

Anima Daemonis
0

Anima Daemonis von Mandy Rauch ist ein düsterer Fantasyroman, der mich mit seiner originellen Idee und dem atmosphärischen Setting neugierig gemacht hat. Ganz überzeugt hat mich das Buch allerdings nicht, ...

Anima Daemonis von Mandy Rauch ist ein düsterer Fantasyroman, der mich mit seiner originellen Idee und dem atmosphärischen Setting neugierig gemacht hat. Ganz überzeugt hat mich das Buch allerdings nicht, es hat tolle Ansätze, aber auch einige Schwächen in der Umsetzung.

Bereits die ersten Kapitel konnten mich sofort abholen. Man wird direkt in die Geschichte hineingeworfen und spürt von Anfang an ein geheimnisvolles Mysterium: Warum begibt sich die Protagonistin Änlin freiwillig in die Hölle, um Mephisto zu suchen? Diese Grundidee fand ich spannend und faszinierend.

Die Geschichte wird aus zwei Perspektiven erzählt: aus der Ich-Sicht von Änlin und von Mephisto. Das schafft Nähe zu den Figuren, auch wenn diese für mich nicht immer ganz greifbar wurden. Besonders bei Mephisto gibt es häufig Rückblenden, die mitten in den Kapiteln auftauchen. Diese Zeitsprünge haben zusätzliche Einblicke geboten, wirkten aber stellenweise etwas unausgereift und störten für mich den Lesefluss.

Der Schreibstil hingegen war für mich ein echtes Highlight. Er ist ausschmückend, detailreich und teilweise sogar poetisch, gerade bei einem Fantasyroman gefällt mir so etwas sehr gut. Mandy Rauch hat ein Talent dafür, Szenen lebendig und bildhaft zu gestalten.

Die Figuren sind grundsätzlich interessant, vor allem die Nebenfigur Nepthys, eine Dämonin, hat mir gut gefallen. Zwischen ihr und Änllin entwickelte sich eine spannende Dynamik. Leider blieb das Worldbuilding insgesamt recht oberflächlich. Die Ideen zur Struktur der Hölle waren vielversprechend, aber es fehlte an Tiefe und Ausarbeitung, um das Potenzial wirklich auszuschöpfen.

Inhaltlich konnte mich das Buch aber nicht durchgehend fesseln. Der Mittelteil, also Änlins Reise durch die Hölle, war für mich etwas zäh und konnte die Spannung des Anfangs nicht halten. Erst ab etwa Seite 170 nahm die Handlung wieder Fahrt auf und wurde deutlich spannender. Das Ende war überraschend und durchaus originell, ließ mich aber trotzdem etwas unzufrieden zurück, ich hätte mir eine rundere Auflösung gewünscht.

Insgesamt ist Anima Daemonis ein Buch mit vielen guten Ansätzen, einer starken Atmosphäre und einem beeindruckenden Schreibstil, dem es aber an emotionaler Tiefe fehlt. Die Geschichte hatte zweifellos Potenzial, doch es blieb zu viel unausgesprochen oder angedeutet, um mich wirklich mitzureißen.

Fazit:
Ein düsterer Fantasyroman mit origineller Idee, starkem Stil, aber Schwächen in Struktur, Figurenzeichnung und Spannung. Kein Highlight, aber ein solider, lesenswerter Beitrag im Genre.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 11.10.2025

Atmosphärisch, geheimnisvoll, aber noch ausbaufähig

The Deathless One
0

Einstieg & Atmosphäre

Das Buch beginnt unglaublich stark und intensiv. Schon das erste Kapitel hat mich so sehr überrascht und mitgerissen wie selten ein Auftakt zuvor. Die düstere, makabre Stimmung hat ...

Einstieg & Atmosphäre

Das Buch beginnt unglaublich stark und intensiv. Schon das erste Kapitel hat mich so sehr überrascht und mitgerissen wie selten ein Auftakt zuvor. Die düstere, makabre Stimmung hat mich sofort gefesselt und ich wollte unbedingt weiterlesen.

Perspektiven & Erzählstil

Das Buch wird aus zwei personalen Perspektiven erzählt, einmal aus der Sicht des Todlosen und einmal aus Jessamines. Es handelt sich dabei nicht um eine Ich-Perspektive, sondern um personal-allwissende Erzähler. Durch die Fülle an inneren Monologen und intensiven Dialogen habe ich das zunächst gar nicht bewusst wahrgenommen, weil die Erzählweise sehr gefühlvoll und dicht wirkt. Obwohl ich denke, dass eine Ich-Perspektive die Nähe zu den Figuren vielleicht noch etwas verstärkt hätte, hat mich der gewählte Stil nicht gestört.

Figuren & Dynamik

Jessamine war für mich die spannendste Figur im ganzen Roman. Sie hätte noch viel stärker ausgearbeitet sein können, doch der Ansatz einer Entwicklung war klar erkennbar und genau das hat mir gefallen. Es ist keine riesige Transformation, aber man spürt, dass sie am Ende einen Schritt weiter ist als am Anfang. Auch die Dynamik zwischen ihr und dem Todlosen ist spannend und trägt die Geschichte über weite Strecken. Neben ihr gibt es eigentlich nur eine weitere Nebenfigur, die mir sehr ans Herz gewachsen ist und die eine schöne Ergänzung darstellt. Der Todlose hingegen blieb für mich etwas schwerer greifbar. Auch er macht eine Entwicklung durch, die mir durchaus gefallen hat, aber ich konnte keine so starke Nähe zu ihm aufbauen wie zu Jessamine oder der Nebenfigur.

Worldbuilding, Magiesystem & Logik

Die Welt, die Emma Hamm hier erschafft, hat eine düstere und raue Atmosphäre, die mir insgesamt gut gefallen hat. Dennoch bleibt vieles sehr vage und oberflächlich. Gerade im Hinblick auf den Todlosen und seine Fähigkeiten hätte ich mir mehr Klarheit gewünscht. Auch das Magiesystem wird nur angerissen. Es gibt zwar einige spannende Ideen und Andeutungen zu den Zwischenwelten, in denen der Todlose existiert, doch vieles bleibt schwammig. Dadurch hatte ich manchmal Schwierigkeiten, die Regeln und Grenzen dieser Welt nachzuvollziehen. Hier hätte ich mir mehr Struktur und Konstanz gewünscht, um die Geschichte noch greifbarer und fesselnder zu machen.

Handlung & Spannung

Die Geschichte startet unglaublich intensiv und fesselnd. Besonders angenehm fand ich, dass man als Leser nicht direkt mit sämtlichem Wissen überschüttet wird, sondern Stück für Stück kleine Aufklärungen erhält. Dadurch bleibt die Handlung zunächst sehr mysteriös, und man fühlt sich den Figuren nahe, weil sie selbst noch nicht wissen, was als Nächstes geschieht.

Für das Gesamtpaket war dieser langsame Aufbau jedoch nicht immer von Vorteil. Über weite Strecken passiert recht wenig, und der Fokus liegt eher auf inneren Konflikten, Fragen und Dynamiken zwischen den Figuren als auf dem eigentlichen Ziel der Geschichte. Das kann spannend sein, wirkt aber stellenweise auch langatmig und könnte manche Leser enttäuschen, weil Plot und Welt nicht so richtig in Fahrt kommen. Ab etwa Seite 250 ändert sich das jedoch deutlich: die Spannung steigt sowohl zwischen den Figuren als auch innerhalb der Handlung selbst. Das Ende hat mir dann ausgesprochen gut gefallen, es war packend, intensiv und hat die Schwächen des Mittelteils ein gutes Stück wettgemacht.

Fazit

The Deathless One war für mich ein solider, aber kein herausragender Auftakt. Der intensive Anfang, die düstere Atmosphäre und allen voran Jessamine, haben mir gut gefallen. Die Welt hat definitiv Potenzial, und ich glaube, dass gerade Sie in den kommenden Bänden noch viel stärker hervortreten kann. Dieses Buch allein war kein Highlight, dafür zu vage im Worldbuilding und mit einem schwachen Mittelteil, aber die Idee, die Atmosphäre und das Grundthema haben mich gecatcht. Deshalb möchte ich unbedingt weiterlesen, weil ich spüre, dass hier noch viel mehr drinsteckt.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 25.09.2025

Viel Potenzial, aber wenig Tiefe

Lonely Hearts Club (Erstauflage exklusiv mit Farbschnitt)
0

Ein Roman über Nähe, Distanz und die Schwierigkeit, wirklich zu fühlen

Nassanin Kamanis Lonely Hearts Club hat mich insgesamt ganz gut gefallen ein Buch, das mit angenehmer Atmosphäre und interessanten ...

Ein Roman über Nähe, Distanz und die Schwierigkeit, wirklich zu fühlen

Nassanin Kamanis Lonely Hearts Club hat mich insgesamt ganz gut gefallen ein Buch, das mit angenehmer Atmosphäre und interessanten Perspektivwechseln punktet, jedoch in einigen entscheidenden Bereichen hinter meinen Erwartungen zurückbleibt.

Ein starker Schreibstil als Pluspunkt

Was mir besonders positiv aufgefallen ist, war der Schreibstil. Kamani schreibt sehr bildhaft und atmosphärisch, mit vielen sinnlichen Details, die die Szenen lebendig wirken lassen. Düfte, Kleidungsbeschreibungen und äußere Eindrücke werden immer wieder eingebunden und verleihen der Erzählung etwas sehr Greifbares. Diese Ausschmückungen haben mir geholfen, direkt in die Geschichte einzutauchen und ein Gefühl für das Setting und die Figuren zu entwickeln. Gerade zu Beginn hat mir das den Einstieg sehr leicht gemacht und das Lesen sehr angenehm gestaltet.

Zwei Perspektiven, ein Jahr, viele Sprünge

Die Geschichte wird aus der Ich-Perspektive zweier junger Menschen erzählt: Clara, Musikstudentin in Paris, und Emilian (genannt Milly), ein deutscher Gastschüler, der sein Abitur in der Heimat von Clara macht. Dieser Wechsel der Perspektiven hat mir sehr gut gefallen, da er einen emotionalen Zugang zu den Figuren ermöglicht, zumindest im Fall von Milly.

Milly überzeugt, Clara bleibt blass

Milly war für mich die stärkere Figur. Seine Gedankenwelt, seine Handlungen und seine emotionale Entwicklung wirkten glaubwürdig und nachvollziehbar. Ich habe mich oft auf seine Kapitel gefreut, weil ich bei ihm das Gefühl hatte, wirklich etwas über sein Inneres zu erfahren. Er blieb sich selbst treu, reflektierte schnell und wirkte authentisch, Eigenschaften, die ihn mir sympathisch machten.

Clara hingegen blieb für mich überraschend distanziert. Gerade weil das Buch mit Themen rund um mentale Gesundheit wirbt, hatte ich erwartet, tiefer in ihre Gefühlswelt einzutauchen. Doch diese Emotionalität blieb lange Zeit aus. Ihre Gedanken und Reaktionen wirkten auf mich oft flach und ungreifbar, wodurch ich Schwierigkeiten hatte, eine Verbindung zu ihr aufzubauen. Erst gegen Ende des Romans wurde ihre Innenwelt besser nachvollziehbar, was dem Buch eine späte, aber notwendige Tiefe verlieh.

Viel Potenzial, wenig Tiefe

Besonders schade fand ich, dass die im Buch angesprochenen Themen, wie familiäre Konflikte, persönliche Unsicherheiten, emotionale Blockaden oder auch allgemeine Herausforderungen, eigentlich viel Raum für eine tiefgehende und bewegende Handlung geboten hätten. Leider wurden diese Themen oft nur oberflächlich angerissen und kaum ausgearbeitet. Dadurch fehlte es der Geschichte an Tiefe und emotionaler Wirkung. Viele Szenen wirkten dadurch eher wie angedeutete Skizzen als wie echte Entwicklungen, was die Handlung schwächte und das Leseerlebnis trübte.

Titel und Erwartungen: Eine kleine Täuschung

Der Titel Lonely Hearts Club ließ mich auf eine stärkere Fokussierung auf zwischenmenschliche Verbindungen und vielleicht sogar eine Art Club deuten, doch dieser Aspekt bleibt nahezu bedeutungslos. Auch in Bezug auf den „Healthy Romance“-Ansatz hatte ich mehr emotionale Entwicklung und Tiefgang erwartet. Die Beziehung zwischen Clara und Milly konnte ich nicht immer fühlen, auch weil manche Annäherungen sehr plötzlich kamen und sich emotional unausgereift anfühlten.

Nebenfiguren und Atmosphäre: Licht und Schatten

Die Nebenfiguren, mit Ausnahme von Claras Bruder Leon, der für mich ein interessanter Charakter war, blieben für mich kaum greifbar. Sie waren meist nur schemenhafte Begleiter der Handlung. Positiv hervorzuheben ist jedoch die atmosphärische Schilderung Frankreichs. Der französische Alltag, das Gastfamilienleben und der kulturelle Kontrast wirkten frisch und angenehm, auch wenn ich mir hier noch mehr Tiefe gewünscht hätte.

Emotionale Entwicklung mit Startschwierigkeiten

Was mich zu Beginn besonders gestört hat, war die emotionale Distanz, zum Glück hat sich diese emotionale Leere zum Ende hin spürbar gebessert. Besonders die letzten Kapitel waren deutlich intensiver und haben mir einen viel tieferen Einblick in die Gefühlswelt beider Protagonisten ermöglicht. Ich konnte Claras Gedanken und inneren Wandel schließlich besser verstehen und mitfühlen, was das Lesen in dieser Phase auch viel angenehmer und berührender machte. Das emotionale Ende hat die Geschichte für mich aufgewertet und hinterließ einen versöhnlichen Eindruck.

Fazit:
Lonely Hearts Club ist ein stiller, bodenständiger Roman mit einer ruhigen Erzählweise und einer insgesamt angenehmen Atmosphäre. Wer keine dramatischen Wendungen, sondern eher ein leises, sucht, wird hier fündig. Millie als Figur ist ein großes Plus, Clara bleibt hingegen leider hinter ihrem Potenzial zurück. Besonders enttäuschend war, dass viele wichtige Themen zwar angedeutet, aber nicht wirklich vertieft wurden, ein verschenktes Potenzial, das die Geschichte oberflächlicher erscheinen ließ, als sie hätte sein können. Vor allem bei einem Roman, der sich mit mentaler Gesundheit beschäftigt, hätte ich mir mehr emotionale Intensität und Tiefgang gewünscht. So bleibt das Buch zwar ein schöner, aber kein unvergesslicher Leseeindruck.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 25.09.2025

Zuckersüß illustriert – aber leider viel zu kurz

Das krasseste Tier der Erde
0

Dieses Bilderbuch ist wirklich ganz besonders liebevoll gestaltet. Schon beim ersten Durchblättern macht es unglaublich viel Spaß, sich die vielen kleinen Details in den Illustrationen anzuschauen. Am ...

Dieses Bilderbuch ist wirklich ganz besonders liebevoll gestaltet. Schon beim ersten Durchblättern macht es unglaublich viel Spaß, sich die vielen kleinen Details in den Illustrationen anzuschauen. Am Anfang begleitet man nur einen kleinen Wurm, doch mit jeder Seite kommen immer mehr dazu. Das Ganze ist wie ein Wimmelbild aufgebaut, sodass man ständig neue Kleinigkeiten entdecken kann. Es macht richtig Freude, immer wieder über neue kleine Würmer zu stolpern, die alle auf ihre Weise niedlich und einzigartig sind. Besonders das die Würmer Augen haben, hat es mir angetan.... einfach zuckersüß!

Die Illustrationen tragen das Buch ganz klar. Sie haben einen eigenen Flair, sind voller Charme und laden dazu ein, länger auf den Seiten zu verweilen. Vor allem gegen Ende ist so viel los, dass man gar nicht sofort alles erfassen kann. Die kurzen Reime, die das Ganze begleiten, sind auch schön gemacht, aber für mich bleiben die Bilder das Herzstück.

Einziger Kritikpunkt: Das Buch ist recht kurz. Ich hätte mir gewünscht, dass es noch etwas mehr Geschichte oder eine kleine Reise eines Wurmes gegeben hätte. So bleibt es bei der Idee „Es gibt Würmer und es werden immer mehr“. Gerade weil mich die Illustrationen so begeistert haben, hätte ich gerne noch viel mehr davon gesehen.

Insgesamt hat mir das Buch aber gut gefallen. Die Bilder sind zuckersüß, das Thema ist originell und gerade aus biologischer Sicht finde ich es toll, dass einmal kleine Tiere wie Regenwürmer im Mittelpunkt stehen und nicht wie so oft nur Hund, Katze oder andere „klassische“ Tiere.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover