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Veröffentlicht am 07.08.2025

Echt, emotional, grandios – eine Liebesgeschichte mit Tiefe

Liebe, entfaltet
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„Liebe entfaltet“ von Harper Bliss hat mir unglaublich viel Freude bereitet und ist für mich die perfekte Sommerlektüre. Das Buch bietet eine emotionale Auszeit vom Alltag und entführt den Leser in eine ...

„Liebe entfaltet“ von Harper Bliss hat mir unglaublich viel Freude bereitet und ist für mich die perfekte Sommerlektüre. Das Buch bietet eine emotionale Auszeit vom Alltag und entführt den Leser in eine Familiengeschichte voller Liebe, Konflikte, Wut, Trauer und Hoffnung. Ich bin mit eher geringen Erwartungen an das Buch herangegangen und wurde sehr positiv überrascht von der gut durchdachten, gefühlvollen und spannenden Liebesgeschichte.

Kurze Handlung

Im Mittelpunkt der Geschichte steht Kate, die seit zehn Jahren mit ihrem Mann Kevin verheiratet ist. Gemeinsam haben sie einen lange unerfüllten Kinderwunsch, mit dem sie sehr zu kämpfen haben. Um sich abzulenken und Trost zu finden, sucht sie vermehrt die Nähe zu Kevins Schwester Stella. Gemeinsam verarbeiten sie ihre jeweiligen Probleme und emotionale Belastungen, und wachsen dadurch näher zusammen.

Perspektiven und Schreibstil

Die Geschichte wird aus zwei Perspektiven erzählt: aus der Sicht von Kate, etwa 40 Jahre alt, und Stella, die mit 28 Jahren jünger ist. Diese duale Erzählweise erlaubt einen tiefen Einblick in die Gedanken- und Gefühlswelt der beiden Hauptfiguren. Der Schreibstil ist sehr emotional und einfühlsam, sodass man sich schnell verbunden fühlt. Die Autorin schafft es, die Figuren lebendig und authentisch darzustellen, fast so, als ob eine Freundin oder Schwester einem ihre Geschichte erzählt.

Setting und Atmosphäre

Die Handlung spielt in Los Angeles, was dem Buch eine moderne, lebendige Atmosphäre verleiht. Stella ist angehende Schauspielerin, was dem Setting einen besonderen Flair verleiht und interessante Einblicke in die Welt des Films und der Schauspielerei bietet. Das luxuriöse Haus der Familie mit seinem Whirlpool vermittelt ein entspanntes, fast schon sommerliches Feeling, das perfekt zur Stimmung des Buches passt.

Charaktere

Neben Kate und Stella gibt es eine Vielzahl weiterer Figuren, vor allem Familienmitglieder, die die Geschichte bereichern. Die Mutter von Kevin und Stella und ihr neuer Partner spielen ebenso eine Rolle wie Figuren aus Stellas Vergangenheit. Alle Charaktere sind gut ausgearbeitet und tragen zur Vielschichtigkeit der Geschichte bei. Besonders beeindruckend fand ich, wie die Nebencharaktere auch in schwierigen Situationen glaubwürdig und sympathisch dargestellt werden.

Die Dynamik zwischen Stella und Kate

Die Beziehung zwischen Stella und Kate bildet das emotionale Zentrum des Romans – intensiv, mitreißend und von Anfang an spürbar aufgeladen. Was ihre Annäherung so spannend macht, ist vor allem das Gefühl des Verbotenen: Kate ist die Ehefrau von Stellas Bruder – eine Tatsache, die jede Begegnung zwischen ihnen unter Spannung setzt. Ihre Blicke, Gesten und Gespräche sind voller unausgesprochener Gefühle, und genau das erzeugt eine besondere Brisanz. Als Leserin wird man nicht nur Zeuge dieser Entwicklung, sondern fühlt sich beinahe wie ein stiller Komplize, ganz nah dran an einem Geheimnis, das sich langsam entfaltet.

Die Intimität zwischen Stella und Kate, sowohl emotional als auch körperlich ist nie überladen oder plakativ. Es gibt sinnliche Momente, ja, aber sie sind emotional, stilvoll und in ihrer Wirkung genau richtig dosiert. Die Chemie zwischen den beiden ist spürbar, greifbar man fiebert regelrecht mit, freut sich über ihre kleinen Annäherungen, leidet mit bei den Rückschlägen. Diese Beziehung wird mit einer solchen Wärme und Tiefe erzählt, dass sie einem noch lange nach dem Lesen im Gedächtnis bleibt.

Emotionale Struktur

Im Mittelpunkt steht zwar die Liebesgeschichte zwischen Kate und Stella, doch sie ist eingebettet in ein Netz aus familiären Verstrickungen, inneren Konflikten und schwierigen Entscheidungen. Der unerfüllte Kinderwunsch von Kate und auch Kevins Umgang damit, auch Stellas Zukunftspläne und Vergangenheit, all das bekommt Raum und Tiefe. Besonders gelungen ist, dass diese Themen nicht nur angerissen, sondern tatsächlich durchdacht und auserzählt werden. Man merkt, dass die Autorin den Figuren Zeit gibt, ihre Emotionen zu durchleben, zu reflektieren und zu Entscheidungen zu kommen, die nicht immer einfach sind.

Besonders eindrucksvoll fand ich, dass das Buch nie versucht, das moralische Dilemma zu beschönigen: In den Momenten, in denen sich Kate und Stella näherkommen, ist ganz klar spürbar, für uns als Leser
innen und für die Figuren selbst, dass es sich um betrügen handelt. Diese Offenheit, das bewusste Thematisieren des Betrugs und der inneren Zerrissenheit, verleiht den Figuren Tiefe, Menschlichkeit und macht sie mit all ihren Ecken und Kanten greifbar real.

Ein großes Plus ist auch der Wechsel zwischen ernsten und leichteren Momenten. Die Geschichte ist emotional fordernd, ja sie thematisiert Schmerz, Sehnsucht, Unsicherheit. Aber immer wieder gibt es auch Momente zum Schmunzeln, kleine Neckereien, humorvolle Gespräche oder unerwartete Leichtigkeit. Diese Mischung verleiht der Geschichte ein authentisches Gefühl: wie im echten Leben wechseln sich Höhen und Tiefen ab, ohne dass dabei der Tonfall aus dem Gleichgewicht gerät.

Das Ende

Das Buch nimmt sich ausreichend Zeit, um alle Handlungsstränge rund und zufriedenstellend abzuschließen. Man bleibt mit einem Lächeln zurück, ohne offene Fragen oder das Gefühl, etwas Wichtiges vermisst zu haben. Entscheidungen werden nachvollziehbar getroffen und die Konsequenzen spürbar, was der Geschichte eine authentische Tiefe verleiht.

Fazit

„Liebe entfaltet“ ist eine sehr gelungene, emotionale Liebesgeschichte, die sich durch ihre Tiefe, die authentischen Figuren und die harmonische Balance zwischen ernsten und leichten Momenten auszeichnet. Wer Lust auf eine berührende Sommerlektüre mit viel Gefühl, familiären Konflikten und einer spannenden Beziehungsgeschichte hat, findet hier genau das Richtige. Eine klare Leseempfehlung für alle, die Emotionen lieben und gerne in gut ausgearbeitete Charaktere eintauchen.

Hörbuchumsetzung

Die Hörbuchfassung von Liebe entfaltet hat mir richtig gut gefallen. Beide Sprecherinnen haben sehr unterschiedliche Stimmen, was die Perspektiven von Kate und Stella wunderbar voneinander abhebt. Kate klingt etwas reifer und leicht nasal, konnte aber durch stimmliche Variationen andere Figuren beeindruckend authentisch darstellen. Besonders stark war sie in den Dialogen.

Stellas Sprecherin hat mir persönlich ein kleines bisschen besser gefallen, ihre Stimme wirkt jünger und emotional noch etwas intensiver. Beide haben auch die männlichen Figuren, vor allem Kevin, überraschend gut umgesetzt. Insgesamt ein sehr stimmiges, gefühlvolles Hörerlebnis, das die Emotionalität des Buches perfekt transportiert.

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Veröffentlicht am 06.08.2025

Ein Roman, der mehr verspricht, als er hält

Das Dolce Vita Dilemma
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„Das Dolce Vita-Dilemma“ beginnt mit einer vielversprechenden Prämisse: Die 16-jährige Lou flieht vor emotionalem Chaos in London und verbringt den Sommer in einem italienischen Hotel, wo sie nicht nur ...

„Das Dolce Vita-Dilemma“ beginnt mit einer vielversprechenden Prämisse: Die 16-jährige Lou flieht vor emotionalem Chaos in London und verbringt den Sommer in einem italienischen Hotel, wo sie nicht nur neue Erfahrungen sammelt, sondern auch auf neue Menschen trifft, allen voran Levi, den grummeligen Sohn der Hotelbesitzerin, und dessen bester Freund Teo.

Sprache & Stil: Lesefreundlich und zugänglich

Ein klarer Pluspunkt dieses Buches ist der Schreibstil: locker, modern und extrem flüssig. Die Autorin schreibt sehr zugänglich, mit kurzen Kapiteln und einem angenehmen Lesefluss, der dazu einlädt, immer noch „ein Kapitel mehr“ zu lesen. Gerade in einer Leseflaute ist das genau die Art von Stil, die leicht und motivierend wirkt.

Charaktere: Zwischen Sympathie und Unverständnis

Lou ist von Anfang an eine Figur, zu der man leicht Zugang findet. Gerade am Anfang gelingt es gut, sie als Identifikationsfigur zu etablieren. Doch je weiter die Geschichte voranschreitet, desto schwieriger wird es, eine emotionale Verbindung zu ihr aufrechtzuerhalten. Man versteht zunehmend nicht mehr, was genau Lou eigentlich will, und vor allem: warum. Es fehlt an innerer Reflexion. Die Gedanken, die sie sich macht, bleiben vage, wichtige Fragen stellt sie sich selbst kaum. Als Leser:in fragt man sich: Warum entscheidet sie so? Was fühlt sie wirklich? Was ist ihr Ziel? Doch diese Fragen bleiben unbeantwortet. Ihre Emotionen wirken oft aus dem Nichts heraus, ihre Handlungen erscheinen dadurch unklar, fast beliebig.
Levi, ist eine echte Herausforderung. Als grummeliger, verschlossener Charakter bleibt er lange schwer zugänglich und vor allem schwer nachvollziehbar. Zwar gibt es Kapitel aus seiner Perspektive, die andeuten, dass er mit emotionalem Ballast kämpft, doch sein Verhalten gegenüber Lou wirkt häufig abweisend, unfreundlich und schlichtweg unangemessen. Dass sich ausgerechnet zwischen den beiden eine Liebesgeschichte andeutet, ist nur schwer greifbar. Die Beziehung entsteht ohne klaren Aufbau, ohne nachvollziehbare emotionale Entwicklung, was es Leser:innen schwer macht, mitzufühlen oder gar mitzufiebern.

Ganz anders dagegen Teo (Mateo): Seine Szenen mit Lou sind charmant, nahbar und glaubwürdig. Die Gespräche sind lebendig, kleine Gesten berühren, und zwischen den beiden entwickelt sich eine Dynamik, die deutlich natürlicher wirkt als die mit Levi. Es ist fast schade, dass er nicht mehr Raum in der Handlung bekommt.

Handlungsstruktur: Zu sprunghaft, zu wenig Raum für Entwicklung

Ein zentrales Problem des Romans liegt in seiner Erzählweise: Die Handlung wirkt sehr sprunghaft und überhastet. Die Kapitel sind kurz, oft zehn Seiten lang, und zwischen ihnen vergehen häufig mehrere Tage oder sogar Wochen. Diese Zeitsprünge reißen einen immer wieder aus dem Geschehen heraus. Gerade wenn man anfängt, sich auf eine Szene oder einen Moment einzulassen, ist dieser auch schon wieder vorbei und mit ihm die Chance, die Figuren besser kennenzulernen oder ihre Gefühle nachzuvollziehen.

Besonders auffällig: Emotionale Momente oder Konflikte werden zwar angesprochen, aber nicht wirklich ausgeführt. Sie passieren, sie stehen kurz im Raum und dann geht es einfach weiter. Es gibt kaum greifbare Konsequenzen oder erkennbare Reaktionen der Figuren darauf. Als Leser:in fragt man sich oft: Was bedeutet das jetzt? Was macht das mit den Figuren? Wie wirkt sich das auf die Beziehung oder die Handlung aus? Doch statt Antworten zu liefern, springt das Buch einfach zur nächsten Szene, zur nächsten Woche, zum nächsten Schauplatz.

Diese fehlende Ausarbeitung zieht sich durch das ganze Buch. Wichtige Themen, Gefühle oder dramatische Wendungen werden nur kurz angerissen, aber nie wirklich zu Ende gedacht. Dadurch bleibt vieles blass, distanziert und oberflächlich, obwohl das emotionale Potenzial durchaus da wäre. Die Geschichte wirkt wie eine Aneinanderreihung kurzer Momentaufnahmen, die nie zu einer zusammenhängenden Geschichte verschmelzen.

So bleibt auch die Frage offen, worauf die Geschichte eigentlich hinauswill. Gerade zur Mitte des Buches ( bei rund 43 % ) fühlt es sich noch wie der Anfang an, obwohl schon fast die Hälfte vorbei ist. Statt Entwicklung gibt es viele Andeutungen, aber wenig greifbare Entwicklung oder echte Veränderung der Figuren.

Themen: Gute Ansätze, aber wenig Wirkung

Das Buch streift durchaus Themen, die Bedeutung haben und zum Nachdenken anregen können – sei es der Umgang mit Entscheidungen, familiäre Verantwortung, emotionale Unsicherheiten oder die Frage nach dem eigenen Platz im Leben. Zwischendurch gibt es einzelne Passagen, die durch ihre Formulierung auffallen – ein Satz, der hängen bleibt, oder eine Aussage, bei der man kurz innehält, weil sie gut beobachtet oder schön formuliert ist. Gerade solche Momente haben Potenzial und zeigen, was möglich gewesen wäre.

Doch leider bleiben diese Ansätze oft oberflächlich. Wichtige Themen werden zwar angeschnitten, aber kaum vertieft. Sie stehen kurz im Raum und dann geht es direkt weiter, ohne echte Auseinandersetzung oder spürbare Auswirkungen auf die Handlung oder die Figuren.

Zum Ende hin bekommen wir sogar noch einmal einen intensiveren Blick in eine Figur, ihre Gedanken und inneren Kämpfe. Doch auch hier fehlt die Verbindung zur restlichen Geschichte: Dieser Einblick wird uns einfach nur mitgeteilt, ohne dass er Einfluss auf das Geschehen oder die Dynamik mit den anderen Figuren hat. Es bleibt bei einer Beschreibung – ohne Konsequenz, ohne Nachhall.

So hat man über weite Strecken das Gefühl, dass das Buch wichtige Dinge andeutet, aber sich nie wirklich traut, tiefer einzusteigen oder sie zu einem erzählerischen Abschluss zu bringen. Am Ende bleibt vieles vage und damit leider auch emotional wirkungslos.

Das Ende: Plötzlich vorbei – ohne Wirkung oder Abschluss

Gegen Ende des Buches passiert etwas, das eigentlich emotional aufrütteln soll, doch da man zur betreffenden Figur im Verlauf der Geschichte kaum eine Verbindung aufgebaut hat, bleibt dieser Moment weitgehend wirkungslos. Statt mitzufühlen, bleibt man als Leser:in eher irritiert zurück. Die emotionale Tragweite verpufft, weil man schlicht zu wenig über diese Figur weiß.

Noch problematischer ist, dass andere zentrale Figuren, gegen Ende kaum noch eine Rolle spielen. Ihre Geschichten verlaufen im Sand, es gibt keinen erkennbaren Abschluss, keine Entwicklung, die zu Ende erzählt wird. Statt eines runden Finales wirkt das Ende abrupt, fast so, als wäre die Geschichte einfach stehen geblieben, ohne Aha-Moment, ohne Nachhall, ohne dass das Erzählte zusammengeführt wird.

Man hat das Gefühl, dass noch etwas fehlt, als hätte das Buch im entscheidenden Moment nicht den Mut gehabt, die emotionalen Fäden zusammenzuführen und einen echten Schlusspunkt zu setzen.

Fazit:

„Das deutsche Vita-Dilemma“ hatte definitiv gute Ansätze: Es gab Momente, die berührt haben, und einzelne Figuren, wirkten interessant und vielversprechend. Doch leider blieb es bei diesen Ansätzen. Viele dieser Potenziale wurden nicht weiterentwickelt oder konsequent zu Ende erzählt. Gerade bei emotionalen Situationen fehlte es an Tiefe: Gefühle wurden oft nur benannt, aber nicht spürbar gemacht. Es blieb bei Andeutungen, ohne dass nachvollzogen wurde, was diese Momente mit den Figuren machen, wie sie sich entwickeln oder wie sie damit umgehen.

Die fehlende Auseinandersetzung mit inneren Konflikten und emotionalen Konsequenzen ließ die Geschichte oft seltsam leer wirken. Statt Nähe zu schaffen, blieben die Figuren distanziert. Auch die viel zu knappe Länge von nur 249 Seiten hat der Handlung nicht gutgetan, alles wirkte gehetzt und teilweise einfach unfertig.

So bleibt am Ende ein Buch mit guten Ideen, aber schwacher Umsetzung. Leider keine Empfehlung von mir.

Okay, aber wer einfach mal kurz (249 Seiten) nach Italien flüchten will und sich für ein paar Stunden in das Leben einiger Jugendlicher hineinziehen lassen möchte, für den könnte das vielleicht etwas sein. Man muss dabei allerdings vieles selbst hinzudichten, vor allem, was Gefühle, innere Konflikte und Entwicklungen angeht. Vieles bleibt unausgesprochen, wird nur angedeutet und leider nicht wirklich weitergeführt.

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Veröffentlicht am 05.08.2025

Spannendes Worldbuilding, aber Handlung mit Luft nach oben

Fae Isles − Der Henker der Königin
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Fae Isles hat mich positiv überrascht, ein gutes Beispiel dafür, dass man ein Buch nicht nach seinem (etwas unscheinbaren) Cover beurteilen sollte. Hinter der eher schlichten Fassade steckt eine originelle ...

Fae Isles hat mich positiv überrascht, ein gutes Beispiel dafür, dass man ein Buch nicht nach seinem (etwas unscheinbaren) Cover beurteilen sollte. Hinter der eher schlichten Fassade steckt eine originelle Fantasy-Geschichte mit einigen sehr interessanten Ideen, vor allem im Bereich Magie und Völkerdesign.

Erzählperspektive & Lesefluss
Besonders gefallen hat mir die Entscheidung, die Geschichte aus der Ich-Perspektive von Emelin zu erzählen. Dadurch war man als Leser*in ganz nah an ihren Gedanken und Gefühlen, was insbesondere in emotionalen oder unsicheren Momenten sehr gut funktioniert hat. Man erlebt ihre Verwirrung, Angst und später auch ihre Neugier und Faszination hautnah mit. Das hat den Einstieg in die fremde Welt sehr erleichtert und für einen angenehmen Lesefluss gesorgt.

Schreibstil
Der Stil ist insgesamt sehr emotional und bildhaft. In besonders intensiven Szenen, sei es im zwischenmenschlichen Bereich oder bei den Spice-Elementen, arbeitet die Autorin mit langen, ausschweifenden Sätzen, vielen Wiederholungen und kleinen Details. Das kann für manche etwas überladen wirken, hat für mich meistens in den richtigen Momenten genau die richtige Wirkung erzielt. Besonders gefiel mir, wie genau Emelins Empfindungen beschrieben werden, dadurch war ich emotional wirklich oft sehr nah dran.

Worldbuilding & Magiesystem
Ein echtes Highlight war für mich das Worldbuilding. Die Idee, dass die Fae in dieser Welt Flügel haben, fand ich sehr spannend, eine schöne Abwechslung zu den sonst oft elfischen Darstellungen. Auch die Existenz anderer Wesen wie Dämonen und Phönixe wurde angedeutet und macht Lust auf mehr.

Das Magiesystem war für mich besonders gelungen: klar strukturiert, spannend aufgebaut und verständlich erklärt, vor allem, weil man durch Emelins Lernprozess selbst viel mitnimmt. Man versteht nicht nur was sie tut, sondern auch wie sie es lernt, was das System nachvollziehbar und glaubwürdig macht. So originell und detailliert habe ich das in dieser Form selten gelesen.

Besonders positiv ist mir die Brutalität und Ernsthaftigkeit einzelner Elemente aufgefallen. Die Geschichte richtet sich dadurch eindeutig eher an ein älteres Publikum, nicht nur durch den Spice-Anteil, sondern auch durch die düsteren, teils grausamen Aspekte der Welt. Auch der „Silent Death“ wirkte durch einzelne, brutal geschilderte Szenen sehr mächtig und gefährlich, was seinem Namen definitiv gerecht wurde. Diese etwas raueren, düsteren Elemente haben mir gut gefallen und der ansonsten eher emotionalen Geschichte eine dunklere, erwachsenere Note verliehen.

Charaktere & Dynamik
Emelin ist eine nachvollziehbare, vielschichtige Protagonistin, deren Reise man gern begleitet. Der männliche Protagonist der „Silent Death“ sticht vor allem dadurch hervor, dass er nicht sprechen kann. Das war für mich ein sehr frischer Ansatz. Die Kommunikation zwischen den beiden ist kreativ und glaubwürdig gestaltet, unter anderem auch durch Emelins Vorerfahrungen mit Gebärdensprache, was sehr schön und selbstverständlich eingebunden wurde.

Die Beziehung der beiden entwickelt sich spürbar, allerdings liegt der Fokus stark auf der körperlichen Annäherung. Gefühle kommen zwar dazu, aber für meinen Geschmack fehlte ein wenig die Grundlage das langsame Kennenlernen, das Verstehen, das echte Miteinander auf emotionaler Ebene. Die Neckereien und kleinen Sticheleien waren charmant und haben Spaß gemacht, aber insgesamt hätte ich mir hier mehr Substanz gewünscht, damit die Verbindung zwischen den beiden wirklich greifbar wird. Nebencharaktere waren vorhanden, aber eher am Rand, ich hoffe, dass einige davon in zukünftigen Bänden noch weiterentwickelt werden.

Spice & Emotionen
Der Spice-Anteil im Buch war überraschend hoch, aber grundsätzlich gut geschrieben. Besonders auffällig war der sehr ausschweifende, emotionale Stil der Autorin, der über reine körperliche Beschreibungen hinausgeht. Die Szenen sind intensiv, gefühlvoll und sprachlich stark man spürt, was die Protagonistin empfindet, und wird emotional mitgenommen.

Allerdings wurde mir dieser Aspekt im Verhältnis zur restlichen Handlung einfach zu dominant. Viele dieser Szenen waren sehr lang und detailliert, fast schon überfrachtet, und kamen dafür leider zu häufig vor. Ich hätte es deutlich besser gefunden, wenn es nur ein paar ausgewählte, intensive Szenen gegeben hätte, statt so viele denn so hat der Spice einen großen Teil der Handlung verdrängt. Mir fehlte die emotionale und inhaltliche Basis jenseits der körperlichen Ebene.

Handlung & Plot
Was mir allerdings etwas gefehlt hat, war ein klar erkennbarer Plotbogen. Über weite Strecken hatte ich das Gefühl, dass die Geschichte mehr auf die Entwicklung der Beziehung zwischen den beiden Hauptfiguren fokussiert ist, als auf eine äußere Handlung. Das Buch lebt mehr von der Atmosphäre, den Emotionen und dem Beziehungsaufbau als von konkreter Spannung oder Ereignissen.

Zwar gibt es am Ende nochmal einen Spannungsanstieg, der mir gut gefallen hat, aber bis dahin hatte ich häufig das Gefühl, dass sich die Handlung im Kreis dreht. Ich habe mich zwischendurch gefragt, worauf die Geschichte eigentlich hinauslaufen soll. Insofern wirkt der erste Band eher wie ein umfangreiches Setup, wie ein Einstieg in eine größere Welt, der Charaktere und Mechaniken vorstellt, aber noch nicht richtig Fahrt aufnimmt.

Fazit
Faye Isles ist ein emotionaler, atmosphärischer Reihenauftakt mit einem starken Fokus auf die Bindung der Hauptfiguren, einem durchdachten Magiesystem und einer interessanten Welt. Die Beziehung zwischen den Protagonisten ist gut und glaubwürdig gestaltet, der Schreibstil gefühlvoll und intensiv.

Allerdings fehlte mir über weite Strecken ein klarer roter Faden. Da wir die Geschichte ausschließlich aus Emelins Perspektive erleben und sie selbst kaum weiß, was eigentlich mit ihr passiert oder was das Ziel ihrer Reise ist, fehlte mir oft das Gefühl einer erkennbaren Richtung. Die Handlung plätscherte zeitweise eher dahin, ohne dass echte Spannung aufgebaut wurde.

Dennoch: Die Welt und das Magiesystem haben mich überzeugt, und ich bin gespannt, wie es in den nächsten Bänden weitergeht. Als Einstieg einer Reihe gelungen, auch wenn noch Luft nach oben ist.

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Veröffentlicht am 01.08.2025

Ein Mensch zum verlieben und ein Ort zum Bleiben

The One I Stood Beside
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„The One I Stood Beside“ war für mich ein echtes Lesevergnügen! Auch wenn es sich um den zweiten Band der Plain Daisy Ranch- Reihe handelt, lässt er sich wunderbar unabhängig vom ersten Teil lesen. Im ...

„The One I Stood Beside“ war für mich ein echtes Lesevergnügen! Auch wenn es sich um den zweiten Band der Plain Daisy Ranch- Reihe handelt, lässt er sich wunderbar unabhängig vom ersten Teil lesen. Im Mittelpunkt stehen Jude, der älteste der drei Noughton -Brüder, und seine beste Freundin seit Kindertagen, Sadie Wilkins. Die Geschichte spielt auf einer Farm, was der Handlung eine besondere, warme Atmosphäre verleiht, die mir sehr gefallen hat.

Erzählperspektive, Lesefluss & Kapitelaufbau

Die Geschichte wird wechselnd aus der Ich-Perspektive von Sadie und Jude erzählt. Diese Perspektivwechsel machen es leicht, beide Gedankenwelten zu verstehen und mitzufühlen. Auch wenn sich die Kapitel insgesamt recht ausgewogen zwischen Jude und Sadie aufteilen, liegt der anfängliche Fokus spürbar auf Jude, mehrere Kapitel hintereinander geben uns zuerst, Einblicke in seine Gedankenwelt. Das fand ich angenehm erfrischend, denn so startet die Geschichte mal nicht klassisch über die weibliche Sicht, sondern lässt uns zuerst in seine Rolle, seine Verantwortung und seine Emotionen eintauchen.

Der Schreibstil ist angenehm flüssig und leicht zugänglich. Die Kapitel sind mit rund zehn Seiten schön kompakt gehalten, was den Lesefluss sehr angenehm macht. Ich konnte problemlos "noch ein Kapitel“ weiterlesen. Die klare Struktur hilft dabei, immer gut in der Handlung zu bleiben, auch in emotionalen oder sprunghaften Szenen.

Atmosphäre, Nebenfiguren & Humor

Ein großes Highlight des Buches war für mich die stimmungsvolle Atmosphäre. Die Farm, das Kleinstadtleben und das familiäre Miteinander wurden authentisch und liebevoll beschrieben. Man spürt die ländliche Ruhe, aber auch die Herausforderungen, die mit Verantwortung, Tradition und Gemeinschaft einhergehen. Besonders gelungen ist, wie stark das Familiengefühl vermittelt wird, dass hier jeder mit jedem verbunden ist.

Die Nebenfiguren tragen viel zu dieser Stimmung bei. Judes Brüder Emmett und Ben, aber auch Sadies Cousine Lottie, bringen Humor und Leben in die Geschichte. Ich musste oft schmunzeln über die typischen Neckereien unter den Brüdern, charmant, schlagfertig, und voller Brüderlichkeit.

Besonders schön fand ich außerdem, dass die Hauptfiguren über 30 sind, Sadie ist 33, Jude 34. Das verleiht der Geschichte mehr Realismus und Bodenhaftung, gerade in Bezug auf Themen wie Farmverantwortung, Hausbau und Lebensplanung. Einziger kleiner Kritikpunkt: Die Eltern von Jude und Sadie blieben im Vergleich etwas blass, ohne jedoch den Gesamteindruck zu trüben.

Die Beziehung zwischen Jude und Sadie

Da sich die beiden seit ihrer Kindheit kennen, war von Anfang an eine natürliche Vertrautheit spürbar, kein langes Kennenlernen, keine künstlich erzeugte Spannung, sondern ehrliche Emotionen, die auf einer langjährigen Verbindung beruhen. Das hat der Geschichte Authentizität und Wärme gegeben. Dennoch wirkte es auf mich stellenweise etwas unrealistisch, dass sie nie vorher gemerkt haben sollen, dass da mehr zwischen ihnen ist, obwohl es für alle anderen offensichtlich war.

Emotionale Tiefe & Entwicklung

Die Geschichte ist nicht einfach nur romantisch oder süß, sie hat auch emotionale Tiefe. Besonders bei Jude zeigt sich eine stille, aber spürbare Entwicklung. Man merkt, dass sich bei ihm innerlich etwas verändert: Er reflektiert, übernimmt Verantwortung und stellt sich seiner Vergangenheit. Es geht nicht nur um „wir lieben uns jetzt plötzlich“, sondern darum, was es bedeutet, jemanden wirklich zu sehen, und zu vertrauen. Diese innere Bewegung hat der Geschichte eine schöne Substanz gegeben, ruhig, nachvollziehbar und ohne künstliches Drama.

Spice-Faktor

Ja, es gibt Spice, gut geschrieben und nicht übertrieben, aber stellenweise empfand ich es als etwas zu viel oder deplatziert. An diesen Stellen hätte ich mir mehr emotionale Verbindung und Dialoge gewünscht, statt schneller körperlicher Nähe.

Kritikpunkte:

Trotz meiner Begeisterung gibt es kleinere Kritikpunkte: Die Geschichte ist stellenweise etwas sprunghaft erzählt. Manche Szenen wie die Hochzeit, wirken zu kurz oder abrupt beendet, diese hätten mehr Raum verdient. Ich hätte mir gewünscht, dass bestimmte emotionale oder erzählerische Momente etwas ausführlicher ausgearbeitet werden. Das Buch hat mit seinen knapp 295 Seiten leider nicht immer genug Raum, um alles voll auszuerzählen. Auch manche Spice-Szenen kamen mir etwas zu deplatziert vor, hier hätte ich mir lieber stärkere emotionale Dialoge gewünscht.

Fazit:

Ein gefühlvoller, unterhaltsamer Roman mit einer stimmungsvollen Kleinstadt-Atmosphäre, liebenswerten Figuren und einer berührenden Friends-to-Lovers-Geschichte. Trotz kleiner Schwächen in der Tiefe einiger Szenen und einem leicht überhasteten Erzähltempo konnte mich das Buch trotzdem emotional voll mitnehmen, das Ende hat mich sogar zu Tränen gerührt. Dank der starken Figuren, des angenehmen Stils gibt es von mir eine klare Leseempfehlung.

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Veröffentlicht am 31.07.2025

Ein magischer Alltag zwischen Immobilien und Zauberei

Magie und Liebe
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Einstieg

Tagsüber zeigt Elionore Brevent ihren Kunden schicke Häuser, doch in der Nacht widmet sich die Maklerin lieber magischen Dingen denn Elionore ist eine Hexe.
Damit beginnt ein urbanes Fantasy-Abenteuer, ...

Einstieg

Tagsüber zeigt Elionore Brevent ihren Kunden schicke Häuser, doch in der Nacht widmet sich die Maklerin lieber magischen Dingen denn Elionore ist eine Hexe.
Damit beginnt ein urbanes Fantasy-Abenteuer, das zunächst viel Charme, Humor und originelle Ideen verspricht. Die Geschichte entführt uns in eine Welt, in der übernatürliche Wesen wie Vampire, Gestaltwandler, Hexen und Elfen ganz selbstverständlich zum Alltag gehören.

Elionores Doppelleben zwischen Wohnungsbesichtigungen und Zaubersprüchen wird interessant aufgebaut und gibt der Geschichte einen frischen, modernen Anstrich. Wir werden nicht direkt in eine komplexe Fantasywelt geworfen, sondern Stück für Stück mitgenommen, sei es durch Einblicke in ihren Alltag, kleine Erklärungen zur Magie oder Informationen über ihre Familie und Vergangenheit.

Erzählt mit Charme, fast wie ein magisches Tagebuch

Die Geschichte wird aus der Ich-Perspektive erzählt, und besonders gelungen fand ich die direkte Ansprache an die Leser*innen. Elionore erzählt uns nicht nur, was sie erlebt, sondern spricht uns auch zwischendurch, höflich an, fast so, als würde sie ein Tagebuch führen oder einen magischen Ratgeber schreiben. Diese Erzählweise verleiht dem Buch eine besondere Atmosphäre, die mich schnell für sich gewonnen hat.

Leichter Humor und gelungenes Worldbuilding

Der Humor ist angenehm dosiert, pointiert und nie zu albern. Besonders gelungen fand ich die Gruppendynamik zwischen den verschiedenen übernatürlichen Rassen, sei es Feindschaft, Freundschaft, Zusammenarbeit oder erste romantische Entwicklungen.

Das Worldbuilding und die Magie werden im ersten Band in angenehmem Tempo eingeführt, gerade so viel, dass man der Geschichte problemlos folgen kann, ohne von Informationen überladen zu werden, aber mit genug offenen Fragen, um Lust auf die Fortsetzung zu machen.

Plötzlicher Bruch im letzten Drittel

Leider konnte das Buch diesen positiven Eindruck nicht bis zum Ende halten. Im letzten Drittel nahm die Geschichte eine abrupte Wendung, die sich für mich nicht mehr stimmig anfühlte. Die Dialoge wirkten auf einmal unnatürlich, die Handlungen der Figuren schwer nachvollziehbar, es fühlte sich fast an, als würde ich ein anderes Buch lesen.

Auch inhaltlich wurden Entwicklungen vorweggenommen, die ich eher in späteren Bänden erwartet hätte. Das nahm der Geschichte einiges an Spannung und zerstörte das langsame, liebevoll aufgebaute Fundament.

Fazit

Eine Hexe zum Verlieben startet mit viel Potenzial: eine charmante Protagonistin, ein liebevoll aufgebautes urbanes Fantasy-Setting und ein angenehmes Erzähltempo. Doch leider bricht die Handlung im letzten Drittel stark ein, sodass ich insgesamt nur drei Sterne vergeben kann.

Empfehlung: Wer Geschichten mit Magie, Gestaltwandlern, unterschwelliger Romantik und einem humorvollen Erzählton mag, sollte sich den ersten Band trotzdem anschauen. Wenn ihr jedoch großen Wert auf eine konsequent durchdachte Handlung legt, könnte euch der abrupte Richtungswechsel gegen Ende stören.

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