Über das Warten an der Grenze
Die DorfschullehrerinHelene ist eine junge Frau, gerade 30 Jahre alt, und doch steht sie quasi vor den Trümmern ihres bisherigen Lebens: ihre kleine und junge Familie wollte den Schritt wagen und aus der DDR in die BRD fliehen. ...
Helene ist eine junge Frau, gerade 30 Jahre alt, und doch steht sie quasi vor den Trümmern ihres bisherigen Lebens: ihre kleine und junge Familie wollte den Schritt wagen und aus der DDR in die BRD fliehen. Ihr Mann, Jürgen war schon im Westen, doch Helene und ihre kleine Tochter Marie wurden auf dem Weg mit der Bahn auf unerklärliche Weise entdeckt. Helene kam ins Gefängnis und wurde von den Stasi-Beamten verhört, Marie wurde in ein Kinderheim gesteckt und Jürgen verstarb im Gefängnis, da er in die DDR zurückreiste, um seine Familie zu retten. Durch einen bekannten Anwalt gelang Helene schließlich die Flucht in den Westen, doch ihre kleine Tochter musste sie in der DDR zurücklassen. Sie kam nach einiger Zeit bei Helenes Vater in die Obhut.
Jetzt ist Helene in einem kleinen Ort nahe der DDR-Grenze als Dorfschullehrerin tätig und wartet auf eine günstige Gelegenheit, damit ihr Vater ihr ihre Tochter über die Grenze schmuggeln kann. Doch es ist das Jahr 1961 und die Grenze wird immer weiter dichtgemacht.
Ich habe bereits einige Bücher von Eva Völler verschlungen, so auch die "Ruhrpott-Saga" und ich war sehr auf ihr neues Buch gespannt. Da mich geschichtliche Ergebnisse immer mehr faszinieren und ich vor kurzer Zeit die Serie "Weissensee" gesehen hatte, fand ich das Thema des Buches durchaus spannend. Mein Fazit: erneut hat es Eva Völler geschafft, mich mit ihren Charakteren, der geschichtlichen Aufbereitung des Themas mit historischen Bezügen und finktionalen Romanaspekten, dass ich das Buch kaum aus der Hand legen konnte. Ich fiebert so mit Helene mit, ob sie ihre Tochter wieder sehen kann, freute mich über ihre neu entstehende Liebe und die Hoffnung auf einen erfüllten neuen Lebensanfang. Ich habe die Ruhrpott-Saga geliebt und auch dieses Buch eröffnet eine Lesewelt zwischen Hoffnung, Freude, Begeisterung für die Charaktere, aber auch tiefe Betroffenheit über die historischen Ereignisse und das Leid der Menschen. Und ja Eva, auch ich musste an der ein oder anderen Stelle weinen - vielen Dank für den Mut diese Geschichte zu schreiben und deinen Gefühlen freien lauf zu lassen!