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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 31.12.2025

Sehr bewegend

Trag das Feuer weiter
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Ich habe "Trag das Feuer weiter" als stilles, sehr persönliches Buch erlebt. Leïla Slimani erzählt ruhig und konzentriert von Mia, die nach Marokko zurückkehrt, weil ihr Gedächtnis sie im Stich lässt – ...

Ich habe "Trag das Feuer weiter" als stilles, sehr persönliches Buch erlebt. Leïla Slimani erzählt ruhig und konzentriert von Mia, die nach Marokko zurückkehrt, weil ihr Gedächtnis sie im Stich lässt – und dabei viel mehr findet als nur Erinnerungen. Mich hat besonders berührt, wie eng Gegenwart und Vergangenheit miteinander verwoben sind: Kindheit, Familie, Erwartungen und das langsame Herauslösen daraus.

Die Kapitel über Mias Kindheit und das Verhältnis zu ihrer Schwester zeigen fein, wie unterschiedlich Wege verlaufen können, selbst innerhalb derselben Familie. Ohne große Dramatik, aber mit viel Gefühl, beschreibt Slimani das Fremdsein – im eigenen Körper, in der Familie, zwischen zwei Ländern. Die Themen Identität, Freiheit und Selbstbestimmung ziehen sich leise, aber konsequent durch den Roman.

Das Buch ist nicht laut und nicht schnell. Ich musste mich darauf einlassen, wurde dafür aber mit einer nachdenklichen, warmen Geschichte belohnt, die lange nachwirkt. Für mich ein Roman über das Weitertragen innerer Kraft – auch wenn der Weg dorthin brüchig ist.

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Veröffentlicht am 30.12.2025

Weibliche Lebensrealitäten

Niemands Töchter
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Judith Hoersch erzählt in ihrem
Roman 'Niemands Töchter' auf sehr einfühlsame Art und Weise von den unterschiedlichen Lebensrealitäten, Sehnsüchten und Emotionen verschiedener Frauen. Diese zeichnen sich ...

Judith Hoersch erzählt in ihrem
Roman 'Niemands Töchter' auf sehr einfühlsame Art und Weise von den unterschiedlichen Lebensrealitäten, Sehnsüchten und Emotionen verschiedener Frauen. Diese zeichnen sich insbesondere durch die gelungene Darstellung ihrer vielschichtigen und facettenreicher Charaktere aus. Sie wirken nahbar, authentisch und wie aus dem Leben gegriffen und gerade deswegen ist das Buch so berührend.

Der Erzählstil der Geschichte ist entschleunigt und lässt Raum für Entwicklung und ein langsames Entfalten der Story, welche durch ihre Zaghaftigkeit lebt und gleichzeitig doch sehr ausdrucksstark und inhaltsreich ist.

Mir hat das Buch sehr gut gefallen und ich empfehle es gerne Leser*innen, die sich mit und in leisen, tiefgründigen Romanen wohlfühlen und keine stetig wachsenden Spannungskurven benötigen.

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Veröffentlicht am 27.12.2025

Altersgerechte Gestaltung!

Hilf den Tierkindern
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Das Buch ist die perfekte Ergänzung für jedes Kinderzimmer beziehungsweise Kinder-Bücherregal!
Die Seiten sind sehr stabil und dick gestaltet, sodass auch ungeübte kleine Kinderhändchen keinen Schaden ...

Das Buch ist die perfekte Ergänzung für jedes Kinderzimmer beziehungsweise Kinder-Bücherregal!
Die Seiten sind sehr stabil und dick gestaltet, sodass auch ungeübte kleine Kinderhändchen keinen Schaden beim Umblättern anrichten können.
Die Seiten selbst sind mit hübschen, altersgerechten Illustrationen und ganz wenig Text gestaltet, eine Reizüberflutung ist dank des reduzierten Designs somit ausgeschlossen.
Dank der sympathischen 'Protagonist*innen' im Buch empfanden meine kleinen Leser gleich eine gewisse Sympathie und Verbindung zu den Tieren, was das Lesen des Buches gleich noch viel aufregender machte.
Wir können das Buch nur empfehlen und werden uns sicherlich noch das ein oder andere Werk der Reihe besorgen und es gab auch gleich Wünsche, welche Themen wir noch gerne in einem
solchen Büchlein finden würden 😉

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Veröffentlicht am 19.12.2025

Potenzial verschenkt…

Mathilde und Marie
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Der Klappentext und natürlich auch der Autor, dessen Name mir dank Instagram bekannt war, haben mich sehr neugierig auf dieses Buch gemacht.
Das Cover hat mich auf eine sanfte, leise und beschauliche Lektüre ...

Der Klappentext und natürlich auch der Autor, dessen Name mir dank Instagram bekannt war, haben mich sehr neugierig auf dieses Buch gemacht.
Das Cover hat mich auf eine sanfte, leise und beschauliche Lektüre eingestimmt, die sich dahinter auch verbirgt…
ABER: leider war mir die Geschichte viel zu beschaulich, ereignisarm und vom Erzählstil sehr mäandernd. Das Geschehen plätscherte vor sich hin, ohne mich zu irgendeinem Zeitpunkt der Geschichte packen zu können.
Ebenso verhielt es sich mit den Charakteren. Einzeln wirkten sie auf mich unnahbar, flach ausgearbeitet und nicht bereit, sich der Leserschaft zu präsentieren. Die Protagonistinnen in Summe, also die Bewohnerinnen Redus und ihre verschworene Gemeinschaft, wirkten auf mich im besten Falle herbeifabuliert, weniger nett ausgedrückt hat es auf mich nahezu sektenartig gewirkt.
Lichtblicke im Buch waren für mich die schönen Naturbeschreibungen, die beim Lesen fast eine so beruhigende Wirkung auf mich hatten, wie auf Marie im Buch

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Veröffentlicht am 19.12.2025

Sehr bewegend

Wenn die Kraniche nach Süden ziehen
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Ich habe dieses Buch sehr still gelesen, fast vorsichtig. Bo ist 89, und seine Einsamkeit war für mich von der ersten Seite an spürbar. Seine Frau lebt im Pflegeheim, der Sohn meint es gut, hört aber nicht ...

Ich habe dieses Buch sehr still gelesen, fast vorsichtig. Bo ist 89, und seine Einsamkeit war für mich von der ersten Seite an spürbar. Seine Frau lebt im Pflegeheim, der Sohn meint es gut, hört aber nicht wirklich zu, und der Hund Sixten ist Bos letzter Halt im Alltag. Gerade diese Beziehung hat mich sehr berührt. Es geht nicht nur um einen alten Mann und seinen Hund, sondern um Selbstbestimmung, um Würde und darum, ernst genommen zu werden – auch im Alter.

Während Bo auf sein Leben zurückblickt, tauchen Erinnerungen auf, die mal schmerzen, mal trösten. Das Buch ist ruhig erzählt, mit feinem Humor und viel Wärme. Nichts ist laut oder dramatisch, und genau das macht es so stark. Ich habe gelächelt, geschluckt und an einigen Stellen auch Tränen in den Augen gehabt. Für mich ist es ein Roman, der lange nachhallt und daran erinnert, wie wichtig Nähe, Zuhören und Mitgefühl sind.

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