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Veröffentlicht am 29.01.2017

Wir beide, vielleicht

Wir beide, vielleicht
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Wir beide, vielleicht hat es mir ganz schön schwer gemacht, obwohl ich mir wirklich Mühe gegeben habe, das Buch zu mögen. Denn schließlich bin ich vom Klappentext ausgegangen und der hat eine wirklich ...

Wir beide, vielleicht hat es mir ganz schön schwer gemacht, obwohl ich mir wirklich Mühe gegeben habe, das Buch zu mögen. Denn schließlich bin ich vom Klappentext ausgegangen und der hat eine wirklich schöne und besondere Geschichte versprochen. Dass mich das Buch nicht wirklich packen konnte, lag nicht an der Idee. Die Buchidee finde ich nach wie vor klasse. Auf mich wirkte es direkt wie eine Mischung aus den zwei Filmen „Wie werde ich ihn los – in zehn Tagen“ und „Love Vegas“ und dem konnte ich ganz und gar nicht widerstehen. Potenzial hatte das Buch also auf jeden Fall. Zwei komplett unterschiedliche Charaktere, denen viel Geld dafür geboten wird, dass sie sich ein Mal die Woche treffen und zwei Stunden einfach nur reden. Da fragt man sich doch: Wer gibt den beiden das Geld? Wer ist für das Angebot verantwortlich? Was ist die Motivation dahinter? Werden sich die beiden darauf einlassen? Und was wird aus den Treffen und den Figuren werden? Viele Fragen hatte ich, doch diese wurden leider eher mäßig spannend beantwortet.

Mein größtes Problem waren wohl die Charaktere. Während ich den besten Freund des Hauptprotagonisten, Keith, wirklich super fand und in mein Herz schließen konnte, haben mich alle anderen Figuren, einschließlich den Hauptprotagonisten Elizabeth und Richard, einfach im Regen stehen lassen. Während des ganzen Buches habe ich versucht, eine Verbindung zu ihnen herzustellen und immer, wenn ich das Gefühl hatte, es ist mir gerade geglückt, waren sie mir wieder fremd.

Gelegen hat das nicht an der Geradlinigkeit, beide Charaktere wirkten schon sehr strukturiert und in ihrem Auftreten waren sie auch durchgängig konsequent, aber ich konnte mich nicht wirklich auf sie einlassen. Obwohl beide sehr unterschiedlich sind, obwohl beide unterschiedlich betrachtet werden und obwohl ich zumindest mit Elizabeth einige Gemeinsamkeiten hatte. Beide waren mir einfach zu blass und zu oberflächlich. Begrenzt auf ihr Aussehen (Richard attraktiv, Elizabeth eine – ich zitiere – „üppige, wolllüstige Latina“), ihre Erfahrenheit mit dem anderen Geschlecht (Richard mit vielen One Night Stands, Elizabeth mit bisher keiner Beziehung und keinem Freund) und ihre Freundschaften (Richard zu seiner besten Freundin und Ex Mike, Elizabeth zu dem Obdachlosen Orpheus). Leider kam bei mir nicht viel mehr an.

Auch die Annäherung zwischen den beiden, die sich anfangs überhaupt nicht verstehen und keine Gemeinsamkeit zu haben scheinen, kam mir einfach zu plötzlich und unerwartet und machte meiner Meinung nach keine Sinn. Vor allem nicht nach der Geschichte, die Elizabeth Richard offenbart. Von einer Liebesgeschichte, die der Klappentext, der Titel und das Cover versprechen, waren die Schilderungen ihrer Treffen und der Gefühle, die sie füreinander zu entwickeln beginnen, schlichtweg zu distanziert und zu lieblos. Es kommt keine romantische Stimmung auf und bis auf den „umfangreichen“ Tanz, den die beiden hatten (den ich übrigens auch nicht so stark und anziehend empfunden habe, wie er danach geschildert wurde), waren es einfach zwei Menschen, die sich treffen, um am Ende des Jahres das große Geld zu kassieren. Berührt hat mich da leider nur sehr wenig.

Der Schreibstil des Autors fand ich anfangs sehr gewöhnungsbedürftig. Einen guten Einstieg in das Buch habe ich leider nicht finden können und ich habe circa 50 Seiten gebraucht, um im Schreibstil und in der Geschichte anzukommen. Wie bei fast jedem Buch habe ich mich aber daran gewöhnen können, auch wenn mir die Geschichte kürzer gehalten, besser gefallen hatte. Oft gab es Passagen voller Ausschweifungen, die die kurzzeitige Spannung in Unterhaltungen, Dialogen oder Gefühlsoffenbarungen unterbrochen haben und den Roman zäher erschienen ließen, als er eigentlich war.

Das Cover dagegen gefällt mir ziemlich gut. Ich mag die relativ schlichte Gestaltung, kein großes Geschnörkel. Außerdem finde ich es gut, dass mal kein Gesicht auf der Front zu sehen ist. Auch die bunten Schriften gefallen mir, auch wenn ich nicht so ganz verstehe, was das Flugzeug da zu suchen hat. :D

Fazit
Auch wenn sich die Rezension sehr negativ liest, so
hat mir die Buchidee doch wirklich sehr gut gefallen. Leider schwächelt die Umsetzung. Diese konnte mich einfach nicht packen, obwohl (oder gerade weil) ich mir davon so viel versprochen habe. Einfach schade.

Veröffentlicht am 29.01.2017

After Passion

After Passion
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Der regelrechte Hype um dieses Buch hat nun auch mich erwischt, obwohl ich ihm lange Zeit aus dem Weg gegangen bin. Es steht schon seit langer Zeit auf meiner Wunschliste, doch die vielen unterschiedlichen ...

Der regelrechte Hype um dieses Buch hat nun auch mich erwischt, obwohl ich ihm lange Zeit aus dem Weg gegangen bin. Es steht schon seit langer Zeit auf meiner Wunschliste, doch die vielen unterschiedlichen Meinungen und Rezensionen haben mich bisher vom Lesen abgehalten. Jetzt, nachdem ich die Geschichte beendet habe, kann ich sagen, dass mich After Passion überzeugen konnte, auch wenn ich es nicht unbedingt erwartet hatte.

Dass mir das Buch gefallen hat, lag zum einen daran, dass nicht jede zweite Szene eine Sexszene ist (zumindest am Anfang!), so wie ich es erwartet hatte. Solche Szenen in der Masse langweiligen mich schnell, weil es immer das gleiche ist, immer das gleiche gesagt wird, es immer gleich gut ist – das fesselt mich einfach nicht, so dass ich diese Szenen am liebsten direkt überspringen würde. Sexszenen gibt es natürlich, vor allem am Ende zu genüge, aber das dauert doch ein wenig, bis die beiden Hauptprotagonisten sich so nahe kommen. Zum anderen hat mich der Plot überzeugt, weil er eine Geschichte bietet. Hardin hat sehr stark mit seiner Vergangenheit zu kämpfen, Tessa ist eher in der Gegenwart in Konfliktsituationen, die es zu lösen gilt. Natürlich darf man dieser Stelle keinen tiefgründigen und bedeutungsvollen Inhalt erwarten, denn der spielt gerade bei erotischen Liebesgeschichte selten eine große Rolle.

Außerdem sollte man beachten – falls ihr dieses Buch noch lesen wollt – dass sowohl die Charaktere, also auch deren Ausführungen und Geschichten schon Stoff vieler anderer Bücher ist. Der Badboy mit tiefen, seelischen Qualen und Problemen aus der Vergangenheit, die er nie wirklich losgelassen und verarbeitet hat und natürlich das schüchterne, unscheinbare Mädchen, wahnsinnig unerfahren und nai, das an die große Liebe glaubt und in allen Menschen nur das Gute sieht. Das alles ist nichts neues, bietet keine neue und kreative Idee und Umsetzung – gelangweilt hat es mich aber trotzdem nicht, was vermutlich dann doch an den Charakteren lag. Denn diese sind nicht nur sehr unterschiedlich, sondern bieten auch einiges an Potenzial für die weiteren Teile. Das ewige Hin und Her zwischen den zweien und die ständigen Streitereien fand ich in diesem ersten Band noch in Ordnung, doch ich kann mir vorstellen, wenn es in den nächsten Teilen beibehalten wird, dass es irgendwann nervt. Damit es mir nicht so geht, wird es wohl noch eine Weile dauern, bis ich mich an den zweiten Band traue.

Hardin mochte ich anfangs überhaupt nicht und auch gegen Ende wurde ich noch nicht richtig mit ihm warm. Ich wusste von Anfang an, dass etwas nicht mit ihm stimmt, dass seine Zuneigung so plötzlich kam und dass er eigentlich nicht mit Tessa zusammenpasst. Er hat natürlich auch seine gute Seiten, einfühlsame Momente und süße Gespräche, aber im Großen und Ganzen war er mir immer ein bisschen suspekt. Er ist eben ein Badboy, dem ich nie wirklich vertraut habe und dessen Verhalten ich immer spektisch betrachtet habe. Gerne hätte ich Tessa einen Tipp gegeben, aber vermutlich hätte sie nicht mal auf mich gehört.

Mit Tessa dagegen konnte ich mich anfangs sehr gut identifizieren. Lieber zuhause bleiben und lesen oder Netflix schauen, als auf Partys gehen. Einen gemütlichen Abend und ausgiebigen Schlaf einem Kater und Gefeiere vorziehen. Das klang so hundertprozentig nach mir. Auch in einem Verlag arbeiten wollen, sich fremd auf Partys fühlen, unsicher im Umgang mit Jungs. Ich mochte sie sehr gerne, habe viel von mir auch in ihr wahrgenommen, allerdings haben mich verschiedene Plottwists (die Sache mit Noah, ihre Naivität bezüglich Hardin usw.) von ihr distanziert und auch oft zu meiner Missbilligung geführt. Je weiter die Geschichte fortgeschritten, desto öfter ist mir das aufgefallen. Für ein Mädchen, das aufs College geht, von ihrer Familie und Mitbewohnerin gewarnt wird, war ihr Verhalten teilweise sehr zweifelhaft und für ihren Charakter auch ungewöhnlich. Ebenso hat sie mich irgendwann beim Thema Eifersucht genervt. Hardins Eifersucht konnte sie überhaupt nicht verstehen, sie fand sie extrem übertrieben, aber sobald er mit Molly oder sonst einem Mädchen zusammen war, hat sie genauso reagiert wie er.

Der Schreibstil der Autorin hat mir sehr gut gefallen. Gerne hätte ich das Buch schneller beendet, da ich es allerdings nur als Hörbuch vorliegen habe, habe ich mich auf das Hören bei Autofahrten und Haushaltsarbeiten beschränkt. Auch die Stimme von Nicole Engeln hat mir gut gefallen, was ich allerdings schon in der Hörprobe festgestellt hatte. Ein bisschen zu langsam war mir zwar die Lesegeschwindigkeit (schließlich geht das Hörbuch über 19 Stunden!), aber nachdem ich das individuell an meinem Player eingestellt habe, fand ich es wesentlich angenehmer und habe doch ein bisschen weniger als die angegebene Zeit gebraucht.

Das Cover hat mich anfangs überhaupt nicht angesprochen, mittlerweile finde ich es doch ganz schön. Gerade zusammen mit den anderen Teilen sieht es wunderschön aus und bietet durch die scharze Farbe mit dem Neonanteil einen Blickfang. Das Hörbuch hat die Covergestaltung übernommen.

Fazit
After Passion hat mich mehr überzeugen können, als ich es für möglich gehalten hätte. Die Charaktere geben der doch schon ziemlich oft gelesenen Geschichte die besondere Würze. Auch das Ende war spannend und macht definitiv Lust auf den zweiten Teil. Meiner Meinung nach ein gelungenes Buch über Sex, Liebe, Verrat und ganz viele Lügen.

Veröffentlicht am 29.01.2017

Tödliche Gaben

Tödliche Gaben
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[Rezension von Dezember 2016]
In den letzten Tage hat sich bei mir einfach keine Weihnachtsstimmung breit machen können, so dass ich gehofft hatte, dass eine weihnachtliche Lektüre die richtige Atmosphäre ...

[Rezension von Dezember 2016]
In den letzten Tage hat sich bei mir einfach keine Weihnachtsstimmung breit machen können, so dass ich gehofft hatte, dass eine weihnachtliche Lektüre die richtige Atmosphäre schaffen wird. Ich habe schon eine Zeit lang keine Krimis mehr gelesen und war deshalb sehr gespannt auf die Kurzgeschichten von Simon Beckett, Sebastian Fitzek & Co.

Allgemein lässt sich sagen, dass in Tödliche Gaben elf Kurzgeschichte von relativ bekannten Autoren abgedruckt sind. Im vorderen Teil befindet sich ein Inhaltsverzeichnis mit Name der Autoren und den Titeln. Das Buch endet mit Kurzbeschreibungen der Vitae der verschiedenen Autoren.

Dass ich eigentlich kein Fan von Kurzgeschichten bin, wisst ihr, seit ich "Omi" (hier) oder "Ausgezeichnete Morde" (hier) gelesen und rezensiert habe, aber der Weihnachtstrubel hatte mich in den letzten Wochen so im Griff, dass ich mich auf die Kurzgeschichten doch gefreut habe. Schließlich bin ich in letzter Zeit kaum zum Lesen gekommen.

Leider war das Buch recht enttäuschend. Simon Becketts Geschichte mit seinem bekannten Protagonisten David Hunter war mir persönlich viel zu kurz und zu langweilig; auch Sebastian Fitzek konnte mich nicht wirklich überzeugen, weil mir seine Geschichte sehr vorausschaubar erschien. Die einzigen beiden Kurzgeschichten, die ich wirklich gut fand und die mich überzeugen konnten, war "Wo es dem Verbrecher schmeckt" von Friedrich Ani und "Wichteltod" von Lindwood Barclay, wobei ich die von Friedrich Ani leider schon aus "Ausgezeichnete Morde" kannte.

Dafür, dass das Cover mit "spannendsten Weihnachtskrimis" wirbt, waren mir persönlich zu wenige Weihnachtselemente präsent und einige Geschichten doch recht kurios oder langweilig. Leider fand ich nur wenige ansprechend. Schade, da hatte ich einfach viel mehr erwartet.

Veröffentlicht am 29.01.2017

Der Himmel kann warten

Der Himmel kann warten
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Der Himmel kann warten ist mein erstes Buch der Autorin Sofie Cramer – obwohl sie schon einige geschrieben hat – und bietet eine unfassbar realistätsnahe und traurige Geschichte über zwei Menschen, die ...

Der Himmel kann warten ist mein erstes Buch der Autorin Sofie Cramer – obwohl sie schon einige geschrieben hat – und bietet eine unfassbar realistätsnahe und traurige Geschichte über zwei Menschen, die in ihrem jungen Leben schon viel durchmachen mussten und viel durchmachen werden. An verschiedenen Stellen hat mich dieses Buch an eine Mischung aus "Die Tage, die ich dir verspreche" von Lily Oliver und "Mein bester letzter Sommer" von Anne Freytag erinnert und mich auch genauso traurig zurückgelassen.

Len war hat vor zwei Jahren seinen Bruder verloren und lässt sein Leben seither ziemlich schweifen – Lilly ist todkrank, lebt sehr zurückgezogen und denkt viel über ihre Zukunft nach, die sie wahrscheinlich nicht haben wird. Da die Idee ja nicht wirklich neu ist, war ich gespannt, wie Sofie Cramer die Geschichte umsetzen wird. Schön fand ich daran, dass jeder mit seinem eigenen Schicksal zu kämpfen hat und dass das durch die beiden erzählten Perspektiven auch deutlich wird. Len kämpft nicht nur mit dem Tod seines Bruders, sondern auch mit Schuldgefühlen, wie sich seine Familie verändert hat und dass er sein Leben nicht mehr für lebenswert hält. Während Lilly nicht nur mit ihrer Herzkrankheit beschäftigt ist, sondern auch mit den Träumen, die sie hatte und nicht umsetzen kann, ihre Freunde, die weiterziehen und die sie verliert und eine Familie, die sich in dieser Dramatik zu verlieren scheint. Ich fand es schön, dass sich beide durch ihre Probleme kennen gelernt haben und nicht einer die komplette Stütze für den anderen war. Beide haben es sehr schwer, auf unterschiedliche Art und Weise, doch trotzdem schaffen sie es, ihre Leben und ihre Probleme miteinander zu verbinden und sich gegenseitig Kraft und Hoffnung zu schenken.

Dass Bücher mit solchen Themen – Krebs, schwere Krankheiten, angeborene Herzfehler – oft nicht gut enden, hat man schon bei "Mein bester letzter Sommer" und "Das Schicksal ist ein mieser Verräter" gesehen, daher war es bei diesem Buch auch nicht anders. Ich hatte damit gerechnet, doch trotzdem hat es ich eiskalt erwischt, einfach aus der Situation heraus und weil mir Len so Leid getan hat. Trotzdem hat mich dieses Sad End nicht nur traurig zurückgelassen. Es ist eins der wenigen Bücher, die ich trotz der Tragik hoffnungsvoll und zuversichtlich beenden konnte. Ich hätte mir kein besseres Ende vorstellen können.

Das Cover finde ich wunderschön – einer der Gründe, warum ich auf dieses Buch überhaupt aufmerksam geworden bin. Ich finde, dass es sehr gut zur Geschichte passt, genauso wie der Titel. Auch der Schreibstil konnte mich überzeugen. Er war an ein Jugendbuch angepasst und hat mich deswegen nur so durch die Seiten fliegen lassen. Ich denke, dass Der Himmel kann warten nicht mein letztes Buch der Autorin gewesen sein wird.

Fazit
Der Himmel kann warten ist eine sehr emotionsgeladene Geschichte, die mich berühren konnte und zum Weinen brachte; die eine deutliche Botschaft hat: man sollte jeden Tag leben, die Zeit ist sehr kostbar, Träume sollte man niemals aufgeben. Das Ende war trotz des traurigen Beigeschmacks sehr schön, berührend und hoffnungsvoll, so dass mich das Buch überzeugen konnte.

Veröffentlicht am 29.01.2017

La Lobas Versprechen

Die Diamantkrieger-Saga - La Lobas Versprechen
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Nachdem mich der erste Teil der Diamantkrieger Saga "Damirs Schwur" nicht unbedingt so packen konnte, wie ich es erwartet habe, war ich natürlich sehr gespannt darauf, was der zweite Teil für mich bereithält. ...

Nachdem mich der erste Teil der Diamantkrieger Saga "Damirs Schwur" nicht unbedingt so packen konnte, wie ich es erwartet habe, war ich natürlich sehr gespannt darauf, was der zweite Teil für mich bereithält. Ich war überrascht, wie mühelos es dem Buch gelang, mich in den Bann zu ziehen und der Geschichte folgen zu wollen.

Der Einstieg ist mir sehr leicht gefallen. Zwar konnte ich mich nicht mehr an alle Geschehnisse vom ersten Teil erinnern, gestört hat dies beim Lesen und beim Folgen der Handlung jedoch nicht wirklich. Viele kleine Details werden nochmal wiederholt, so dass "Damirs Schwur" nicht unbedingt vorher nochmal gelesen werden muss.

Ingesamt glänzt La Lobas Versprechen vor allem mit der Entwicklung der Hauptprotagonistin Sara und wirkt dadurch nicht ganz so spannungsgeladen wie Band 1, was mir jedoch um einiges besser gefallen hat. Saras Gefühle und Emotionen, ihre Vergangenheit und die Art und Weise, wie sie diese mit der Gegenwart und ihrer Zukunft verknüpft, fand ich sehr interessant. Sara steht in der Geschichte an einem Punkt, an dem sie sich zwischen Traurigkeit und Glück entscheiden muss, an dem sie die Weichen für ihre Zukunft stellt und mit den Konsequenzen, die daraus entstehen, zurecht kommen muss. Sie macht eine enorme Entwicklung durch, muss hart an sich arbeiten, an ihrem Verhalten, ihren Gedanken, ihren Gefühlen. Dass sie damit Probleme hat, nicht wirklich loslassen kann und lernen muss, sich auf die wichtigen Dinge zu konzentrieren, wird deutlich sichtbar.

Die Autorin verbindet mit Leichtigkeit die Entwicklung von Sara mit den wichtigen Aspekten des Lebens wie Disziplin, Fleiß, Mut, Toleranz und die Sicht eines jeden auf sich selbst. Die starke Botschaft, die Bettina Belitz mit La Lobas Versprechen überbringen möchte, finde ich sehr gut durchdacht und kam auf jeden Fall beim Leser – zumindest bei mir – an. Manchmal muss man die Vergangenheit einfach hinter sich lassen, verzeihen, Frieden mit sich selbst schließen, zu sich selbst zurückfinden, um offen für neues zu sein, für Glück und eine schöne und hoffnungsvolle Zukunft.

Neben der schönen Botschaft hat es auf jeden Fall das Ende des Buches in sich, denn ich hatte es in dieser Art und Weise überhaupt nicht erwartet. Ich war richtiggehend geschockt und traurig, was einen wahnsinnig guten Cliffhanger – ich liebe solche Cliffhanger! – ausmacht und Spannung für den dritten Teil aufbaut.

Trotz der guten Ausführung und spannenden Handlung bleibt mir weiterhin eines suspekt: nämlich Damir. Im ersten Teil war er einer meiner Lieblingscharaktere, weil er sich für Sara eingesetzt hat und auch so symapthisch wirkte. Seine Figur ging jedoch im zweiten Band ziemlich unter, er wirkte unnahbar und distanziert, wenn er denn überhaupt mal auftauchte, was ich ziemlich enttäuschend fand. Letztlich weiß ich momentan auch noch gar nicht, was die Autorin mit der Figur bezweckt. Ich hoffe, dass das Geheimnis im dritten Band aufgedeckt wird.

Besonders gut gefallen hat mir – und da steht La Lobas Versprechen dem ersten Teil in nichts nach – der Schreibstil der Autorin. Ich mag das kreierte Setting sehr gerne, die Figuren und die Art und Weise wie Bettina Belitz ihren Charakteren Leben einhaucht. Die Abwechslung zwischen Spannung und Ruhe finde ich gut umgesetzt, ebenso der angenehme und fesselnde Erzählstil.

Bettina Belitz hat auf ihrer Facebook-Seite schon von dem Cover des dritten Teils geschwärmt und auch ich bin wahnsinnig gespannt darauf, denn die Aufmachung der Diamantkrieger Saga finde ich atemberaubend gut gelungen und wunderschön. Ich hoffe bei dem dritten Band auf die Gestaltung in grün :)

La Lobas Versprechen ist aufgrund der tiefgründigen Beleuchtung der Hautprotagonistin und des spannenden Endes eine gelungene Fortsetzung der Diamantkrieger Saga, die nicht nur durchdacht wirkte, sondern auch eine starke Botschaft vermittelt. Mich konnte der zweite Teil überzeugen, daher bin ich auf den dritten Band gespannt!