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Veröffentlicht am 03.10.2016

Winter und Schokolade

Winter und Schokolade
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Es ist gar nicht mal so einfach, meine Meinung zu diesem Roman in Worte zu fassen. Zum einen hatte ich wegen des Klappentextes einen ganz anderen Plot erwartet, aber zum anderen fand ich diese Geschichten ...

Es ist gar nicht mal so einfach, meine Meinung zu diesem Roman in Worte zu fassen. Zum einen hatte ich wegen des Klappentextes einen ganz anderen Plot erwartet, aber zum anderen fand ich diese Geschichten der vier Geschwister Art, Colette, Magali und Jacqueline auch ziemlich mitreißend. Ähnlich geht es mir beim Cover. Zum einen wunderschön gestaltet, es wirkt harmonisch und bereitet mir sofort Lust auf Winter und heiße Schokolade, Schnee, Weihnachten und Familie, aber auf der anderen Seite ist sowohl der Titel, als auch die Gestaltung wenig passend. Es geht kaum um Winter oder um Weihnachten – außer in den letzten zwei bis drei Kapiteln.

Die vier Geschwister könnten unterschiedlicher nicht sein. Jeder hat seine eigenen Probleme, die Familie ist seit dem Tod der Mutter auseinander gerissen; Magali wohnt in Pennsylvania, Colette in Kalifornien, Jacqueline in Belgien und Art ... naja, er ist immer da, wo Kriege oder Naturkatastrophen herrschen um sich sein Geld als Fotograf zu verdienen. Alle vier Geschichten waren unterhaltsam und gut durchdacht und liefen am Ende durch das Treffen der Familie zusammen.

Und alle vier Geschwister waren mir sehr sympathisch – natürlich jeder mit seinen Schwächen. Magali, die gerne einen Roman schreiben würde, aber nichts zu Papier bringt. Jacqueline, die gerne ein Baby bekommen würde. Colette, von ihrem Freund verlassen, verliert ihren Job. Und Art hat "mysteriöse" private Probleme mit Magalis bester Freundin. Ich fand die vier und deren Geschichten sehr gut ausgearbeitet, genauso wie ihre Sorgen und ihren Kummer, ihre Selbstzweifel und die Suche nach einem Zuhause und nach Geborgenheit – denn damit haben alle zu kämpfen, wenn auch jeder auf seine ganz eigene Art und Weise.

Schade war allerdings, dass der Klappentext impliziert, es handle sich in dem Buch um Weihnachten, ein Familienessen und ein großes Geheimnis. Es wurden allerdings eher die Leben der drei Schwestern erzählt, die sich erst in den letzten Kapiteln mit ihrem Vater treffen. Das große Geheimnis, von dem ich erwartet hatte, es wäre das Hauptthema oder zumindest der Anfang des Plots war einerseits kein wirklicher Knüller, kam aber andererseits auch viel zu kurz.

Den Schreibstil fand ich sehr ansprechend, leicht und flüssig. Ein perfektes Buch für ein Wochenende oder ein paar freie Tage. Die Erzählperspektive wechselt zwischen den Schwestern pro Kapitel. Es wird in der Ich-Form erzählt, was am Anfang sehr verwirrend war, aber so erfährt man besten etwas über die Geschichte und mit der Zeit habe ich mich auch daran gewöhnt. Von Art gab es leider keine Kapitel, was ich sehr enttäuschend fand. Ich hätte gerne mehr über den einzigen Bruder erfahren.

Gestört haben mich ebenfalls die französischen und italienischen Einschübe. Da ich Französisch in der Schule gelernt habe, konnte ich die meisten Begriffe oder Textstellen ohne Mühe übersetzen – bei den italienischen dagegen musste ich desöfteren meinen italienischen Freund zu Rate ziehen. Natürlich tragen sie nicht direkt zur Geschichte bei, da es sich meist um Füllwörter handelt, aber mich hat es gestört, nicht voll und ganz im Bilde zu sein oder Textstellen nur halb zu verstehen.

Eine besondere und süße Idee waren die Rezepte, die zwischen den Kapiteln eingestreut wurden. Sie greifen Gerichte (oder Getränke) auf, die in der Geschichte aufgeführt werden. Das macht den Roman für mich auch zu etwas besonderem, da ich das in keinem Buch zuvor gesehen habe.

Fazit
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"Winter und Schokolade" konnte mich leider nicht vollständig überzeugen, was vielleicht überwiegend auch an meinen falschen Erwartungen lag, die der Klappentext in mir erzeugt hat. Trotzdem waren die Charaktere überzeugend und die einzelnen Geschichten unterhaltsam. Wer also objektiv und ohne Erwartungen an dieses Buch herangeht, dem kann ich diesen Roman von Kate Defrise sicher empfehlen.

Und übrigens: Appletinis sind niemals out! Lasst euch nichts einreden ;)

Veröffentlicht am 03.10.2016

Wie man Italiener wird ...

Wie man Italiener wird in 30 Lektionen / Come diventare italiano in 30 lezioni
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Wie man Italiener wird in 30 Lektionen hat mich ganz besonders interessiert, nicht nur, weil ich ein italienischen Freund habe, sondern auch, weil den Deutschen und Italiener eine unglaubliche Gegensätzlichkeit ...

Wie man Italiener wird in 30 Lektionen hat mich ganz besonders interessiert, nicht nur, weil ich ein italienischen Freund habe, sondern auch, weil den Deutschen und Italiener eine unglaubliche Gegensätzlichkeit nachgesagt wird. Ich hatte ein "Tue dies"-"Tue das"- und-du-wirst-der-perfekte-Italiener-Buch erwartet. Doch die völlig offenen Darstellungen von italienischen Bräuchen, der verwendete Schreibstil, die guten und glaubwürdigen Alltagssituationen, die Gestaltung: das Gesamtpaket hat mich mehr als überrascht.

Da es sich hier eher um einen Ratgeber, als um einen Roman handelt, gibt es natürlich keine besondere Handlung, die im Vordergrund steht und die ich jetzt analysieren könnte. Alles in allem versucht Markus Ebert in 30 Lektionen die italienische Lebensweise zu beschreiben und die Bemühungen eines manchen, sich zu integrieren, die Italiener zu verstehen oder auch einfach nur irgendwie den Urlaub in diesem fremden Land zu überstehen, zu erleichtern. Dabei wird das ein oder andere Vorurteil, das die Deutschen den Italienern gegenüber haben, bestätigt, doch trotzdem gab es für mich auch neue Aspekte und Lektionen. Ob ich alle beherzigen werde und beherzigen kann, werden wir sehen.

Markus Eberts überspitzte, sarkastische Art und Weise, sich auszudrücken, ohne die italienische Sprache, Menschen, Städte oder Kultur zu beleidigen, hat mich nicht nur zum Lachen gebracht, sondern auch schwer beeindruckt. Durch die humorvolle, offene Darstellung und durch das Einfließen von Alltagsbeispielen, kam es mir eher so vor, einem Freund zuzuhören, gute und amüsante Geschichte zu erfahren, statt ein Buch von einem mir fremden Autor zu lesen. Auch die Deutschen bekommen an manch einer Stelle ihr Fett weg, aber auch das sehr einfühlsam und stets wertungsfrei ;)

Ein persönliches Highlight ist für mich die Aufmachung, denn das Buch ist nicht nur für Deutsche gedacht, die die Italiener vielleicht etwas besser verstehen wollen, sondern auch für Italiener, die gerne etwas über ihre eigene Kultur und Lebensweisen lernen wollten. Deshalb hat das Buch auch zwei Cover und ist sowohl in italienischer, als auch in deutscher Sprache geschrieben.

Auch wenn mir die Aufmachung besonders gut gefällt, war ich doch ein wenig enttäuscht, denn letzten Endes blieben mir, von den vom Verlag angegeben 192 Seiten, nur noch 96 Seiten, was für den ein oder anderen sicher den Preis nicht rechtfertigen wird. Auch ein paar italienische Einschübe, die nicht übersetzt oder erklärt werden (geschätzt 3 oder 4, also definitiv kein Weltuntergang!), haben mich manchmal ein wenig verwirrt.

Fazit
Zwar habe ich dank Markus Eberts lehrreichen und ausführlichen 30 Lektionen mehr über die Italiener und ihre Lebensweise erfahren, ganz umsetzen werde ich sie allerdings nicht können. Dafür bin ich wohl zu lange Deutsche und durch anerzogene Pünktlichkeit, Starrsinnigkeit und Unentspanntheit verdorben :D Trotzdem ist Wie man Italiener wird in 30 Lektionen ein wunderbar humorvolles und witziges Buch, voller Weisheiten über eine andere Kultur, das ich jedem nur ans Herz legen und empfehlen kann.

Veröffentlicht am 03.10.2016

Legend (1): Fallender Himmel

Legend (Band 1) - Fallender Himmel
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Eigentlich hatte ich nicht besonders große Lust, das Buch zu lesen. Es liegt schon viel zu lange auf meinem SuB und ich hatte eine zu große Befürchtung, dass es eine Mischung aus Panem und Tahereh Mafis ...

Eigentlich hatte ich nicht besonders große Lust, das Buch zu lesen. Es liegt schon viel zu lange auf meinem SuB und ich hatte eine zu große Befürchtung, dass es eine Mischung aus Panem und Tahereh Mafis Juliette/Warner-Reihe ist. Doch wie so oft wurde ich überrascht. Obwohl mir June am Anfang sehr unsympathisch und nervig erschien, schaffte sie es doch, mich für sich zu gewinnen, spätestens als sie das erste Mal auf Day trifft. Trotz ihrer perfekten Fähigkeiten und Leistungen in ihrer Ausbildung, ihrem hohen IQ und ihrer Art zu denken, handelt und denkt sie naiv und befangen, ist der Republik stets zu Diensten und zeichnet damit ein unlogisches Bild von sich selbst. Dieses Verhalten ändert sich, als sie Day kennenlernt. Daniel, der nur die Schattenseite des Lebens kennt, war meiner Ansicht nach viel realer ausgearbeitet, mit wesentlich mehr Tiefgang. Er liebt seine Familie über alles, ist sehr rebellisch und mutig. Er war von Anfang an glaubhaft; ich konnte mit ihm ab der erste Seite mitfühlen – im Gegensatz zu June.

Für mich ist ein weiterer Kritikpunkt die abwechselnde Erzählweise zwischen June und Day. Es fällt mir schwer – und damit bin ich sicher nicht die einzige – mich voll und ganz in einen Charakter hineinzuversetzen oder mich mit ihm zu identifizieren, wenn dieser und somit auch die Geschichte in jedem Kapitel springt. Diese Art der Erzählung gibt zwar einen guten Rundum-Blick, machte es mir aber schwer, Handlungssträngen der einzelnen Charaktere zu folgen, vor allem da beide Sichtweisen in der „Ich“-Perspektive geschrieben sind. Erst als June und Day sich treffen und somit eine gemeinsame Geschichte erzählt wird, konnte ich mich besser auf den Plot einlassen.

Aufgrund des großen Hypes, durch den ich das Buch erst wahrgenommen hatte, hatte ich hohe Erwartungen und wurde auch nicht enttäuscht. Sowohl der Anfang als auch der Mittelteil waren logisch aufgebaut und wirkten durch einige Wendungen durchgehend spannend. Alleine der Schluss hat mich ein wenig enttäuscht, da er leider sehr vorhersehbar war. Ein Cliffhanger hätte mir besser gefallen.

Was mich allerdings dazu bringen wird, die beiden anderen Bücher der Trilogie – oder zumindest erst mal den zweiten Band – zu lesen, ist diese süße Geschichte, die sich im Laufe des Buches zwischen June und Day entwickelt. Ich stehe vermutlich einfach auf diese Spannung zwischen Charakteren, die unterschiedlicher nicht sein könnten.

Marie Lus Schreibstil hat mir sehr gut gefallen. Die Geschichte lässt sich schnell, leicht und flüssig lesen. Ich hatte das Buch innerhalb kürzester Zeit beendet. Besonders angesprochen hat mich das Cover. Die Gestaltung ist meiner Meiner nach perfekt gelungen, daher freue ich mich, auch die anderen beiden Bände bald zu lesen und in meinem Bücherschrank stehen zu sehen.

Fazit
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Marie Lu hat uns mit „Legend – Fallender Himmel“ eine gelungene Dystopie als Trilogie-Auftakt vorgegeben. Die Geschichte an sich fand ich wahnsinnig spannend, die Liebesgeschichte herzerwärmend und das neue Amerika interessant ausgearbeitet. Auf jeden Fall eine Leseempfehlung.

Veröffentlicht am 03.10.2016

Love & Lies – Alles ist erlaubt

Love & Lies
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Als ich den Klappentext gelesen habe, habe ich eher so einen Thoughtless-Plot erwartet, ein ständiges Hin und Her und durchgängiges Nein-ich-darf-nicht-mit-ihm-zusammen-sein-Gerede. Jedoch bietet Molly ...

Als ich den Klappentext gelesen habe, habe ich eher so einen Thoughtless-Plot erwartet, ein ständiges Hin und Her und durchgängiges Nein-ich-darf-nicht-mit-ihm-zusammen-sein-Gerede. Jedoch bietet Molly McAdams mit dem ersten "Love & Lies"-Teil eine ganze andere Geschichte. Zwar handelt es sich ebenfalls um einen Liebesroman, allerdings gespickt mit viel Thriller-Spannung, Tragik, Geheimnissen, vielen sarkastischen Dialogen und einem richtig fiesen Cliffhanger.

Rachel mochte ich von Anfang. Durch ihre kluge, humorvolle und liebevolle Art hat sie mich direkt überzeugt, was sich während des gesamten Romans nicht geändert hat. Auch Kash war mir direkt sympathisch. Zwar nicht unbedingt ein Book-Boyfriend – wie ich jetzt schon öfter gelesen habe – aber er hat den typischen Bad-Boy-Charme, ohne ein echter Bad Boy zu sein. Auch wenn es wegen der Tattoos, dem Lippenpiericing und der Harley anfangs so wirkt. Die Harmonie der beiden, das Knistern, die teilweise witzigen Dialoge und die Nebencharaktere Candice (Rachels beste Freundin), Mason (Kashs bester Freund) und Blake (Rachels "Ex-Freund") haben dafür gesorgt, dass keine der 416 Seiten langweilig war.

Da es bei diesem Buch leicht ist, den Inhalt zu spoilern und die Spannung zu nehmen, ist es klüger, sowohl den Inhalt, als auch die Charaktere nicht weiter auszuführen.

Die Cover-Gestaltung finde ich wunderschön und sie ergänzt sich auch prima mit dem zweiten Teil, der am 08. März erscheinen wird. Ob es noch weitere Teile davon geben wird, ist mir bisher nicht bekannt. In der Originalsprache sind bisher leider auch nur die beiden Bände erschienen.

Der Schreibstil ist toll. Wie zu erwarten keine literarische Meisterleistung und auch nicht anspruchsvoll; er ist flüssig und angenehm, man kann das Buch gut in einem Rutsch durchlesen. Auch die Erzählart hat mir gut gefallen. Es gab keine unnötigen Ausschmückungen, keine Stellen, an denen sich die Geschichte gezogen hat oder sonstige uninteressanten Ausführungen.

Einen Kritikpunkt meinerseits gibt es aber trotzdem – nämlich die Erzählweise. Der Perspektivenwechsel zwischen Rachel und Kash hat mich manchmal gestört. Vor allem, da der Plot in der Ich-Perspektive erzählt wird. Das ein oder andere Mal war ich verwirrt, ob ich jetzt im Kash- oder Rachel-Kapitel war. Natürlich ist das nur eine persönliche Anmerkung, kein konstruktiver Kritikpunkt am Buch selbst.

Fazit
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Warum das Buch so eine Sogwirkung auf mich hatte, kann ich nicht unbedingt sagen. Vermutlich einfach die Mischung aus dem schön gestalteten Cover, den harmonierenden Charakteren und dem flüssig lesbaren Schreibstil. Ich war sogar selbst von mir überrascht, dass ich den Roman innerhalb von zwei Tagen durchgelesen hatte. Aufgrund meiner obigen Ausführungen kann ich Molly McAdams Love & Lies – Alles ist erlaubt auf jeden Fall empfehlen.

Veröffentlicht am 03.10.2016

Mein bester letzter Sommer

Mein bester letzter Sommer
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Der Klappentext hat mich auf ein gefühlvolles, emotionales Buch hoffen lassen. Und auch wenn ich mit relativ großen Erwartungen an Mein bester letzter Sommer herangegangen bin, so wurden diese trotzdem ...

Der Klappentext hat mich auf ein gefühlvolles, emotionales Buch hoffen lassen. Und auch wenn ich mit relativ großen Erwartungen an Mein bester letzter Sommer herangegangen bin, so wurden diese trotzdem noch um einiges übertroffen.

Tessa hat es mir ab der ersten Seite leicht gemacht. Ihr Art zu handeln und ihre Denkweise haben mich sehr stark an mich selbst erinnert, was es mir von der ersten Zeile an ermöglicht hat, mich mit ihr zu identifizieren und mit ihr mitzufühlen. Eine perfektionistische Zukunft, nach Oxford gehen, einen Jungen kennen lernen; Tessa hat für alles einen Plan. Der ab dem Moment keine Rolle mehr spielt, als sie erfährt, dass sie nicht mehr viel Zeit zu leben hat. Sie hat sich damit abgefunden, dass sie sterben wird, trotzdem verbringt sie ihre Tage alleine in ihrem Zimmer voller Selbstmitleid und Wut auf ihre Familie und Freunde.

Oskar dagegen, der es nicht nur schafft, Tessa aus ihrem Zimmer zu locken und mit ihr zusammen nach Italien zu fahren, gibt ihrem kurzem Leben einen Sinn, schenkt ihr Liebe und erfüllt ihr ein paar ihrer sehnlichsten Wünsche – was ihn auf einem direkten Weg in mein Herz gebracht hat. Für seine vollkommene, unbedarfte und unbeschwerte Liebe für Tes, seinen liebevollen Umgang mit ihr, die richtigen Worte zur richtigen Zeit und sein unvoreingenommenes Verhalten habe ich sehr oft grenzenlosen Respekt, aber auch so viel Mitleid empfunden. Gerne hätte ich ihn beschützt vor dem, was auf ihn zukommt und was er noch durchleben muss.

Tessa und Oskar kamen mir dabei wie meine zwei besten Freunde vor – beide bereit, ihre Geschichte mit mir zu teilen. Und vermutlich war ich zum Schluss auch deswegen so traurig, als ich das Buch zugeklappt habe und die Geschichte so geendet hat, wie sie eben enden musste. Ich war mitgenommen vom Schicksal der beiden jungen Liebenden und wahnsinnig hoffnungslos, so stolz auf Tessas Entwicklung und dass sie trotz allem doch glücklich war, aber auch so mitfühlend und bedauernd Oskars Zukunft gegenüber.

Die Geschichte selbst erschien mir wie eine lange Achterbahnfahrt. Ein Hin und Her zwischen grenzenloser Liebe, unendlichem Glück, beneidenswerter Geborgenheit, unfassbarer Freiheit und lähmender Angst, mitreißendem Schmerz, quälender Hoffnung und aussichtslosem Tod. Für mich war es definitiv keine leichte Kost, keine einfache Wochenend-Lektüre, sondern ein Buch zum Nachdenken, ein Buch, das dazu animieren soll, sich bewusst zu werden, dass das Hier und Jetzt zählt, dass man Wünsche und Träume auch gerne im Jetzt verwirklichen darf und dafür nicht immer auf die Zukunft warten muss oder sogar darf. Wie oft haben wir uns schon vorgenommen, bewusster und unbeschwerter zu leben?

Das Cover hat mir von Anfang an gut gefallen, aber jetzt, da ich die Geschichte rund um Teskar gelesen habe, gefällt es mir sogar noch besser, weil die Elemente alle einen Sinn ergeben. Auch die Innengestaltung empfinde ich als besonders liebevoll und harmonisch; vor allem die Krabbe und der Stoffhase, die verdeutlichen aus wessen Sicht die Geschichte gerade erzählt wird, die Teskar-Playlist und die Route, die die beiden quer durch Italien führt.

Anne Freytags Schreibstil war flüssig, sehr angenehm und wunderschön. Die bildliche, philosophische Sprache hat mir gezeigt, dass sie nicht nur mit Worten, sondern auch mit Emotionen umgehen kann und, dass sie es problem- und mühelos schafft, diese auch auf den Leser zu übertragen. Das hat es mir schwer gemacht, mich auf drei Zitate zu beschränken. So gerne hätte ich mehrere Stellen herausgeschrieben und Sätze zitiert, die mich berührt haben.



Fazit
Bisher hat mich keine Geschichte so berührt, so zum Weinen gebracht und mich so nachdenklich zurückgelassen. Ich habe kein Buch in meinem Schrank stehen, das ich ein zweites Mal lesen würde (obwohl ich sehr viele gute Bücher habe), aber von Tessa und Oskar würde ich mich ein zweites Mal mitziehen lassen und mit ihnen zusammen Italien bereisen, einfach alleine nur um Tessa wieder lebendig werden zu lassen. Anne Freytag hat meiner Meinung nach ein großartiges Werk geschaffen und mir ein wirklich sehr besonderes Lesehighlight geschenkt.