Profilbild von Furbaby_Mom

Furbaby_Mom

Lesejury Star
offline

Furbaby_Mom ist Mitglied der Lesejury

Melde dich in der Lesejury an, um dich mit Furbaby_Mom über deine Lieblingsbücher auszutauschen.

Anmelden

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 22.04.2025

Musik-Liebe

Die Melodie der Lagune
0

Warum ich dieses Buch unbedingt lesen wollte?

- Ich liebe historische Romane, in denen starke, erinnerungswürdige Frauencharaktere im Fokus stehen.

- Auch wenn ich klassische Musik gerne mag (je nach ...

Warum ich dieses Buch unbedingt lesen wollte?

- Ich liebe historische Romane, in denen starke, erinnerungswürdige Frauencharaktere im Fokus stehen.

- Auch wenn ich klassische Musik gerne mag (je nach Stimmung), gibt es nur ein einziges Werk, das ich in- und auswendig kenne: Vivaldis "Die vier Jahreszeiten". Sofort drängte sich mir also die Frage auf, weshalb ich noch nie über den Namen Anna Maria della Pietà gestolpert war. "Die beste Violinistin der Welt" - na, das nenne ich mal eine Aussage. Meine Neugier war geweckt!

- Ach, und natürlich war es von Vorteil, dass ich mit der Stadt Venedig wundervolle Erinnerungen verbinde (weshalb ich es begrüßen würde, diesem Setting viel, viel öfter zu begegnen).

Hinter dem anmutigen, elegant gestalteten Cover verbirgt sich ein gut konzipierter Roman, mit dessen Hauptfigur ich aufgrund des eher nüchternen Erzähltons sowie ihres Charakters per se nicht vollkommen warm geworden bin. Anna Maria, Waisen- und musikalisches Wunderkind, wächst zu einer vor Ehrgeiz strotzenden Person auf - und das ist meine freundliche Umschreibung für 'sie kann schon ordentlich austeilen und ist nicht gerade ein Herzerl'; vehement verfolgt sie ihren Kurs und stellt ihre Leidenschaft klar über alles andere, inklusive Freundschaften. Normalerweise wäre das für mich ein No-Go, ich muss Figuren a) sympathisch finden und b) tatsächlich fühlen können, um mit ihnen mitzufiebern. Allerdings sehe ich hier eher das große Ganze: Die flirrende Atmosphäre des alten Venedigs (wir bewegen uns im 17./18. Jahrhundert), die faszinierende, wirklich enorme Detailliebe in Bezug auf jeglichen Aspekt, der das Thema Musik betrifft ... all das las sich schon fesselnd.

Im informativen Nachwort erhalten wir zudem Aufschluss darüber, welche inhaltlichen Elemente Fiktion und Realität waren.

Fazit: Historisch dichter, vor prachtvoller Kulisse angesiedelter Frauenroman über den Kampf um Anerkennung - mit einer Figur, die man nicht lieben muss, aber deren Musikgefühl wahrlich beeindruckend war.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 17.04.2025

Herbstliebe

Spekulatius, der Weihnachtsdrache. Spekulatius und das Abenteuer im Herbstwald
0

Im vierten Band der niedlichen Kinderbuch- Reihe um den kleinen Weihnachtsdrachen Spekulatius steht meine allerliebste Jahreszeit im Fokus: der Herbst. … und ich wurde nicht enttäuscht! Denn in dieser ...

Im vierten Band der niedlichen Kinderbuch- Reihe um den kleinen Weihnachtsdrachen Spekulatius steht meine allerliebste Jahreszeit im Fokus: der Herbst. … und ich wurde nicht enttäuscht! Denn in dieser kreativen und kindgerecht-unterhaltsam gestalteten Geschichte wimmelt es nur so vor herrlich herbstlichen Aktivitäten, die zum Nachmachen einladen (und definitiv meine Herbst-Sehnsucht befeuern).

Warme, kräftige Farben dominieren die kunterbunten, detailreichen Zeichnungen von Illustratorin Milla Kerwien und erwecken die spannende Geschichte um die Rettung der Waldtiere zum Leben.

Die Altersempfehlung des Verlags (6 Jahre) finde ich angemessen, in puncto inhaltliches Verständnis kommt es natürlich immer ganz individuell auf die junge Zuhörerschaft an.

Wie in jedem Specki-Band ist auch hier freundschaftlicher Zusammenhalt wieder ein zentrales Thema, ebenso Mut und Naturverbundenheit.

𝗙𝗮𝘇𝗶𝘁:
Wir hätten wieder gänz tölle (Vör-)Lesestünden mit dem süßen Sprechfehler-Drächen ünd freuen üns schön äuf däs nächste Äbenteuer!

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 16.04.2025

Liebe im Schatten des Krieges

Maikäferjahre
0

Unscheinbares Cover = langweiliger Inhalt? Fehlanzeige! Bereits der vielversprechende Klappentext und die catchy Leseprobe belehrten mich eines Besseren.

Hier erwartet euch ein voller Feingefühl und mit ...

Unscheinbares Cover = langweiliger Inhalt? Fehlanzeige! Bereits der vielversprechende Klappentext und die catchy Leseprobe belehrten mich eines Besseren.

Hier erwartet euch ein voller Feingefühl und mit viel Tiefgang erzählter historischer (Liebes- & Familien-)Roman, der uns nicht nur vor Augen führt, dass wahrhaftige Liebe allen Widerständen zu trotzen vermag, sondern uns auf schmerzliche Weise auch daran erinnert, welch Privileg es ist, dass wir im Hier und Jetzt leben dürfen, statt in jener düsteren Epoche.

Wie gerne würde ich an dieser Stelle hinzufügen können, dass die Menschheit zum Glück ihre Lektion gelernt hat, dass nun Frieden herrscht. … aber leider wüten gerade in dieser Sekunde noch immer Kriege auf der Welt und geliebte Menschen verlieren einander - nur eben andernorts. Umso wichtiger sind Werke wie "Maikäferjahre", die sich mit der Vergangenheit auseinanderzusetzen und uns aufzeigen, was wir alle niemals erleben wollen. Zu Beginn eines jeden Kapitels gibt es übrigens eine kleine Auflistung der wichtigsten (realen) historischen Ereignisse sowie einen Bezug auf die Lebenssituation der fiktiven Charaktere.

Anni und Adam. Tristan und Rosalie. Zwei Liebesgeschichten im Schatten des Krieges. Ich mochte alle Hauptfiguren, sie waren sympathisch ausgearbeitet - wobei ich mit Tristan und insbesondere mit Rosalie am meisten mitfühlen konnte. Die junge Frau geht ein hohes Risiko ein, indem sie sich mit dem Feind, einem "Kraut", einlässt. - Nicht nur ihre Eltern sind not amused. Tristan selbst realisiert hingegen, dass das Land, in dem er nun ein Kriegsgefangener ist, die Bomben der Deutschen, die er selbst regelmäßig aus seinem Flieger abgeworfen hatte, nicht verdient hat. Wird er sich selbst verzeihen können, dass er seinem (mittlerweile verstorbenen) Bruder in den irrsinnigen Krieg gefolgt ist? Und wird er seine geliebte Zwillingsschwester, die aus dem brennenden Dresden fliehen musste, jemals wiedersehen?

In Bezug auf Anni und den jüdischen Geiger Adam, den einstigen Protégés ihres Vaters, gibt es gegen Ende der in drei große Kapitel unterteilten Story einen Twist, der in Romanen dieses Genres zwar nicht untypisch ist, mir allerdings weniger zugesagt hat - ich hatte schlichtweg auf eine andere Entwicklung gehofft. …. doch wie im realen Leben gilt: Es kommt oft anders, als gedacht … und es gibt keine Garantien.

Das relativ offen gehaltene Ende suggeriert eine eventuelle Fortsetzung, die ich auf jeden Fall lesen würde.

Schönes Extra: die im Anhang erhaltene Playlist klassischer Musikstücke.

𝗙𝗮𝘇𝗶𝘁:
Ein gleichermaßen spannendes wie bewegendes Werk über Schuld und Vergebung, Hoffnung und Neubeginn.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 12.04.2025

Niedliches Erstleser-Buch

Spekulatius, der Weihnachtsdrache. Spekulatius geht in die Schule
0

Bei uns sind im Laufe der Jahre nun schon einige Specki-Bücher eingezogen und der niedliche kleine Weihnachtsdrache mit dem klangvollen Namen "Spekulatius" (und dem noch viel prägnanteren, liebenswerten ...

Bei uns sind im Laufe der Jahre nun schon einige Specki-Bücher eingezogen und der niedliche kleine Weihnachtsdrache mit dem klangvollen Namen "Spekulatius" (und dem noch viel prägnanteren, liebenswerten Sprechfehler) ist uns ans Herz gewachsen - klar, dass wir ihn und seine Freundin Matilda bei ihrem ersten Schultag begleiten wollten!

Wie immer waren wir sehr angetan von Milla Kerwiens farbenfrohen Illustrationen, mit denen sie Specki zum Leben erweckt. Weiterhin toll: Die Einleitung, in der auch Reihen-Neulinge erfahren, wer Specki ist und was das Besondere an seiner Aussprache ist - die sogenannten "Speckistaben" Ä, Ö und Ü, sodass es keine Verwirrung geben kann.

Als Mama habe ich ein wenig die Hände überm Kopf zusammengeschlagen - angesichts der Tatsache, dass Matilda im Grunde ihren gesamten ersten Schultag nicht wirklich genießen konnte, da sie mit ihren Gedanken einzig beim ausgebüxten Specki bzw. mit der Suche nach ihm beschäftigt war, aber Kinder fassen das natürlich eher amüsant auf, und so soll es ja auch sein bei einem unterhaltsamen Kinderbuch.

Die große Schriftgröße erleichtert das Lesen und harmoniert wunderbar mit den auf jeder Seite eingestreuten Zeichnungen. Das handliche Format dieses Erstleser-Büchleins eignet sich perfekt für die Schultüte.

Fazit: Das ideale Geschenk zum Schulbeginn.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 12.04.2025

Berührend, informativ, inspirierend, menschlich - absolutes Highlight!

Leben und Sterben
0

"[...] Medizinethik beschäftigt sich mit dem guten und richtigen Handeln in der Medizin. Das kann sowohl die Entwicklung neuer Technologien betreffen als auch die konkrete Versorgung am Krankenbett. [...] ...

"[...] Medizinethik beschäftigt sich mit dem guten und richtigen Handeln in der Medizin. Das kann sowohl die Entwicklung neuer Technologien betreffen als auch die konkrete Versorgung am Krankenbett. [...] Ethik ist die Theorie, das systematische Nachdenken über Moral. Und Moral ist in unserer Gesellschaft sehr vielfältig."

Gänsehaut pur! Dieses Sachbuch ist mir dermaßen unter die Haut gegangen, wie ich es nie bei einem Werk dieses Genres für möglich gehalten hätte - und dies nicht nur aufgrund der an sich polarisierenden Thematik, die ohnehin mit tiefen Emotionen, moralischen Fragen und ethischen Prinzipien "vom ersten Augenblick bis zum Tod" bzw. deren Vereinbarkeit mit den jeweiligen Wünschen und individuellen Bedürfnissen der Patienten und Patientinnen einhergeht.

Der Autorin, Prof. Dr. Alena Buyx (= ehemalige Vorsitzende des Deutschen Ethikrats), ist mit diesem Wunderwerk ein absoluter Geniestreich gelungen. Restlose Begeisterung angesichts dieser schriftstellerischen Leistung, ein gänzlich neu gewonnener Respekt vor der Verantwortung der Ärztinnen und Ärzte, Ehrfurcht, Demut vor dem Leben ... mein Herz geht gerade über vor Emotionen und eine Sache ist gewiss: Dieses Buch sowie die darin angesprochenen Fälle aus dem realen Leben werden noch lange in mir nachhallen und haben meinen Blick auf viele Elemente des Gesundheitssystems enorm geschärft.

Allen, die an dieser Stelle befürchten, es handele sich womöglich um ein trocken geschriebenes, von kompliziertem Fachjargon durchzogenenes "Buch über Medizinthemen eben" sei gesagt: Definitiv nicht! Der Schreibstil ist gleichermaßen einfühlsam wie faktisch klar, rundum nachvollziehbar für Laien, schonungslos ehrlich, aufklärend und schlichtweg so authentisch, dass man das Gefühl hat, man säße mit einer lieben Freundin beim Kaffee und würde in einem intensiven Gespräch wichtige Lebensfragen und Gedankenansätze erörtern, diskutieren, analysieren, hinterfragen. Es handelt sich nicht um softe Nebenbei-Lektüre, bei der man gemütlich im Strandkorb wegdösen und später einfach nahtlos weiterlesen kann - zumindest ich könnte das nicht. Vielmehr hing ich gebannt und betroffen, inspiriert und nachdenklich an den Seiten, war ergriffen von den geschilderten Fallbeispielen und inkludierten Gedankenexpriementen und machte mir immer wieder Notizen während des Lesens - bereits ahnend, dass ich mich später schwertun würde damit, meine Auswahl an Lieblingspassagen auf nur wenige Zitate für diese Rezension einzugrenzen.

Das Themengebiet der Medizinethik ist unglaublich breit gefächert, von Stichworten wie künstlicher Befruchtung oder Genschere über den verantwortungsvollen Umgang mit Künstlicher Intelligenz bis hin zur Palliativmedizin. Mal werden die angeführten Fälle aufgelöst, mal nicht - da das entsprechende Ergebnis noch nicht vorliegt. So oder so, der Schreibstil der Autorin ist ganz großes Kino - immer wieder bezieht sie die Leserschaft mittels kluger Fragen in den Themenkomplex mit ein.

Fazit: Keine Angst vor diesem großen Thema, sondern ein klares JA zu den denkbar bedeutungsvollsten Fragen des Lebens. Unbedingte Leseempfehlung!

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere