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Veröffentlicht am 22.11.2024

Zwischen Trauma und Mutterliebe

Die Haut hat kein Gedächtnis
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In ihrer Erzählung “Die Haut hat kein Gedächtnis” konfrontiert uns die Autorin Susanne Konrad mit einem bewegenden Frauenschicksal, das immer wieder von der Zerrissenheit der Protagonistin Caro zwischen ...

In ihrer Erzählung “Die Haut hat kein Gedächtnis” konfrontiert uns die Autorin Susanne Konrad mit einem bewegenden Frauenschicksal, das immer wieder von der Zerrissenheit der Protagonistin Caro zwischen der schwierigen Liebe zu ihrem Kind und der Loyalität zu und emotionalen Abhängigkeit von einem Partner dominiert wird.

Caro, Psychologin in Ausbildung, scheitert in ihrer ersten Beziehung, denn sie begleitet einen Mann, den sie eigentlich verabscheut, in ein Lokal und dann zu ihm nach Hause. Dort entwickelt sich ein Verbrechen, Caro wird vergewaltigt und schwanger.

Ihre Eltern nehmen sie und das Kind auf, Caro kann ihre Ausbildung abschließen, ihr Trauma jedoch nicht bewältigen. Immer wieder versucht sie, ihrem Kind nahe zu kommen, doch Mutterliebe will sich nicht einstellen. Das mag auch damit zusammenhängen, dass Caro ihre Ausbildung durch die Hilfe der Eltern beenden kann und daher weniger Zeit für ihre Tochter hat. Dennoch ist sie überzeugt, alleine kaum mit dem Leben zurecht zu kommen. Auch im Beruf hat sie Schwierigkeiten.

Sarah, die Tochter, ist dann tatsächlich ein schwieriges Kind, das nicht nur Caro ablehnt, sondern auch ihren neuen Freund und schließlich Lebensgefährten Thies, von dem Caro, wie auch in vorherigen Beziehungen, emotional abhängig ist. Das Kind stört und Caros Schuldgefühle wachsen bis zu dem Tag, als Sarah verschwindet.
Doch nun findet ein Umdenken bei Caro statt…..

In ihrer Erzählung “Die Haut hat kein Gedächtnis” konfrontiert uns die Autorin Susanne Konrad mit einer Frau, die von Schuldgefühlen geplagt, ihrem Kind keine gute Mutter zu sein, durch ein schwieriges Leben geht. Im beruflichen Umfeld kann sie lange nicht richtig Fuß fassen, die Beziehung zu ihrem Kind ist von emotionalen Tiefen geprägt und Caro muss sich eingestehen, dass sie lieber mit ihrem Lebensgefährten alleine wäre. Sie bietet das Bild einer zutiefst verunsicherten Frau, die sich Stärke wünschen würde, um ihrem Kind liebevoller, aber auch konsequenter begegnen zu können.

Caros Lebensgefährten Thies, der keine eigenen Kinder haben kann, gelingt es auch nicht, eine emotionale Bindung zu Sarah herzustellen. Er ist ein introvertierter Charakter und dazu noch schwer krank. So bleibt Sarah ein unglückliches Kind, auch immer auf der Suche nach ihrem Vater. Erst die Schule und ihr musikalisches Talent bringen eine positive Wende. Wird es Sarah gelingen, zu ihren eigenen Kindern eine liebevolle und tiefe Beziehung aufzubauen?

Mit “Die Haut hat kein Gedächtnis” hat Susanne Konrad eine Erzählung über emotionale Abhängigkeit von Frauen anhand der Protagonistin Caro geschaffen. Ihre Selbstzweifel, bedingt durch das Trauma der Vergewaltigung machen eine tiefe Beziehung zu ihrem Kind unmöglich und begleiten sie auch durch ihr Berufsleben. Die Autorin, die mit dieser Erzählung ein bemerkenswertes Werk autofiktionalen Schreibens vorgelegt hat, gibt uns im Anhang noch eine sehr interessante und kluge Abhandlung darüber, was man unter autofiktionalem Schreiben versteht und welche Vorteile dies haben kann, vor allem wenn sich der Schreibende gerade in einer schwierigen Lebenssituation befindet. Indem er seine Rolle verfremdet und einem Avatar überlässt, kann es gelingen, Abstand zum eigenen Erleben herzustellen und dadurch die Geschehnisse von einer Metaebene zu betrachten.

Sowohl die Erzählung “Die Haut hat kein Gedächtnis” wie das Essay über autofiktionales Schreiben sind absolut lesenswert und lassen die Lesenden sicherlich nachdenklich zurück. Daher gebe ich gerne eine Leseempfehlung für dieses kluge Buch ab.

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Veröffentlicht am 11.11.2024

Wer klaut die Äpfel aus dem Garten?

Zipfelmaus sucht den Apfelräuber
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Der Verfasser der “Zipfelmaus-Reihe”, Uwe Becker, hat mit “Zipfelmaus sucht den Apfelräuber” wieder ein gelungenes Kinderbuch vorgelegt, dass wunderbar von Ina Krabbe illustriert wurde

Die kleine Zipfelmaus ...

Der Verfasser der “Zipfelmaus-Reihe”, Uwe Becker, hat mit “Zipfelmaus sucht den Apfelräuber” wieder ein gelungenes Kinderbuch vorgelegt, dass wunderbar von Ina Krabbe illustriert wurde

Die kleine Zipfelmaus wohnt im Küchenschrank in Frau Bienenstichs Gartenhäuschen. Doch im Garten herrscht Aufruhr, wer klaut denn hier die Äpfel und lässt nur das Kerngehäuse hängen? Das möchte nicht nur Zipfelmaus herausfinden, sondern auch ihre Freunde. Die Siebenschläfer Flip und Flop, Fledermaus Shakira und ihre Haustierhummel Fiffi, die kluge Blindschleiche Cora und der Maulwurf sitzen mit ihr zusammen in der Spelunke, wo sich die Gartenbewohner gerne treffen.
Ohne Äpfel kein Apfelsaft! Dabei ist der gesund! Er hat Vitamine, das wissen sogar die Tiere.

Doch durch den Garten schleicht auch Schwarzekatze, die Zipfelmaus gerne verspeisen würde. In höchster Not naht die Rettung, ein Tier mit großen gelben Augen wirft Zipfelmaus eine Liane zu. Ein Tier? Nein, eine ganze Tierfamilie, die von einer weit entfernten Insel kommt und nach Hause zurück möchte. Denn dort gibt es genug Früchte und man muss keinen Apfelbaum plündern. Werden Zipfelmaus und ihre Freunde es schaffen, die Heimreise für die Familie zu organisieren?

Dieses Kinderbuch ist genau so, wie es für Kinder im Alter von sechs bis neun Jahren sein sollte. Es enthält eine spannende, liebevoll erzählte Geschichte, in der Freundschaft und Zusammenhalt eine große Rolle spielen, denn nur gemeinsam gelingt es den Freunden, die Apfelräuber zu finden. Damit die Kinder einen Eindruck von den Tieren bekommen, ist am Anfang des Buches eine Bildergalerie, in der alle vorgestellt werden. Und dass die Tiere sympathisch sind, erkennt man auf den ersten Blick, denn die kindgerechten bunten Illustrationen am Cover und auf jeder Doppelseite tragen dazu bei, die Aufmerksamkeit der kleinen Lesenden aufrecht zu halten und sie richtig in die Geschichte hinein zu ziehen. Auch die große Erstleseschrift, die kindgerechte, humorvolle Sprache und die kurzen Kapitel regen zum Weiterlesen an. Ohne erhobenen Zeigefinger lernen die Kinder etwas über Vitamine, fremde Länder und dass eine Blindschleiche keine Schlange ist. Sondern eine Eidechse! Wer hat das schon vorher gewusst?

Mit “Zipfelmaus sucht den Apfelräuber” hat Uwe Becker ein mit Herz und Witz geschriebenes Kinderbuch vorgelegt, das man nur weiterempfehlen kann, denn es ist ein großer Lese- und Vorlesespaß. Von mir daher eine absolute Leseempfehlung und verdiente fünf Sterne.

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Veröffentlicht am 11.11.2024

Ganz großes Kopfkino: Tausche Follower gegen Retro-Liebe

Love Me Like It's Yesterday
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In ihrem neuesten Roman “Love Me Like It`s Yesterday” stellt uns die bekannte Autorin Juliane Käppler zwei Protagonisten vor, die unterschiedlicher nicht sein könnten. Schon auf dem Cover sieht man Juno, ...

In ihrem neuesten Roman “Love Me Like It`s Yesterday” stellt uns die bekannte Autorin Juliane Käppler zwei Protagonisten vor, die unterschiedlicher nicht sein könnten. Schon auf dem Cover sieht man Juno, die aus dem Handy steigt, denn Juno steigt konsequent aus allen modernen Medien aus. Sie hat weder ein Handy noch Radio und Fernsehen, von den “sozialen Medien” hält sie sich konsequent fern. Dafür spielt sie ihre Lieblingsmusik auf einem Kassettendeck ab, auch ein Plattenspieler steht in ihrer Wohnung.

Taro hingegen ist Influencer, sein You Tube Kanal heißt “Make Her Yours”. Taro gibt Männern Flirttipps mit Hintergrund, denn er ist ausgebildeter Psychologe. Allerdings schläft die Konkurrenz nicht und Taro lasst sich auf eine Wette ein, die seine Existenz bedroht und in der Juno die Hauptrolle spielt ohne es zu wissen. Um die Wette zu gewinnen und seinen You Tube Kanal zu retten, muss Taro Juno dazu bringen, Interesse an ihm zu zeigen. Doch Juno ist durch und durch bodenständig, Tischlerin und Restauratorin, die ihre Arbeit so sehr liebt, dass sie den antiken Möbelstücken, die sie herrichtet, Namen gibt und sich Geschichten über ihre Geschichte ausdenkt. Taro bringt Juno dazu, dass er einen alten japanischen Teeschrank in ihrer Werkstatt restaurieren darf, wobei Juno ihn unterstützt. Langsam kommen die beiden einander näher und Taro bereut seine Wette zutiefst, denn er hat erkannt: Er möchte Juno nicht verletzen und das müsste er, um mit seiner Wette erfolgreich zu sein.

“Love Me Like It`s Yesterday” ist eine liebevoll erzählte Geschichte, in jeder Buchseite lächelt den Lesenden Junos Liebe zu ihrer Arbeit entgegen. Juno hat es früher nicht leicht gehabt, die wurde gemobbt. Daher leitet sie eine Selbsthilfegruppe für Mobbingopfer und liebt die Musik und Lebensart der achtziger Jahre des vorigen Jahrhunderts. Dass auch in analogen Zeiten nicht alles besser war, ist ihr zwar bewusst, doch sträubt sie sich gegen die moderne Technik. Dafür erfindet sie gerne ihre eigenen Wortschöpfungen, die Zustände bezeichnen, für die es in unserer Sprache keine Benennung gibt. Diese kreativen, sicher nicht im Duden zu findenden Wörter brennt sie in eine Holzscheibe und hängt sie an die Wand ihrer Tischlerwerkstatt, die sie von ihrem Großvater geerbt hat. Und auch Junos Umgebung macht es ihr nicht immer leicht. Witzig und gelungen werden die aufdringlichen Nachbarn beschrieben, verarmte “Adelige”, die Juno oft den letzten Nerv rauben und die in dieser Geschichte noch eine wichtige Rolle spielen werden. Und letztlich sind da Junos Eltern, die ihre Tochter gerne für die Nutzung eines Handys gewinnen wollen, den “es kann ja immer mal was passieren”.

Diese wunderbare Liebesgeschichte wird abwechselnd aus der Sicht von Juno, deren Kapitel immer auch mit ihren spezifischen, humorvollen und gelungenen Wortschöpfungen überschrieben sind sowie aus Taros Blickwinkel erzählt. Dadurch haben es die Lesenden leicht, den Verlauf des Geschehens zu verfolgen. Aber in diesem Roman wird nicht nur über große Gefühle berichtet, sondern es kommen ernste gesellschaftliche Probleme zur Sprache, denn hier werden immer wieder reale und virtuelle Welt gegenübergestellt und beleuchtet, wie diese Parallelwelten Verhalten und Gefühle beeinflussen. Mobbing und Selbsthilfegruppen bekommen Raum und die Auswirkung der sozialen Medien auf das reale Leben ist immer wieder in die Geschichte eingebettet.

Mit ihrem Roman “Love Me Like It`s Yesterday“ setzt Juliane Käppler konsequent ihre Reihe “Kino zum Lesen” fort., die sie schon mit den “Max Leif” Romanen und ihren Jugendbüchern verfolgt hat. Die ebenso liebevoll wie bildhaft beschriebene Szenerie zieht die Lesenden direkt in die Geschichte und an die Seite der Protagonisten, deren Gefühle nicht nur miterlebt werden, sondern auch niemals als kitschig, abgehoben oder unrealistisch empfunden werden. Hier geht es um zwei eigentlich gegensätzliche Menschen, die langsam und sachte zueinanderfinden, um sich dann im jeweils Anderen zu verlieren. Eine wunderschöne Liebesgeschichte, die jedoch auf einer Lüge beruht. Oder besser gesagt auf dem Verschweigen von Tatsachen durch Taro, der den richtigen Zeitpunkt zwar sucht, aber nicht findet, um Juno von der Wette zu erzählen.

Einfühlsam und sehr realitätsnah beschreibt die Autorin, wie sich der Zustand nach dem Scheitern einer Beziehung anfühlt und wie hilflos man seinen Gefühlen ausgeliefert ist, wenn die Welt stillzustehen scheint. Hier helfen auch wohlmeinende Ratschläge von Freunden nicht, der eigene Verstand und das Wissen um den Ablauf von Trauer können diese Wunde nicht heilen. Zwar sind die Protagonisten bereits in den Dreißigern, aber der Schmerz einer Trennung kennt bekanntlich kein Alter. Die Liebe jedoch auch nicht.

“Love Me Like It`s Yesterday” ist ein ausgezeichnet geschriebenes, warmherziges, witziges, gut recherchiertes, kluges und oftmals menschlich berührendes Buch. Daher von mir eine eindeutige Leseempfehlung und verdiente fünf Sterne.

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Veröffentlicht am 08.11.2024

Als wärs ein andres Leben

Endlich das ganze Leben
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Der Debütroman von Roberta Recchia teilt das Leben der italienischen Familie Ansaldo in ein ”Davor” und ein “Danach”. Nichts wird nach diesem Schicksalsschlag für die Familie sein, wie es einmal war. Das ...

Der Debütroman von Roberta Recchia teilt das Leben der italienischen Familie Ansaldo in ein ”Davor” und ein “Danach”. Nichts wird nach diesem Schicksalsschlag für die Familie sein, wie es einmal war. Das “Danach” fühlt sich an wie ein anderes Leben.

Davor: Marisa und Stelvio Ansaldo leben mit ihren zwei Kindern, Ettore und Elisabetta ein zufriedenes und glückliches Leben. Auch Marisas Mutter Letitia wohnt bei ihnen. Marisa und Stelvio verbindet eine lange und tiefe Liebe, obwohl ihr Schicksal einmal an einem seidenen Faden hing. Damals, als Marisa schwanger war und von ihrem untreuen Verlobten verlassen wurde. Damals, als Stelvio die sitzengelassene Braut heiraten sollte und damals, als sich Marisa lange ihrer Zuneigung zu Stelvio nicht sicher war. Doch am Ende wurde es eine glückliche Ehe und Stelvio betreibt noch immer den Feinkostladen, in dem er bei Marisas Vater angefangen hat.

Ettore ist wenig bei der Familie, er war ein Wunderkind und ist als Konzertpianist auf der ganzen Welt unterwegs. Elisabetta, genannt Betta, ist ein sechzehn Jahre alter Teenager, schon sehr fraulich, wunderschön, lebenslustig, extravertiert und liebevoll. Aber Betta hat Asthma. Daher verbringt die Familie die Ferien in ihrem Haus am Meer. Auch Miriam, die Tochter von Marisas Schwester Emma, einer bekannten Modeschöpferin, ist bei ihnen. Und am 10. August 1980 endet das “Davor”.

Zwischen dem “Davor” und dem “Danach” liegt eine lange Nacht, in der am Strand ein furchtbares Verbrechen geschieht, das nur Miriam überlebt. Damit beginnt das

“Danach”: Als die Trauer sich über das Haus legt, als Marisa dieses nicht mehr verlassen kann und eine eisige Gleichgültigkeit verhindert, dass der Schmerz ihr Leben überwältigt, danach, als Ettore hilflos versucht, zu seiner Frau durchzudringen, danach, als Letitia Marisa Mitschuld an diesem Verbrechen gibt.

Danach, als Miriam einsam von ihrem Schicksal in die Knie gezwungen wird und Jahre lang nichts sucht als Vergessen. Danach, als ihr Leben bereits zu verlöschen droht. Aber auch danach, als Mitgefühl und menschliche Wärme langsam beginnen, ihren Schutzmantel zu durchbrechen und danach, als sie Leo trifft, dem sie erst nach langer Zeit erlaubt, sie zu retten.

In ihrer sachlichen, unaufgeregten Schreibweise schildert die Autorin den Verlauf der Geschichte, immer beobachtend, nie wertend oder urteilend. Gefühle wie Entsetzen oder Mitleid überlässt sie bis auf ganz wenige Ausnahmen den Lesenden. Hier wird das Trauma einer Familie abgehandelt, die weder mit dem Erlebten noch mit ihren Empfindungen umgehen kann, die hilflos vor den Trümmern ihres bisherigen Lebens steht und deren weiteres Schicksal lange ungewiss ist.

Die Protagonisten des Romanes nehmen den Schicksalsschlag, der sie alle getroffen hat, unterschiedlich an. Marisa kapselt sich ab, bringt es aber fertig, mit harschen Worten ihren Sohn Ettore ins Leben zurückzustoßen. Emma, ihre Schwester, weigert sich lange, der Tatsache, dass sie ihre Tochter Miriam im Stich gelassen hat, ins Auge zu sehen. Letitia, die Mutter von Marisa und Emma, deckt das Geschehene und seine Folgen mit Schweigen zu, um, wie sie glaubt, die Familie zu schützen. Durch dieses Schweigen erscheint sie gefühlskalt und verliert die Liebe ihrer Töchter. Miriam, hilflos gefangen in ihrem Schicksal, möchte sich am liebsten “auflösen” und alles tun, um die Wahrheit über das Erlebte zu verbergen. Die Arbeit der Polizei und der Gerichte, geprägt durch Bequemlichkeit, Schlamperei und persönliche Interessen, erscheint machtlos, zur Aufklärung des Verbrechens beizutragen.

Den Männern teilt Roberta Recchia bessere Rollen vor. Stelvio ist ein liebender, geduldiger Ehemann und Vater. Leo, der Miriam das Leben rettet, entwickelt sich aus Liebe zu ihr vom Drogendealer zu einem geduldigen und mitfühlenden Freund, mit dem es Miriam letztlich gelingt, ihr Schicksal zu bewältigen. Und endlich, nach langer Zeit, wird auch das furchtbare Verbrechen aufgeklärt, das sich in der Unglücksnacht im August 1980 am Strand zugetragen hat.

Auf dem umlaufenden Cover dieses hochwertig ausgestatteten Buches verlässt eine junge Frau den Strand und scheint ihren Schatten, der sich zum Meer wendet, hinter sich zu lassen, ein Symbol der Hoffnung, Erlebtes verarbeiten zu können, gelebte Schmerzen hinter sich zu lassen und den Weg zurück ins Leben zu finden. “Endlich das ganze Leben” ist ein Roman, der die Lesenden daran erinnern kann, was im Leben wirklich zählt und wie dankbar man sein muss, wenn man niemals das Schicksal der Protagonisten dieses absolut lesenswerten Buches teilen muss. Von mir daher eine klare Leseempfehlung und fünf Sterne.

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Veröffentlicht am 26.10.2024

Weihnachtsstimmung im Schnee

Weihnachtsfunkeln in Miracle Hill
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In ihrem neuen Weihnachtsroman “Weihnachtsfunkeln in Miracle Hill”, dem 4. Band der Christmas Staffel 2 hat die bekannte Autorin Sandra Pulletz wieder einen stimmungsvollen Liebesroman vorgelegt, der ...

In ihrem neuen Weihnachtsroman “Weihnachtsfunkeln in Miracle Hill”, dem 4. Band der Christmas Staffel 2 hat die bekannte Autorin Sandra Pulletz wieder einen stimmungsvollen Liebesroman vorgelegt, der perfekt auf das Fest der Feste einstimmt.

Die Fotografin Amanda, angestellt in einer New Yorker Fotoagentur, lebt gerne in der Großstadt und schätzt dort die Anonymität. Weihnachtliche Stimmung mag sie jedoch gar nicht, daher möchte sie auch keinesfalls das Fest in der Lodge ihres Vaters in Vermont verbringen. Denn Amanda hat den Tod ihrer Mutter vor einigen Jahren noch nicht überwunden und ist damals regelrecht von zu Hause geflohen.

Ihre Arbeit im Auftrag einer Fotoagentur führt sie ausgerechnet zum Christmas Lightning des Weihnachtsbaumes beim Rockefeller Center und danach in eine Mall, wo sie Santa begegnet. Und Santa ist überzeugt, dass sie zu Hause gebraucht wird. Zu Amandas Verwunderung spendiert ihr Chef sogar ihre Heimreise.

Doch die Ankunft steht unter keinem guten Stern. Die Wohnung bei der Lodge, in der Amanda bisher gelebt hat, wird vom Skilehrer Phil und dessen Sohn Timothy bewohnt. Amanda ist sauer, auch weil ihr Vater sich zwar freut, sie zu sehen, aber dann eigentlich keine Zeit für sie hat. Außerdem hört sie mit Schrecken, das er die Lodge verkaufen will. Was hat Phil mit diesem Entschluss zu tun?

Phil hingegen denkt, dass Amanda die Lodge übernehmen wird und sieht sein Leben mit seinem Sohn Timothy, den er zärtlich liebt, gefährdet. Denn Timothy hat nur einen Weihnachtswunsch: Zeit mit seiner Mutter, Phils geschiedener Frau, zu verbringen. Doch als Michelle dann auftaucht, verläuft alles ganz anders…..

Weihnachtsfunkeln in Miracle Hill ist ein schönes Wohlfühlbuch mit gut gezeichneten Charakteren, die alle noch mit ihren Problemen aus der Vergangenheit kämpfen, aber dennoch nach einer guten, der Weihnachtszeit entsprechenden Lösung suchen. Der flott geschriebene und angenehm lesbare Roman eignet sich hervorragend, die Winterzeit mit einer Tasse Tee auf dem Sofa zu verbringen und sich wohlig der Feststimmung hinzugeben, die dieses Buch erzeugt. Schon das gelungene Cover macht Lust darauf, Weihnachtsvorbereitungen zu treffen und sich Gedanken über das bevorstehende Fest zu machen.

Liebevoll sind die Protagonisten gezeichnet, Amanda, die unsicher ist, wie sie sich zu Hause verhalten soll und erst mit der Zeit die Herzen von Phil und Timothy gewinnt.
Vater William, der eigentlich näher bei seiner Tochter sein möchte, aber wohl in der Großstadt unglücklich wäre und natürlich Santa, schon aus den Vorgängerromanen von Sandra Pulletz bekannt, der einfach immer einen weisen Ratschlag geben kann.
In diesem Buch kann man sich einfach wohlfühlen und die Weihnachtszeit in schöner Atmosphäre genießen. Meine Leseempfehlung daher: Eine locker leichte Lektüre, die Vorfreude auf Weihnachten entstehen lässt.

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