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Veröffentlicht am 03.12.2018

Gleichberechtigt überfordert

Neujahr
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Neujahr von Juli Zeh, erschienen im Luchterhand Literaturverlag am 10. September 2018

Henning ist ein emanzipierter Mann, der sich neben dem Beruf auch noch um die Kinder kümmert. Da er beruflich nicht ...

Neujahr von Juli Zeh, erschienen im Luchterhand Literaturverlag am 10. September 2018

Henning ist ein emanzipierter Mann, der sich neben dem Beruf auch noch um die Kinder kümmert. Da er beruflich nicht so zurückstecken kann, arbeitet er nun zum halben Gehalt fast noch mehr als er arbeiten würde, wäre er die Zeit im Büro. Dabei vernachlässigt er seine Bedürfnisse. Recht spontan hat er für seine Familie, seine Frau Theresa und zwei Kinder, ein preiswertes Haus auf Lanzarote für die Weihnachtstage und den Jahreswechsel gebucht. So richtig zufrieden ist die Familie mit dem Trip nicht und Henning, der sich für die ganze Zeit ein Rad geliehen hat entscheidet sich plötzlich am Neujahrsmorgen, nachdem der Silvesterabend eher ein Desaster gewesen ist und Theresa auch noch mit einem attraktiven Franzosen geflirtet hat, dazu eine bekannte Radtour zu machen. Untrainiert wie er eigentlich ist, vergisst er Ausrüstung und powert sich völlig aus. Da nimmt eine freundliche Bewohnerin des Dorfes wo er strandet ihn auf und bringt ihn zu ihrem Haus. Dort erinnert er sich zurück an einen Besuch in diesem Haus als er noch ein kleiner Junge gewesen ist.

Henning verdient weniger und glaubt deswegen, dass er mehr im privaten zur Familie beitragen muss, was er meint würde Theresa auch erwarten und lässt ihn das spüren. Trotzdem ist Theresa der Dreh- und Angelpunkt der Familie und Henning fühlt sich als Versager. Etwas was wir in der Literatur so noch nicht kennen. Wenn Frau sich wie Henning fühlt wird da ein Frauenroman draus, schlimmstenfalls mit Tipps aus der Cosmopolitan wie andere Frauen das bisschen Haushalt mit Kindern doch einfach mal zwischen zwei Meetings weglächeln.

Henning zweifelt nicht seine Aufgabe an, er zweifelt sich und seine Fähigkeiten an. Frauen haben Millionen Leidensgenossinnen in ihrem Fehlen die Perfektion zu erreichen. Henning versucht verzweifelt nicht zu scheitern und da überfällt ihn immer wieder dieses „Es“. Diese Panikattacken, die ihm den Schlaf und die Luft rauben, die organisch keine Ursache haben und die Theresa an irgendeinem Punkt nur noch auf den Keks gegangen sind. Er strampelt sich ab um diesmal das Ziel, welches er sich gesetzt hat zu erreichen, diesen Vulkanberg am ersten-ersten des neuen Jahres zu bezwingen.

Bis dahin gefiel mir die Geschichte eigentlich ganz gut. Juli Zeh zeichnet wieder virtuos die Charaktere der Protagonisten und eingedenk der anderen Geschichten, die ich von der Autorin gelesen hatte erwartete ich nun noch Einiges. Gekommen ist dann aber eine etwas gespenstische Geschichte aus der frühen Kindheit des Henning die zwar nett erzählt wurde, die mich aber nicht wirklich interessierte.
Mir kam es so vor als hätte Juli Zeh einfach mal ausprobieren wollen wohin die Geschichte eines überforderten Mannes führen wird und was seine Panikattacken wohl ausgelöst haben mag. Die Auflösung der Geschichte ist dann auch kein fünf Sterne Menü, sondern eher Burger King, schnell runter gewürgt, ohne wirklich zu wissen was man da vor sich hat, schnell verdaut aber nicht satt machend. Einzig der wie immer grandiose Schreibstil der Story hat mich bis zum Ende getragen. Kein Juli Zeh den man unbedingt gelesen haben müsste.

Veröffentlicht am 03.12.2018

Ist es so, oder ist es ganz anders?

Böser Samstag
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Böser Samstag (Band 6 der Frieda Klein Reihe) von Nicci French, gelesen von Nicole Engeln, erschienen im audio media verlag am 31.10. 2016

Hannah hat Streit mit ihrer Mutter und dem Stiefvater. Dann ist ...

Böser Samstag (Band 6 der Frieda Klein Reihe) von Nicci French, gelesen von Nicole Engeln, erschienen im audio media verlag am 31.10. 2016

Hannah hat Streit mit ihrer Mutter und dem Stiefvater. Dann ist ihre ganze Familie tot und Hanna wird verurteilt und kommt in eine psychiatrische Einrichtung. Frieda Klein soll Hannah noch einmal neu beurteilen. Frieda zieht ganz andere Schlüsse aus der Vernehmung und den Indizien und lässt den längst vergessenen Fall neu aufrollen.

Ich habe lange gebraucht mich nochmals für eines der Bücher aus der Reihe zu begeistern, aber dieser 6. Band aus der Frieda Klein Reihe hat mir doch wieder recht gut gefallen. Frieda ist eben Frieda und wenn sie mit den Kopf durch die Wand will, dann muss man dafür eben einen Weg finden.

Nicole Engeln liest wieder sehr gut und es mancht Spass ihr zu zu hören.

Veröffentlicht am 25.11.2018

Noch besser als das letzte Buch

Muttertag (Ein Bodenstein-Kirchhoff-Krimi 9)
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Muttertag von Nele Neuhaus (Bodenstein-Kirchhoff Reihe Band 9), erschienen im Ullstein Verlag am 19.11.2018

Pia Sander wird zum Haus des ehemaligen Unternehmers Theo Reifenrath gerufen der schon einige ...

Muttertag von Nele Neuhaus (Bodenstein-Kirchhoff Reihe Band 9), erschienen im Ullstein Verlag am 19.11.2018

Pia Sander wird zum Haus des ehemaligen Unternehmers Theo Reifenrath gerufen der schon einige Tage zuvor gestorben ist. Pia und Oliver lassen das Anwesen untersuchen wobei ein halb toter Hund in seinem Zwinger gefunden wird. Die Knochen in seinem Zwinger entpuppen sich bei näherem Hinsehen als menschlich. Weitere Untersuchungen des Grundstücks bringen weitere Funde zu tage.

Auch hier arbeiten Pia und Oliver wieder zusammen und auch diesmal ist es ein Fall dessen Wurzeln schon Jahrzehnte zurück liegen. Ist der Verstorbene ein Mörder, oder wurde durch seinen Tot eine Reihe beendet? Wenn Theo Reifenrath nicht der Mörder ist, wird dieser wieder zuschlagen da es bald wieder Mai ist und alle identifizierten Opfer verschwanden an einem Sonntag im Mai.

Der Krimi kann, ohne die Vorgänger zu kennen sehr gut gelesen werden, aber wie immer bei dieser Reihe ist auch das Privatleben der Ermittler interessant und man nimmt sich etwas den Spaß daran, wenn man einen Sprung ins kalte Wasser macht aber die wesentlichen Fakten werden nochmals erwähnt.

Spannend ist dieser Neue auf jeden Fall wieder und zwar so, dass man ihn fast nicht aus der Hand legen mag. Dazu trägt auch ihr flüssig zu lesender Stil bei der gradlinig und sehr gut lesbar daher kommt. Wer den letzten Krimi aus der Bodenstein-Kirchhoff Reihe mochte, der wird diesen noch einen ticken besser finden. Klare Leseempfehlung.

Veröffentlicht am 23.11.2018

Es kehrt keine Ruhe ein in Barrington Cove

Ein MORDs-Team - Der Fall Corey Parker 1: Die fünfte Dynastie (Bände 13-15)
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Ein MORDs-Team - Der Fall Corey Parker 1: Die fünfte Dynastie (Bände 13-15, All-Age Krimi) von Andreas Suchanek, erschienen im Greenlight Press Verlag am 31. Oktober 2018

Als Sonja für eine Reportage ...

Ein MORDs-Team - Der Fall Corey Parker 1: Die fünfte Dynastie (Bände 13-15, All-Age Krimi) von Andreas Suchanek, erschienen im Greenlight Press Verlag am 31. Oktober 2018

Als Sonja für eine Reportage mit einem Teil des Teams auf Angel Island unterwegs ist, finden sie die Überreste einer Leiche. Es fehlt nur kein Vermisster mehr vom Unglück in 1985. Wer ist der Tote und warum vermisst ihn niemand?
Nahtlos geht der alte Fall von Marietta King in den Neuen um Corey Parker über. Es empfiehlt sich vorher die Bände eins bis zwölf gelesen zu haben, um die Gruppendynamik der handelnden Personen besser verstehen zu können. Inzwischen sind unsere Protagonisten Helden und können sich nicht einfach so in der Stadt bewegen, ohne den Dynastien auf die Füße zu treten. Wie schon der Titel verrät kommt die Gruppe einer bis dahin unbekannten fünften Dynastie auf die Schliche.

Wie immer atemberaubend spannend geschrieben erleben wir in Zeitsprüngen zwischen 1985 und der aktuellen Zeit die Teams um Jamie bzw. Mason bei ihren Ermittlungsarbeiten. Der Humor kommt wieder mal nicht zu kurz, dafür darf um die einzelnen Mitglieder des Teams gehörig gezittert werden.

Klare Leseempfehlung für Jung und Alt.

Veröffentlicht am 23.11.2018

Gelungene Fortsetzung

Die Bibliothek der flüsternden Schatten - Bücherkönig
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Die Bibliothek der flüsternden Schatten – Bücherkönig (Buch 2 der Paramythia Reihe von Akram El-Bahay, erschienen im Bastei Entertainment Verlag am 31. August 2018

Sam und Kani haben das Bücherlabyrinth ...

Die Bibliothek der flüsternden Schatten – Bücherkönig (Buch 2 der Paramythia Reihe von Akram El-Bahay, erschienen im Bastei Entertainment Verlag am 31. August 2018

Sam und Kani haben das Bücherlabyrinth verlassen können und versuchen nun den Nushishan und zwei Asfura bei Sams Vater zu verstecken.

Kani macht sich auf den Weg mit den Fabelwesen, um Thalia zu finden und erlebt Abenteuer in der Wüste. Derweilen macht sich Sam in Mythia nach dem Gelehrten umsieht mit dem Kanis Vater Kontakt hatte. Derweilen versucht Layl sich von der Vorherrschaft ihrer Schwester Sahira zu befreien.
Akram El-Bahay erster Teil sollte man gelesen haben bevor man sich in diesen zweiten Band stürzt. Auch so ist mit einigem Abstand zwischen den Büchern der Einstieg mit den vielen Namen und Fabeltiernamen nicht einfach. Ich brauchte eine ganze Weile bis ich mich wieder wohl und sicher in der Geschichte fühlte.

Ich bin mir nicht ganz sicher, aber auch so hat es der Autor mich geschafft etwas zu verwirren. Vermutlich liegt es aber an meinen Schwierigkeiten mit den verschiedenen Personen, dass ich von der Reise die Kani machte überrascht wurde. Ich dachte, sie hätte andere Ziele.

Ist man erst wieder in der Geschichte versunken erlebt man ein wunderbares Märchen mit Orientgefühl in dem gekämpft, gelitten, gezaubert und gestorben wird. Viel Aktion und sympathische Figuren verzaubern einen und man fiebert mit den Protagonisten mit. Man hat aber das Gefühl, dass sich der Autor noch alles für den nächsten Teil offen lässt. Ein Glossar wäre hilfreich und wünschenswert um einen den Wiedereinstieg in die Geschichte zu erleichtern.

Klare Kaufempfehlung, wenn man den ersten Band gelesen und gemocht hat.